Gatekeeper        zurück ]      [ Stichworte ]      [ Literatur ]      [ Die Hyper-Bibliothek ]      [ Systemtheorie ]

Gatekeeper bezeichnet einen systemtheoretischen Mechanismus, der Filter variiert, die relativ zum Systemzweck als intervenierende Variablen wirken.

Der Ausdruck stammt von K. Lewin.


"Wenn der Redakteur KW bei »Schweizer Radio DRS« als Dienstleiter die Verantwortung für die stündlichen Nachrichtensendungen trägt, geht nichts über den Sender, was er sich inhaltlich und sprachlich nicht genau angesehen hätte. – Medienschaffende fällen dauernd Selektionsentscheide, und viele dieser Entscheidungen müssen sie sich unter zeitlichem und sachlichem Druck abringen. Sie sind gewissermaßen Schleusenwärter, Gatekeeper, und zwar nicht nur bei stillem Gewässer, sondern auch im reißenden Strom. Was sie tun, beschreibt der Gatekeeper-Ansatz, in der kommunikationswissenschaftlichen Forschung seit einem halben Jahrhundert bekannt. Die Gatekeeper-Forschung geht zurück auf einen Aufsatz des Sozialpsychologen Kurt Lewin, der 1943 in einer Feldanalyse die Einkaufs- und Ernährungsgewohnheiten amerikanischer Hausfrauen untersuchte. Er ging der Frage nach, warum die Leute essen, was sie essen, und untersuchte den Weg der Lebensmittel durch die verschiedenen Kanäle vom Gemüsegarten, vom kleinen Lebensmittelladen oder vom Supermarkt bis in die Küche und dann auf den Tisch. Er fand dabei heraus, dass es in diesen Kanälen immer wieder kritische Momente gibt, in denen darüber entschieden wird, ob ein Nahrungsmittel den Weg Richtung Küche fortsetzen kann oder nicht. Die Auswahl, die Qualität, der Preis, die Vorlieben, der Hunger spielen dabei eine Rolle. Lewin nannte die Personen, die an kritischen Stellen über das weitere Schicksal der Ware entscheiden, Gatekeeper. Gemäß Lewin hängt viel von der Psychologie der Gatekeeper ab; der individuelle Einfluss ist also sehr wichtig." (Perrin, Wie Journalisten schreiben S.13).


 
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