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Heintz, Bettina: Die Herrschaft der Regel. Zur Grundlagengeschichte des Computers. Campus, Frankfurt 1993

579 Kritik:
Die Turing_Maschine wird vom Formalismus her entwickelt, statt von der wirklichen Maschine (Automat). Das Taylorargument entspricht ungefähr meinem!
Argumente:
S. 39 Konstruktivismusargument von Whitehead:
S. 51 Gödel: Ein formales System ist..
S.51 unten: Frage: wer oder was ist das System?
S. 167 E. Post Lit! (Verbindung Taylor - Turing)
S. 219 Was ist in FN 20 gemeint?
S. 242 Letzlich gibt es im Computer keine Symbole.. (Wohl nicht nur letztlich, sondern überhaupt!!) Im Computer sind Symbole repräsentiert (nein, eben nicht!)
S. 292 Menschen verhalten sich wie Maschinen!
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Über Turing: Turing hat mit seiner Arbeit überzeugend dargelegt, dass die Simulationsfähigkeit einer Maschine (beziehungsweise eines Computers) mit maschineller Intelligenz nichts zu tun hat. Er hat den Blick darauf gelenkt, dass nicht die Fähigkeiten der simulierenden Maschine das Entscheidenede sind, sondern das Verhalten der simulierten Menschen. Wann immer wir uns wie <> verhalten, sind wir auch durch Maschinen ersetzbar - das ist, von einem nichtmathematischen Standpunkt aus formuliert, die Kernaussage von Turings These. ... Nur weil menschliches Handeln unter bestimmten Bedingungen tatsächlich mechanischen Charakter hat, konnten überhaupt Maschinen entwickelt werden, die den Anschein machen, intelligent zu sein (NZZ, S. 69).
Heintz macht die Unterscheidung zwischen hergestellter und nicht-hergestellter Wirklichkeit nicht, wenn sie sagt: Gegenstand der Techniksoziologie sind (...) nicht technische Artefakte konkreter Art wie etwa Werkzeuge, Geräte, Maschinen, Apparate oder automatischen Anlagen, sondern algorithmische Prozesse. Im einen Fall sind sie durch Menschen realisiert, im andern Fall durch Maschinen. Auch das menschliche Verhalten von Fliessbandarbeitern in einer Fabrik gehört zum Gegenstandsbereich der Techniksoziologie, nicht nur die Maschinen, an denen sie arbeiten. Zumal, wie die Turingthese theoretisch besagt und die Computerisierung uns täglich praktisch vor Augen führt, Menschen, die rein mechanische Arbeit leisten, problemlos durch Maschinen ersetzbar sind (...) (258f). Menschen (die wir nicht hergestellt haben) können niemals durch Maschinen (die wir hergestellt haben) ersetzt werden. Was wir allenfalls ersetzen, wenn wir Maschinen an die Stelle der Menschen setzen, sind die Tätigkeiten, die die Menschen zuvor verrichteten.
Handeln, Turing Maschine, NZZ Nr. 75, 30.03.94