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Als Veilchen bezeichne ich ein ...

Hier geht es nicht um die Blume, sondern um das Beispiel für Ding bei F. Mauthner und M. Heidegger

"Ein Veilchen ist kein Ding"Der Satz „Ein Veilchen ist kein Ding“ ist ein bekanntes Zitat des deutschen Philosophen Martin Heidegger. Er stammt aus seinem berühmten Vortrag „Das Ding“ (gehalten 1950) [1, 2].Heidegger unterscheidet in seiner Philosophie streng zwischen einem bloßen „Gegenstand“ (oder Objekt) und einem echten „Ding“ [3].Die Bedeutung des Zitats
Kein bloßer Gegenstand: Für Heidegger ist eine Blume wie das Veilchen ein lebendiges Phänomen der Natur. Sie wächst, blüht und vergeht. Man kann sie nicht einfach wie ein industriell hergestelltes Produkt (z. B. eine Schraube) betrachten.Das „Ding“ als Versammlung: Ein „Ding“ ist bei Heidegger etwas, das die Welt um sich herum „versammelt“. Ein klassisches Beispiel von ihm ist ein Krug: Er verbindet die Erde (den Ton), den Himmel (den Regen, der ihn füllt), die Sterblichen (die daraus trinken) und die Göttlichen (beim Trankopfer).Die Natur steht für sich: Das Veilchen entzieht sich dieser technologischen und nutzorientierten Einordnung. Es existiert in seiner eigenen, lebendigen Seinsweise.Möchten Sie tiefer in Heideggers Philosophie der Technik einsteigen oder interessiert Sie der genaue Vortragstext von 1950?


Der Satz „Ein Veilchen ist kein Ding“ ist ein bekanntes Zitat des deutschen Philosophen Martin Heidegger. Er stammt aus seinem berühmten Vortrag „Das Ding“ (gehalten 1950).
Heidegger unterscheidet in seiner Philosophie streng zwischen einem bloßen „Gegenstand“ (oder Objekt) und einem echten „Ding“.

Den Aufsatz von Heidegger habe ich, ich kann dort aber das Veilchen nicht finden

Also frage ich: zitiert Mauthner diese Veilchenstelle?
Nein, Fritz Mauthner zitiert Heidegger hierbei nicht. Chronologisch ist es genau umgekehrt: Martin Heidegger übernimmt das Veilchen-Beispiel sehr wahrscheinlich von Fritz Mauthner. [1, 2] Die historische und philosophische Verbindung zwischen den beiden stellt sich wie folgt dar: Chronologische Einordnung
Fritz Mauthner (1910/1923): Mauthner veröffentlichte sein „Wörterbuch der Philosophie“ weit vor Heideggers Vortrag. Im Eintrag zum Begriff „Gegenstand“ schreibt Mauthner wortwörtlich:
„Ein Veilchen nennen wir nie Gegenstand.“

Martin Heidegger (1950): Vier Jahrzehnte später greift Heidegger diesen Gedanken in seinem Vortrag „Das Ding“ auf. Bei ihm wird daraus der berühmte Satz: „Ein Veilchen ist kein Ding.“

Warum Heidegger den Satz umdrehte
Mauthner und Heidegger nutzen dieselbe Pflanze für eine völlig gegensätzliche Argumentation: Mauthners sprachkritischer Ansatz: Für Mauthner ist die Sprache unvollkommen. Wir nennen ein Veilchen deshalb nicht „Gegenstand“, weil ein Gegenstand für uns etwas Starres, Totes ist (wie eine Kiste, die uns im Weg steht). Die Natur entzieht sich für Mauthner diesem Begriff, weil das Wort „Gegenstand“ rein menschlich-technisch geprägt ist.

Heideggers seinsphilosophischer Ansatz: Heidegger radikalisiert dies. Ein Veilchen ist für ihn kein Gegenstand, aber eben auch kein Ding. Während Mauthner das „Ding“ und den „Gegenstand“ oft sprachlich vermengt, trennt Heidegger sie strikt: Ein Ding hat bei Heidegger eine metaphysische Funktion (es „versammelt“ die Welt). Ein Veilchen ist für Heidegger stattdessen ein Gewächs, ein reines Phänomen des Lebens, das sich beiden Kategorien entzieht.

Heidegger war Mauthners sprachkritische Arbeit nachweislich bekannt. Er hat das markante Beispiel des Veilchens bewusst entlehnt und für seine eigene Philosophie umgeformt.


 
[ wp ] [ 7. 7.26 ]