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Anders als Searle sehe ich den Unterschied, den Austin macht. |
Als rhetischen Akt bezeichne ich, dass etwas gesagt wird: Ich kann nicht sprechen, ohne etwas zu sagen ...
Ich kann "au" sagen, wenn ich Schmerz fühle, aber dabei spreche ich nicht.
Ein rhetischer Akt ist ein Begriff aus der Sprechakttheorie (Austin/Searle) und bezeichnet den Teil des Sprechakts, bei dem einer grammatikalisch korrekten Äusserung eine spezifische Bedeutung verliehen wird, indem sich der Sprecher auf etwas bezieht (Referenz) und etwas darüber aussagt (Prädikation), z.B. in „Peter ist krank“ wird auf „Peter“ Bezug genommen und ausgesagt, dass er „krank ist“ – dies ist der bedeutungstragende, semantische Teil des Sprechakts, der den phonetischen und phatischen Akt (Geräusche, Grammatik) übersteigt.
Detaillierte Erklärung
Definition: Der rhetische Akt ist die Erzeugung einer sinnvollen Aussage (Proposition) durch die Verknüpfung von Wörtern und Satzstrukturen, die auf die außersprachliche Welt verweisen.
Sprechakt-Zerlegung (nach Austin):
Phonetischer Akt: Die Produktion von Lauten (z.B. „p-e-t-e-r“).
Phatischer Akt: Die Äußerung folgt den Regeln einer Sprache (z.B. „Peter“ ist ein Substantiv, „ist krank“ eine Verbphrase).
Rhetischer Akt: Die Äußerung wird mit Bedeutung aufgeladen und bezieht sich auf etwas (z.B. auf eine konkrete Person namens Peter) und macht eine Aussage darüber (dass er krank ist).
Beispiel: Im Satz „Es zieht“: Der rhetische Akt besteht darin, dass die Äußerung als Aussage über einen Luftzug in einem bestimmten Raum verstanden wird.
Verhältnis zu anderen Begriffen:
Der rhetische Akt wird oft auch als propositionaler Akt (Searle) bezeichnet und ist ein Teil des gesamten Sprechakts, der auch die Illokution (Absicht) und Perlokution (Wirkung) umfasst.
Er ist die Brücke zwischen der reinen Lautproduktion (phonetischer Akt) und der eigentlichen Handlung (illokutionärer Akt)