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Als Spracherwerb bezeichne ich die Entfaltung der Fähigkeit zu sprechen, also typischerweise die Aneignung der Muttersprache durch ein Kind.

Spracherwerb unterscheide ich vom Sprachenlernen. Als Erwerb bezeichne ich unbewusste und implizite Vorgänge in sozialer Umgebung. Als Sprachenlernen hingegen bezeichne ich bewusstes, durch Lehrer oder Lehrmittels angeleitetes Lernen, oft innerhalb von Institutionen wie der Schule. Die Muttersprache wird erworben, Fremdsprachen werden gelernt. Es gibt viele Mischformen.

Der Spracherwerb hat verschiedene Aspekte. Ich unterscheide:
Die Artikulation ist ein körperliches Können, das den Übergang vom Lallen zum Sprechen betrifft und unterscheidbare Wörter ermöglicht.
Die ersten Wörter haben oft noch keine Bedeutung, sondern sind eben Artikulationsübungen, quasi Gehversuche ohne Ziel. Das wiederholt sich beim Zeichnen (auch von Buchstaben).

Das körperliche Können - hier beispielsweise das Hervorbringen von Lautfolgen - ist durch die Anatomie begrenzt und für das Sprechen wie für das Schreiben eine Voraussetzung, die nicht zur Sprache gehört. Ich muss mich gezieht verhalten können, was ich aneignen und üben muss.

Die ersten Lautfolgen, die keineWörter sind, die ein Kind erzeugt, sind Verdoppelungen von Silben, die es leicht artikulieren kann, typisch ist mama von ma, worin sich eine Verbindung zur zweiten Lallphase (6. bis 10. Lebensmonat) zeigt.
Dass Mütter die Lautfolge mama als Mama interpretieren, ist eine etwas andere Geschichte, die mehr über die Mutter sagt als über das Kind. Allerdings mag das Lächeln der Mutter als behavioristische Belohnung fungieren Kind, so dass das Kind dann öfter Mama sagt - was einen Aspekt des Spracherwerbs darstellen kann.

Die ersten Silben sind Laute, die in der vorderen Artikulationszone im Mundbereich gebildet werden, die anatomisch besser kontrolliert werden können als der hintere Mundbereich. Diese Laute sind nicht nur gut zu hören, sondern können in Form von Mundbewegungen auch gut gesehen werden.

Das erklärt auch - ohne Ursprache, dass die ersten Wörter quasi sprachunabhängig sind, auch die chinesische Kinder sagen zuerst Mama, und auch ohne damit Mama zu meinen.

Auch wenn Kleinkinder anfangen, mit den Wörtern etwas zu verbinden (Kindersprache), ist wichtiger, dass sie bstätigt als korrigiert werden. [ ], [Cop]

Ich unterscheide folgende Phasen:

  • Babbling (Lallen): In den ersten Lebensmonaten lallen Babys oft unverständliche Silben. Dies ist ein wichtiger Schritt, um die Muskeln im Mund zu trainieren und die Sprachfähigkeiten zu entwickeln.
  • Holophrasen: Wenn Kinder etwa ein Jahr alt sind, beginnen sie, einzelne Wörter zu verwenden, um ganze Sätze auszudrücken. Diese Wörter sind oft vielseitig und können verschiedene Bedeutungen haben. Zum Beispiel kann “da” bedeuten: “Ich möchte das haben” oder “Schau mal dorthin”. Übergeneralisierung: Kinder verwenden manchmal ein Wort für verschiedene Dinge. Zum Beispiel könnte ein Kind “Bär” für alle Tiere mit vier Beinen verwenden.
  • Semantische Entwicklung: Im Alter von 2 bis 3 Jahren beginnen Kinder, mehr spezifische Wörter zu verwenden. Sie lernen, dass Wörter bestimmte Bedeutungen haben. Zum Beispiel wissen sie, dass “Mama” ihre Mutter ist.
  • Grammatik und Satzbau: Mit etwa 3 Jahren beginnen Kinder, einfache Sätze zu bilden. Sie lernen, wie man Wörter in der richtigen Reihenfolge verwendet.
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    [ Was sagt ein chinesisches Kind als Erstes]
     
    [ Dreistufenmodell der Sprachentwicklung ]
     
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