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	<title>Mmktagung - Benutzerbeiträge [de]</title>
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		<id>https://www.hyperkommunikation.ch/wiki/2009/index.php?title=AG4:_Psychische_Belastungen_im_Umgang_mit_IT&amp;diff=441</id>
		<title>AG4: Psychische Belastungen im Umgang mit IT</title>
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		<updated>2010-01-08T09:38:44Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;HD: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;'''Burn Out - Ursachen und Folgen'''&lt;br /&gt;
&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
Arbeitsbedingte psychische Belastungen und Erkrankungen nehmen epidemisch zu, vor allem bei qualifizierter Kopfarbeit, die lange als privilegiert angesehen wurde. Darunter fällt insbesondere auch die Arbeit in multifunktionalen IT-Entwicklungs- und -Beratungsteams, die eingehend auf ihre Belastungen untersucht wurden. Die Hauptursache für diesen Befund ist in der entgrenzten Natur und damit in den unausweichlichen Unsicherheiten und Überraschungen von Kopfarbeit zu suchen. Das macht eine angemessene Planung und Ressourcenbereitstellung im vorhinein unmöglich und führt meist zu ständiger Überforderung der Kopfarbeiter (oft noch verstärkt durch eigene Motivation). Aus Untersuchungen in IT-Entwicklungs- und -Beratungsprojekten auf der Basis des Konzepts der widersprüchlichen Arbeitsanforderungen – das im Arbeitsprozess Widersprüche und Ungleichgewichte zwischen gestellten Anforderungen, tatsächlich verfügbaren Ressourcen und eingespielten Routinen in den Blick nimmt – können Hinweise zur praktischen Verbesserung von Projektmanagement einerseits und individueller Bewältigungskompetenz andererseits gewonnen werden.&lt;br /&gt;
&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
Gestützt auf derartige Erkenntnisse, aber auch eigene Erlebnisse und Erfahrungen, soll in der Arbeitsgruppe den Fragen nachgegangen werden, was genau in der eigentlich doch positiv als herausfordernd empfundenen Arbeit die großen gesundheitlichen Risiken hervorruft und was sich dagegen tun lässt. &lt;br /&gt;
&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
Vertieft wird dies im [[Moderatorenpapier]] &lt;br /&gt;
&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Anregungen zum Vorgehen in der Arbeitsgruppe:'''&lt;br /&gt;
&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
•	Zu Beginn der Arbeit in der Gruppe mag es hilfreich sein, zunächst einmal eigene Erlebnisse und Erfahrungen mit hoch belasteter Kopfarbeit (in und außerhalb von Projekten) zu sammeln und nach Gemeinsamkeiten, Unterschieden oder Widersprüchen zu suchen.&lt;br /&gt;
&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
•	Ein besonderes Merkmal qualifizierter Kopfarbeit scheint ja zu sein, dass sie selbst oft (trotz aller Belastung) positiv als Herausforderung erlebt wird. So mag das Selbstverständnis selber noch die gesundheitlichen Risiken der Kopfarbeit zu verschärfen. Warum macht die so geliebte Arbeit krank?&lt;br /&gt;
&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
•	Zum Ende hin wäre sicherlich wünschenswert zusammenzutragen, was gegen die gesundheitlichen Risiken qualifizierter Kopfarbeit praktisch wirksam getan werden kann. Dabei wären die möglichen verschiedenen Handlungsebenen – individuelle Bewältigungskompetenz, soziale Beziehungen, Projektorganisation und -management – zu betrachten.&lt;br /&gt;
PsychBelastgenIT.pdf&lt;br /&gt;
&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
Einen Artikel mit Hintergrundinformation findest du hier: [http://www.mmk09.de/images/9/96/PsychBelastgenIT.pdf]&lt;br /&gt;
&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Abschlussbericht der Arbeitsgruppe: [http://www.mmk09.de/images/6/6a/MMK09-4Ergebnis-1-.pdf]''' &amp;lt;BR&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>HD</name></author>
		
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		<title>Datei:MMK09-4Ergebnis-1-.pdf</title>
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		<updated>2010-01-08T09:34:42Z</updated>

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		<title>AG3: Die Kraft der Sprache</title>
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		<updated>2010-01-08T09:27:41Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;HD: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;oder &lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;big&amp;gt;&amp;lt;b&amp;gt;Die digitale Dichtung&amp;lt;/b&amp;gt;&amp;lt;/big&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die Moderatoren ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Moderationspapier von Erhard Nullmeier]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Thesen von Hartmut Sörgel]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Teilnehmer ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Thesen von Rolf Todesco]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Ergänzende Kommentare von Erhard Nullmeier]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ergebnisse der Arbeitsgruppe ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Mmkbericht_AG_Kraft_der_Sprache.doc|Abschlussbericht von Erhard Nullmeier]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
Ergebnisse von Hartmut Sörgel: &lt;br /&gt;
[http://www.mmk09.de/images/2/26/Die_Kraft_der_Sprache.pdf]&lt;br /&gt;
&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----&lt;br /&gt;
 In Wikis wie diesem gibt es zu jeder Seite eine Diskussion, wir sollten sie benutzen&lt;/div&gt;</summary>
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		<id>https://www.hyperkommunikation.ch/wiki/2009/index.php?title=Datei:Die_Kraft_der_Sprache.pdf&amp;diff=438</id>
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		<updated>2010-01-08T09:26:48Z</updated>

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		<title>AG3: Die Kraft der Sprache</title>
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		<updated>2010-01-08T09:25:21Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;HD: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;oder &lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;big&amp;gt;&amp;lt;b&amp;gt;Die digitale Dichtung&amp;lt;/b&amp;gt;&amp;lt;/big&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die Moderatoren ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Moderationspapier von Erhard Nullmeier]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Thesen von Hartmut Sörgel]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Teilnehmer ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Thesen von Rolf Todesco]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Ergänzende Kommentare von Erhard Nullmeier]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ergebnisse der Arbeitsgruppe ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Mmkbericht_AG_Kraft_der_Sprache.doc|Abschlussbericht von Erhard Nullmeier]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
Ergebnisse von Hartmut Sörgel: &lt;br /&gt;
[http://www.mmk09.de/images/Die Kraft der Sprache.pdf]&lt;br /&gt;
&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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 In Wikis wie diesem gibt es zu jeder Seite eine Diskussion, wir sollten sie benutzen&lt;/div&gt;</summary>
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		<id>https://www.hyperkommunikation.ch/wiki/2009/index.php?title=Mmkbericht_AG_Kraft_der_Sprache.doc&amp;diff=436</id>
		<title>Mmkbericht AG Kraft der Sprache.doc</title>
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		<updated>2010-01-08T09:21:10Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;HD: Die Seite wurde neu angelegt: „'''Erhard Nullmeier''' 									 Dezember 2009  ''Kein Bericht!''  == Subjektive Anmerkungen zur AG „Die Kraft der Sprache – digitale Poesie“ bei der MMK 20...“&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;'''Erhard Nullmeier'''&lt;br /&gt;
									&lt;br /&gt;
Dezember 2009&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
''Kein Bericht!''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Subjektive Anmerkungen zur AG „Die Kraft der Sprache – digitale Poesie“ bei der MMK 2009 ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Teilnehmer: Thorsten Hasbargen, Hartmut Sörgel, Rolf Todesco und Erhard Nullmeier&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einen poetischen Einblick in das, was in der Gruppe besprochen wurde, gibt der Bericht von Hart-mut. Thorsten hat am Mittwoch unsere Arbeitsgruppenergebnisse in beeindruckender Art dargestellt – vielleicht gibt es den Text auch hier als Ergänzung!? Wir waren nur vier Personen, zwei Modera¬toren und zwei „sonstige“ Teilnehmer. Diese Rollen erwiesen sich schnell als unnötig bis hinderlich, so dass recht frei diskutiert wurde. Auch wurde – wie so häufig bei der MMK - auf die eingereich¬ten Beiträge kaum Bezug genommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit „diskutiert“ ist ein unsystematischer Gedanken- und Meinungsaustausch gemeint, da wir uns früh geeinigt haben, eher die Vielfalt der Meinungen und auch der – mehr oder weniger - poetischen  Äußerungen interessiert zur Kenntnis zu nehmen und erst gar nicht versuchen sollten, über irgend etwas eine Einigung zu erzielen. Dies erleichterte und erschwerte die Diskussion (falls man das so nennen darf) gleichzeitig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Beispiel: Hartmut bereicherte die Diskussion durch poetische Texte und auch eine vorbereitete Zeichnung. Wir alle fanden die Texte gut und bewunderten auch die Kreativität der Sprache, aber das führte (nur bei mir?) eher zum Innehalten/Unterbrechen der Diskussion als zur Klärung des Dis¬kutierten. Auch die Frage, was denn nun an Hartmuts Texten oder auch an den Äußerungen der an¬deren Teilnehmer „Poesie“ sei, hat mir „nicht wirklich“ geholfen – da wir keine Entscheidungskrite¬rien hatten, vielleicht gibt es die auch gar nicht. Die Zuschreibung des Begriffs „Poesie“ wird vom Hörer/Leser vorgenommen, nicht vom Ersteller des Textes – damit ist dann auch kein Widerspruch gegen diese Zuschreibung möglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sprache und die Kraft der Sprache wurden (fast) ausschließlich innerhalb der Mensch-Mensch-Kommunikation betrachtet.  „Geiz ist geil“ wurde von Thorsten mehrfach als kraftvolle Sprache in die Diskussion gebracht, die Kennzeichnung “poetisch“ hat er nicht verwendet (warum eigentlich nicht?); kraftvoll ist eine sprachliche Äußerung, wenn sie möglichst viele Menschen zu einer Handlung oder wenigstens zu einer bestimmten/beabsichtigten Einstellung bringt. Im Fall von Thorsten hat der Werbespruch allerdings eine eher negative Kraft erzeugt/gefördert. Handelt es sich dann auch um eine „kraftvolle“ sprachliche Äußerung? Bezieht sich die „Kraft der Sprache“ nur auf einzelne sprachliche Äußerungen?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Meta-Sprache (hat das „Meta“ hier etwas mit dem „Meta“ von Metapher zu tun?). Wie können wir über Sprache reden? Nur mit sprachlichen Mitteln, dann hätten wir eine Art von Rekursivität (hat das etwas mit Rekurs zu tun?). Sind Erkenntnisse über Sprache durch das „Denken und Reden mit Sprache“ eingeschränkt? Die Diskussion ging auf Chomsky und seine generative Grammatik ein, u.a. wie weit diese heute noch von den Linguisten akzeptiert wird. Gibt es gemeinsame Strukturen der Sprachen, sind diese angeboren usw.?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rolf hat mit Verweis auf den für ihn begeisternden (und erhellenden?) Anfang des Films „Odyssee 2000“, in dem eine Verbindung vom anfangs eher zufälligen Gebrauch von „Werkzeugen“ (nach meiner Erinnerung Knochen zum Einschlagen auf andere Menschen) zu Raketen für den Mondflug gezeigt wird. Die These daraus: Für den Bau von Werkzeugen ist Sprache notwendig, Sprache hat also kausale (und zeitliche) Priorität gegenüber dem Werkzeuggebrauch. Sprache wird hier nicht nur für die Kommunikation in arbeitsteiligen Prozessen benötigt (das würde wohl jeder akzeptie-ren), sondern der Bau einigermaßen komplexer Werkzeuge auch für einen einzelnen Menschen ist ohne Sprache nicht möglich. Wenn ich hier Rolfs Auffassung richtig wiedergegeben habe, würde ich die Priorisierung nicht so eindeutig sehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Lauf der Zeit kann sich ein Bedeutungswandel des Verhältnisses von Bezeichnungen zu Begrif-fen (als Abstraktion des Bezeichneten) einstellen. In Basel wurde (nach Rolf) empirisch ermittelt, dass die Bezeichnung „Esel“ nur noch in wenigen Fällen auf das Tier bezogen ist, weitaus häufiger auf Menschen. Auch „geil“ hatte in meiner Jugendzeit eine spezielle, eingeschränktere Bedeutung, nur „Geiz“ ist geblieben. Ist die Wandelbarkeit der Bedeutung oder sind Mehrfachbedeutungen  Zeichen kraftvoller Sprache?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hat Poesie etwas mit Metaphern zu tun? Durch den Gebrauch von Metaphern werden beim Leser/ Hörer Assoziationen erzeugt/geweckt, die zu verschiedenen Interpretationen des Textes führen . Dies könnte – in der zwischenmenschlichen Kommunikation – ein Aspekt der Kraft einer sprachlichen Äußerung und damit auch der Kraft der Sprache sein. Nun werden Metaphern in der Mensch-Maschine-Kommunikation ganz anders verwendet: der Nutzer soll – angelehnt an seine Alltagserfahrungen – eine möglichst exakte Vorstellung bekommen, welche Funktion der Maschine mit der Metapher verbunden ist.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ausführlicher wurde der Sprach- und Metaphergebrauch in den Naturwissenschaften, insbesondere in der Astronomie besprochen. Schwarze Löcher, Zwerge, Sternleichen, Todeskampf von Sternen... Dienen diese Bezeichnungen der Erkenntnis/Anschaulichkeit oder sind sie nur/vorwiegend gewählt worden, um ein größeres Publikum zu erreichen, zu faszinieren?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ähnlich auch bei Maschinen bzw. Computer/Rechner/Ordinateur....Für den „Computer“ wurden als Erklärungen der Mensch angeboten, der bestimmte Rechenoperationen ausführte, z.B. die Berech¬nung von Logarithmentafeln, oder etwas einfacher die Funktion des Rechnens. Im ersten fall wäre ein Mensch der Ursprung, im zweiten Fall eine Funktion (die von Menschen, aber auch von Ma¬schinen ausgeführt werden kann). Die französische Bezeichnung „Ordinateur“ diente m.W. vorwie¬gend der Abgrenzung gegen die „Amerikanisierung“ der Sprache.    &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine kurze Diskussion gab es über den „Turing-Test“. Turing hatte Anfang der 50er Jahre als Ent-scheidungskriterium, was Intelligenz sei, einen Test vorgeschlagen, in dem ein bestimmter Anteil von Menschen in einer bestimmten Zeit mit einer bestimmten Wahrscheinlichkeit die (damals zwangsläufig) textuellen „Äußerungen“ seines Gegenübers daraufhin beurteilen solle, ob dieses Ge¬genüber ein Mensch oder eine Maschine sei. Unabhängig davon, ob Maschinen diesen Test schon bestanden haben, irgendwann bestehen werden oder nie bestehen können, was sagt das zur Frage der „Kraft der Sprache“ aus? Wir hatten (meines Wissens) nicht erörtert, ob für sprachliche  Äuße¬rungen Intelligenz notwendig ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei meiner Nach-Weihnachtslektüre der „Atemschaukel“ von Herta Müller wurde Sprache auch als Hilfsmittel für das eigene Überleben in extremen Situationen, hier einem Arbeitslager, verwendet; nicht nur für die Kommunikation mit Anderen oder den Bau von komplexen Dingen wie z.B Werkzeugen. Bei den Worten der Großmutter bei der Deportation ins Lager „Ich weiß, Du kommst wieder“, kann ich das verstehen, bei vom Lagerinsassen selbst geprägten Wortschöpfungen wie „Atemschaukel“ und „Hungerengel“ fällt mir das schwerer – es ist aber sehr glaubwürdig darge¬stellt. Oder sind diese Begriffe erst im Roman entstanden?    &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Fazit: Es war interessant und anregend, mit so (!) unterschiedlichen Menschen zu kommunizieren. Mit dem Thema der Arbeitsgruppe müsste man sich mal ausführlich beschäftigen. Insofern das glei¬che Gefühl, das ich nach fast jeder MMK-Tagung habe und das mich (trotz schon mehrfacher zwi¬schenzeitlicher Frustration) immer wieder zur Teilnahme reizt.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>HD</name></author>
		
	</entry>
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		<title>AG3: Die Kraft der Sprache</title>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;HD: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;oder &lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;big&amp;gt;&amp;lt;b&amp;gt;Die digitale Dichtung&amp;lt;/b&amp;gt;&amp;lt;/big&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die Moderatoren ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Moderationspapier von Erhard Nullmeier]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Thesen von Hartmut Sörgel]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Teilnehmer ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Thesen von Rolf Todesco]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Ergänzende Kommentare von Erhard Nullmeier]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ergebnisse der Arbeitsgruppe ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Mmkbericht_AG_Kraft_der_Sprache.doc|Abschlussbericht von Erhard Nullmeier]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Ergänzende Kommentare von Erhard Nullmeier]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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 In Wikis wie diesem gibt es zu jeder Seite eine Diskussion, wir sollten sie benutzen&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>HD</name></author>
		
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.hyperkommunikation.ch/wiki/2009/index.php?title=Datei:Mmkbericht_AG_Kraft_der_Sprache.doc&amp;diff=434</id>
		<title>Datei:Mmkbericht AG Kraft der Sprache.doc</title>
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		<author><name>HD</name></author>
		
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		<title>AG3: Die Kraft der Sprache</title>
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		<updated>2010-01-08T09:12:01Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;HD: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;oder &lt;br /&gt;
&amp;lt;br&amp;gt;&amp;lt;big&amp;gt;&amp;lt;b&amp;gt;Die digitale Dichtung&amp;lt;/b&amp;gt;&amp;lt;/big&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die Moderatoren ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Moderationspapier von Erhard Nullmeier]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Thesen von Hartmut Sörgel]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Teilnehmer ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Thesen von Rolf Todesco]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Ergänzende Kommentare von Erhard Nullmeier]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ergebnisse der Arbeitsgruppe ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Abschlussbericht von Erhard Nullmeier]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Ergänzende Kommentare von Erhard Nullmeier]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----&lt;br /&gt;
 In Wikis wie diesem gibt es zu jeder Seite eine Diskussion, wir sollten sie benutzen&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>HD</name></author>
		
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	<entry>
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		<title>AG4: Psychische Belastungen im Umgang mit IT</title>
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		<updated>2009-11-03T10:20:41Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;HD: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;'''Burn Out - Ursachen und Folgen'''&lt;br /&gt;
&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
Arbeitsbedingte psychische Belastungen und Erkrankungen nehmen epidemisch zu, vor allem bei qualifizierter Kopfarbeit, die lange als privilegiert angesehen wurde. Darunter fällt insbesondere auch die Arbeit in multifunktionalen IT-Entwicklungs- und -Beratungsteams, die eingehend auf ihre Belastungen untersucht wurden. Die Hauptursache für diesen Befund ist in der entgrenzten Natur und damit in den unausweichlichen Unsicherheiten und Überraschungen von Kopfarbeit zu suchen. Das macht eine angemessene Planung und Ressourcenbereitstellung im vorhinein unmöglich und führt meist zu ständiger Überforderung der Kopfarbeiter (oft noch verstärkt durch eigene Motivation). Aus Untersuchungen in IT-Entwicklungs- und -Beratungsprojekten auf der Basis des Konzepts der widersprüchlichen Arbeitsanforderungen – das im Arbeitsprozess Widersprüche und Ungleichgewichte zwischen gestellten Anforderungen, tatsächlich verfügbaren Ressourcen und eingespielten Routinen in den Blick nimmt – können Hinweise zur praktischen Verbesserung von Projektmanagement einerseits und individueller Bewältigungskompetenz andererseits gewonnen werden.&lt;br /&gt;
&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
Gestützt auf derartige Erkenntnisse, aber auch eigene Erlebnisse und Erfahrungen, soll in der Arbeitsgruppe den Fragen nachgegangen werden, was genau in der eigentlich doch positiv als herausfordernd empfundenen Arbeit die großen gesundheitlichen Risiken hervorruft und was sich dagegen tun lässt. &lt;br /&gt;
&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
Vertieft wird dies im [[Moderatorenpapier]] &lt;br /&gt;
&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Anregungen zum Vorgehen in der Arbeitsgruppe:'''&lt;br /&gt;
&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
•	Zu Beginn der Arbeit in der Gruppe mag es hilfreich sein, zunächst einmal eigene Erlebnisse und Erfahrungen mit hoch belasteter Kopfarbeit (in und außerhalb von Projekten) zu sammeln und nach Gemeinsamkeiten, Unterschieden oder Widersprüchen zu suchen.&lt;br /&gt;
&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
•	Ein besonderes Merkmal qualifizierter Kopfarbeit scheint ja zu sein, dass sie selbst oft (trotz aller Belastung) positiv als Herausforderung erlebt wird. So mag das Selbstverständnis selber noch die gesundheitlichen Risiken der Kopfarbeit zu verschärfen. Warum macht die so geliebte Arbeit krank?&lt;br /&gt;
&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
•	Zum Ende hin wäre sicherlich wünschenswert zusammenzutragen, was gegen die gesundheitlichen Risiken qualifizierter Kopfarbeit praktisch wirksam getan werden kann. Dabei wären die möglichen verschiedenen Handlungsebenen – individuelle Bewältigungskompetenz, soziale Beziehungen, Projektorganisation und -management – zu betrachten.&lt;br /&gt;
PsychBelastgenIT.pdf&lt;br /&gt;
&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
Einen Artikel mit Hintergrundinformation findest du hier: [http://www.mmk09.de/images/9/96/PsychBelastgenIT.pdf]&lt;br /&gt;
&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
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		<author><name>HD</name></author>
		
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		<title>AG4: Psychische Belastungen im Umgang mit IT</title>
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		<updated>2009-11-03T10:18:22Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;HD: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;'''Burn Out - Ursachen und Folgen'''&lt;br /&gt;
&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
Arbeitsbedingte psychische Belastungen und Erkrankungen nehmen epidemisch zu, vor allem bei qualifizierter Kopfarbeit, die lange als privilegiert angesehen wurde. Darunter fällt insbesondere auch die Arbeit in multifunktionalen IT-Entwicklungs- und -Beratungsteams, die eingehend auf ihre Belastungen untersucht wurden. Die Hauptursache für diesen Befund ist in der entgrenzten Natur und damit in den unausweichlichen Unsicherheiten und Überraschungen von Kopfarbeit zu suchen. Das macht eine angemessene Planung und Ressourcenbereitstellung im vorhinein unmöglich und führt meist zu ständiger Überforderung der Kopfarbeiter (oft noch verstärkt durch eigene Motivation). Aus Untersuchungen in IT-Entwicklungs- und -Beratungsprojekten auf der Basis des Konzepts der widersprüchlichen Arbeitsanforderungen – das im Arbeitsprozess Widersprüche und Ungleichgewichte zwischen gestellten Anforderungen, tatsächlich verfügbaren Ressourcen und eingespielten Routinen in den Blick nimmt – können Hinweise zur praktischen Verbesserung von Projektmanagement einerseits und individueller Bewältigungskompetenz andererseits gewonnen werden.&lt;br /&gt;
&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
Gestützt auf derartige Erkenntnisse, aber auch eigene Erlebnisse und Erfahrungen, soll in der Arbeitsgruppe den Fragen nachgegangen werden, was genau in der eigentlich doch positiv als herausfordernd empfundenen Arbeit die großen gesundheitlichen Risiken hervorruft und was sich dagegen tun lässt. &lt;br /&gt;
&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
Vertieft wird dies im [[Moderatorenpapier]] &lt;br /&gt;
&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Anregungen zum Vorgehen in der Arbeitsgruppe:'''&lt;br /&gt;
&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
•	Zu Beginn der Arbeit in der Gruppe mag es hilfreich sein, zunächst einmal eigene Erlebnisse und Erfahrungen mit hoch belasteter Kopfarbeit (in und außerhalb von Projekten) zu sammeln und nach Gemeinsamkeiten, Unterschieden oder Widersprüchen zu suchen.&lt;br /&gt;
&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
•	Ein besonderes Merkmal qualifizierter Kopfarbeit scheint ja zu sein, dass sie selbst oft (trotz aller Belastung) positiv als Herausforderung erlebt wird. So mag das Selbstverständnis selber noch die gesundheitlichen Risiken der Kopfarbeit zu verschärfen. Warum macht die so geliebte Arbeit krank?&lt;br /&gt;
&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
•	Zum Ende hin wäre sicherlich wünschenswert zusammenzutragen, was gegen die gesundheitlichen Risiken qualifizierter Kopfarbeit praktisch wirksam getan werden kann. Dabei wären die möglichen verschiedenen Handlungsebenen – individuelle Bewältigungskompetenz, soziale Beziehungen, Projektorganisation und -management – zu betrachten.&lt;br /&gt;
PsychBelastgenIT.pdf&lt;br /&gt;
&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
Weitere Hintergrundinformation findest du hier: [http://www.mmk09.de/images/9/96/PsychBelastgenIT.pdf]&lt;br /&gt;
&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
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		<title>AG4: Psychische Belastungen im Umgang mit IT</title>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;HD: &lt;/p&gt;
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&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
Arbeitsbedingte psychische Belastungen und Erkrankungen nehmen epidemisch zu, vor allem bei qualifizierter Kopfarbeit, die lange als privilegiert angesehen wurde. Darunter fällt insbesondere auch die Arbeit in multifunktionalen IT-Entwicklungs- und -Beratungsteams, die eingehend auf ihre Belastungen untersucht wurden. Die Hauptursache für diesen Befund ist in der entgrenzten Natur und damit in den unausweichlichen Unsicherheiten und Überraschungen von Kopfarbeit zu suchen. Das macht eine angemessene Planung und Ressourcenbereitstellung im vorhinein unmöglich und führt meist zu ständiger Überforderung der Kopfarbeiter (oft noch verstärkt durch eigene Motivation). Aus Untersuchungen in IT-Entwicklungs- und -Beratungsprojekten auf der Basis des Konzepts der widersprüchlichen Arbeitsanforderungen – das im Arbeitsprozess Widersprüche und Ungleichgewichte zwischen gestellten Anforderungen, tatsächlich verfügbaren Ressourcen und eingespielten Routinen in den Blick nimmt – können Hinweise zur praktischen Verbesserung von Projektmanagement einerseits und individueller Bewältigungskompetenz andererseits gewonnen werden.&lt;br /&gt;
&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
Gestützt auf derartige Erkenntnisse, aber auch eigene Erlebnisse und Erfahrungen, soll in der Arbeitsgruppe den Fragen nachgegangen werden, was genau in der eigentlich doch positiv als herausfordernd empfundenen Arbeit die großen gesundheitlichen Risiken hervorruft und was sich dagegen tun lässt. &lt;br /&gt;
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Vertieft wird dies im [[Moderatorenpapier]] &lt;br /&gt;
&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
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'''Anregungen zum Vorgehen in der Arbeitsgruppe:'''&lt;br /&gt;
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•	Zu Beginn der Arbeit in der Gruppe mag es hilfreich sein, zunächst einmal eigene Erlebnisse und Erfahrungen mit hoch belasteter Kopfarbeit (in und außerhalb von Projekten) zu sammeln und nach Gemeinsamkeiten, Unterschieden oder Widersprüchen zu suchen.&lt;br /&gt;
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•	Ein besonderes Merkmal qualifizierter Kopfarbeit scheint ja zu sein, dass sie selbst oft (trotz aller Belastung) positiv als Herausforderung erlebt wird. So mag das Selbstverständnis selber noch die gesundheitlichen Risiken der Kopfarbeit zu verschärfen. Warum macht die so geliebte Arbeit krank?&lt;br /&gt;
&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
•	Zum Ende hin wäre sicherlich wünschenswert zusammenzutragen, was gegen die gesundheitlichen Risiken qualifizierter Kopfarbeit praktisch wirksam getan werden kann. Dabei wären die möglichen verschiedenen Handlungsebenen – individuelle Bewältigungskompetenz, soziale Beziehungen, Projektorganisation und -management – zu betrachten.&lt;br /&gt;
PsychBelastgenIT.pdf&lt;br /&gt;
&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
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Weitere Hintergrundinformation findest du hier:[http://www.mmk09.de/images/0/08/PsychBelastgenIT.pdf]&lt;br /&gt;
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		<title>AG4: Psychische Belastungen im Umgang mit IT</title>
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		<updated>2009-11-03T10:07:03Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;HD: &lt;/p&gt;
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Arbeitsbedingte psychische Belastungen und Erkrankungen nehmen epidemisch zu, vor allem bei qualifizierter Kopfarbeit, die lange als privilegiert angesehen wurde. Darunter fällt insbesondere auch die Arbeit in multifunktionalen IT-Entwicklungs- und -Beratungsteams, die eingehend auf ihre Belastungen untersucht wurden. Die Hauptursache für diesen Befund ist in der entgrenzten Natur und damit in den unausweichlichen Unsicherheiten und Überraschungen von Kopfarbeit zu suchen. Das macht eine angemessene Planung und Ressourcenbereitstellung im vorhinein unmöglich und führt meist zu ständiger Überforderung der Kopfarbeiter (oft noch verstärkt durch eigene Motivation). Aus Untersuchungen in IT-Entwicklungs- und -Beratungsprojekten auf der Basis des Konzepts der widersprüchlichen Arbeitsanforderungen – das im Arbeitsprozess Widersprüche und Ungleichgewichte zwischen gestellten Anforderungen, tatsächlich verfügbaren Ressourcen und eingespielten Routinen in den Blick nimmt – können Hinweise zur praktischen Verbesserung von Projektmanagement einerseits und individueller Bewältigungskompetenz andererseits gewonnen werden.&lt;br /&gt;
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Gestützt auf derartige Erkenntnisse, aber auch eigene Erlebnisse und Erfahrungen, soll in der Arbeitsgruppe den Fragen nachgegangen werden, was genau in der eigentlich doch positiv als herausfordernd empfundenen Arbeit die großen gesundheitlichen Risiken hervorruft und was sich dagegen tun lässt. &lt;br /&gt;
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Vertieft wird dies im [[Moderatorenpapier]] &lt;br /&gt;
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•	Zu Beginn der Arbeit in der Gruppe mag es hilfreich sein, zunächst einmal eigene Erlebnisse und Erfahrungen mit hoch belasteter Kopfarbeit (in und außerhalb von Projekten) zu sammeln und nach Gemeinsamkeiten, Unterschieden oder Widersprüchen zu suchen.&lt;br /&gt;
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•	Zum Ende hin wäre sicherlich wünschenswert zusammenzutragen, was gegen die gesundheitlichen Risiken qualifizierter Kopfarbeit praktisch wirksam getan werden kann. Dabei wären die möglichen verschiedenen Handlungsebenen – individuelle Bewältigungskompetenz, soziale Beziehungen, Projektorganisation und -management – zu betrachten.&lt;br /&gt;
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Weitere Hintergrundinformation findest du hier:[[Heise Artikel:PsychBelastgenIT.pdf|PsychBelastgenIT]]&lt;br /&gt;
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		<summary type="html">&lt;p&gt;HD: &lt;/p&gt;
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Arbeitsbedingte psychische Belastungen und Erkrankungen nehmen epidemisch zu, vor allem bei qualifizierter Kopfarbeit, die lange als privilegiert angesehen wurde. Darunter fällt insbesondere auch die Arbeit in multifunktionalen IT-Entwicklungs- und -Beratungsteams, die eingehend auf ihre Belastungen untersucht wurden. Die Hauptursache für diesen Befund ist in der entgrenzten Natur und damit in den unausweichlichen Unsicherheiten und Überraschungen von Kopfarbeit zu suchen. Das macht eine angemessene Planung und Ressourcenbereitstellung im vorhinein unmöglich und führt meist zu ständiger Überforderung der Kopfarbeiter (oft noch verstärkt durch eigene Motivation). Aus Untersuchungen in IT-Entwicklungs- und -Beratungsprojekten auf der Basis des Konzepts der widersprüchlichen Arbeitsanforderungen – das im Arbeitsprozess Widersprüche und Ungleichgewichte zwischen gestellten Anforderungen, tatsächlich verfügbaren Ressourcen und eingespielten Routinen in den Blick nimmt – können Hinweise zur praktischen Verbesserung von Projektmanagement einerseits und individueller Bewältigungskompetenz andererseits gewonnen werden.&lt;br /&gt;
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Gestützt auf derartige Erkenntnisse, aber auch eigene Erlebnisse und Erfahrungen, soll in der Arbeitsgruppe den Fragen nachgegangen werden, was genau in der eigentlich doch positiv als herausfordernd empfundenen Arbeit die großen gesundheitlichen Risiken hervorruft und was sich dagegen tun lässt. &lt;br /&gt;
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Vertieft wird dies im [[Moderatorenpapier]] &lt;br /&gt;
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'''Anregungen zum Vorgehen in der Arbeitsgruppe:'''&lt;br /&gt;
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•	Zu Beginn der Arbeit in der Gruppe mag es hilfreich sein, zunächst einmal eigene Erlebnisse und Erfahrungen mit hoch belasteter Kopfarbeit (in und außerhalb von Projekten) zu sammeln und nach Gemeinsamkeiten, Unterschieden oder Widersprüchen zu suchen.&lt;br /&gt;
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•	Zum Ende hin wäre sicherlich wünschenswert zusammenzutragen, was gegen die gesundheitlichen Risiken qualifizierter Kopfarbeit praktisch wirksam getan werden kann. Dabei wären die möglichen verschiedenen Handlungsebenen – individuelle Bewältigungskompetenz, soziale Beziehungen, Projektorganisation und -management – zu betrachten.&lt;br /&gt;
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Vertieft wird dies im [[[PsychBelastgenIT.pdf]]&lt;br /&gt;
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		<author><name>HD</name></author>
		
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		<title>AG4: Psychische Belastungen im Umgang mit IT</title>
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		<updated>2009-11-03T08:46:58Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;HD: &lt;/p&gt;
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Arbeitsbedingte psychische Belastungen und Erkrankungen nehmen epidemisch zu, vor allem bei qualifizierter Kopfarbeit, die lange als privilegiert angesehen wurde. Darunter fällt insbesondere auch die Arbeit in multifunktionalen IT-Entwicklungs- und -Beratungsteams, die eingehend auf ihre Belastungen untersucht wurden. Die Hauptursache für diesen Befund ist in der entgrenzten Natur und damit in den unausweichlichen Unsicherheiten und Überraschungen von Kopfarbeit zu suchen. Das macht eine angemessene Planung und Ressourcenbereitstellung im vorhinein unmöglich und führt meist zu ständiger Überforderung der Kopfarbeiter (oft noch verstärkt durch eigene Motivation). Aus Untersuchungen in IT-Entwicklungs- und -Beratungsprojekten auf der Basis des Konzepts der widersprüchlichen Arbeitsanforderungen – das im Arbeitsprozess Widersprüche und Ungleichgewichte zwischen gestellten Anforderungen, tatsächlich verfügbaren Ressourcen und eingespielten Routinen in den Blick nimmt – können Hinweise zur praktischen Verbesserung von Projektmanagement einerseits und individueller Bewältigungskompetenz andererseits gewonnen werden.&lt;br /&gt;
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Gestützt auf derartige Erkenntnisse, aber auch eigene Erlebnisse und Erfahrungen, soll in der Arbeitsgruppe den Fragen nachgegangen werden, was genau in der eigentlich doch positiv als herausfordernd empfundenen Arbeit die großen gesundheitlichen Risiken hervorruft und was sich dagegen tun lässt. &lt;br /&gt;
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'''Anregungen zum Vorgehen in der Arbeitsgruppe:'''&lt;br /&gt;
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•	Zum Ende hin wäre sicherlich wünschenswert zusammenzutragen, was gegen die gesundheitlichen Risiken qualifizierter Kopfarbeit praktisch wirksam getan werden kann. Dabei wären die möglichen verschiedenen Handlungsebenen – individuelle Bewältigungskompetenz, soziale Beziehungen, Projektorganisation und -management – zu betrachten.&lt;br /&gt;
PsychBelastgenIT.pdf&lt;br /&gt;
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Vertieft wird dies im [[PsychBelastgenIT.pdf]] &lt;br /&gt;
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		<author><name>HD</name></author>
		
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		<title>AG2:Nieder mit IT</title>
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		<updated>2009-10-28T15:35:23Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;HD: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Gunter Dubrau, Sebastian Lindner&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Perzeption ==&lt;br /&gt;
'''YouTube'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- http://www.youtube.com/watch?v=xTorchdVl5c&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- http://www.youtube.com/watch?v=z_bAWWYAsU8&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Internet-Recherche &amp;quot;Rückbau IT&amp;quot; '''&lt;br /&gt;
Synonyme Schlagworte&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- Industrierückbau - Europaweit&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- Rückbau der IT-Verkabelung - IT-Grundschutz-Kataloge&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- selektiver Rückbau, kontrollierter Rückbau&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- Rückbau eines Versuchsreaktors&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bisherige MMK-Aktivitäten im Umfeld dieser AG ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Leben und Arbeiten ohne Computer ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Katrin Floegel &amp;amp; Ulrich Riehm, http://www.itas.fzk.de/deu/Itaslit/rifl00a.htm &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Interessante Zitate:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- &amp;quot;Computer den Menschen bei ihren Aufgaben wirklich unterstützen und ihnen helfen, ihre Probleme zu lösen. Gab es dabei Fortschritte? Zweifel sind angebracht. &amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- &amp;quot;Nutzungsentscheidungen bewusst machen&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- &amp;quot;Die Absage an eine bestimmte Technologie und ihre Nutzung ist nichts Neues&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- &amp;quot;Die William Woods University in den USA gibt den Neuanfängern einen Rabatt von 5.000 US-Dollar, &amp;quot;who turn off their computers and log on to life&amp;quot;.&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- &amp;quot;Die Internet-Forscher von &amp;quot;Cyber Dialogue&amp;quot; fanden heraus, dass im September 1999 bereits 27,7 Millionen Erwachsene aufgehört hätten, das Internet zu nutzen&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- &amp;quot;Dieses grenzenlose Nutzungspotential macht es schwer, gute Nutzungsentscheidungen zu treffen.&amp;quot;&lt;br /&gt;
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- &amp;quot;Computereinsatz impliziert fast immer eine Re-Organisation von Arbeitsabläufen&amp;quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
- &amp;quot;Computer ... bedürfen der kontinuierlichen Pflege ... Das macht den kurzfristigen Wechsel ... problematisch.&amp;quot;&lt;br /&gt;
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=== Sind noch weitere bekannt ? ===&lt;br /&gt;
- ???&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Entwurf einer Workshop-Agenda ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
# Vorstellung und Motivation&lt;br /&gt;
# [[Assoziative Ideenfindung]]&lt;br /&gt;
# Einordnung bekannter Beispiele&lt;br /&gt;
# Rückbau-Pattern&lt;br /&gt;
# Vorbereitung Präsenation&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Detailierte Agenda AG2]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weitere Notizen ==&lt;br /&gt;
# Umkehrung des Geis'sche Prinzip: Nur zweifelsfreie Dinge belassen, den Rest streichen&lt;br /&gt;
# Trägheit der Masse (an IT)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== AG-Teilnahme ==&lt;br /&gt;
# Bringt bitte Beispiele mit, wo Rückbau von IT gelungen ist, entweder aus dem privaten oder aus dem beruflichem Umfeld&lt;br /&gt;
# Recherchiert nach Rückbau-Szenarien und bringt die Quellen mit&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Moderatoren ==&lt;br /&gt;
# Gunter Dubrau, 0173 364 8243, gunter@dubrau.de&lt;br /&gt;
# Seabatian Lindner, sebastian.lindner@online.de&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
--[[Benutzer:ModAG3|Dr.-Ing. Gunter Dubrau]] 11:17, 13. Mai 2009 (UTC)&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>HD</name></author>
		
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.hyperkommunikation.ch/wiki/2009/index.php?title=Arbeitsgruppen&amp;diff=418</id>
		<title>Arbeitsgruppen</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.hyperkommunikation.ch/wiki/2009/index.php?title=Arbeitsgruppen&amp;diff=418"/>
		<updated>2009-10-28T15:32:42Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;HD: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;== Arbeitsgruppen MMK09 ==&lt;br /&gt;
[[AG1: Weisheit des Augenblicks]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
Über Echzeitabhängigkeiten von Entscheidungsprozessen&lt;br /&gt;
&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
Sabine Graeser, Rainer Groh&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[AG2:Nieder mit IT]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
Rückbau von elektronischen Straßen&lt;br /&gt;
&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
Gunter Dubrau, Sebastian Lindner&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[AG3: Die Kraft der Sprache]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
Hartmut Sörgel, Erhard Nullmeier&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[AG4: Psychische Belastungen im Umgang mit IT]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
Burn Out - Ursachen und Folgen&lt;br /&gt;
&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
Peter Brödner, Dietmar Hennig&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>HD</name></author>
		
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.hyperkommunikation.ch/wiki/2009/index.php?title=Thesen_von_Hartmut_S%C3%B6rgel&amp;diff=376</id>
		<title>Thesen von Hartmut Sörgel</title>
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		<updated>2009-09-18T06:54:37Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;HD: Die Seite wurde neu angelegt: „== Hartmut Sörgel == &amp;lt;BR&amp;gt;  '''Thesen im ersten Teil kurz'''  im zweiten lang 1. Thesen kurz 1.1. Was ist Poesie Sprache spiegelt uns und unsere Sicht auf die Wel...“&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;== Hartmut Sörgel ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Thesen im ersten Teil kurz'''&lt;br /&gt;
 im zweiten lang&lt;br /&gt;
1. Thesen kurz&lt;br /&gt;
1.1. Was ist Poesie&lt;br /&gt;
Sprache spiegelt uns und unsere Sicht auf die Welt virtuell &lt;br /&gt;
und poetisch, denn wir sehen sie, als würden sie unsere Sinne erfinden.&lt;br /&gt;
Die Spiegelneuronen tragen uns in das, was wir wahrnehmen.&lt;br /&gt;
Und wir erfinden Metaphern, es teilnehmend zu beschreiben.&lt;br /&gt;
Poesie entsteht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1.2. Drei Stufen sprachlicher Techniken&lt;br /&gt;
Zuerst war Sprache nur mündlich, dann entstand aus Bildern die Schrift,&lt;br /&gt;
und jetzt erleben wir die dritte Stufe, ihre Digitalisierung.&lt;br /&gt;
Grundlage bleibt immer die mündliche Technik, die nächsten Stufen&lt;br /&gt;
eröffnen aber neue Möglichkeiten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1.3. Poesie ins Netz&lt;br /&gt;
Die digitale Poesie fängt gerade an und ist wie der Computer noch ein kleines Kind,&lt;br /&gt;
das Gehen lernt. Doch in aller Welt stellen sowohl Einzelpersonen als auch&lt;br /&gt;
Organisationen poetische Texte ins Netz.&lt;br /&gt;
Soviel, dass man nur einen winzigen Bruchteil davon mitbekommen kann,&lt;br /&gt;
Und es wird täglich mehr.&lt;br /&gt;
1.4. Poesie im unendlichen Augenblick&lt;br /&gt;
Schrift verewigt den Augenblick. Das Netz, als vergäße es Raum und Zeit,&lt;br /&gt;
macht ihn weltweit&lt;br /&gt;
 Das Netz ist immer und überall gleichzeitig&lt;br /&gt;
   Was wird aus Origo und Deixis?&lt;br /&gt;
   Bleiben Zeit und Raum und das Egozentrum (Origo) wie früher?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1.5. Neue Spielwiesen&lt;br /&gt;
entstehen im Netz für Verbindung und Austausch&lt;br /&gt;
zwischen verschiedenen Gebieten, zum Beispiel Technik,&lt;br /&gt;
Wissenschaft und Kunst &lt;br /&gt;
Aber auch der Kriminalität&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
  1.6. Zukunft&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
            Ich schreibe ein Gedicht &lt;br /&gt;
              Der Bildschirm spuckt mir Reime ins Gesicht&lt;br /&gt;
     Danach erkennt mich selbst mein Spiegel nicht&lt;br /&gt;
       Er sieht mich als vernetzte Wörter dicht an dicht&lt;br /&gt;
          und ist nur noch auf schönen Reim erpicht&lt;br /&gt;
2. Thesen lang&lt;br /&gt;
2.1. Was ist Poesie&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ursprung der Sprache war der Austausch &lt;br /&gt;
      der Gefühle, Stimmungen, Gedanken...&lt;br /&gt;
        das Mitschwingen mit dem und den Anderen&lt;br /&gt;
         mit Liebsten, Verwandten, Kindern, Freunden, Feinden, Fremden...&lt;br /&gt;
                das Mit- und Gegeneinander, das Gegenüber &lt;br /&gt;
                 Die Spiegelneuronen lassen uns mitempfinden&lt;br /&gt;
                   was andere tun                                      &lt;br /&gt;
                und teilnehmen an den Handlungen der Gemeinschaft&lt;br /&gt;
              ja sogar der ganzen Umwelt &lt;br /&gt;
               ein Zusammenspiel der Sinne  &lt;br /&gt;
                Gestik, Mimik, Bewegungen, Duft, Geschmack&lt;br /&gt;
                   Der Klang der Stimme, Betonungen der Wörter, der Satzmelodie&lt;br /&gt;
                    oder Prosodie (von gr. pros odi = zum Gesang)                    &lt;br /&gt;
                   &lt;br /&gt;
                   Die Wörter springen auf die Zunge,                      &lt;br /&gt;
                 in den Augenblicken des Gesprächs&lt;br /&gt;
                 Und auch die Dinge um uns betrachten wir&lt;br /&gt;
              als gehörten sie dazu&lt;br /&gt;
              und zwar so, als stünden wir immer &lt;br /&gt;
             im Mittelpunkt von Raum und Zeit&lt;br /&gt;
             (Karl Bühler nannte diesen Mittelpunkt des Sprechers ´Origo´)&lt;br /&gt;
              oder versetzen uns in andere oder anderes&lt;br /&gt;
              so dass der Mittelpunkt dorthin wandert.             &lt;br /&gt;
             &lt;br /&gt;
             Dadurch wird die Welt um uns &lt;br /&gt;
             die Umgebung gut und schlecht, &lt;br /&gt;
               lieb und tröstend, gefährlich und...    &lt;br /&gt;
               als lebte sie&lt;br /&gt;
                Wetter, Wolkenlandschaften    &lt;br /&gt;
                 Farben, Elementarteilchen, Zahlen, das Universum...&lt;br /&gt;
                 Wir beschreiben und erklären sie &lt;br /&gt;
                   mit menschlichen Begriffen und Metaphern &lt;br /&gt;
                   Zum Beispiel blüht am Fuße des Berges Augentrost&lt;br /&gt;
                    und bittersüßer Nachtschatten&lt;br /&gt;
                    Tränende Herzen sah ich gestern&lt;br /&gt;
                     und tauchte in die “...Landschaft der Stringtheorie,&lt;br /&gt;
                     geformt durch Berge und Täler, Mulden und Rinnen.”&lt;br /&gt;
                    (Aus: Dieter Lüst: Ist die Stringtheorie noch eine Wissenschaft?&lt;br /&gt;
                     in Spektrum der Wissenschaft, 05/09, S.37)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
                Wir sehen und sprechen poetisch.&lt;br /&gt;
           Seht mich doch an:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
         Ein Witz&lt;br /&gt;
                Ein Gedicht&lt;br /&gt;
                  mein Gesicht&lt;br /&gt;
                    im Licht&lt;br /&gt;
                         Ein Blitz&lt;br /&gt;
                                   &lt;br /&gt;
                                    Grün und blau&lt;br /&gt;
                                        kräht der Pfau&lt;br /&gt;
                                      aus meinem Kopf&lt;br /&gt;
                                    der bunte Tropf&lt;br /&gt;
                                    und lacht                                &lt;br /&gt;
                              Donner kracht&lt;br /&gt;
                     &lt;br /&gt;
Ein solcher Text lässt viele Landschaften entstehen.&lt;br /&gt;
So wie das Spiel der Strings, der Saiten, &lt;br /&gt;
vielleicht 101000 verschiedene Welten erzeugt, (falls die Theorie stimmt)&lt;br /&gt;
mehr als das All Atome enthält,&lt;br /&gt;
oder sogar unendlich viele Universen&lt;br /&gt;
Ähnlich werden Laute Wörter und diese unendlich viele Texte.&lt;br /&gt;
Und jeder eine Welt für sich.&lt;br /&gt;
Noam Chomsky sagt:&lt;br /&gt;
´Von jetzt ab werde ich unter einer Sprache eine (endliche oder unendliche)&lt;br /&gt;
Menge von Sätzen verstehen, jeder endlich in seiner Länge und konstruiert&lt;br /&gt;
aus einer endlichen Menge von Elementen.´&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2.2. Drei Stufen sprachlicher Techniken            &lt;br /&gt;
Die Sprache sprach zuerst mündlich, dann lernte sie aus Bildern &lt;br /&gt;
das lautlose Sprechen, die Schrift, und probierte ihre Möglichkeiten.&lt;br /&gt;
Bücher speichern Texte und Sprachen und können immer wieder mündlich werden.&lt;br /&gt;
Auch das Bild lebt weiter in der Schrift, in Schriftarten,&lt;br /&gt;
in Kalligrafie und visueller Poesie.&lt;br /&gt;
Und jetzt nutzt sie den Computer und seine digitalen Fähigkeiten.&lt;br /&gt;
Was ist das?&lt;br /&gt;
Textautomaten?&lt;br /&gt;
Die zum Beispiel daraus Tex tau tomaten machen.&lt;br /&gt;
 Und noch viel mehr?&lt;br /&gt;
Anagrammprogramme bietet das Internet an&lt;br /&gt;
Also künstliche Kunst- Texte?&lt;br /&gt;
Es gibt aber auch interaktive Seiten, Hypertexte, literarische Salons...&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2.3. Poesie ins Netz&lt;br /&gt;
Zwei Seiten eine deutsche und eine in spanisch als Beispiel:&lt;br /&gt;
http://www.poetasdelmundo.com&lt;br /&gt;
http://www.lyrikline.org/index.php?id=51&amp;amp;L=0&lt;br /&gt;
Und auch meine Texte zur letzten MMK in Gelsenkirchen&lt;br /&gt;
und noch mehr stehen im Netz&lt;br /&gt;
http://www.informatik.uni-hamburg.de/bib/soergel/Texte/Ursprung.html&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
                          Gefangen im Netz&lt;br /&gt;
                           Ich kann die Augen nicht schließen			&lt;br /&gt;
              	             Sie schauen und beobachten									       Sie sehen Poesie	                             &lt;br /&gt;
				 Ihre Energie verführt	&lt;br /&gt;
                 Gestern morgen flog ein Eisvogel über den See&lt;br /&gt;
             Der Irrgarten versank																						&lt;br /&gt;
                                          Eisvogel?	&lt;br /&gt;
                                                     Hier?								                                  über dem See?		&lt;br /&gt;
                                                Im Text!             &lt;br /&gt;
                                                     Ich bin der Text	&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
                                 ich füttere sie tag und nacht&lt;br /&gt;
                            die unersättliche&lt;br /&gt;
                                           und nachher, &lt;br /&gt;
                                                      ja kuckuck&lt;br /&gt;
                                                                        weg ist sie&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
                                                            zum &lt;br /&gt;
                                                kuckuck!&lt;br /&gt;
                                         nochmal!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2.4. Poesie im unendlichen Augenblick&lt;br /&gt;
    weltweit und immer abruf- oder auch hörbar&lt;br /&gt;
    in vielen Sprachen&lt;br /&gt;
    Mehr als man lesen kann&lt;br /&gt;
   Kurze Texte besser lesbar auf dem Bildschirm als lange&lt;br /&gt;
   Durcheinander gut und schlecht&lt;br /&gt;
   Leser entscheiden selbst was sie lesen&lt;br /&gt;
   Unterschied zu lebendigem Gegenüber&lt;br /&gt;
   Gestik und Mimik fehlen, aber die Schrift wird lebendig.&lt;br /&gt;
   Sie bewegt sich, zerfällt in Buchstaben, färbt sich, &lt;br /&gt;
   Und auch die Prosodie kommt zu Wort durch hörbare Texte.&lt;br /&gt;
   Seiten anderer Kulturen immer präsent&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
   2.5. Neue Spielwiesen&lt;br /&gt;
   Wissenschaft und Dichtung&lt;br /&gt;
   Künstler werden immer öfter zu wissenschaftlichen Tagungen eingeladen,&lt;br /&gt;
   denn sie und ihre Arbeiten regen neue Gedanken an.&lt;br /&gt;
   Werden Wissenschaftler, oder alle Menschen Dichter, Maler, Komponisten...?&lt;br /&gt;
   Tragen sie ihre Entdeckungen als visuelle und Laut- Poesie  vor?&lt;br /&gt;
   &lt;br /&gt;
   Im Netz ist jeder unabhängig von Verlagen&lt;br /&gt;
   und kann selber Seiten gestalten&lt;br /&gt;
   Es gibt  Blogs, Foren und&lt;br /&gt;
  literarische Salons leben wieder auf&lt;br /&gt;
  Teilnahme  meist kostenlos&lt;br /&gt;
   &lt;br /&gt;
   Die Kraft der Sprache lebt auch im zeitverzögerten ´Gespräch´&lt;br /&gt;
   Wenn ich Gedichte einstelle und kommentiere&lt;br /&gt;
   oder meine Stimme ins Netz stelle&lt;br /&gt;
  und vielleicht nach Tagen ein Echo mich erreicht&lt;br /&gt;
   Das Netz ist immer und überall gleichzeitig&lt;br /&gt;
   Was wird aus Origo und Deixis?&lt;br /&gt;
   Bleiben Zeit und Raum und das Egozentrum (Origo) wie früher?&lt;br /&gt;
    Computerpoesie und digitale Literatur&lt;br /&gt;
       Hyper- bzw. Netztext im World Wide Web. &lt;br /&gt;
         werden täglich mehr&lt;br /&gt;
            Sie können sich bewegen&lt;br /&gt;
              leuchten im Licht der Pixel&lt;br /&gt;
                sind oft interaktiv und multimedial&lt;br /&gt;
                  Von irgendwo auf der Erde kann sie irgendwer&lt;br /&gt;
                      lesen und vielleicht weiterschreiben&lt;br /&gt;
                        Sie fragen und antworten&lt;br /&gt;
                          Sie sind flüchtig und gleichzeitig überall&lt;br /&gt;
                               Sie tanzen verändern sich zerbrechen,&lt;br /&gt;
                                     versetzen sich in Sätze oder werden Bilder&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber auch die Kriminalität&lt;br /&gt;
    Gefangen im Netz&lt;br /&gt;
       rausgefischt, geklaut&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Text entsteht und verlöscht &lt;br /&gt;
schreibt sich neu und wird Gestalt&lt;br /&gt;
Er spaltet sich in einen virtuellen Programmcode/Matrix &lt;br /&gt;
und einen Bildschirmtext im Augenblick  &lt;br /&gt;
den die Maschine schreibt (poiesis)&lt;br /&gt;
Sie wird zum Instrument des Dichters&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(Poesie – aus griechisch poiesis –Machen Verfertigen Dichten&lt;br /&gt;
zum Verb -poiein- machen verfertigen dichten)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
   2.6. Zukunft&lt;br /&gt;
   Wird der Bildschirm ein Buch?&lt;br /&gt;
   Hauchdünn aber viele Seiten lesbar?&lt;br /&gt;
   Oder die Dichter treten (als Avatar wie in Second Life) selber aus dem Monitor&lt;br /&gt;
   und sprechen?&lt;br /&gt;
    Unendliche Welten der Poeten&lt;br /&gt;
       im Quantencomputer?&lt;br /&gt;
Und mit verschiedenen Techniken&lt;br /&gt;
Umwandeln der Sinneseindrücke&lt;br /&gt;
in Bilder, Musik, Texte...&lt;br /&gt;
Und ich bin, war, werde, würde, &lt;br /&gt;
    war geworden, könnte geworden sein&lt;br /&gt;
 Baumblätter, Buchstaben, Ameisen...&lt;br /&gt;
    Sie tanzen und ändern ihre Gestalt&lt;br /&gt;
         zu Wörtern &lt;br /&gt;
          Wolken ziehen&lt;br /&gt;
          Ein Augenblick &lt;br /&gt;
            Elefanten &lt;br /&gt;
           Täler, Berge, Flüsse&lt;br /&gt;
           Dämonen&lt;br /&gt;
          vieler Sprachen&lt;br /&gt;
             und zerreißen und verfliegen&lt;br /&gt;
              in Sätzen zu Sätzen &lt;br /&gt;
                 im Tiefschlaf&lt;br /&gt;
                zu anderen Planeten&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Meinen Freund Omar Chayyam der vor tausend Jahren lebte &lt;br /&gt;
und gern Wein trank treffe ich manchmal hier in einer Kneipe &lt;br /&gt;
und auch im Netz. Wir stoßen an und unterhalten uns vergnügt:&lt;br /&gt;
Ich frage: Was machst du mit Computern&lt;br /&gt;
                                      Er antwortet:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
                   Ich schreibe ein Gedicht &lt;br /&gt;
              Der Bildschirm spuckt mir Reime ins Gesicht&lt;br /&gt;
     Danach erkennt mich selbst mein Spiegel nicht&lt;br /&gt;
       Er sieht mich als vernetzte Wörter dicht an dicht&lt;br /&gt;
          und ist nur noch auf schönen Reim erpicht&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
          Computer erfinden rechnen und verdrehen&lt;br /&gt;
     Ihnen wachsen manchmal Zehen&lt;br /&gt;
         Hast du diesen Gnufrosch auch gesehen?&lt;br /&gt;
      ´Forschung´ bisschen anders nur vernähen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
               Den Computer will ich ordentlich erziehen&lt;br /&gt;
            sonst wird er aus unsrer Obhut fliehen&lt;br /&gt;
         und berauscht nur schlimmen Unsinn machen&lt;br /&gt;
     Er mutiert und wird zum bösen Drachen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
     Als er das sagte, fragte ich:&lt;br /&gt;
     hast du Angst vor diesen Maschinen?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
        Vor den Maschinen fürchte ich mich nicht&lt;br /&gt;
        Manche Menschen haben kein Gesicht&lt;br /&gt;
        Sie verstehen selten ein Gedicht&lt;br /&gt;
        und hören nur wenns Geld und Macht verspricht&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>HD</name></author>
		
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.hyperkommunikation.ch/wiki/2009/index.php?title=AG3:_Die_Kraft_der_Sprache&amp;diff=375</id>
		<title>AG3: Die Kraft der Sprache</title>
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		<updated>2009-09-18T06:54:09Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;HD: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Link auf [[Thesen von Hartmut Sörgel]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die Kraft der Sprache ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Diskussionspapier zur MMK 2009 von Erhard Nullmeier'''&amp;lt;BR&amp;gt;&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
Vorbemerkungen: Ich bin bei diesem Thema – wie wohl die meisten der MMK-Teilnehmer ein Laie, habe eher unsystematisch dies und das gelesen sowie dies und das gedacht. Die damit verbundene Zu¬fälligkeiten und vor allem die Lücken in der Argumentation können und sollen zu kreativen Diskussio¬nen anregen., Irritationen sind ja ein beliebtes Erkenntnismittel bei der MMK. Ich werde versuchen, das „weite Feld“ Sprache unter dem Blickwinkel zu sehen, dass eine Maschine (was immer das sei) beteiligt (was immer beteiligt sein mag) ist.  „Weites Feld“ werden manche als einen sonderbaren Ausdruck, andere als Zitat zu Theodor Fontane und/oder Günter Grass sehen; einen Eigenschaft von Sprache scheint es zu sein, unterschiedliche Interpretationen und Assoziationen zuzulassen.&lt;br /&gt;
&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''1. Wozu dient Sprache?'''&lt;br /&gt;
&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
Sprache dient der zwischenmenschlichen Kommunikation, aber auch dem menschlichen Denken.  An¬weisungen/Anfragen an Maschinen können auch sprachliche Form annehmen, ebenso Ausgaben von Maschinen. Zu unterscheiden ist auf einer MMK-Tagung, ob Sprache der zwischenmenschlichen Kommunikation dienen soll oder aber einer Maschine eine Anweisung (im Sonderfall eine Anfrage, die zu beantworten ist) gegeben werden soll.&lt;br /&gt;
&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
Ist die Maschine nur ein Medium zur Speicherung und Übermittlung sprachlicher Äußerungen, so dient dies der Kommunikation zwischen Menschen, kann aber durch die Art der Speicherung (wie bei allen anderen Speichern auch) und Übermittlung zu Informationsverlusten und -verfälschungen führen. Diese Verluste werden meist negativ gesehen (vgl, media richness theory), können aber auch helfen, Missverständnisse zu vermeiden. Darauf haben mich Studierende in einer interkulturell gemischten Gruppe hingewiesen: viele Missverständnisse entstehen durch nichtsprachliche und metasprachliche Formen der Kommunikation wie beispielsweise Gesten und Betonungen. &lt;br /&gt;
&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
Bei der sprachlichen Anweisung (bzw. Anfrage) an eine Maschine entfallen nichtsprachliche und me¬tasprachliche Elemente, der Tastendruck, mit dem ich dies schreibe und meine Sitzhaltung werden vom Computer nicht erfasst und stehendem Leser dieses Textes nicht zur Verfügung. Zusätzlich han¬delt es sich bei der Sprachkommunikation über Computer (wie auch vermittels anderer Speichermedi¬en) um eine asynchrone, d.h. zeitversetzte Kommunikation. Durch das Speicher- und Übertragungsme¬dium und u.U. den Entwickler ist festgelegt, welche (z.B. sprachlichen) Zeichen für die Kommunika¬tion zugelassen sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''2.  Mensch-Mensch-Kommunikation durch Sprache'''&lt;br /&gt;
&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
Zunächst werde ich auf sprachliche Kommunikation eingehen. Bei Wolfgang Engler habe ich  Zweifel aus uralter Zeit hinsichtlich der Eignung von Sprache zur Kommunikation gefunden: „Der Zweifel an der Brauchbarkeit der menschlichen Sprache für Verständigungszwecke ist alt…. Ausgangs des 5. vor¬christlichen Jahrhunderts zieht Gorgias ein erstes Resümee: Angenommen, es gibt ein Seiendes (das es nicht gibt) und dieses Seiende wäre erkennbar (was es nicht ist), so ließe sich diese Erkenntnis den Mitmenschen gleichwohl nicht adäquat vermitteln. Denn erstens erlischt im Wort die lebendige Vor¬stellung der Dinge. Wie könnte das (Ding) dem deutlich werden, der es gehört, aber nicht gesehen hat? Denn gerade wie das Auge nicht die Töne wahrnimmt, so hört auch das Gehör keine Farben, sondern Töne. Und es spricht der Sprechende (Worte), aber keine Farbe und überhaupt kein Ding. Wovon jemand (überhaupt) keine Vorstellung hat, wie könnte er das von einem anderen vermittels ei¬nes Wortes oder irgendeines Zeichens, das doch von dem Dinge selbst verschieden ist, geistig aufneh¬men?“(zitiert nach Wolfgang Engler, S .61)&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
Nach diesem Zitat setzt sprachliche Kommunikation gemeinsame Weltenkenntnis, gemeinsame Erfah¬rungen (die es streng genommen beide nicht gibt) voraus . Eine besondere Kenntnis bzw. Erfahrung ist das Kennen des- bzw. derjenigen, mit dem/der man kommuniziert. Da beides an die menschliche Existenz, sein Dasein, gebunden ist, kann eine Maschine in diesem Sinne nicht kommunizieren (vor Jahren wurde für diese simple Erkenntnis Heidegger herangezogen). &amp;lt;BR&amp;gt;&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was könnte nach dieser skeptischen Einschätzung die „Kraft“ der Sprache ausmachen? Schon durch den Titel des Buches von Wolfgang Engler, „Lüge als Prinzip“, kommt einer bestimmten Sicht von Sprache einen besondere Bedeutung zu: „Sprache verbirgt die Welt hinter einem Schleier von Symbo¬len“ (S. 70). „Sprache und Schrift lenkten das Denken vom Wesen der Dinge ab und sabotierten die Verständigung der Menschen über sich und die Welt“ (S. 73). Je unterschiedlicher die Weltenkenntnis zwischen dem Sprecher und dem Hörer ist, desto leichter kann Sprache zur Manipulation missbraucht (gebracht) werden. Ich will auf weitere Zitate verzichten, aber Sprache hat eben auch die Funktion, einen Schein aufzubauen, Verstellungen, Lügen usw. zu ermöglichen. Da zur Zeit gerade „Wahl-kampf“ ist, ist auch eine sprachliche, wortreiche „Nicht-Aussage“ ein Indiz für die Kraft der Sprache? Ist es die Kraft einer Sprache, die solches ermöglicht und unterstützt? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''3.  Intentionen und Sprache'''&lt;br /&gt;
&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
Julian Nida-Rümelin (JNR) hat in „Die Grenzen der Sprache“ (schon der Titel reizt hinsichtlich des Themas dieser Arbeitsgruppe) konstatiert, „dass Außersprachliches für Sprachliches konstitutiv ist, genauer, dass der Intentionalität ein logisches und genetisches Prius gegenüber der Sprache zu-kommt“. Intentionen lassen sich sowohl durch Sprache als auch durch Außersprachliches ausdrücken. Außersprachlich sind alle Verhaltensweisen während (und auch vor) der sprachlichen Kommunikation, beispielsweise Gesten, Körperhaltung, Blicke. Dazu kommen noch metasprachliche Verhaltensweisen wie Betonung, Lautstärke usw. &lt;br /&gt;
&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
„In letzter Instanz sind es die Intentionen, die einen Ausschnitt des Verhaltens zu etwas Sprachlichem machen, die es erlauben, diesen Ausschnitt als Teil eines Verständigungsprozesses zu interpretieren.“ JNR vertritt diesen Ansatz als Gegenpol zu „radikalen Varianten des Lingualismus“, die meinen, Sprache „bedarf keiner Interpretation, sie repräsentiert nichts, weder Äußeres noch Inneres, sie nimmt keinen Bezug auf nicht-sprachliche Gegenstände und Intentionen spielen keine Rolle“. Diese Haltung erinnert an Diskussionen zwischen Hilbert und Brouwer über Zusammenhänge zwischen Mathematik und realer Welt (vgl. Bettina Heintz: Die Innenwelt der Mathematik). Zurück zu JNR: Die „über gemeinsames Wissen interpersonell verkoppelte spezifische Intentionalität ist für Kommunikation konstitutiv (Hervorhebungen von JNR). Unter der Überschrift „Die Grenzen der Sprache sind nicht die Grenzen der Welt“ schreibt JNR „Die Grenzen der Sprache lassen sich durch einen Begriff charakterisieren, es ist der der Intentionalität. Intentionalität ist fundamentaler als Bedeutung: Intentionalität hat das logische Prius. ...Die Verfügbarkeit von Sprache (und ihrer normativ verfassten Institutionen) erweitert das Spektrum unterschiedlicher kommunikativer Akte, es reichert die im menschlichen Handeln verfügbare Intentionalität an.“ .Obwohl bei JNR die direkte, zeit- und ortsgleiche Kommunikation im Fokus zu stehen scheint, sind die Bedeutung von Intentionen und auch des gemeinsamen Wissens auch für andere Kommunikationsformen relevant. &lt;br /&gt;
&amp;lt;BR&amp;gt;&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
Intentionen können vielfältig sein und auch vielfältig ausgedrückt werden: Paul Watzlawick u.a. betonen, dass jede menschliche, also auch die sprachliche, Kommunikation einen Inhalts.- und einen Beziehungsaspekt  hat. Ist damit das Gleiche gemeint, was JNR mit Intentionalität bezeichnet? Der Beziehungsaspekt kann und sollte weit aufgefasst werden. Meine schwerhörige Tante beispielsweise redet viel, um nicht zuhören zu müssen.- die Inhalte ihrer Äußerungen müssen nur die Funktion erfüllen, dass niemand nachfragt. Ein weiteres Beispiel nennt Monika Maron: „Manchmal frage ich nach einer Straße oder der Zeit, nur um sprechen zu kön¬nen“ (1981, S. 15).  In weitestem Sinne ist die Kopplung Sprache-Intention sicher zutreffend, die Intention hat aber u.U. nichts mit dem Gesagten zu tun; siehe auch Wahlkampfäußerungen. Im Beispiel von Monika Maron fällt es auch schwer, einen Beziehungsaspekt als Intention i.S. von Paul Watzlawick u.a. auszumachen; Intention – wohl eher Motivation - ist hier das eigene Wohlbefinden. Ausdrucksmittel für Intentionen sind neben sprachlichen Äußerungen auch das nonverbales Verhalten, die sprachliche Ausdrucksweise  usw. &lt;br /&gt;
&amp;lt;BR&amp;gt;&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
Wenn von den „Grenzen der Sprache“ die Rede ist, kann die „Kraft der Sprache“ über die Menge, Vollständigkeit, Konsistenz ausdrückbarer Intentionen „gemessen“ werden? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''4.  Sprache als Handlung?'''&lt;br /&gt;
&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
Sprache ist Handlung und soll Handlungen beim Adressaten bewirken. Sprachliche Äußerungen sind insofern Handlungen im Gegensatz zu bloßem Verhalten, als mit ihnen Intentionen verbunden sind.  Bezieht man Handlung auf den Gebrauch der Hände, ist zumindest die gesprochene Sprache vorder-gründig keine Handlung; Sprechen hat aber, verbunden mit Gesten, einen Handlungscharakter, Psy-chologen nennen dies „Sprachhandlungen“.  Arbeits- und andere Psychologen (wie Leontjew) haben auf die Bedeutung der Gegenständlichkeit des Handelns hingewiesen. Ein weiterer wichtiger Aspekt des gegenständli¬chen Handelns ist die direkte Rückkopplung - man sieht, was man getan hat . Die getane sprachliche Äußerung hört man zwar auch, aber das „getan hat“ bezieht sich auf eine Veränderung (in) der Welt – ob meine Rede etwas bewirkt hat, sehe bzw. höre.ich nicht immer. Trotzdem, es könnte hilfreich sein, Sprach“handlungen“ (vgl. JNR) zu betrachten; vielleicht lassen sich Teile einer Handlungstheorie auf diese Form von Handlungen anwenden. &lt;br /&gt;
&amp;lt;BR&amp;gt;&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
„Äußerungen sind Handlungen oder sie haben keine Bedeutung“ (JNR).Damit eine Handlung Träger von Bedeutung ist, sind spezifische Intentionen erforderlich. Nehmen wir das Beispiel einer informativen Mitteilung. Eine „Person äußert etwas in der motivierenden Absicht, damit dem Adressaten Grund für die Überzeugung zu geben, dass etwas der Fall ist“ (JNR). Beim Sender liegt eine Sprachhandlung vor, beim Adressaten würde ich nicht davon sprechen. Wenn eine „veränderte Überzeugung beim Adressaten“ schon „bewirken Handlungen beim Adressaten“ bedeuten soll, könnte ich dem zustimmen, eine Bewusstseinsänderung beim Adressaten ist für mich aber noch keine Handlung. Auch JNR merkt an, .dass sprachliche Äußerungen nicht zwangsweise Handlungen beim Adressaten hervorrufen. &lt;br /&gt;
&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
Interessant für uns (MMK) könnte es sein, dass wir immer dann, wenn wir mit Maschinen „kommunizieren“, eine „Handlung“ der Maschine erwarten. Da der Begriff „Handlung“ mit Intentionen verknüpft ist, sollten wir bei Maschinen eher von Zustandsänderungen, nach JNR auch Verhalten, sprechen.  &lt;br /&gt;
&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''5.  Kommunikation durch „gespeicherte“ Sprache'''&lt;br /&gt;
&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Intentionen können in „face-to-face“-Situationen durch Handlungen ausgedrückt werden. Wie aber sieht es bei zeitversetzten Kommunikationsformen aus? &lt;br /&gt;
&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
Zu unterscheiden ist, ob es sich um „flüchtige“ oder „dokumentierte“ Sprache handelt. Flüchtig soll bedeuten, dass zwischen zwei oder mehr Personen sprachliche Kommunikation stattfindet, die nur im Augenblick da ist. Damit können alle Anforderungen von Watzlawick  u.a. und auch JNR erfüllt werden. Neben der FTF-Kommunikation  kommt auch ein Telefongespräch in Frage. Ein Sonderfall liegt bei Überwachungssystemen vor: die Kommunikation der direkt Beteiligten ist meist flüchtig, die spätere Nutzung der Überwacher beruht auf der Dokumentation. &lt;br /&gt;
&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
Wir sollten uns auf einer MMK-Tagung auf die Besonderheiten dokumentierter Sprache  beschränken; damit ist auch die „digitale Dichtung“ (der ursprüngliche Untertitel der Arbeitsgruppe) eingeschlossen. Eine nächste Unterscheidung bzw. Eingrenzung liegt darin, ob es sich um frei formulierte oder vor-formulierte sprachliche Äußerungen handelt. Unter Menschen ist die freie Formulierung üblich, der Empfänger muss interpretieren, was der Sender „sagen wollte“. In Fach-Kommunikationen (beispielsweise der Juristerei) ist der freie Sprachgebrauch schon eingeschränkt, weil sich bestimmte sprachliche Ausdrücke unter Juristen eingebürgert haben. &lt;br /&gt;
&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
Ein- und Ausgaben beziehen sich auf (visuell erkennbare) Zeichen oder auf Laute. Schon Gorgias unterscheidet (wiederum nach Wolfgang Engler) zwischen der Schriftsprache, die Zeichen verwendet, und gesprochene Sprache, die Laute verwendet. Er meint, dass bei beiden etwas Verschiedenes im Vergleich zum Seienden (die Dinge, Farben usw.) verloren geht. Schriftsprache ist immer gespeicherte Sprache, gesprochene Sprache war früher flüchtig, nur im Augenblick des Sprechens existent, kann heute aber ebenso gespeichert werden. Schriftsprachen sind uralt, gespeichert auf Steintafeln, Papyrus, Papier, Disketten, USB-Sticks usw. Im Laufe der Jahrhunderte haben sich die Möglichkeiten, Schriftsprache technisch zu reproduzieren, zu speichern und an andere weiterzuleiten, ständig verbessert. &lt;br /&gt;
&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
In diesem Sinne ist ein Computer (als eine Maschine) ein Speicher – der Mensch bekommt die sprach¬lichen Äußerungen zu lesen bzw. zu hören, wie sie vom Computer ausgegeben werden, er allein in¬terpretiert Sprache. Der Computer muss die Eingaben des Menschen (Tastendrücke, Mausklicks, Sprache) „interpretieren“, in dem er sie einer gespeicherten Alternative zuweist.,die Zeichen müssen im Computerspeicher darstellbar sein (u.U. mit Hilfe von Umcodierungen).  &lt;br /&gt;
&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
Ist eine Maschine über die Speicher- und Übertragungsfunktion hinaus beteiligt, sind der freien For-mulierung weitere Grenzen gesetzt. Die Maschine (meist der Rechner) versteht nur das, was in ihrem Wortvorrat enthalten ist, d.h. Sie kann nur das in eine Aktion umsetzen. Daher ist die Interaktionstechnik des Auswählens und Anklickens so bequem. Auch Suchmaschinen wie google oder Navigationsgeräte suchen eine gespeicherte Zeichenfolge, sie haben aber auch die vorprogrammierte Möglichkeit, eine ähnliche Zeichenfolge vorzuschlagen: „Meinten Sie XXX?“.  Eine Ausnahme könnten lernende Systeme sein, da kenne ich den neuesten Stand nicht.&lt;br /&gt;
&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
Bei der MMK ist noch zwischen Ein- und Ausgaben zu unterscheiden (bei menschlicher Kommunika¬tion ist das schwerer, siehe das 5. Axiom von Watzlawick, in dem der Rückkopplungschararkter von Kommunikationsprozessen betont wird. Der Mensch als Benutzer muss eine Einga¬be tätigen, die der Rechner „versteht“ bzw. die Rechnerausgabe selbst verstehen (richtig interpretieren). Der Mensch als Entwickler muss festlegen, welche Eingaben zulässig sind und wie sie interpretiert werden sowie welche Ausgaben möglich sind. Die Freiheit der Sprache wird  durch den Entwickler eingeschränkt. &lt;br /&gt;
&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
Frieder Nake unterscheidet beim Interpretanten von Zeichen den Menschen  mit seiner intentionalen Seite und den Computer (als Modell einer Maschine) mit einer kausalen Seite. &lt;br /&gt;
&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
	''„Die Interpretation, die ein Mensch einem Software-Element oder -Ereignis zukommen lässt, 	ist von vollständig anderer Art als jene Interpretation, die ein Computer zum gleichen Zeit	punkt und aus gleichem Anlaß leistet. Ihm geht es so wie jeder anderen Maschine auch: er 	kann gar nicht interpretieren, wenn wir unter „Interpretation“ die Zuschreibung einer hand	lungsrelevanten Bedeutung verstehen wollen, die der Situation, dem Kontext und dem Interes	se eines lebendigen körperlichen Wesens eigen ist.&lt;br /&gt;
	Die Interpretationsleistung eines Computers ist der Grenzfall einer Interpretation: die Ent	scheidung für eine Zuschreibung aus einer Menge möglicher Zuschreibungen  (intentional) 	schrumpft zusammen auf die Bestimmung der im allgemeinen Schema vorgesehenen und vor	her bestimmten Zuschreibung (kausal). Wie nennen diesen Grenzfall Determination.&lt;br /&gt;
	Interpretation findet durch Herstellen und Auswählen von Kontext statt. Determination findet 	im Rahmen eines gesetzten und unverrückbaren Kontextes statt, der Berechenbarkeit nämlich. 	Die Interpretation des Computers ist die präzise und wiederholbare Ausführung einer bere	chenbaren Funktion“. (Frieder Nake) Genau das, was wir von einer Maschine erwarten!''&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
Ein schönes Beispiel der Schwierigkeiten, aber auch der Möglichkeiten der menschlichen Sprachinterpretation bei einer Kommunikation (Herausfinden der Intentionen der Autorin) sind Varianten eines Satzes in „Flugasche“ von Monika Maron (zitiert nach v. Thadden, im Roman (Westausgabe) habe ich nur das erste Zitat gefunden): &lt;br /&gt;
&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
	„B. ist die schmutzigste Stadt Europas.“&lt;br /&gt;
	„In B. steigt nur aus, wer hier aussteigen muß, wer hier wohnt oder arbeitet oder sonst zu tun 	hat.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Intention der Aussagen ist die gleiche, der Wortlaut aber sehr verschieden . Eine „richtige“ Interpretation ist dem Leser nur möglich, wenn er „B.“ (mit Bitterfeld) gleichsetzt und die dortigen Verhältnisse Mitte der siebziger Jahre des vorigen Jahrhunderts kennt. Ein weiteres Beispiel der Abhängigkeit der Interpretation von Sprache (im Sinne der Ermittlung der Intention) von der gemeinsamen Weltenkenntnis ist die Überschrift des Artikels von Elisabeth v. Thadden zum neuen Buch von Monika Maron: „Brüder zur Sonne“. Da heute Bitterfeld eine Standort der Solartechnik ist und dessen Entstehung im Buch geschildert wird, wäre als Erklärung eine Betonung dieses Zusammenhangs naheliegend; der historisch gebildete (oder einfach ältere) Leser wird aber sofort im Geiste ergänzen „... zur Freiheit“ - eine Anspielung auf die DDR-Zeit, als in Bitterfeld von Sonne nur wenig zu sehen war. Die Kraft der Sprache zeigt sich hier in der vielfältigen Bedeutung, wenigstens im Kontext der historischen Situation. &lt;br /&gt;
&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
Wie sieht es aber aus, wenn ich etwas lese, beispielsweise ein Gedicht von Goethe, das er vor 200 Jahren geschrieben hat? Sicher hatte Goethe Intentionen, aber sind die in dem Text erhalten geblieben und für mich heute erkennbar? Hat die äußere Form des Schriftstücks, Handschrift, Originaldruck mit damaliger Rechtschreibung,Neuausgabe oder Bildschirmanzeige, einen Einfluss auf das Erkennen der Intentionen? Sind die Intentionen von Goethe (für Nicht-Philologen) überhaupt wichtig? Sind die Ana¬logien, die ich heute beim Lesen des Textes entwickle, nicht viel interessanter? Macht es einen Unter¬schied, ob ich den Text lese oder höre , gar noch vom Autor selbst gelesen (im Falle der Buddenbrooks von Thomas Mann könnte ich seine sprachliche Interpretation mit der von Gert Westphal vergleichen). Sowohl das Medium (Tonträger oder Zeichenträger) als auch der Zeit-, Orts- und Kulturunterschied erschweren das Erkennen der Intentionen des Autors und führen u.U.  zu ganz unterschiedlichen Ergebnissen. &lt;br /&gt;
&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
Was macht in diesen Fällen die Kraft der Sprache aus? Intuitiv, dass mir das Gedicht heute noch etwas sagt. Die Vielfalt möglicher Interpretationen, d.h. auch eine gewisse Vagheit, macht es möglich, das Gedicht in gänzlich anderem Kontext zu lesen als dem von Goethe und seiner Zeit. Bei Monika Maron ist der erste Satz „brutal“ eindeutig, der zweite lässt Interpretationsspielräume – je nach Weltenkenntnis des Lesers. Nun bedeutet aber nicht jede Vagheit und jeder Interpretationsspielraum eines Textes, einer sprachlichen Äußerung, eine „kraftvolle“ Sprache! &lt;br /&gt;
&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
Zu fragen und zu diskutieren ist, ob die Art der Speicherung, Weiterleitung und Ausgabe die Kommunikation verändert Walter Benjamin würde dies wahrscheinlich so sehen. Was ist in diesem Kontext die „Kraft“ der Sprache?&lt;br /&gt;
&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''6.  Bildersprache oder natürliche Sprache?'''&lt;br /&gt;
&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die sprachliche Mensch-Maschine-Kommunikation zeichnet sich, wie oben dargestellt – durch eine Auswahl aus vorher festgelegten und in der Maschine gespeicherten Zeichenketten (oder akustisch: Lautfolgen) aus. Die Mensch-Mensch-Kommunikation, auch wenn sie über den Umweg gespeicherter Zeichen (oder Laute) geht, durch eine relativ freie, durch die Regeln der Grammatik eingeschränkte  Bildung von Sätzen aus ; die verwendeten Worte haben zwar eine vorgegebene Bedeutung, die aber durch den Kontext von Sprecher und Hörer (Sender und Empfänger) variiert wird. &lt;br /&gt;
&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
Durch die bekannten grafischen Benutzungsoberflächen (GUIs) werden uns – soweit möglich, d.h mengenmäßig auf dem Bildschirm darstellbar - die möglichen Eingabeoptionen vorgegeben. Bei Suchmaschinen, auch bei Navigationsgeräten ist es nicht möglich, alle potentiell auszuwählenden Zei¬chenketten (hier sprachliche) gleichzeitig auf dem Bildschirm zu zeigen; das Prinzip bleibt aber das Gleiche. Wir können nur das von der Maschine verlangen, was durch die GUI vorgesehen ist . Die auszuwählenden Optionen werden in Form einer Bildersprache dargestellt; damit besteht eine (gewoll¬te) Sprachunabhängigkeit, die Bildersprache soll möglichst weltweit, auch von Kindern und Analpha¬beten, verstanden werden. Auf Sprache im Sinne freier Formulierungen und kontextabhängiger Inter¬pretation – und damit auf die Kraft der Sprache - wird verzichtet.&lt;br /&gt;
&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
Im Mensch-Maschine-Dialog bedeutet „Kraft“ der Sprache eher die Vollständigkeit der Sprache in Bezug zu vom Benutzer beabsichtigten Eingaben, die Eindeutigkeit der Reaktion auf die sprachlichen Eingaben, allenfalls die Möglichkeiten zu erkennen, was der Benutzer gemeint haben könnte. Dies bedeutet eine Reduzierung der Möglichkeiten von Sprache. Alles fast diametral zur Kraft der Sprache bei der menschlichen Kommunikation.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Literatur:''' &lt;br /&gt;
&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
Benjamin, W.: Das Kunstwerk im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit, Frankfurt a.M.: Suhrkamp Verlag 2006, Original 1936&lt;br /&gt;
&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
Engler, W.: Lüge als Prinzip - Aufrichtigkeit im  Kapitalismus, Berlin: Aufbau Verlag 2009&lt;br /&gt;
&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
Fetcher, C.: Gigabytes statt Gutenberg – Schöne neue Wissenschaft: Wie das Internet den Prozess der Erkenntnis verändert, Der Tagesspiegel, 14.7.2009, &lt;br /&gt;
&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
Maron, M. Flugasche, Frankfurt a.M.: Fischer Verlag 1981&lt;br /&gt;
&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
Maron, M.: Bitterfelder Bogen, Frankfurt a.M.: Fischer Verlag 2009&lt;br /&gt;
&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
Nake, F.: Das algorithmische Zeichen, GI-Jahrestagung 2001, auch im Internet&lt;br /&gt;
&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
Nida-Rümelin, J.: Die Grenzen der Sprache, in: Bubner/Hindrichs (Hrsg.): Von der Logik der Sprache, Stuttgart 2006; auch als Vortragsmanuskript der Hegel-Tagung am 28.5.2006 in Stuttgart im Internet&lt;br /&gt;
&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
Thadden, E.v.: Brüder zur Sonne, Die Zeit vom 14. Juli 2009, S. 43&lt;br /&gt;
&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
Watzlawick, P., J.H. Beavin, and D.D. Jackson: Menschliche Kommunikation, 10. Aufl., Bern u.a. Verlag Hans Huber 2000, Original 1969 &lt;br /&gt;
&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>HD</name></author>
		
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.hyperkommunikation.ch/wiki/2009/index.php?title=Moderatorenpapier&amp;diff=374</id>
		<title>Moderatorenpapier</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.hyperkommunikation.ch/wiki/2009/index.php?title=Moderatorenpapier&amp;diff=374"/>
		<updated>2009-09-16T11:08:28Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;HD: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;== Psychische Belastungen im Umgang mit IT (Burnout) ==&lt;br /&gt;
'''Ein Moderatorenpapier von Peter Brödner und Dietmar Hennig'''&lt;br /&gt;
&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
Stand: 24. Mai 2009&lt;br /&gt;
&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(1) Psychische Erkrankungen – das sind insbesondere Schlafstörungen, psychosomatische Störungen, Depressionen oder dauerhafte Erschöpfungszustände (Burnout) – infolge arbeitsbedingter Belastungen mehren sich in besorgniserregendem Maße. Beispielsweise ergibt sich aus Daten des Verbands deutscher Rentenversicherer, dass arbeitsbedingte psychische Erkrankungen in den letzten beiden Dekaden des vorigen Jahrhunderts die Herz-Kreislauf-Erkrankungen als häufigste Ursachen von Frühverrentung abgelöst haben: Im Jahre 1999 machten sie bei Männern 19%, bei Frauen sogar 32% aller Fälle aus. Auch nach dem BKK-Bericht 2007 nehmen psychische Erkrankungen rasch zu (um 17% von 2001 bis 2006) und machen im Jahre 2006 bereits 9% aller Krankentage aus. Und nach dem neuesten DAK-Gesundheitsreport haben psychische Erkrankungen im Jahr 2008 einen Anteil von 10,6 % am gesamten Gesamtkrankenstand und stehen damit an vierter Stelle der wichtigsten Krankheitsarten. Ihr Anteil am Gesamtkrankenstand ist im Vergleich zum Vorjahr um rund 4 % gestiegen (2007: 10,2 %). Auch der Gebrauch von Psycho- und Neuro- Pharmaka zur Steigerung der Leistungsfähigkeit am Arbeitsplatz (sog. Gehirn-Doping) nimmt Befragungen zufolge deutlich zu. Diese wenigen Daten mögen genügen, um die rasch wachsende Bedeutung arbeitsbedingter psychischer Erkrankungen zu belegen.&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
Offenbar behandelt das Management seine Kopfarbeiter doch nicht mit der eigentlich gebotenen Sorgfalt, konträr zu seinem beständigen Mantra, dass „Humankapital seine wichtigste Ressource“ sei. Zu fragen ist nun zunächst nach den Gründen für diese doch ziemlich dramatische Entwicklung.&amp;lt;BR&amp;gt;&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
(2) Die Arbeitswelt unterlag in den letzten fünf Dekaden erheblichen qualitativen und quantitativen Veränderungen. Insbesondere haben Kopfarbeit und informationsverarbeitende Tätigkeiten eine enorme Ausdehnung erfahren. Reich (1993) schätzt den Anteil der Kopfarbeiter („knowledge worker“ (Drucker 1993) bzw. „symbol analysts“ (Reich 1993)) an der Gesamtzahl der Beschäftigten in den USA auf mindestens 20% Ende der achtziger Jahre. Der Anteil der Beschäftigten mit „überwiegend informationsverarbeitenden Tätigkeiten“ wird in Deutschland zu Beginn der neunziger Jahre sogar auf 50% beziffert (Dostal 1995). Seitdem haben diese Anteile tendenziell weiter zugenommen. Sie sind – neben vielen anderen Indikatoren – äußerer Ausdruck des Übergangs von der Industrie- zur Wissensgesellschaft („knowledge-based economy“). &amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
Kopfarbeit tritt systematisch mit der technischen Entwicklung, vor allem aber mit Arbeitsteilung und Kooperation in Erscheinung, die es erforderlich machen, dass Arbeitsprozesse und ihre Komponenten im einzelnen analysiert, genau verstanden und zu einem sinnvollen Ganzen gefügt, um sie im Detail planen, gestalten und koordinieren zu können. Kopfarbeit ist daher Analyse, Modellierung, Planung, Leitung und Kontrolle anderer Arbeit; ihrer Funktion entsprechend ist sie gesellschaftliche Natur. Um sich in großem Stile zu entfalten, ist sie auf fortwährende Begriffsbildung, die Explikation von Können und Erfahrung als Wissen, weiter auf Semiotisierung, den Gebrauch von Zeichen zur Kodifizierung des Wissens, und schließlich auf die Aneignung kodifizierten Wissens als erweitertes Können für Anwendung und Gebrauch voraus. Dabei wachsen Können und Wissen wie ein Baum, durch Differenzierung und Verzweigung.&amp;lt;BR&amp;gt; Kopfarbeit lässt sich so durch vier wesentliche Aufgaben kennzeichnen: &amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
• für Problemlösungen benötigtes, aber meist zerstreutes Wissen aufzufinden,&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
• die Anwendbarkeit von Wissen auf praktische Probleme zu prüfen,&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
• unterschiedliche relevante Wissensbereiche miteinander zu vermitteln,&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
• Wissen für die Anwendung zu rekontextualisieren. &amp;lt;BR&amp;gt;&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
Für Kopfarbeit benötigte besondere Fähigkeiten sind dementsprechend Abstrahieren, Modellieren, Systemdenken, Experimentieren und Explorieren, Kooperation und Kommunikation, allesamt dem inkorporierten, damit personengebundenen Können zuzurechnende, kreative Fähigkeiten (Brödner 2008).&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
Diese Kennzeichen von Kopfarbeit haben weit reichende Konsequenzen im Hinblick auf Arbeitsanforderungen: Erstens wird in einer wissensbasierten Wirtschaft Innovation – also die erfolgreiche Einführung und Verwertung neuer Produkte, neuer Prozesse oder neuer institutioneller Arrangements – zur vorherrschenden Form des Wettbewerbs; Wettbewerb funktioniert als „Entdeckungsverfahren“. Infolgedessen müssen Unternehmen ebenso wie Kopfarbeiter stets neue Situationen und mit ihnen Überraschungen und Unsicherheiten zu bewältigen imstande sein. Zweitens erfordert dies fortlaufend problemlösende Tätigkeiten, die auf inkorporiertem Können und persönlicher Expertise beruhen (diese aber auch zu weiterer Entwicklung anregen). Folglich bilden problemlösende Handlungskompetenz und Könnerschaft die wichtigsten, für den Wettbewerb unverzichtbaren Ressourcen, die es fortlaufend zu entwickeln gilt. Infolge wachsender Spezialisierung erfordern innovative und problemlösende Tätigkeiten drittens die Zusammenführung verschiedener Wissensdomänen, mithin die Zusammenarbeit von Experten aus unterschiedlichen Feldern; daher auch die rasch wachsende Bedeutung von Projektarbeit in multifunktionalen Teams. Viertens sind Ergebnis und Verlauf von Projekten – weil Kopfarbeit grundsätzlich von Unsicherheit und Überraschung geprägt ist – stets kontextabhängig und unvorhersehbar und können mithin weder im voraus geplant noch im einzelnen vorgeschrieben und überwacht werden. In diesem Sinne ist Kopfarbeit „entgrenzt“ hinsichtlich Verlauf, Ergebnis und Aufwand und erfordert neue Formen sog. „indirekter“ oder „Kontext-Steuerung“.&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der entgrenzte Charakter von Kopfarbeit ist auch die eigentliche Ursache ihrer Intensität, ihrer oft ausufernden Arbeitszeiten und ihrer hohen psychischen Belastungen: Arbeit wird, nicht zuletzt auch aufgrund von IT-Systemen und Internet als neuen Arbeitsmitteln und Medien der Kooperation, zunehmend ortsungebunden und zeitflexibel ausgeübt in Gestalt problemlösender Projektarbeit voller Unsicherheiten. So wie sich der Zugang zu Informationen vergrößert und Wahlmöglichkeiten sich ständig erweitern, unterliegen Beschäftigte zugleich auch wachsenden Anforderungen wie dem Umgang mit Unsicherheit, Wettbewerb und Termindruck. Damit hängt die berufliche Leistungsfähigkeit in der modernen Arbeitswelt nicht mehr nur von den körperlichen, sondern sehr entscheidend auch von den kognitiven und psychischen Ressourcen ab. Wichtige Ressourcen sind etwa schnelle Auffassungsgabe, gutes Erinnerungsvermögen, lebhafte Kreativität und fokussierte Aufmerksamkeit neben Ausdauer und Stressresistenz. Dabei werden nicht nur neue konkrete Anforderungen, sondern auch implizite Normen und Wunschbilder wirksam: Schlauer, schneller, effektiver zu sein als andere.&amp;lt;BR&amp;gt; &lt;br /&gt;
Mit ihren zumeist komplexen und herausfordernden Arbeitsaufgaben sowie ihren großen Handlungs- und Entscheidungsspielräumen galt Kopfarbeit lange als privilegiert. Gleichwohl zeigt sie oft hohe psychische Belastungen und erweist sich gesundheitlich als wenig nachhaltig. Das stellt auch die Arbeitswissenschaft vor neue Herausforderungen, denen nun nachzugehen ist.&amp;lt;BR&amp;gt;&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
(3) Das in der Stressforschung lange weithin akzeptierte sog. ''„Demand-Control-Modell“'' (Karasek 1998; Karasek &amp;amp; Theorell 1990) betont die wichtige Funktion, die dem Grad der Autonomie im Arbeitsprozess für das Wohlergehen und die Persönlichkeitsentwicklung zukommt. Diesem Modell zufolge wird der Zusammenhang von psychischen Belastungen und Stressreaktionen im wesentlichen von zwei Faktoren beeinflusst: von Arbeitsanforderungen wie Komplexität der Aufgabe oder Zeitdruck einerseits und vom Ausmaß, zu dem der Arbeitsprozess tatsächlich durch die Arbeitsperson gesteuert werden kann, andererseits. Dabei hat die Autonomie in erster Linie moderierenden Charakter: Hohe Anforderungen mögen weniger Stress hervorrufen, wenn die Arbeitsperson den Prozess, d.h. Arbeitsmittel, -methoden und Vorgehen zur Bewältigung der Aufgabe, zu wählen bzw. zu beeinflussen in der Lage ist. So können auch hohe Anforderungen in Verbindung mit hinreichender Autonomie zu Wohlbefinden und persönlicher Entwicklung führen, indem sie Lernprozesse ermöglichen.&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
Diese Modellvorstellung einer Balance von Anforderungen und Steuerungsautonomie wurde von Maslach &amp;amp; Leiter (1997) weiter entwickelt, indem sie annehmen, dass Stress durch eine Reihe von ''Ungleichgewichten'' oder ''Fehlanpassungen'' zwischen Arbeitsanforderungen und im Prozess verfügbaren Ressourcen verursacht wird, die, wenn sie längere Zeit fortbestehen, zu physischer und emotionaler Erschöpfung und reservierter Indifferenz führen. Dabei nehmen sie vor allem Ungleichgewichte hinsichtlich des Verhältnisses von Anforderungen und Ressourcen, Mangel an Autonomie, unzureichender Anerkennung, unfairer Behandlung, Verlust an sozialer Unterstützung oder Konflikten zwischen individuellen und organisationalen Werten in den Blick. So betrachten sie nicht nur die Bedürfnisse und Ressourcen der Arbeitspersonen, sondern beziehen auch Bedingungen der Arbeitsumgebung mit ein.&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
Diese erweiterten Modellvorstellungen, so plausibel sie erscheinen, leiden indes daran, dass sie die relationale Natur von Ressourcen noch nicht ausreichend in Betracht ziehen. Ob etwas in einer Arbeitssituation als Ressource genutzt werden kann oder nicht, hängt stets von den besonderen Gegebenheiten und Kontextbedingungen der Arbeitssituation ab und kann nicht ''per se'' und unabhängig als Ressource bestimmt werden. So wird etwa Autonomie nur dann zu einer wirksamen Ressource, wenn aufgabenangemessene Arbeitsmittel und -methoden tatsächlich zur Verfügung stehen (was, wie gleich zu sehen ist, oft nicht der Fall ist). Insbesondere die Analyse, Gestaltung und Bewertung von Kopfarbeit erfordern, da diese wie gezeigt ihrer Natur nach in hohem Maße prozess- und kontextabhängig ist, die relationale Betrachtung von Anforderungen und Ressourcen. Dies leistet das Konzept der widersprüchlichen Arbeitsanforderungen (Moldaschl 2005), demzufolge psychische Belastungen und Stressreaktionen durch spezifische Widersprüche oder Ungleichgewichte zwischen gegebenen Arbeitsanforderungen, tatsächlich verfügbaren Ressourcen und etablierten Routinen hervorgerufen werden. In dieser relationalen Perspektive werden Ressourcen als wirksame Mittel betrachtet, die von Arbeitspersonen tatsächlich aktiviert und genutzt werden können, um ihre Aufgabe zu bewältigen. Ressourcen können dabei nur im Gebrauch bestimmt werden: Ob etwas als Ressource genutzt werden kann, hängt also von den jeweils besonderen Kontextbedingungen ab, unter denen die Arbeit ausgeführt wird. &amp;lt;BR&amp;gt;&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
(4) Mittels des Konzepts der widersprüchlichen Arbeitsanforderungen wurden vom Institut Arbeit und Technik psychische Belastungen der Projektarbeit in einer Reihe von Projekten der IT-Entwicklung und -Beratung untersucht. In dieser Untersuchung, deren Ergebnisse hier kurz resümiert werden, konnten so fünf Typen von Widersprüchen oder Ungleichgewichten identifiziert werden (die nachstehend jeweils mit Beispielen unterlegt sind; vgl. Gerlmaier 2006):&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Abbildung0001.jpg]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Abb. 1: Modell widersprüchlicher Arbeitsanforderungen&amp;lt;BR&amp;gt; &amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
1. Widersprüche zwischen Aufgaben und Ausführungsbedingungen &amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
''Kooperationsdilemma:'' Ein Mitarbeiter soll mit Kollegen aus einem anderen Projekt zur Abstimmung einer Schnittstelle kooperieren. Er hat jedoch zeitlich, räumlich oder technisch nur unzureichende Kommunikationschancen.&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
''Ausstattungsdilemma:'' Ein Programmierer soll ein Programmmodul erstellen, ihm werden jedoch nicht die notwendigen Hard- oder Softwareteile bereitgestellt.&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
''Schnittstellendilemma:'' Ein Entwickler muss zum Testen seiner Software auf organisationsexterne Ressourcen (Server, Daten) zugreifen. Er hat bei Störungen aber keinen direkten Einfluss auf deren Beseitigung.&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
2. Widersprüche zwischen Aufgaben und Aneignungsbedingungen (Lernbehinderungen)&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
''Informationsdilemma:'' Ein Mitarbeiter soll sich in ein neues Arbeitsfeld einarbeiten. Ihm werden jedoch keine entsprechenden Dokumente oder Informationen zur Verfügung gestellt oder sind erst garnicht vorhanden.&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
''Kompetenzdilemma:'' Laut einer Kundenspezifikation soll ein Programmierer die Entwicklung eines Moduls mit einer neuen Programmiersprache durchführen. Aufgrund der Zielsetzungen im Projekt stehen ihm der notwendige Raum und  die erforderliche Zeit zur Einarbeitung jedoch nicht zur Verfügung.&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
''Erfahrbarkeitsdilemma:'' Durch die Kapselung technischer Einrichtungen oder aufgrund von räumlicher Distanz sind einem Arbeitenden wesentliche Teile sinnlicher Rückmeldung verschlossen. Hierdurch wird der Aufbau von Erfahrungen bzw. die Bildung angemessener Repräsentationen erschwert. &amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
3. Widersprüche zwischen Aufgabenzielen&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
''Auslastungsdilemma:'' Zur Aufgabe eines Programmierers gehören verschiedene Funktionen, z. B. Aufnahme der Kundenanforderungen, Programmierung und Kommunikation über die Leistungsfähigkeit und Einsetzbarkeit des Produktes. Da er mit der Erfüllung einer Funktion voll ausgelastet ist, kann er andere Funktionen nicht erfüllen.&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
''Mengen-/Qualitätsdilemma:'' Ein Entwickler soll das Null-Fehler-Prinzip verfolgen, weil Integrationstests aus Termin- oder Kostengründen stark reduziert wurden. Der Termindruck bei der Erstellung des Moduls ermöglicht es ihm jedoch nicht, eine ausreichende Reife seines Moduls sicherzustellen.&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
''Grenzstellendilemma:'' Ein Mitarbeiter soll die Wünsche des Kunden erfüllen, dessen Anforderungen dürfen aber weder Mehrkosten noch Mehraufwand verursachen oder wurden bei der Projektplanung nicht entsprechned berücksichtigt.&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
4. Widersprüche zwischen Aufgabenzielen und subjektbezogene Zielen/Normen&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
''Gruppennormdilemma:'' Ein Mitarbeiter hat hinsichtlich der Qualität seiner Arbeit hohe Ansprüche. Im Team wird von ihm erwartet, seine Qualitätsstandards zu senken und seine Aufgabe termingerecht zu erledigen. Andernfalls erhält das Team keine Sondergratifikation für die Zielerreichung.&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
5. Widersprüche zwischen Aufgabenzielen und subjektbezogenem sozialem Kontext&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
''Extrarollendilemma:'' Ein Mitarbeiter muss kurzfristig Überstunden machen, um einen wichtigen Auftrag termingerecht erledigen zu können. Er hat aber gleichzeitig die familiäre Aufgabe, seinen Sohn rechtzeitig vom Kindergarten abzuholen.&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
Zusätzlich besteht, wie die Autoren aus eigener Projekterfahrung wissen, ein ''Prioritätendilemma'': Es basiert auf dem Auslastungsdilemma. Vom Mitarbeiter wird erwartet, dass er die Priorisierung seiner Aufgaben selbstständig vornimmt und damit den Zielen des Gesamtprojekts gerecht wird. Egal wie er die Aufgaben priorisiert, er kann sie nicht alle rechtzeitig fertigstellen.&lt;br /&gt;
Er kann aber die Tragweite seiner Priorisierung nicht erkennen, da er (im Zeitalter von hochgradiger Arbeitsteilung) den Kontext der Auswirkungen seiner Entscheidungen nicht überschaut. &amp;lt;BR&amp;gt;&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Folge derartiger Widersprüche und Ungleichgewichte in der praktizierten Projektarbeit haben sich, wie die nachstehende Grafik (Abb. 2) ausweist, bei den untersuchten Teammitgliedern im Vergleich zu Beschäftigten aus einer repräsentativen Stichprobe mit sonst üblichen Arbeitsverhältnissen deutlich höhere Stressreaktionen ergeben (Brödner 2009).&amp;lt;BR&amp;gt;&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Abbildung0002.jpg]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;BR&amp;gt; &lt;br /&gt;
Abb. 2: Stressreaktionen bei Beschäftigten in IT-Projekten im Vergleich zum Beschäftigten-Durchschnitt&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
(5) Aus Untersuchungen wie dieser kann eine Reihe von Schlussfolgerungen zur praktischen Verbesserung der Lage der Kopfarbeiter in IT-Projekten gewonnen werden. Zunächst ist festzuhalten, dass es infolge der entgrenzten Natur dieser Art Arbeit kaum möglich ist, einzelne Stressfaktoren ein- für allemal zu reduzieren; vielmehr muss man sich anstelle von Strukturverbesserungen um eine Prozessgestaltung und ein Projektmanagement mit Regeln bemühen, unter denen mit Methoden reflexiver Arbeitsgestaltung fortlaufend für die kontextabhängige dynamische Balance von Anforderungen und Ressourcen, mithin für die Aufrechterhaltung von Gesundheit und Leistung zugleich, gesorgt wird. Wirksame Maßnahmen dafür müssen auf zwei Ebenen ansetzen: bei der Aushandlung der äußeren Bedingungen der Projektdurchführung einerseits und bei den individuellen Bewältigungsstrategien und -fähigkeiten andererseits. Während letzteres etwa durch regelmäßiges Coaching angegangen werden kann, erfordert ersteres tief greifende Veränderungen im Projektmanagement in Richtung auf ein partizipativ und zyklisch-evolutionär angelegtes Projektdesign, das wiederkehrende Reflexionsschleifen zur realistischen Einschätzung von Anforderungen, Ressourcen, Belastungen und Risiken vorsieht. Insbesondere gilt es dabei die häufigen ressourcenzehrenden ad-hoc-Reaktionen auf Kundenwünsche zu unterbinden (ohne sie zu ignorieren), angemessene Prioritäten zu setzen und eine bessere Fortschrittskontrolle zu etablieren. Dabei können auch häufig bereits existierende Schemata kontinuierlicher Verbesserung oder von Gesundheitszirkeln genutzt werden. Darüber hinaus gilt es die häufig anzutreffende Praxis, dass Teammitglieder an mehreren Projekten oder Aufgaben zugleich arbeiten, möglichst zu vermeiden, da aus ihr besonders hohe Belastungen erwachsen. Schließlich sind regelmäßig hinreichende Erholungszeiten für hoch belastete Teammitglieder vorzusehen (viele Beobachtungen aus dem Projektverlauf deuten darauf hin: spätestens nach 8 Wochen).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anregungen zum Vorgehen in der Arbeitsgruppe:&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
•	Zu Beginn der Arbeit in der Gruppe mag es hilfreich sein, zunächst einmal eigene Erlebnisse und Erfahrungen mit hoch belasteter Kopfarbeit (in und außerhalb von Projekten) zu sammeln und nach Gemeinsamkeiten, Unterschieden oder Widersprüchen zu suchen.&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
•	Ein besonderes Merkmal qualifizierter Kopfarbeit scheint ja zu sein, dass sie selbst oft (trotz aller Belastung) positiv als Herausforderung erlebt wird. So mag das Selbstverständnis selber noch die gesundheitlichen Risiken der Kopfarbeit zu verschärfen. Warum macht die so geliebte Arbeit krank?&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
•	Zum Ende hin wäre sicherlich wünschenswert zusammenzutragen, was gegen die gesundheitlichen Risiken qualifizierter Kopfarbeit praktisch wirksam getan werden kann. Dabei wären die möglichen verschiedenen Handlungsebenen – individuelle Bewältigungskompetenz, soziale Beziehungen, Projektorganisation und -management – zu betrachten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
''Quellennachweise:''&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
''Brödner, P., 2008:'' Wissen als Management-Fetisch, FifF-Kommunikation 1/2008, 29-33&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
''Brödner, P., 2009:'' Sustainability in Knowledge-Based Companies, in: Docherty, P.; Kira, M. &amp;amp; Shani, A.B. (eds.): Creating Sustainable Work Systems, London New York: Routledge, 53-69&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
''Dostal, W., 1995:'' Die Informatisierung der Arbeitswelt: Multimedia, offene Arbeitsformen und Telearbeit,  Mitt. der Arbeitsmarkt- und Berufsforschung 4/1995, 527-543&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
''Drucker, P.F., 1993:'' Post-Capitalist Society, New York: Harper Collins&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
''Gerlmaier, A., 2006:'' Nachhaltige Arbeitsgestaltung in der Wissensökonomie, in: Lehndorff, S. (Hg.): Das Politische in der Arbeitspolitik, Berlin: edition sigma, 71-98&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
''Karasek, R., 1998:'' Demand/Control Model: A Social, Emotional, and Psychological Approach to Stress Risk and Active Behavior Development, in: Stellman J.M. (ed.): Encyclopaedia of Occupational Health and Safety, &lt;br /&gt;
4. Edition, Geneva: ILO, 34.6-34.14&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
''Karasek, R. &amp;amp; Theorell, T., 1990:'' Healthy Work. Stress, Productivity, and the Reconstruction of Working Life, New York: Basic Books&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
''Maslach, C. &amp;amp; Leiter, M.P., 1997:'' The Truth about Burnout. How Organizations Cause Personal Stress and What to Do about It, San Francisco: Jossey-Bass&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
''Moldaschl, M. (ed.), 2005:'' Immaterielle Ressourcen. Nachhaltigkeit von Unternehmensführung und Arbeit I, München: Hampp&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
''Reich, R.B., 1993:'' Die neue Weltwirtschaft. Das Ende der nationalen Ökonomie, Frankfurt/M: Ullstein&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>HD</name></author>
		
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.hyperkommunikation.ch/wiki/2009/index.php?title=AG1:_Weisheit_des_Augenblicks&amp;diff=373</id>
		<title>AG1: Weisheit des Augenblicks</title>
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		<updated>2009-09-16T11:05:43Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;HD: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Moderatorenpapier der AG1 zum Download: [http://www.mmk09.de/images/0/08/Moderationspapier_mmk_09_1.pdf]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== '''Weisheit des Augenblicks ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Echtzeitabhängigkeiten von Entscheidungsprozessen'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sabine Graeser und Rainer Groh&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
''Ich muss mich entscheiden!&lt;br /&gt;
Was soll ich schreiben?&lt;br /&gt;
''Es wirrt in meinem Kopf. &lt;br /&gt;
Welchen thematischen Schwerpunkt setzen auf der Spur von &lt;br /&gt;
Echtzeitabhängigkeiten und Entscheidungsprozessen?&lt;br /&gt;
Wann klicke ich wann wo und wie viel?''''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn man die Schlagworte des Themas unserer AG »googelt«, dann bemerkt man, dass über »Echtzeit« und »Entscheidungsprozess« &lt;br /&gt;
vielfach nachgedacht und entsprechend umfänglich veröffentlicht wird. Die Verknüpfung der Begriffe wird in den Bereichen &lt;br /&gt;
Logistik und Fertigungsprozesssteuerung diskutiert. Es geht um die Beschleunigung der Entscheidungsprozesse bei konstanter &lt;br /&gt;
Güte und Präzision der Entscheidungen. Den Nutzer stellt man sich hier als klassischen Bildschirmarbeiter vor: Er sitzt »vor« der GUI, befindet sich also außerhalb des Bildraumes und er interagiert zeitlich entkoppelt. Das heißt, ihm wird vom technischen System kein Zeitregime oktroyiert.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
''Ich entscheide mich&lt;br /&gt;
Wann ist eine Entscheidung eine Entscheidung?&lt;br /&gt;
Kaffee oder Tee?&lt;br /&gt;
Kaffee trinken? Kaffee trinken mit Milch?&lt;br /&gt;
Kaffee trinken mit Zucker? Kaffee mit Milchschäumchen?&lt;br /&gt;
Milchkaffee? Nein, dann lieber Tee!''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Rahmen der AG soll einer Frage nachgegangen werden, die bislang nicht aufgeworfen wird: &lt;br /&gt;
'''Welche Bild- und Interaktionsstrukturen sind dann entscheidungsförderlich, wenn der Nutzer (der Entscheider) quasi im Strom der &lt;br /&gt;
entscheidungsrelevanten Informationen steht, die ihm per GUI (Webservices, Browser, RSS-Feeds, ...) dynamisch (in Echtzeit) präsentiert werden?''' &lt;br /&gt;
Im Bereich der Computerspiele gibt es diesen Nutzertyp schon lange: als Egoshooter oder Rennfahrer. Und es gibt ihn als Besucher einer CAVE, &lt;br /&gt;
also einer virtuellen Umgebung. Man kennt die Situation auch ansatzweise als sogenannter Informationworker vom Googeln her: &lt;br /&gt;
Die Echtzeitreaktion schneller Netze lässt die Trefferlisten so schnell erscheinen, dass man glaubt, sie kämen einem entgegen. &lt;br /&gt;
Die Klickfrequenz steigt. Der Nutzer ist erschöpft ob einer Komplexität, die als nicht beherrschbar erscheint. Das Chaos wächst und Rauschen ist das Ergebnis. &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Schaut man jedoch jungen Leuten bei der Arbeit zu, dann fällt auf, dass diese so gar kein Problem mit der von traditioneller Warte aus beobachteten Unschärfe haben. Sie surfen leichthin – wie es metaphorisch heißt – auf den Trefferwellen der Suchmaschinen. &lt;br /&gt;
Zurück also zur Frage: '''Welche visuellen Merkmale stützen diese Beobachtung?''' &lt;br /&gt;
'''Welche Phänomene erzeugen diesen Eindruck?'''&lt;br /&gt;
Am Ende wird die Frage zu beantworten sein, ob diese Merkmale eine neue Qualität des Retrievals und der Erkenntnis begründen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Medium Internet beeinflusst das Wahrnehmen und das Entscheidungsverhalten der Menschen an ihren Maschinen. Da gibt es Menschen, die im Umgang in der wwWelt schnell entscheiden und eine rasche Auffassungsgabe von Informationen haben. Andererseits tun sie sich aber schwer Entscheidungen in Ihrem Alltag zu treffen? Kaffee oder Tee? Alleine wohnen oder in eine Wohngemeinschaft ziehen? Das NZZ Folio Ausgabe vom März 2009 beschreibt 10 Tipps -  Wenn entscheiden, dann: &lt;br /&gt;
1. Keine Angst vor den Folgen&lt;br /&gt;
2. Misstrauen Sie ihrem Urteil&lt;br /&gt;
3. Hüten Sie sich vor bedeutungsloser Information&lt;br /&gt;
4. Trauern Sie nicht Verlusten nach&lt;br /&gt;
5. Vertrauen Sie Ihren Instinkten&lt;br /&gt;
6. Achten Sie auf Ihre Gefühle&lt;br /&gt;
7. Entziehen Sie sich dem Gruppendruck&lt;br /&gt;
8. Betrachten Sie die Dinge aus unterschiedlichen Perspektiven&lt;br /&gt;
9. Begrenzen Sie ihre Auswahl&lt;br /&gt;
10. Lassen Sie andere für sich entscheiden&lt;br /&gt;
'''Wie beeinflussen die Entscheidungsmuster die Arbeit an Maschinen? &lt;br /&gt;
Wie nehmen Menschen Informationen auf und verarbeiten diese?'''&lt;br /&gt;
Der Lernstiltest nach Kolb unterscheidet auf welche Art Menschen Informationen aufnehmen und verarbeiten. Es wird zwischen 4 Lernstilen unterschieden: Entdecker, Macher, Denker und Entscheider. '''Beeinflusst diese Präferenz das Verhalten?'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kommen wir noch einmal zum Googeln als dem Präzedenzfall zurück: &lt;br /&gt;
Die Ergebnisse tauchen schnell und im Zuge des Interaktionsprozesses unmittelbar auf. Man kann von instanten Anzeigen sprechen. Darauf beruht ein weiteres Merkmal: Die Anzeigen, die »Schlag auf Schlag« (durch Klicken und Scrollen) wechseln, lassen die Treffer als gleichzeitig erscheinen.  Sie werden alle im nur wenige Sekunden umfassenden Bereich des visuellen Kurzzeitgedächtnisses gespeichert. Sie sind also gegenwärtig. Im Unterschied zum sukzessiven Durcharbeiten eines Buches oder eines Verzeichnisses unterliegen beim Googeln die angezeigten Informationen damit einer ganz anderen Erscheinungsweise. Gleichzeitigkeit bildet wiederum die Basis von Vergleichbarkeit. Der Vorwärts-Rückwärts-Button im linken oberen Eck des Browserfensters stützt diese Wahrnehmung von Gleichzeitigkeit. Mit der Chronik kann der Stapel der Trefferseiten immer neu gemischt werden. Die Treffer können so um die Aufmerksamkeit des Betrachters quasi konkurrieren. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für unsere Betrachtungen könnte auch ein Ausflug ins Kino sinnvoll sein: &lt;br /&gt;
Vom Kino her weiß man, dass erst der Schnitt im Film das Erzählen möglich macht. Rückblenden, dramatische Konvergenzen und Parallelsichten werden begreifbar. (vgl. WINKLER, 1992) Obwohl der Schnitt als solcher ein Echtzeitelement ist, wird erst durch ihn die messbare Zeit zur Erzählzeit. Hinzu kommt, dass der schnelle Schnitt den nachlaufenden filmischen Raum für einen Moment verflachen lässt. Es mag der Bezug der letzten Aussage zum Googeln befremdlich erscheinen, doch besitzt das Durchklicken der Seiten letztlich Merkmale des Schneidens. Auch scheint eine Neubestimmung des Wertes der Fläche notwendig. Flächigkeit ist für den an Printerzeugnisse (Texte und Karten) und planare Projektionen gewöhnten Menschen der optimale Weg, Relationen und Vernetzungen darzustellen. Nach wie vor müssen nahezu alle informellen Räume »durch die Fläche«. Sie ist die zentrale Kommunikationsform, so sehr auch die Entwerfer von 3D-Visualisierungen auf Powerwalls und in der CAVE die Fläche für begrenzt erklären. Jedoch sperrt sich die Fläche gegen die Echtzeitinteraktion. Sie (in aller Ruhe) will gelesen werden. &lt;br /&gt;
'''Oder kann sie doch »diagonal« gleichermaßen gut erfasst werden?'''&lt;br /&gt;
Fläche (Zeitunabhängigkeit) und Tiefe (Zeitabhängigkeit) scheinen die polaren (klassischen) Möglichkeiten der Strukturierung interaktiver Strukturen zu sein. Beide binden eigene Kulturtechniken (Lesen vs. Zielen, Operieren vs. Orientieren). '''Können die Gegensätze verbunden werden? Brauchen wir den lesenden Rennfahrer? Hatte Odysseus – Skylla und Charybdis meidend – schon das richtige Rezept? Wie viel Erkenntnis ist augenblicklich möglich?''' &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Produktentwicklungen in der WWWELT finden statt in interdisziplinären Arbeitsgruppen. &lt;br /&gt;
„In vielen Situationen sind spontan getroffene Bauchentscheidungen unserer Ratio überlegen!“ Malcom Gladwell (Autor von BLINK) meint dazu: „Denken ohne zu denken“. Oftmals gelangen wir gar nicht durch bewusste Anstrengung unserer grauen Zellen zum richtigen Schluss. Statt grübeln, bis der Kopf raucht, liegt die Lösung häufig ganz nah. Je komplizierter eine Entscheidung ist, desto weniger nutzt langes Nachdenken. Gerhard Roth (Hirnforscher) empfiehlt:&lt;br /&gt;
1. Sachlage rational überdenken&lt;br /&gt;
2. Entschluss aufschieben&lt;br /&gt;
3. Zum Schluss dem Gefühl folgen&lt;br /&gt;
'''Wie und was beeinflusst den Entscheidungsprozess in Teams? &lt;br /&gt;
Wie lassen sich Entscheidungen synchronisieren?&lt;br /&gt;
'''&lt;br /&gt;
Die Arbeit in der Arbeitsgruppe (AG). Die AG wird zu einem Entscheidungslabor. Gemeinsam möchten wir u. A. dem Nutzerverhalten im Umgang mit der Maschine auf den Grund gehen. Mit dem Medium Video möchten wir arbeiten. Wie im Film können wir Echtzeitzustände simulieren und gestalten resp. sichtbar machen. Daraus erwünschen wir uns wesentliche Erkenntnisse von Echtzeitabhängigkeiten in Entscheidungsprozessen zu erarbeiten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
''Anmelden, kommen und mitmachen?&lt;br /&gt;
Kopf oder Bauch? Logik oder Intuition?'' &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit und das Wiedersehen!&lt;br /&gt;
Rainer Groh und Sabine Graeser&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Quellen&lt;br /&gt;
NZZ Folio, Ausgabe März 2009&lt;br /&gt;
Gehirn und Geist, Ausgabe November 2007&lt;br /&gt;
Maja Storch, Das Geheimnis kluger Entscheidungen, Mosaik bei Goldmann&lt;br /&gt;
Gerd Gigerenzer, Bauchentscheidungen (goldmann)&lt;br /&gt;
Malcolm Gladwell, Blink die Macht des Moments (piper)&lt;br /&gt;
Heike Klippel, Gedächtnis und Kino, nexus 39&lt;br /&gt;
Gerhard Roth, Aus der Sicht des Gehirns, suhrkamp&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>HD</name></author>
		
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.hyperkommunikation.ch/wiki/2009/index.php?title=AG3:_Die_Kraft_der_Sprache&amp;diff=372</id>
		<title>AG3: Die Kraft der Sprache</title>
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		<updated>2009-09-08T09:04:59Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;HD: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;== Die Kraft der Sprache ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Diskussionspapier zur MMK 2009 von Erhard Nullmeier'''&amp;lt;BR&amp;gt;&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
Vorbemerkungen: Ich bin bei diesem Thema – wie wohl die meisten der MMK-Teilnehmer ein Laie, habe eher unsystematisch dies und das gelesen sowie dies und das gedacht. Die damit verbundene Zu¬fälligkeiten und vor allem die Lücken in der Argumentation können und sollen zu kreativen Diskussio¬nen anregen., Irritationen sind ja ein beliebtes Erkenntnismittel bei der MMK. Ich werde versuchen, das „weite Feld“ Sprache unter dem Blickwinkel zu sehen, dass eine Maschine (was immer das sei) beteiligt (was immer beteiligt sein mag) ist.  „Weites Feld“ werden manche als einen sonderbaren Ausdruck, andere als Zitat zu Theodor Fontane und/oder Günter Grass sehen; einen Eigenschaft von Sprache scheint es zu sein, unterschiedliche Interpretationen und Assoziationen zuzulassen.&lt;br /&gt;
&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''1. Wozu dient Sprache?'''&lt;br /&gt;
&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
Sprache dient der zwischenmenschlichen Kommunikation, aber auch dem menschlichen Denken.  An¬weisungen/Anfragen an Maschinen können auch sprachliche Form annehmen, ebenso Ausgaben von Maschinen. Zu unterscheiden ist auf einer MMK-Tagung, ob Sprache der zwischenmenschlichen Kommunikation dienen soll oder aber einer Maschine eine Anweisung (im Sonderfall eine Anfrage, die zu beantworten ist) gegeben werden soll.&lt;br /&gt;
&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
Ist die Maschine nur ein Medium zur Speicherung und Übermittlung sprachlicher Äußerungen, so dient dies der Kommunikation zwischen Menschen, kann aber durch die Art der Speicherung (wie bei allen anderen Speichern auch) und Übermittlung zu Informationsverlusten und -verfälschungen führen. Diese Verluste werden meist negativ gesehen (vgl, media richness theory), können aber auch helfen, Missverständnisse zu vermeiden. Darauf haben mich Studierende in einer interkulturell gemischten Gruppe hingewiesen: viele Missverständnisse entstehen durch nichtsprachliche und metasprachliche Formen der Kommunikation wie beispielsweise Gesten und Betonungen. &lt;br /&gt;
&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
Bei der sprachlichen Anweisung (bzw. Anfrage) an eine Maschine entfallen nichtsprachliche und me¬tasprachliche Elemente, der Tastendruck, mit dem ich dies schreibe und meine Sitzhaltung werden vom Computer nicht erfasst und stehendem Leser dieses Textes nicht zur Verfügung. Zusätzlich han¬delt es sich bei der Sprachkommunikation über Computer (wie auch vermittels anderer Speichermedi¬en) um eine asynchrone, d.h. zeitversetzte Kommunikation. Durch das Speicher- und Übertragungsme¬dium und u.U. den Entwickler ist festgelegt, welche (z.B. sprachlichen) Zeichen für die Kommunika¬tion zugelassen sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''2.  Mensch-Mensch-Kommunikation durch Sprache'''&lt;br /&gt;
&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
Zunächst werde ich auf sprachliche Kommunikation eingehen. Bei Wolfgang Engler habe ich  Zweifel aus uralter Zeit hinsichtlich der Eignung von Sprache zur Kommunikation gefunden: „Der Zweifel an der Brauchbarkeit der menschlichen Sprache für Verständigungszwecke ist alt…. Ausgangs des 5. vor¬christlichen Jahrhunderts zieht Gorgias ein erstes Resümee: Angenommen, es gibt ein Seiendes (das es nicht gibt) und dieses Seiende wäre erkennbar (was es nicht ist), so ließe sich diese Erkenntnis den Mitmenschen gleichwohl nicht adäquat vermitteln. Denn erstens erlischt im Wort die lebendige Vor¬stellung der Dinge. Wie könnte das (Ding) dem deutlich werden, der es gehört, aber nicht gesehen hat? Denn gerade wie das Auge nicht die Töne wahrnimmt, so hört auch das Gehör keine Farben, sondern Töne. Und es spricht der Sprechende (Worte), aber keine Farbe und überhaupt kein Ding. Wovon jemand (überhaupt) keine Vorstellung hat, wie könnte er das von einem anderen vermittels ei¬nes Wortes oder irgendeines Zeichens, das doch von dem Dinge selbst verschieden ist, geistig aufneh¬men?“(zitiert nach Wolfgang Engler, S .61)&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
Nach diesem Zitat setzt sprachliche Kommunikation gemeinsame Weltenkenntnis, gemeinsame Erfah¬rungen (die es streng genommen beide nicht gibt) voraus . Eine besondere Kenntnis bzw. Erfahrung ist das Kennen des- bzw. derjenigen, mit dem/der man kommuniziert. Da beides an die menschliche Existenz, sein Dasein, gebunden ist, kann eine Maschine in diesem Sinne nicht kommunizieren (vor Jahren wurde für diese simple Erkenntnis Heidegger herangezogen). &amp;lt;BR&amp;gt;&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was könnte nach dieser skeptischen Einschätzung die „Kraft“ der Sprache ausmachen? Schon durch den Titel des Buches von Wolfgang Engler, „Lüge als Prinzip“, kommt einer bestimmten Sicht von Sprache einen besondere Bedeutung zu: „Sprache verbirgt die Welt hinter einem Schleier von Symbo¬len“ (S. 70). „Sprache und Schrift lenkten das Denken vom Wesen der Dinge ab und sabotierten die Verständigung der Menschen über sich und die Welt“ (S. 73). Je unterschiedlicher die Weltenkenntnis zwischen dem Sprecher und dem Hörer ist, desto leichter kann Sprache zur Manipulation missbraucht (gebracht) werden. Ich will auf weitere Zitate verzichten, aber Sprache hat eben auch die Funktion, einen Schein aufzubauen, Verstellungen, Lügen usw. zu ermöglichen. Da zur Zeit gerade „Wahl-kampf“ ist, ist auch eine sprachliche, wortreiche „Nicht-Aussage“ ein Indiz für die Kraft der Sprache? Ist es die Kraft einer Sprache, die solches ermöglicht und unterstützt? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''3.  Intentionen und Sprache'''&lt;br /&gt;
&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
Julian Nida-Rümelin (JNR) hat in „Die Grenzen der Sprache“ (schon der Titel reizt hinsichtlich des Themas dieser Arbeitsgruppe) konstatiert, „dass Außersprachliches für Sprachliches konstitutiv ist, genauer, dass der Intentionalität ein logisches und genetisches Prius gegenüber der Sprache zu-kommt“. Intentionen lassen sich sowohl durch Sprache als auch durch Außersprachliches ausdrücken. Außersprachlich sind alle Verhaltensweisen während (und auch vor) der sprachlichen Kommunikation, beispielsweise Gesten, Körperhaltung, Blicke. Dazu kommen noch metasprachliche Verhaltensweisen wie Betonung, Lautstärke usw. &lt;br /&gt;
&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
„In letzter Instanz sind es die Intentionen, die einen Ausschnitt des Verhaltens zu etwas Sprachlichem machen, die es erlauben, diesen Ausschnitt als Teil eines Verständigungsprozesses zu interpretieren.“ JNR vertritt diesen Ansatz als Gegenpol zu „radikalen Varianten des Lingualismus“, die meinen, Sprache „bedarf keiner Interpretation, sie repräsentiert nichts, weder Äußeres noch Inneres, sie nimmt keinen Bezug auf nicht-sprachliche Gegenstände und Intentionen spielen keine Rolle“. Diese Haltung erinnert an Diskussionen zwischen Hilbert und Brouwer über Zusammenhänge zwischen Mathematik und realer Welt (vgl. Bettina Heintz: Die Innenwelt der Mathematik). Zurück zu JNR: Die „über gemeinsames Wissen interpersonell verkoppelte spezifische Intentionalität ist für Kommunikation konstitutiv (Hervorhebungen von JNR). Unter der Überschrift „Die Grenzen der Sprache sind nicht die Grenzen der Welt“ schreibt JNR „Die Grenzen der Sprache lassen sich durch einen Begriff charakterisieren, es ist der der Intentionalität. Intentionalität ist fundamentaler als Bedeutung: Intentionalität hat das logische Prius. ...Die Verfügbarkeit von Sprache (und ihrer normativ verfassten Institutionen) erweitert das Spektrum unterschiedlicher kommunikativer Akte, es reichert die im menschlichen Handeln verfügbare Intentionalität an.“ .Obwohl bei JNR die direkte, zeit- und ortsgleiche Kommunikation im Fokus zu stehen scheint, sind die Bedeutung von Intentionen und auch des gemeinsamen Wissens auch für andere Kommunikationsformen relevant. &lt;br /&gt;
&amp;lt;BR&amp;gt;&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
Intentionen können vielfältig sein und auch vielfältig ausgedrückt werden: Paul Watzlawick u.a. betonen, dass jede menschliche, also auch die sprachliche, Kommunikation einen Inhalts.- und einen Beziehungsaspekt  hat. Ist damit das Gleiche gemeint, was JNR mit Intentionalität bezeichnet? Der Beziehungsaspekt kann und sollte weit aufgefasst werden. Meine schwerhörige Tante beispielsweise redet viel, um nicht zuhören zu müssen.- die Inhalte ihrer Äußerungen müssen nur die Funktion erfüllen, dass niemand nachfragt. Ein weiteres Beispiel nennt Monika Maron: „Manchmal frage ich nach einer Straße oder der Zeit, nur um sprechen zu kön¬nen“ (1981, S. 15).  In weitestem Sinne ist die Kopplung Sprache-Intention sicher zutreffend, die Intention hat aber u.U. nichts mit dem Gesagten zu tun; siehe auch Wahlkampfäußerungen. Im Beispiel von Monika Maron fällt es auch schwer, einen Beziehungsaspekt als Intention i.S. von Paul Watzlawick u.a. auszumachen; Intention – wohl eher Motivation - ist hier das eigene Wohlbefinden. Ausdrucksmittel für Intentionen sind neben sprachlichen Äußerungen auch das nonverbales Verhalten, die sprachliche Ausdrucksweise  usw. &lt;br /&gt;
&amp;lt;BR&amp;gt;&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
Wenn von den „Grenzen der Sprache“ die Rede ist, kann die „Kraft der Sprache“ über die Menge, Vollständigkeit, Konsistenz ausdrückbarer Intentionen „gemessen“ werden? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''4.  Sprache als Handlung?'''&lt;br /&gt;
&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
Sprache ist Handlung und soll Handlungen beim Adressaten bewirken. Sprachliche Äußerungen sind insofern Handlungen im Gegensatz zu bloßem Verhalten, als mit ihnen Intentionen verbunden sind.  Bezieht man Handlung auf den Gebrauch der Hände, ist zumindest die gesprochene Sprache vorder-gründig keine Handlung; Sprechen hat aber, verbunden mit Gesten, einen Handlungscharakter, Psy-chologen nennen dies „Sprachhandlungen“.  Arbeits- und andere Psychologen (wie Leontjew) haben auf die Bedeutung der Gegenständlichkeit des Handelns hingewiesen. Ein weiterer wichtiger Aspekt des gegenständli¬chen Handelns ist die direkte Rückkopplung - man sieht, was man getan hat . Die getane sprachliche Äußerung hört man zwar auch, aber das „getan hat“ bezieht sich auf eine Veränderung (in) der Welt – ob meine Rede etwas bewirkt hat, sehe bzw. höre.ich nicht immer. Trotzdem, es könnte hilfreich sein, Sprach“handlungen“ (vgl. JNR) zu betrachten; vielleicht lassen sich Teile einer Handlungstheorie auf diese Form von Handlungen anwenden. &lt;br /&gt;
&amp;lt;BR&amp;gt;&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
„Äußerungen sind Handlungen oder sie haben keine Bedeutung“ (JNR).Damit eine Handlung Träger von Bedeutung ist, sind spezifische Intentionen erforderlich. Nehmen wir das Beispiel einer informativen Mitteilung. Eine „Person äußert etwas in der motivierenden Absicht, damit dem Adressaten Grund für die Überzeugung zu geben, dass etwas der Fall ist“ (JNR). Beim Sender liegt eine Sprachhandlung vor, beim Adressaten würde ich nicht davon sprechen. Wenn eine „veränderte Überzeugung beim Adressaten“ schon „bewirken Handlungen beim Adressaten“ bedeuten soll, könnte ich dem zustimmen, eine Bewusstseinsänderung beim Adressaten ist für mich aber noch keine Handlung. Auch JNR merkt an, .dass sprachliche Äußerungen nicht zwangsweise Handlungen beim Adressaten hervorrufen. &lt;br /&gt;
&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
Interessant für uns (MMK) könnte es sein, dass wir immer dann, wenn wir mit Maschinen „kommunizieren“, eine „Handlung“ der Maschine erwarten. Da der Begriff „Handlung“ mit Intentionen verknüpft ist, sollten wir bei Maschinen eher von Zustandsänderungen, nach JNR auch Verhalten, sprechen.  &lt;br /&gt;
&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''5.  Kommunikation durch „gespeicherte“ Sprache'''&lt;br /&gt;
&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Intentionen können in „face-to-face“-Situationen durch Handlungen ausgedrückt werden. Wie aber sieht es bei zeitversetzten Kommunikationsformen aus? &lt;br /&gt;
&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
Zu unterscheiden ist, ob es sich um „flüchtige“ oder „dokumentierte“ Sprache handelt. Flüchtig soll bedeuten, dass zwischen zwei oder mehr Personen sprachliche Kommunikation stattfindet, die nur im Augenblick da ist. Damit können alle Anforderungen von Watzlawick  u.a. und auch JNR erfüllt werden. Neben der FTF-Kommunikation  kommt auch ein Telefongespräch in Frage. Ein Sonderfall liegt bei Überwachungssystemen vor: die Kommunikation der direkt Beteiligten ist meist flüchtig, die spätere Nutzung der Überwacher beruht auf der Dokumentation. &lt;br /&gt;
&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
Wir sollten uns auf einer MMK-Tagung auf die Besonderheiten dokumentierter Sprache  beschränken; damit ist auch die „digitale Dichtung“ (der ursprüngliche Untertitel der Arbeitsgruppe) eingeschlossen. Eine nächste Unterscheidung bzw. Eingrenzung liegt darin, ob es sich um frei formulierte oder vor-formulierte sprachliche Äußerungen handelt. Unter Menschen ist die freie Formulierung üblich, der Empfänger muss interpretieren, was der Sender „sagen wollte“. In Fach-Kommunikationen (beispielsweise der Juristerei) ist der freie Sprachgebrauch schon eingeschränkt, weil sich bestimmte sprachliche Ausdrücke unter Juristen eingebürgert haben. &lt;br /&gt;
&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
Ein- und Ausgaben beziehen sich auf (visuell erkennbare) Zeichen oder auf Laute. Schon Gorgias unterscheidet (wiederum nach Wolfgang Engler) zwischen der Schriftsprache, die Zeichen verwendet, und gesprochene Sprache, die Laute verwendet. Er meint, dass bei beiden etwas Verschiedenes im Vergleich zum Seienden (die Dinge, Farben usw.) verloren geht. Schriftsprache ist immer gespeicherte Sprache, gesprochene Sprache war früher flüchtig, nur im Augenblick des Sprechens existent, kann heute aber ebenso gespeichert werden. Schriftsprachen sind uralt, gespeichert auf Steintafeln, Papyrus, Papier, Disketten, USB-Sticks usw. Im Laufe der Jahrhunderte haben sich die Möglichkeiten, Schriftsprache technisch zu reproduzieren, zu speichern und an andere weiterzuleiten, ständig verbessert. &lt;br /&gt;
&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
In diesem Sinne ist ein Computer (als eine Maschine) ein Speicher – der Mensch bekommt die sprach¬lichen Äußerungen zu lesen bzw. zu hören, wie sie vom Computer ausgegeben werden, er allein in¬terpretiert Sprache. Der Computer muss die Eingaben des Menschen (Tastendrücke, Mausklicks, Sprache) „interpretieren“, in dem er sie einer gespeicherten Alternative zuweist.,die Zeichen müssen im Computerspeicher darstellbar sein (u.U. mit Hilfe von Umcodierungen).  &lt;br /&gt;
&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
Ist eine Maschine über die Speicher- und Übertragungsfunktion hinaus beteiligt, sind der freien For-mulierung weitere Grenzen gesetzt. Die Maschine (meist der Rechner) versteht nur das, was in ihrem Wortvorrat enthalten ist, d.h. Sie kann nur das in eine Aktion umsetzen. Daher ist die Interaktionstechnik des Auswählens und Anklickens so bequem. Auch Suchmaschinen wie google oder Navigationsgeräte suchen eine gespeicherte Zeichenfolge, sie haben aber auch die vorprogrammierte Möglichkeit, eine ähnliche Zeichenfolge vorzuschlagen: „Meinten Sie XXX?“.  Eine Ausnahme könnten lernende Systeme sein, da kenne ich den neuesten Stand nicht.&lt;br /&gt;
&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
Bei der MMK ist noch zwischen Ein- und Ausgaben zu unterscheiden (bei menschlicher Kommunika¬tion ist das schwerer, siehe das 5. Axiom von Watzlawick, in dem der Rückkopplungschararkter von Kommunikationsprozessen betont wird. Der Mensch als Benutzer muss eine Einga¬be tätigen, die der Rechner „versteht“ bzw. die Rechnerausgabe selbst verstehen (richtig interpretieren). Der Mensch als Entwickler muss festlegen, welche Eingaben zulässig sind und wie sie interpretiert werden sowie welche Ausgaben möglich sind. Die Freiheit der Sprache wird  durch den Entwickler eingeschränkt. &lt;br /&gt;
&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
Frieder Nake unterscheidet beim Interpretanten von Zeichen den Menschen  mit seiner intentionalen Seite und den Computer (als Modell einer Maschine) mit einer kausalen Seite. &lt;br /&gt;
&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
	''„Die Interpretation, die ein Mensch einem Software-Element oder -Ereignis zukommen lässt, 	ist von vollständig anderer Art als jene Interpretation, die ein Computer zum gleichen Zeit	punkt und aus gleichem Anlaß leistet. Ihm geht es so wie jeder anderen Maschine auch: er 	kann gar nicht interpretieren, wenn wir unter „Interpretation“ die Zuschreibung einer hand	lungsrelevanten Bedeutung verstehen wollen, die der Situation, dem Kontext und dem Interes	se eines lebendigen körperlichen Wesens eigen ist.&lt;br /&gt;
	Die Interpretationsleistung eines Computers ist der Grenzfall einer Interpretation: die Ent	scheidung für eine Zuschreibung aus einer Menge möglicher Zuschreibungen  (intentional) 	schrumpft zusammen auf die Bestimmung der im allgemeinen Schema vorgesehenen und vor	her bestimmten Zuschreibung (kausal). Wie nennen diesen Grenzfall Determination.&lt;br /&gt;
	Interpretation findet durch Herstellen und Auswählen von Kontext statt. Determination findet 	im Rahmen eines gesetzten und unverrückbaren Kontextes statt, der Berechenbarkeit nämlich. 	Die Interpretation des Computers ist die präzise und wiederholbare Ausführung einer bere	chenbaren Funktion“. (Frieder Nake) Genau das, was wir von einer Maschine erwarten!''&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
Ein schönes Beispiel der Schwierigkeiten, aber auch der Möglichkeiten der menschlichen Sprachinterpretation bei einer Kommunikation (Herausfinden der Intentionen der Autorin) sind Varianten eines Satzes in „Flugasche“ von Monika Maron (zitiert nach v. Thadden, im Roman (Westausgabe) habe ich nur das erste Zitat gefunden): &lt;br /&gt;
&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
	„B. ist die schmutzigste Stadt Europas.“&lt;br /&gt;
	„In B. steigt nur aus, wer hier aussteigen muß, wer hier wohnt oder arbeitet oder sonst zu tun 	hat.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Intention der Aussagen ist die gleiche, der Wortlaut aber sehr verschieden . Eine „richtige“ Interpretation ist dem Leser nur möglich, wenn er „B.“ (mit Bitterfeld) gleichsetzt und die dortigen Verhältnisse Mitte der siebziger Jahre des vorigen Jahrhunderts kennt. Ein weiteres Beispiel der Abhängigkeit der Interpretation von Sprache (im Sinne der Ermittlung der Intention) von der gemeinsamen Weltenkenntnis ist die Überschrift des Artikels von Elisabeth v. Thadden zum neuen Buch von Monika Maron: „Brüder zur Sonne“. Da heute Bitterfeld eine Standort der Solartechnik ist und dessen Entstehung im Buch geschildert wird, wäre als Erklärung eine Betonung dieses Zusammenhangs naheliegend; der historisch gebildete (oder einfach ältere) Leser wird aber sofort im Geiste ergänzen „... zur Freiheit“ - eine Anspielung auf die DDR-Zeit, als in Bitterfeld von Sonne nur wenig zu sehen war. Die Kraft der Sprache zeigt sich hier in der vielfältigen Bedeutung, wenigstens im Kontext der historischen Situation. &lt;br /&gt;
&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
Wie sieht es aber aus, wenn ich etwas lese, beispielsweise ein Gedicht von Goethe, das er vor 200 Jahren geschrieben hat? Sicher hatte Goethe Intentionen, aber sind die in dem Text erhalten geblieben und für mich heute erkennbar? Hat die äußere Form des Schriftstücks, Handschrift, Originaldruck mit damaliger Rechtschreibung,Neuausgabe oder Bildschirmanzeige, einen Einfluss auf das Erkennen der Intentionen? Sind die Intentionen von Goethe (für Nicht-Philologen) überhaupt wichtig? Sind die Ana¬logien, die ich heute beim Lesen des Textes entwickle, nicht viel interessanter? Macht es einen Unter¬schied, ob ich den Text lese oder höre , gar noch vom Autor selbst gelesen (im Falle der Buddenbrooks von Thomas Mann könnte ich seine sprachliche Interpretation mit der von Gert Westphal vergleichen). Sowohl das Medium (Tonträger oder Zeichenträger) als auch der Zeit-, Orts- und Kulturunterschied erschweren das Erkennen der Intentionen des Autors und führen u.U.  zu ganz unterschiedlichen Ergebnissen. &lt;br /&gt;
&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
Was macht in diesen Fällen die Kraft der Sprache aus? Intuitiv, dass mir das Gedicht heute noch etwas sagt. Die Vielfalt möglicher Interpretationen, d.h. auch eine gewisse Vagheit, macht es möglich, das Gedicht in gänzlich anderem Kontext zu lesen als dem von Goethe und seiner Zeit. Bei Monika Maron ist der erste Satz „brutal“ eindeutig, der zweite lässt Interpretationsspielräume – je nach Weltenkenntnis des Lesers. Nun bedeutet aber nicht jede Vagheit und jeder Interpretationsspielraum eines Textes, einer sprachlichen Äußerung, eine „kraftvolle“ Sprache! &lt;br /&gt;
&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
Zu fragen und zu diskutieren ist, ob die Art der Speicherung, Weiterleitung und Ausgabe die Kommunikation verändert Walter Benjamin würde dies wahrscheinlich so sehen. Was ist in diesem Kontext die „Kraft“ der Sprache?&lt;br /&gt;
&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''6.  Bildersprache oder natürliche Sprache?'''&lt;br /&gt;
&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die sprachliche Mensch-Maschine-Kommunikation zeichnet sich, wie oben dargestellt – durch eine Auswahl aus vorher festgelegten und in der Maschine gespeicherten Zeichenketten (oder akustisch: Lautfolgen) aus. Die Mensch-Mensch-Kommunikation, auch wenn sie über den Umweg gespeicherter Zeichen (oder Laute) geht, durch eine relativ freie, durch die Regeln der Grammatik eingeschränkte  Bildung von Sätzen aus ; die verwendeten Worte haben zwar eine vorgegebene Bedeutung, die aber durch den Kontext von Sprecher und Hörer (Sender und Empfänger) variiert wird. &lt;br /&gt;
&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
Durch die bekannten grafischen Benutzungsoberflächen (GUIs) werden uns – soweit möglich, d.h mengenmäßig auf dem Bildschirm darstellbar - die möglichen Eingabeoptionen vorgegeben. Bei Suchmaschinen, auch bei Navigationsgeräten ist es nicht möglich, alle potentiell auszuwählenden Zei¬chenketten (hier sprachliche) gleichzeitig auf dem Bildschirm zu zeigen; das Prinzip bleibt aber das Gleiche. Wir können nur das von der Maschine verlangen, was durch die GUI vorgesehen ist . Die auszuwählenden Optionen werden in Form einer Bildersprache dargestellt; damit besteht eine (gewoll¬te) Sprachunabhängigkeit, die Bildersprache soll möglichst weltweit, auch von Kindern und Analpha¬beten, verstanden werden. Auf Sprache im Sinne freier Formulierungen und kontextabhängiger Inter¬pretation – und damit auf die Kraft der Sprache - wird verzichtet.&lt;br /&gt;
&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
Im Mensch-Maschine-Dialog bedeutet „Kraft“ der Sprache eher die Vollständigkeit der Sprache in Bezug zu vom Benutzer beabsichtigten Eingaben, die Eindeutigkeit der Reaktion auf die sprachlichen Eingaben, allenfalls die Möglichkeiten zu erkennen, was der Benutzer gemeint haben könnte. Dies bedeutet eine Reduzierung der Möglichkeiten von Sprache. Alles fast diametral zur Kraft der Sprache bei der menschlichen Kommunikation.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Literatur:''' &lt;br /&gt;
&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
Benjamin, W.: Das Kunstwerk im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit, Frankfurt a.M.: Suhrkamp Verlag 2006, Original 1936&lt;br /&gt;
&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
Engler, W.: Lüge als Prinzip - Aufrichtigkeit im  Kapitalismus, Berlin: Aufbau Verlag 2009&lt;br /&gt;
&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
Fetcher, C.: Gigabytes statt Gutenberg – Schöne neue Wissenschaft: Wie das Internet den Prozess der Erkenntnis verändert, Der Tagesspiegel, 14.7.2009, &lt;br /&gt;
&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
Maron, M. Flugasche, Frankfurt a.M.: Fischer Verlag 1981&lt;br /&gt;
&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
Maron, M.: Bitterfelder Bogen, Frankfurt a.M.: Fischer Verlag 2009&lt;br /&gt;
&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
Nake, F.: Das algorithmische Zeichen, GI-Jahrestagung 2001, auch im Internet&lt;br /&gt;
&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
Nida-Rümelin, J.: Die Grenzen der Sprache, in: Bubner/Hindrichs (Hrsg.): Von der Logik der Sprache, Stuttgart 2006; auch als Vortragsmanuskript der Hegel-Tagung am 28.5.2006 in Stuttgart im Internet&lt;br /&gt;
&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
Thadden, E.v.: Brüder zur Sonne, Die Zeit vom 14. Juli 2009, S. 43&lt;br /&gt;
&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
Watzlawick, P., J.H. Beavin, and D.D. Jackson: Menschliche Kommunikation, 10. Aufl., Bern u.a. Verlag Hans Huber 2000, Original 1969 &lt;br /&gt;
&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>HD</name></author>
		
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.hyperkommunikation.ch/wiki/2009/index.php?title=AG3:_Die_Kraft_der_Sprache&amp;diff=371</id>
		<title>AG3: Die Kraft der Sprache</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.hyperkommunikation.ch/wiki/2009/index.php?title=AG3:_Die_Kraft_der_Sprache&amp;diff=371"/>
		<updated>2009-09-08T08:54:10Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;HD: Die Seite wurde neu angelegt: „ == Die Kraft der Sprache == &amp;lt;BR&amp;gt; Diskussionspapier zur MMK 2009 von Erhard Nullmeier &amp;lt;BR&amp;gt; Vorbemerkungen: Ich bin bei diesem Thema – wie wohl die meisten der M...“&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&lt;br /&gt;
== Die Kraft der Sprache ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
Diskussionspapier zur MMK 2009 von Erhard Nullmeier&lt;br /&gt;
&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
Vorbemerkungen: Ich bin bei diesem Thema – wie wohl die meisten der MMK-Teilnehmer ein Laie, habe eher unsystematisch dies und das gelesen sowie dies und das gedacht. Die damit verbundene Zu¬fälligkeiten und vor allem die Lücken in der Argumentation können und sollen zu kreativen Diskussio¬nen anregen., Irritationen sind ja ein beliebtes Erkenntnismittel bei der MMK. Ich werde versuchen, das „weite Feld“ Sprache unter dem Blickwinkel zu sehen, dass eine Maschine (was immer das sei) beteiligt (was immer beteiligt sein mag) ist.  „Weites Feld“ werden manche als einen sonderbaren Ausdruck, andere als Zitat zu Theodor Fontane und/oder Günter Grass sehen; einen Eigenschaft von Sprache scheint es zu sein, unterschiedliche Interpretationen und Assoziationen zuzulassen.&lt;br /&gt;
&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''1. Wozu dient Sprache?'''&lt;br /&gt;
&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
Sprache dient der zwischenmenschlichen Kommunikation, aber auch dem menschlichen Denken.  An¬weisungen/Anfragen an Maschinen können auch sprachliche Form annehmen, ebenso Ausgaben von Maschinen. Zu unterscheiden ist auf einer MMK-Tagung, ob Sprache der zwischenmenschlichen Kommunikation dienen soll oder aber einer Maschine eine Anweisung (im Sonderfall eine Anfrage, die zu beantworten ist) gegeben werden soll.&lt;br /&gt;
&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
Ist die Maschine nur ein Medium zur Speicherung und Übermittlung sprachlicher Äußerungen, so dient dies der Kommunikation zwischen Menschen, kann aber durch die Art der Speicherung (wie bei allen anderen Speichern auch) und Übermittlung zu Informationsverlusten und -verfälschungen führen. Diese Verluste werden meist negativ gesehen (vgl, media richness theory), können aber auch helfen, Missverständnisse zu vermeiden. Darauf haben mich Studierende in einer interkulturell gemischten Gruppe hingewiesen: viele Missverständnisse entstehen durch nichtsprachliche und metasprachliche Formen der Kommunikation wie beispielsweise Gesten und Betonungen. &lt;br /&gt;
&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
Bei der sprachlichen Anweisung (bzw. Anfrage) an eine Maschine entfallen nichtsprachliche und me¬tasprachliche Elemente, der Tastendruck, mit dem ich dies schreibe und meine Sitzhaltung werden vom Computer nicht erfasst und stehendem Leser dieses Textes nicht zur Verfügung. Zusätzlich han¬delt es sich bei der Sprachkommunikation über Computer (wie auch vermittels anderer Speichermedi¬en) um eine asynchrone, d.h. zeitversetzte Kommunikation. Durch das Speicher- und Übertragungsme¬dium und u.U. den Entwickler ist festgelegt, welche (z.B. sprachlichen) Zeichen für die Kommunika¬tion zugelassen sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''2.  Mensch-Mensch-Kommunikation durch Sprache'''&lt;br /&gt;
&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
Zunächst werde ich auf sprachliche Kommunikation eingehen. Bei Wolfgang Engler habe ich  Zweifel aus uralter Zeit hinsichtlich der Eignung von Sprache zur Kommunikation gefunden: „Der Zweifel an der Brauchbarkeit der menschlichen Sprache für Verständigungszwecke ist alt…. Ausgangs des 5. vor¬christlichen Jahrhunderts zieht Gorgias ein erstes Resümee: Angenommen, es gibt ein Seiendes (das es nicht gibt) und dieses Seiende wäre erkennbar (was es nicht ist), so ließe sich diese Erkenntnis den Mitmenschen gleichwohl nicht adäquat vermitteln. Denn erstens erlischt im Wort die lebendige Vor¬stellung der Dinge. Wie könnte das (Ding) dem deutlich werden, der es gehört, aber nicht gesehen hat? Denn gerade wie das Auge nicht die Töne wahrnimmt, so hört auch das Gehör keine Farben, sondern Töne. Und es spricht der Sprechende (Worte), aber keine Farbe und überhaupt kein Ding. Wovon jemand (überhaupt) keine Vorstellung hat, wie könnte er das von einem anderen vermittels ei¬nes Wortes oder irgendeines Zeichens, das doch von dem Dinge selbst verschieden ist, geistig aufneh¬men?“(zitiert nach Wolfgang Engler, S .61)&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
Nach diesem Zitat setzt sprachliche Kommunikation gemeinsame Weltenkenntnis, gemeinsame Erfah¬rungen (die es streng genommen beide nicht gibt) voraus . Eine besondere Kenntnis bzw. Erfahrung ist das Kennen des- bzw. derjenigen, mit dem/der man kommuniziert. Da beides an die menschliche Existenz, sein Dasein, gebunden ist, kann eine Maschine in diesem Sinne nicht kommunizieren (vor Jahren wurde für diese simple Erkenntnis Heidegger herangezogen). &amp;lt;BR&amp;gt;&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was könnte nach dieser skeptischen Einschätzung die „Kraft“ der Sprache ausmachen? Schon durch den Titel des Buches von Wolfgang Engler, „Lüge als Prinzip“, kommt einer bestimmten Sicht von Sprache einen besondere Bedeutung zu: „Sprache verbirgt die Welt hinter einem Schleier von Symbo¬len“ (S. 70). „Sprache und Schrift lenkten das Denken vom Wesen der Dinge ab und sabotierten die Verständigung der Menschen über sich und die Welt“ (S. 73). Je unterschiedlicher die Weltenkenntnis zwischen dem Sprecher und dem Hörer ist, desto leichter kann Sprache zur Manipulation missbraucht (gebracht) werden. Ich will auf weitere Zitate verzichten, aber Sprache hat eben auch die Funktion, einen Schein aufzubauen, Verstellungen, Lügen usw. zu ermöglichen. Da zur Zeit gerade „Wahl-kampf“ ist, ist auch eine sprachliche, wortreiche „Nicht-Aussage“ ein Indiz für die Kraft der Sprache? Ist es die Kraft einer Sprache, die solches ermöglicht und unterstützt? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''3.  Intentionen und Sprache'''&lt;br /&gt;
&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
Julian Nida-Rümelin (JNR) hat in „Die Grenzen der Sprache“ (schon der Titel reizt hinsichtlich des Themas dieser Arbeitsgruppe) konstatiert, „dass Außersprachliches für Sprachliches konstitutiv ist, genauer, dass der Intentionalität ein logisches und genetisches Prius gegenüber der Sprache zu-kommt“. Intentionen lassen sich sowohl durch Sprache als auch durch Außersprachliches ausdrücken. Außersprachlich sind alle Verhaltensweisen während (und auch vor) der sprachlichen Kommunikation, beispielsweise Gesten, Körperhaltung, Blicke. Dazu kommen noch metasprachliche Verhaltensweisen wie Betonung, Lautstärke usw. &lt;br /&gt;
&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
„In letzter Instanz sind es die Intentionen, die einen Ausschnitt des Verhaltens zu etwas Sprachlichem machen, die es erlauben, diesen Ausschnitt als Teil eines Verständigungsprozesses zu interpretieren.“ JNR vertritt diesen Ansatz als Gegenpol zu „radikalen Varianten des Lingualismus“, die meinen, Sprache „bedarf keiner Interpretation, sie repräsentiert nichts, weder Äußeres noch Inneres, sie nimmt keinen Bezug auf nicht-sprachliche Gegenstände und Intentionen spielen keine Rolle“. Diese Haltung erinnert an Diskussionen zwischen Hilbert und Brouwer über Zusammenhänge zwischen Mathematik und realer Welt (vgl. Bettina Heintz: Die Innenwelt der Mathematik). Zurück zu JNR: Die „über gemeinsames Wissen interpersonell verkoppelte spezifische Intentionalität ist für Kommunikation konstitutiv (Hervorhebungen von JNR). Unter der Überschrift „Die Grenzen der Sprache sind nicht die Grenzen der Welt“ schreibt JNR „Die Grenzen der Sprache lassen sich durch einen Begriff charakterisieren, es ist der der Intentionalität. Intentionalität ist fundamentaler als Bedeutung: Intentionalität hat das logische Prius. ...Die Verfügbarkeit von Sprache (und ihrer normativ verfassten Institutionen) erweitert das Spektrum unterschiedlicher kommunikativer Akte, es reichert die im menschlichen Handeln verfügbare Intentionalität an.“ .Obwohl bei JNR die direkte, zeit- und ortsgleiche Kommunikation im Fokus zu stehen scheint, sind die Bedeutung von Intentionen und auch des gemeinsamen Wissens auch für andere Kommunikationsformen relevant. &lt;br /&gt;
&amp;lt;BR&amp;gt;&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
Intentionen können vielfältig sein und auch vielfältig ausgedrückt werden: Paul Watzlawick u.a. betonen, dass jede menschliche, also auch die sprachliche, Kommunikation einen Inhalts.- und einen Beziehungsaspekt  hat. Ist damit das Gleiche gemeint, was JNR mit Intentionalität bezeichnet? Der Beziehungsaspekt kann und sollte weit aufgefasst werden. Meine schwerhörige Tante beispielsweise redet viel, um nicht zuhören zu müssen.- die Inhalte ihrer Äußerungen müssen nur die Funktion erfüllen, dass niemand nachfragt. Ein weiteres Beispiel nennt Monika Maron: „Manchmal frage ich nach einer Straße oder der Zeit, nur um sprechen zu kön¬nen“ (1981, S. 15).  In weitestem Sinne ist die Kopplung Sprache-Intention sicher zutreffend, die Intention hat aber u.U. nichts mit dem Gesagten zu tun; siehe auch Wahlkampfäußerungen. Im Beispiel von Monika Maron fällt es auch schwer, einen Beziehungsaspekt als Intention i.S. von Paul Watzlawick u.a. auszumachen; Intention – wohl eher Motivation - ist hier das eigene Wohlbefinden. Ausdrucksmittel für Intentionen sind neben sprachlichen Äußerungen auch das nonverbales Verhalten, die sprachliche Ausdrucksweise  usw. &lt;br /&gt;
&amp;lt;BR&amp;gt;&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
Wenn von den „Grenzen der Sprache“ die Rede ist, kann die „Kraft der Sprache“ über die Menge, Vollständigkeit, Konsistenz ausdrückbarer Intentionen „gemessen“ werden? &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''4.  Sprache als Handlung?'''&lt;br /&gt;
&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
Sprache ist Handlung und soll Handlungen beim Adressaten bewirken. Sprachliche Äußerungen sind insofern Handlungen im Gegensatz zu bloßem Verhalten, als mit ihnen Intentionen verbunden sind.  Bezieht man Handlung auf den Gebrauch der Hände, ist zumindest die gesprochene Sprache vorder-gründig keine Handlung; Sprechen hat aber, verbunden mit Gesten, einen Handlungscharakter, Psy-chologen nennen dies „Sprachhandlungen“.  Arbeits- und andere Psychologen (wie Leontjew) haben auf die Bedeutung der Gegenständlichkeit des Handelns hingewiesen. Ein weiterer wichtiger Aspekt des gegenständli¬chen Handelns ist die direkte Rückkopplung - man sieht, was man getan hat . Die getane sprachliche Äußerung hört man zwar auch, aber das „getan hat“ bezieht sich auf eine Veränderung (in) der Welt – ob meine Rede etwas bewirkt hat, sehe bzw. höre.ich nicht immer. Trotzdem, es könnte hilfreich sein, Sprach“handlungen“ (vgl. JNR) zu betrachten; vielleicht lassen sich Teile einer Handlungstheorie auf diese Form von Handlungen anwenden. &lt;br /&gt;
&amp;lt;BR&amp;gt;&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
„Äußerungen sind Handlungen oder sie haben keine Bedeutung“ (JNR).Damit eine Handlung Träger von Bedeutung ist, sind spezifische Intentionen erforderlich. Nehmen wir das Beispiel einer informativen Mitteilung. Eine „Person äußert etwas in der motivierenden Absicht, damit dem Adressaten Grund für die Überzeugung zu geben, dass etwas der Fall ist“ (JNR). Beim Sender liegt eine Sprachhandlung vor, beim Adressaten würde ich nicht davon sprechen. Wenn eine „veränderte Überzeugung beim Adressaten“ schon „bewirken Handlungen beim Adressaten“ bedeuten soll, könnte ich dem zustimmen, eine Bewusstseinsänderung beim Adressaten ist für mich aber noch keine Handlung. Auch JNR merkt an, .dass sprachliche Äußerungen nicht zwangsweise Handlungen beim Adressaten hervorrufen. &lt;br /&gt;
&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
Interessant für uns (MMK) könnte es sein, dass wir immer dann, wenn wir mit Maschinen „kommunizieren“, eine „Handlung“ der Maschine erwarten. Da der Begriff „Handlung“ mit Intentionen verknüpft ist, sollten wir bei Maschinen eher von Zustandsänderungen, nach JNR auch Verhalten, sprechen.  &lt;br /&gt;
&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''5.  Kommunikation durch „gespeicherte“ Sprache'''&lt;br /&gt;
&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Intentionen können in „face-to-face“-Situationen durch Handlungen ausgedrückt werden. Wie aber sieht es bei zeitversetzten Kommunikationsformen aus? &lt;br /&gt;
&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
Zu unterscheiden ist, ob es sich um „flüchtige“ oder „dokumentierte“ Sprache handelt. Flüchtig soll bedeuten, dass zwischen zwei oder mehr Personen sprachliche Kommunikation stattfindet, die nur im Augenblick da ist. Damit können alle Anforderungen von Watzlawick  u.a. und auch JNR erfüllt werden. Neben der FTF-Kommunikation  kommt auch ein Telefongespräch in Frage. Ein Sonderfall liegt bei Überwachungssystemen vor: die Kommunikation der direkt Beteiligten ist meist flüchtig, die spätere Nutzung der Überwacher beruht auf der Dokumentation. &lt;br /&gt;
&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
Wir sollten uns auf einer MMK-Tagung auf die Besonderheiten dokumentierter Sprache  beschränken; damit ist auch die „digitale Dichtung“ (der ursprüngliche Untertitel der Arbeitsgruppe) eingeschlossen. Eine nächste Unterscheidung bzw. Eingrenzung liegt darin, ob es sich um frei formulierte oder vor-formulierte sprachliche Äußerungen handelt. Unter Menschen ist die freie Formulierung üblich, der Empfänger muss interpretieren, was der Sender „sagen wollte“. In Fach-Kommunikationen (beispielsweise der Juristerei) ist der freie Sprachgebrauch schon eingeschränkt, weil sich bestimmte sprachliche Ausdrücke unter Juristen eingebürgert haben. &lt;br /&gt;
&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
Ein- und Ausgaben beziehen sich auf (visuell erkennbare) Zeichen oder auf Laute. Schon Gorgias unterscheidet (wiederum nach Wolfgang Engler) zwischen der Schriftsprache, die Zeichen verwendet, und gesprochene Sprache, die Laute verwendet. Er meint, dass bei beiden etwas Verschiedenes im Vergleich zum Seienden (die Dinge, Farben usw.) verloren geht. Schriftsprache ist immer gespeicherte Sprache, gesprochene Sprache war früher flüchtig, nur im Augenblick des Sprechens existent, kann heute aber ebenso gespeichert werden. Schriftsprachen sind uralt, gespeichert auf Steintafeln, Papyrus, Papier, Disketten, USB-Sticks usw. Im Laufe der Jahrhunderte haben sich die Möglichkeiten, Schriftsprache technisch zu reproduzieren, zu speichern und an andere weiterzuleiten, ständig verbessert. &lt;br /&gt;
&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
In diesem Sinne ist ein Computer (als eine Maschine) ein Speicher – der Mensch bekommt die sprach¬lichen Äußerungen zu lesen bzw. zu hören, wie sie vom Computer ausgegeben werden, er allein in¬terpretiert Sprache. Der Computer muss die Eingaben des Menschen (Tastendrücke, Mausklicks, Sprache) „interpretieren“, in dem er sie einer gespeicherten Alternative zuweist.,die Zeichen müssen im Computerspeicher darstellbar sein (u.U. mit Hilfe von Umcodierungen).  &lt;br /&gt;
&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
Ist eine Maschine über die Speicher- und Übertragungsfunktion hinaus beteiligt, sind der freien For-mulierung weitere Grenzen gesetzt. Die Maschine (meist der Rechner) versteht nur das, was in ihrem Wortvorrat enthalten ist, d.h. Sie kann nur das in eine Aktion umsetzen. Daher ist die Interaktionstechnik des Auswählens und Anklickens so bequem. Auch Suchmaschinen wie google oder Navigationsgeräte suchen eine gespeicherte Zeichenfolge, sie haben aber auch die vorprogrammierte Möglichkeit, eine ähnliche Zeichenfolge vorzuschlagen: „Meinten Sie XXX?“.  Eine Ausnahme könnten lernende Systeme sein, da kenne ich den neuesten Stand nicht.&lt;br /&gt;
&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
Bei der MMK ist noch zwischen Ein- und Ausgaben zu unterscheiden (bei menschlicher Kommunika¬tion ist das schwerer, siehe das 5. Axiom von Watzlawick, in dem der Rückkopplungschararkter von Kommunikationsprozessen betont wird. Der Mensch als Benutzer muss eine Einga¬be tätigen, die der Rechner „versteht“ bzw. die Rechnerausgabe selbst verstehen (richtig interpretieren). Der Mensch als Entwickler muss festlegen, welche Eingaben zulässig sind und wie sie interpretiert werden sowie welche Ausgaben möglich sind. Die Freiheit der Sprache wird  durch den Entwickler eingeschränkt. &lt;br /&gt;
&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
Frieder Nake unterscheidet beim Interpretanten von Zeichen den Menschen  mit seiner intentionalen Seite und den Computer (als Modell einer Maschine) mit einer kausalen Seite. &lt;br /&gt;
&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
	''„Die Interpretation, die ein Mensch einem Software-Element oder -Ereignis zukommen lässt, 	ist von vollständig anderer Art als jene Interpretation, die ein Computer zum gleichen Zeit	punkt und aus gleichem Anlaß leistet. Ihm geht es so wie jeder anderen Maschine auch: er 	kann gar nicht interpretieren, wenn wir unter „Interpretation“ die Zuschreibung einer hand	lungsrelevanten Bedeutung verstehen wollen, die der Situation, dem Kontext und dem Interes	se eines lebendigen körperlichen Wesens eigen ist.&lt;br /&gt;
	Die Interpretationsleistung eines Computers ist der Grenzfall einer Interpretation: die Ent	scheidung für eine Zuschreibung aus einer Menge möglicher Zuschreibungen  (intentional) 	schrumpft zusammen auf die Bestimmung der im allgemeinen Schema vorgesehenen und vor	her bestimmten Zuschreibung (kausal). Wie nennen diesen Grenzfall Determination.&lt;br /&gt;
	Interpretation findet durch Herstellen und Auswählen von Kontext statt. Determination findet 	im Rahmen eines gesetzten und unverrückbaren Kontextes statt, der Berechenbarkeit nämlich. 	Die Interpretation des Computers ist die präzise und wiederholbare Ausführung einer bere	chenbaren Funktion“. (Frieder Nake) Genau das, was wir von einer Maschine erwarten!''&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
Ein schönes Beispiel der Schwierigkeiten, aber auch der Möglichkeiten der menschlichen Sprachinterpretation bei einer Kommunikation (Herausfinden der Intentionen der Autorin) sind Varianten eines Satzes in „Flugasche“ von Monika Maron (zitiert nach v. Thadden, im Roman (Westausgabe) habe ich nur das erste Zitat gefunden): &lt;br /&gt;
&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
	„B. ist die schmutzigste Stadt Europas.“&lt;br /&gt;
	„In B. steigt nur aus, wer hier aussteigen muß, wer hier wohnt oder arbeitet oder sonst zu tun 	hat.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Intention der Aussagen ist die gleiche, der Wortlaut aber sehr verschieden . Eine „richtige“ Interpretation ist dem Leser nur möglich, wenn er „B.“ (mit Bitterfeld) gleichsetzt und die dortigen Verhältnisse Mitte der siebziger Jahre des vorigen Jahrhunderts kennt. Ein weiteres Beispiel der Abhängigkeit der Interpretation von Sprache (im Sinne der Ermittlung der Intention) von der gemeinsamen Weltenkenntnis ist die Überschrift des Artikels von Elisabeth v. Thadden zum neuen Buch von Monika Maron: „Brüder zur Sonne“. Da heute Bitterfeld eine Standort der Solartechnik ist und dessen Entstehung im Buch geschildert wird, wäre als Erklärung eine Betonung dieses Zusammenhangs naheliegend; der historisch gebildete (oder einfach ältere) Leser wird aber sofort im Geiste ergänzen „... zur Freiheit“ - eine Anspielung auf die DDR-Zeit, als in Bitterfeld von Sonne nur wenig zu sehen war. Die Kraft der Sprache zeigt sich hier in der vielfältigen Bedeutung, wenigstens im Kontext der historischen Situation. &lt;br /&gt;
&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
Wie sieht es aber aus, wenn ich etwas lese, beispielsweise ein Gedicht von Goethe, das er vor 200 Jahren geschrieben hat? Sicher hatte Goethe Intentionen, aber sind die in dem Text erhalten geblieben und für mich heute erkennbar? Hat die äußere Form des Schriftstücks, Handschrift, Originaldruck mit damaliger Rechtschreibung,Neuausgabe oder Bildschirmanzeige, einen Einfluss auf das Erkennen der Intentionen? Sind die Intentionen von Goethe (für Nicht-Philologen) überhaupt wichtig? Sind die Ana¬logien, die ich heute beim Lesen des Textes entwickle, nicht viel interessanter? Macht es einen Unter¬schied, ob ich den Text lese oder höre , gar noch vom Autor selbst gelesen (im Falle der Buddenbrooks von Thomas Mann könnte ich seine sprachliche Interpretation mit der von Gert Westphal vergleichen). Sowohl das Medium (Tonträger oder Zeichenträger) als auch der Zeit-, Orts- und Kulturunterschied erschweren das Erkennen der Intentionen des Autors und führen u.U.  zu ganz unterschiedlichen Ergebnissen. &lt;br /&gt;
&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
Was macht in diesen Fällen die Kraft der Sprache aus? Intuitiv, dass mir das Gedicht heute noch etwas sagt. Die Vielfalt möglicher Interpretationen, d.h. auch eine gewisse Vagheit, macht es möglich, das Gedicht in gänzlich anderem Kontext zu lesen als dem von Goethe und seiner Zeit. Bei Monika Maron ist der erste Satz „brutal“ eindeutig, der zweite lässt Interpretationsspielräume – je nach Weltenkenntnis des Lesers. Nun bedeutet aber nicht jede Vagheit und jeder Interpretationsspielraum eines Textes, einer sprachlichen Äußerung, eine „kraftvolle“ Sprache! &lt;br /&gt;
&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
Zu fragen und zu diskutieren ist, ob die Art der Speicherung, Weiterleitung und Ausgabe die Kommunikation verändert Walter Benjamin würde dies wahrscheinlich so sehen. Was ist in diesem Kontext die „Kraft“ der Sprache?&lt;br /&gt;
&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''6.  Bildersprache oder natürliche Sprache?'''&lt;br /&gt;
&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die sprachliche Mensch-Maschine-Kommunikation zeichnet sich, wie oben dargestellt – durch eine Auswahl aus vorher festgelegten und in der Maschine gespeicherten Zeichenketten (oder akustisch: Lautfolgen) aus. Die Mensch-Mensch-Kommunikation, auch wenn sie über den Umweg gespeicherter Zeichen (oder Laute) geht, durch eine relativ freie, durch die Regeln der Grammatik eingeschränkte  Bildung von Sätzen aus ; die verwendeten Worte haben zwar eine vorgegebene Bedeutung, die aber durch den Kontext von Sprecher und Hörer (Sender und Empfänger) variiert wird. &lt;br /&gt;
&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
Durch die bekannten grafischen Benutzungsoberflächen (GUIs) werden uns – soweit möglich, d.h mengenmäßig auf dem Bildschirm darstellbar - die möglichen Eingabeoptionen vorgegeben. Bei Suchmaschinen, auch bei Navigationsgeräten ist es nicht möglich, alle potentiell auszuwählenden Zei¬chenketten (hier sprachliche) gleichzeitig auf dem Bildschirm zu zeigen; das Prinzip bleibt aber das Gleiche. Wir können nur das von der Maschine verlangen, was durch die GUI vorgesehen ist . Die auszuwählenden Optionen werden in Form einer Bildersprache dargestellt; damit besteht eine (gewoll¬te) Sprachunabhängigkeit, die Bildersprache soll möglichst weltweit, auch von Kindern und Analpha¬beten, verstanden werden. Auf Sprache im Sinne freier Formulierungen und kontextabhängiger Inter¬pretation – und damit auf die Kraft der Sprache - wird verzichtet.&lt;br /&gt;
&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
Im Mensch-Maschine-Dialog bedeutet „Kraft“ der Sprache eher die Vollständigkeit der Sprache in Bezug zu vom Benutzer beabsichtigten Eingaben, die Eindeutigkeit der Reaktion auf die sprachlichen Eingaben, allenfalls die Möglichkeiten zu erkennen, was der Benutzer gemeint haben könnte. Dies bedeutet eine Reduzierung der Möglichkeiten von Sprache. Alles fast diametral zur Kraft der Sprache bei der menschlichen Kommunikation.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
'''Literatur:''' &lt;br /&gt;
&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
Benjamin, W.: Das Kunstwerk im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit, Frankfurt a.M.: Suhrkamp Verlag 2006, Original 1936&lt;br /&gt;
&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
Engler, W.: Lüge als Prinzip - Aufrichtigkeit im  Kapitalismus, Berlin: Aufbau Verlag 2009&lt;br /&gt;
&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
Fetcher, C.: Gigabytes statt Gutenberg – Schöne neue Wissenschaft: Wie das Internet den Prozess der Erkenntnis verändert, Der Tagesspiegel, 14.7.2009, &lt;br /&gt;
&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
Maron, M. Flugasche, Frankfurt a.M.: Fischer Verlag 1981&lt;br /&gt;
&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
Maron, M.: Bitterfelder Bogen, Frankfurt a.M.: Fischer Verlag 2009&lt;br /&gt;
&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
Nake, F.: Das algorithmische Zeichen, GI-Jahrestagung 2001, auch im Internet&lt;br /&gt;
&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
Nida-Rümelin, J.: Die Grenzen der Sprache, in: Bubner/Hindrichs (Hrsg.): Von der Logik der Sprache, Stuttgart 2006; auch als Vortragsmanuskript der Hegel-Tagung am 28.5.2006 in Stuttgart im Internet&lt;br /&gt;
&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
Thadden, E.v.: Brüder zur Sonne, Die Zeit vom 14. Juli 2009, S. 43&lt;br /&gt;
&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
Watzlawick, P., J.H. Beavin, and D.D. Jackson: Menschliche Kommunikation, 10. Aufl., Bern u.a. Verlag Hans Huber 2000, Original 1969 &lt;br /&gt;
&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>HD</name></author>
		
	</entry>
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		<id>https://www.hyperkommunikation.ch/wiki/2009/index.php?title=AG1:_Weisheit_des_Augenblicks&amp;diff=370</id>
		<title>AG1: Weisheit des Augenblicks</title>
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		<updated>2009-09-08T08:41:02Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;HD: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Moderatorenpapier der AG1 zum Download: [http://www.mmk09.de/images/0/08/Moderationspapier_mmk_09_1.pdf]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>HD</name></author>
		
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		<title>AG1: Weisheit des Augenblicks</title>
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		<updated>2009-09-08T08:39:07Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;HD: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Hier ist das Moderatorenpapier der AG1: [[Datei:Moderationspapier mmk 09 1.pdf]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>HD</name></author>
		
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		<updated>2009-09-07T07:05:03Z</updated>

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&lt;div&gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>HD</name></author>
		
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		<id>https://www.hyperkommunikation.ch/wiki/2009/index.php?title=Arbeitsgruppen&amp;diff=333</id>
		<title>Arbeitsgruppen</title>
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		<updated>2009-05-25T09:52:30Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;HD: /* Arbeitsgruppen MMK09 */&lt;/p&gt;
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&lt;div&gt;== Arbeitsgruppen MMK09 ==&lt;br /&gt;
[[AG1: Weisheit des Augenblicks]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
Über Echzeitabhängigkeiten von Entscheidungsprozessen&lt;br /&gt;
&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
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Rückbau von elektronischen Straßen&lt;br /&gt;
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Gunter Dubrau &amp;amp; Ronald Greber&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
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Burn Out - Ursachen und Folgen&lt;br /&gt;
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Peter Brödner, Dietmar Hennig&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>HD</name></author>
		
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	<entry>
		<id>https://www.hyperkommunikation.ch/wiki/2009/index.php?title=Arbeitsgruppen&amp;diff=332</id>
		<title>Arbeitsgruppen</title>
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		<updated>2009-05-24T14:22:30Z</updated>

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Burn Out - Ursachen und Folgen&lt;br /&gt;
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Peter Brödner, Dietmar Hennig&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>HD</name></author>
		
	</entry>
	<entry>
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		<title>Arbeitsgruppen</title>
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		<updated>2009-05-24T14:21:30Z</updated>

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Peter Brödner, Dietmar Hennig&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>HD</name></author>
		
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	<entry>
		<id>https://www.hyperkommunikation.ch/wiki/2009/index.php?title=Moderatorenpapier&amp;diff=330</id>
		<title>Moderatorenpapier</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.hyperkommunikation.ch/wiki/2009/index.php?title=Moderatorenpapier&amp;diff=330"/>
		<updated>2009-05-24T14:20:37Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;HD: /* Psychische Belastungen im Umgang mit IT (Burnout) */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;== Psychische Belastungen im Umgang mit IT (Burnout) ==&lt;br /&gt;
'''Ein Moderatorenpapier von Peter Brödner und Dietmar Hennig'''&lt;br /&gt;
&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
Stand: 24. Mai 2009&lt;br /&gt;
&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(1) Psychische Erkrankungen – das sind insbesondere Schlafstörungen, psychosomatische Störungen, Depressionen oder dauerhafte Erschöpfungszustände (Burnout) – infolge arbeitsbedingter Belastungen mehren sich in besorgniserregendem Maße. Beispielsweise ergibt sich aus Daten des Verbands deutscher Rentenversicherer, dass arbeitsbedingte psychische Erkrankungen in den letzten beiden Dekaden des vorigen Jahrhunderts die Herz-Kreislauf-Erkrankungen als häufigste Ursachen von Frühverrentung abgelöst haben: Im Jahre 1999 machten sie bei Männern 19%, bei Frauen sogar 32% aller Fälle aus. Auch nach dem BKK-Bericht 2007 nehmen psychische Erkrankungen rasch zu (um 17% von 2001 bis 2006) und machen im Jahre 2006 bereits 9% aller Krankentage aus. Und nach dem neuesten DAK-Gesundheitsreport haben psychische Erkrankungen im Jahr 2008 einen Anteil von 10,6 % am gesamten Gesamtkrankenstand und stehen damit an vierter Stelle der wichtigsten Krankheitsarten. Ihr Anteil am Gesamtkrankenstand ist im Vergleich zum Vorjahr um rund 4 % gestiegen (2007: 10,2 %). Auch der Gebrauch von Psycho- und Neuro- Pharmaka zur Steigerung der Leistungsfähigkeit am Arbeitsplatz (sog. Gehirn-Doping) nimmt Befragungen zufolge deutlich zu. Diese wenigen Daten mögen genügen, um die rasch wachsende Bedeutung arbeitsbedingter psychischer Erkrankungen zu belegen.&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
Offenbar behandelt das Management seine Kopfarbeiter doch nicht mit der eigentlich gebotenen Sorgfalt, konträr zu seinem beständigen Mantra, dass „Humankapital seine wichtigste Ressource“ sei. Zu fragen ist nun zunächst nach den Gründen für diese doch ziemlich dramatische Entwicklung.&amp;lt;BR&amp;gt;&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
(2) Die Arbeitswelt unterlag in den letzten fünf Dekaden erheblichen qualitativen und quantitativen Veränderungen. Insbesondere haben Kopfarbeit und informationsverarbeitende Tätigkeiten eine enorme Ausdehnung erfahren. Reich (1993) schätzt den Anteil der Kopfarbeiter („knowledge worker“ (Drucker 1993) bzw. „symbol analysts“ (Reich 1993)) an der Gesamtzahl der Beschäftigten in den USA auf mindestens 20% Ende der achtziger Jahre. Der Anteil der Beschäftigten mit „überwiegend informationsverarbeitenden Tätigkeiten“ wird in Deutschland zu Beginn der neunziger Jahre sogar auf 50% beziffert (Dostal 1995). Seitdem haben diese Anteile tendenziell weiter zugenommen. Sie sind – neben vielen anderen Indikatoren – äußerer Ausdruck des Übergangs von der Industrie- zur Wissensgesellschaft („knowledge-based economy“). &amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
Kopfarbeit tritt systematisch mit der technischen Entwicklung, vor allem aber mit Arbeitsteilung und Kooperation in Erscheinung, die es erforderlich machen, dass Arbeitsprozesse und ihre Komponenten im einzelnen analysiert, genau verstanden und zu einem sinnvollen Ganzen gefügt, um sie im Detail planen, gestalten und koordinieren zu können. Kopfarbeit ist daher Analyse, Modellierung, Planung, Leitung und Kontrolle anderer Arbeit; ihrer Funktion entsprechend ist sie gesellschaftliche Natur. Um sich in großem Stile zu entfalten, ist sie auf fortwährende Begriffsbildung, die Explikation von Können und Erfahrung als Wissen, weiter auf Semiotisierung, den Gebrauch von Zeichen zur Kodifizierung des Wissens, und schließlich auf die Aneignung kodifizierten Wissens als erweitertes Können für Anwendung und Gebrauch voraus. Dabei wachsen Können und Wissen wie ein Baum, durch Differenzierung und Verzweigung.&amp;lt;BR&amp;gt; Kopfarbeit lässt sich so durch vier wesentliche Aufgaben kennzeichnen: &amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
• für Problemlösungen benötigtes, aber meist zerstreutes Wissen aufzufinden,&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
• die Anwendbarkeit von Wissen auf praktische Probleme zu prüfen,&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
• unterschiedliche relevante Wissensbereiche miteinander zu vermitteln,&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
• Wissen für die Anwendung zu rekontextualisieren. &amp;lt;BR&amp;gt;&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
Für Kopfarbeit benötigte besondere Fähigkeiten sind dementsprechend Abstrahieren, Modellieren, Systemdenken, Experimentieren und Explorieren, Kooperation und Kommunikation, allesamt dem inkorporierten, damit personengebundenen Können zuzurechnende, kreative Fähigkeiten (Brödner 2008).&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
Diese Kennzeichen von Kopfarbeit haben weit reichende Konsequenzen im Hinblick auf Arbeitsanforderungen: Erstens wird in einer wissensbasierten Wirtschaft Innovation – also die erfolgreiche Einführung und Verwertung neuer Produkte, neuer Prozesse oder neuer institutioneller Arrangements – zur vorherrschenden Form des Wettbewerbs; Wettbewerb funktioniert als „Entdeckungsverfahren“. Infolgedessen müssen Unternehmen ebenso wie Kopfarbeiter stets neue Situationen und mit ihnen Überraschungen und Unsicherheiten zu bewältigen imstande sein. Zweitens erfordert dies fortlaufend problemlösende Tätigkeiten, die auf inkorporiertem Können und persönlicher Expertise beruhen (diese aber auch zu weiterer Entwicklung anregen). Folglich bilden problemlösende Handlungskompetenz und Könnerschaft die wichtigsten, für den Wettbewerb unverzichtbaren Ressourcen, die es fortlaufend zu entwickeln gilt. Infolge wachsender Spezialisierung erfordern innovative und problemlösende Tätigkeiten drittens die Zusammenführung verschiedener Wissensdomänen, mithin die Zusammenarbeit von Experten aus unterschiedlichen Feldern; daher auch die rasch wachsende Bedeutung von Projektarbeit in multifunktionalen Teams. Viertens sind Ergebnis und Verlauf von Projekten – weil Kopfarbeit grundsätzlich von Unsicherheit und Überraschung geprägt ist – stets kontextabhängig und unvorhersehbar und können mithin weder im voraus geplant noch im einzelnen vorgeschrieben und überwacht werden. In diesem Sinne ist Kopfarbeit „entgrenzt“ hinsichtlich Verlauf, Ergebnis und Aufwand und erfordert neue Formen sog. „indirekter“ oder „Kontext-Steuerung“.&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der entgrenzte Charakter von Kopfarbeit ist auch die eigentliche Ursache ihrer Intensität, ihrer oft ausufernden Arbeitszeiten und ihrer hohen psychischen Belastungen: Arbeit wird, nicht zuletzt auch aufgrund von IT-Systemen und Internet als neuen Arbeitsmitteln und Medien der Kooperation, zunehmend ortsungebunden und zeitflexibel ausgeübt in Gestalt problemlösender Projektarbeit voller Unsicherheiten. So wie sich der Zugang zu Informationen vergrößert und Wahlmöglichkeiten sich ständig erweitern, unterliegen Beschäftigte zugleich auch wachsenden Anforderungen wie dem Umgang mit Unsicherheit, Wettbewerb und Termindruck. Damit hängt die berufliche Leistungsfähigkeit in der modernen Arbeitswelt nicht mehr nur von den körperlichen, sondern sehr entscheidend auch von den kognitiven und psychischen Ressourcen ab. Wichtige Ressourcen sind etwa schnelle Auffassungsgabe, gutes Erinnerungsvermögen, lebhafte Kreativität und fokussierte Aufmerksamkeit neben Ausdauer und Stressresistenz. Dabei werden nicht nur neue konkrete Anforderungen, sondern auch implizite Normen und Wunschbilder wirksam: Schlauer, schneller, effektiver zu sein als andere.&amp;lt;BR&amp;gt; &lt;br /&gt;
Mit ihren zumeist komplexen und herausfordernden Arbeitsaufgaben sowie ihren großen Handlungs- und Entscheidungsspielräumen galt Kopfarbeit lange als privilegiert. Gleichwohl zeigt sie oft hohe psychische Belastungen und erweist sich gesundheitlich als wenig nachhaltig. Das stellt auch die Arbeitswissenschaft vor neue Herausforderungen, denen nun nachzugehen ist.&amp;lt;BR&amp;gt;&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
(3) Das in der Stressforschung lange weithin akzeptierte sog. ''„Demand-Control-Modell“'' (Karasek 1998; Karasek &amp;amp; Theorell 1990) betont die wichtige Funktion, die dem Grad der Autonomie im Arbeitsprozess für das Wohlergehen und die Persönlichkeitsentwicklung zukommt. Diesem Modell zufolge wird der Zusammenhang von psychischen Belastungen und Stressreaktionen im wesentlichen von zwei Faktoren beeinflusst: von Arbeitsanforderungen wie Komplexität der Aufgabe oder Zeitdruck einerseits und vom Ausmaß, zu dem der Arbeitsprozess tatsächlich durch die Arbeitsperson gesteuert werden kann, andererseits. Dabei hat die Autonomie in erster Linie moderierenden Charakter: Hohe Anforderungen mögen weniger Stress hervorrufen, wenn die Arbeitsperson den Prozess, d.h. Arbeitsmittel, -methoden und Vorgehen zur Bewältigung der Aufgabe, zu wählen bzw. zu beeinflussen in der Lage ist. So können auch hohe Anforderungen in Verbindung mit hinreichender Autonomie zu Wohlbefinden und persönlicher Entwicklung führen, indem sie Lernprozesse ermöglichen.&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
Diese Modellvorstellung einer Balance von Anforderungen und Steuerungsautonomie wurde von Maslach &amp;amp; Leiter (1997) weiter entwickelt, indem sie annehmen, dass Stress durch eine Reihe von ''Ungleichgewichten'' oder ''Fehlanpassungen'' zwischen Arbeitsanforderungen und im Prozess verfügbaren Ressourcen verursacht wird, die, wenn sie längere Zeit fortbestehen, zu physischer und emotionaler Erschöpfung und reservierter Indifferenz führen. Dabei nehmen sie vor allem Ungleichgewichte hinsichtlich des Verhältnisses von Anforderungen und Ressourcen, Mangel an Autonomie, unzureichender Anerkennung, unfairer Behandlung, Verlust an sozialer Unterstützung oder Konflikten zwischen individuellen und organisationalen Werten in den Blick. So betrachten sie nicht nur die Bedürfnisse und Ressourcen der Arbeitspersonen, sondern beziehen auch Bedingungen der Arbeitsumgebung mit ein.&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
Diese erweiterten Modellvorstellungen, so plausibel sie erscheinen, leiden indes daran, dass sie die relationale Natur von Ressourcen noch nicht ausreichend in Betracht ziehen. Ob etwas in einer Arbeitssituation als Ressource genutzt werden kann oder nicht, hängt stets von den besonderen Gegebenheiten und Kontextbedingungen der Arbeitssituation ab und kann nicht ''per se'' und unabhängig als Ressource bestimmt werden. So wird etwa Autonomie nur dann zu einer wirksamen Ressource, wenn aufgabenangemessene Arbeitsmittel und -methoden tatsächlich zur Verfügung stehen (was, wie gleich zu sehen ist, oft nicht der Fall ist). Insbesondere die Analyse, Gestaltung und Bewertung von Kopfarbeit erfordern, da diese wie gezeigt ihrer Natur nach in hohem Maße prozess- und kontextabhängig ist, die relationale Betrachtung von Anforderungen und Ressourcen. Dies leistet das Konzept der widersprüchlichen Arbeitsanforderungen (Moldaschl 2005), demzufolge psychische Belastungen und Stressreaktionen durch spezifische Widersprüche oder Ungleichgewichte zwischen gegebenen Arbeitsanforderungen, tatsächlich verfügbaren Ressourcen und etablierten Routinen hervorgerufen werden. In dieser relationalen Perspektive werden Ressourcen als wirksame Mittel betrachtet, die von Arbeitspersonen tatsächlich aktiviert und genutzt werden können, um ihre Aufgabe zu bewältigen. Ressourcen können dabei nur im Gebrauch bestimmt werden: Ob etwas als Ressource genutzt werden kann, hängt also von den jeweils besonderen Kontextbedingungen ab, unter denen die Arbeit ausgeführt wird. &amp;lt;BR&amp;gt;&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
(4) Mittels des Konzepts der widersprüchlichen Arbeitsanforderungen wurden vom Institut Arbeit und Technik psychische Belastungen der Projektarbeit in einer Reihe von Projekten der IT-Entwicklung und -Beratung untersucht. In dieser Untersuchung, deren Ergebnisse hier kurz resümiert werden, konnten so fünf Typen von Widersprüchen oder Ungleichgewichten identifiziert werden (die nachstehend jeweils mit Beispielen unterlegt sind; vgl. Gerlmaier 2006):&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Abbildung0001.jpg]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Abb. 1: Modell widersprüchlicher Arbeitsanforderungen&amp;lt;BR&amp;gt; &amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
1. Widersprüche zwischen Aufgaben und Ausführungsbedingungen &amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
''Kooperationsdilemma:'' Ein Mitarbeiter soll mit Kollegen aus einem anderen Projekt zur Abstimmung einer Schnittstelle kooperieren. Er hat jedoch zeitlich, räumlich oder technisch nur unzureichende Kommunikationschancen.&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
''Ausstattungsdilemma:'' Ein Programmierer soll ein Programmmodul erstellen, ihm werden jedoch nicht die notwendigen Hard- oder Softwareteile bereitgestellt.&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
''Schnittstellendilemma:'' Ein Entwickler muss zum Testen seiner Software auf organisationsexterne Ressourcen (Server, Daten) zugreifen. Er hat bei Störungen aber keinen direkten Einfluss auf deren Beseitigung.&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
2. Widersprüche zwischen Aufgaben und Aneignungsbedingungen (Lernbehinderungen)&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
''Informationsdilemma:'' Ein Mitarbeiter soll sich in ein neues Arbeitsfeld einarbeiten. Ihm werden jedoch keine entsprechenden Dokumente oder Informationen zur Verfügung gestellt oder sind erst garnicht vorhanden.&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
''Kompetenzdilemma:'' Laut einer Kundenspezifikation soll ein Programmierer die Entwicklung eines Moduls mit einer neuen Programmiersprache durchführen. Aufgrund der Zielsetzungen im Projekt stehen ihm der notwendige Raum und  die erforderliche Zeit zur Einarbeitung jedoch nicht zur Verfügung.&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
''Erfahrbarkeitsdilemma:'' Durch die Kapselung technischer Einrichtungen oder aufgrund von räumlicher Distanz sind einem Arbeitenden wesentliche Teile sinnlicher Rückmeldung verschlossen. Hierdurch wird der Aufbau von Erfahrungen bzw. die Bildung angemessener Repräsentationen erschwert. &amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
3. Widersprüche zwischen Aufgabenzielen&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
''Auslastungsdilemma:'' Zur Aufgabe eines Programmierers gehören verschiedene Funktionen, z. B. Aufnahme der Kundenanforderungen, Programmierung und Kommunikation über die Leistungsfähigkeit und Einsetzbarkeit des Produktes. Da er mit der Erfüllung einer Funktion voll ausgelastet ist, kann er andere Funktionen nicht erfüllen.&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
''Mengen-/Qualitätsdilemma:'' Ein Entwickler soll das Null-Fehler-Prinzip verfolgen, weil Integrationstests aus Termin- oder Kostengründen stark reduziert wurden. Der Termindruck bei der Erstellung des Moduls ermöglicht es ihm jedoch nicht, eine ausreichende Reife seines Moduls sicherzustellen.&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
''Grenzstellendilemma:'' Ein Mitarbeiter soll die Wünsche des Kunden erfüllen, dessen Anforderungen dürfen aber weder Mehrkosten noch Mehraufwand verursachen oder wurden bei der Projektplanung nicht entsprechned berücksichtigt.&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
4. Widersprüche zwischen Aufgabenzielen und subjektbezogene Zielen/Normen&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
''Gruppennormdilemma:'' Ein Mitarbeiter hat hinsichtlich der Qualität seiner Arbeit hohe Ansprüche. Im Team wird von ihm erwartet, seine Qualitätsstandards zu senken und seine Aufgabe termingerecht zu erledigen. Andernfalls erhält das Team keine Sondergratifikation für die Zielerreichung.&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
5. Widersprüche zwischen Aufgabenzielen und subjektbezogenem sozialem Kontext&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
''Extrarollendilemma:'' Ein Mitarbeiter muss kurzfristig Überstunden machen, um einen wichtigen Auftrag termingerecht erledigen zu können. Er hat aber gleichzeitig die familiäre Aufgabe, seinen Sohn rechtzeitig vom Kindergarten abzuholen.&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
Zusätzlich besteht, wie die Autoren aus eigener Projekterfahrung wissen, ein ''Prioritätendilemma'': Es basiert auf dem Auslastungsdilemma. Vom Mitarbeiter wird erwartet, dass er die Priorisierung seiner Aufgaben selbstständig vornimmt und damit den Zielen des Gesamtprojekts gerecht wird. Egal wie er die Aufgaben priorisiert, er kann sie nicht alle rechtzeitig fertigstellen.&lt;br /&gt;
Er kann aber die Tragweite seiner Priorisierung nicht erkennen, da er (im Zeitalter von hochgradiger Arbeitsteilung) den Kontext der Auswirkungen seiner Entscheidungen nicht überschaut. &amp;lt;BR&amp;gt;&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Folge derartiger Widersprüche und Ungleichgewichte in der praktizierten Projektarbeit haben sich, wie die nachstehende Grafik (Abb. 2) ausweist, bei den untersuchten Teammitgliedern im Vergleich zu Beschäftigten aus einer repräsentativen Stichprobe mit sonst üblichen Arbeitsverhältnissen deutlich höhere Stressreaktionen ergeben (Brödner 2009).&amp;lt;BR&amp;gt;&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Abbildung0002.jpg]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;BR&amp;gt; &lt;br /&gt;
Abb. 2: Stressreaktionen bei Beschäftigten in IT-Projekten im Vergleich zum Beschäftigten-Durchschnitt&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
(5) Aus Untersuchungen wie dieser kann eine Reihe von Schlussfolgerungen zur praktischen Verbesserung der Lage der Kopfarbeiter in IT-Projekten gewonnen werden. Zunächst ist festzuhalten, dass es infolge der entgrenzten Natur dieser Art Arbeit kaum möglich ist, einzelne Stressfaktoren ein- für allemal zu reduzieren; vielmehr muss man sich anstelle von Strukturverbesserungen um eine Prozessgestaltung und ein Projektmanagement mit Regeln bemühen, unter denen mit Methoden reflexiver Arbeitsgestaltung fortlaufend für die kontextabhängige dynamische Balance von Anforderungen und Ressourcen, mithin für die Aufrechterhaltung von Gesundheit und Leistung zugleich, gesorgt wird. Wirksame Maßnahmen dafür müssen auf zwei Ebenen ansetzen: bei der Aushandlung der äußeren Bedingungen der Projektdurchführung einerseits und bei den individuellen Bewältigungsstrategien und -fähigkeiten andererseits. Während letzteres etwa durch regelmäßiges Coaching angegangen werden kann, erfordert ersteres tief greifende Veränderungen im Projektmanagement in Richtung auf ein partizipativ und zyklisch-evolutionär angelegtes Projektdesign, das wiederkehrende Reflexionsschleifen zur realistischen Einschätzung von Anforderungen, Ressourcen, Belastungen und Risiken vorsieht. Insbesondere gilt es dabei die häufigen ressourcenzehrenden ad-hoc-Reaktionen auf Kundenwünsche zu unterbinden (ohne sie zu ignorieren), angemessene Prioritäten zu setzen und eine bessere Fortschrittskontrolle zu etablieren. Dabei können auch häufig bereits existierende Schemata kontinuierlicher Verbesserung oder von Gesundheitszirkeln genutzt werden. Darüber hinaus gilt es die häufig anzutreffende Praxis, dass Teammitglieder an mehreren Projekten oder Aufgaben zugleich arbeiten, möglichst zu vermeiden, da aus ihr besonders hohe Belastungen erwachsen. Schließlich sind regelmäßig hinreichende Erholungszeiten für hoch belastete Teammitglieder vorzusehen (viele Beobachtungen aus dem Projektverlauf deuten darauf hin: spätestens nach 8 Wochen).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anregungen zum Vorgehen in der Arbeitsgruppe:&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
•	Zu Beginn der Arbeit in der Gruppe mag es hilfreich sein, zunächst einmal eigene Erlebnisse und Erfahrungen mit hoch belasteter Kopfarbeit (in und außerhalb von Projekten) zu sammeln und nach Gemeinsamkeiten, Unterschieden oder Widersprüchen zu suchen.&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
•	Ein besonderes Merkmal qualifizierter Kopfarbeit scheint ja zu sein, dass sie selbst oft (trotz aller Belastung) positiv als Herausforderung erlebt wird. So mag das Selbstverständnis selber noch die gesundheitlichen Risiken der Kopfarbeit zu verschärfen. Warum macht die so geliebte Arbeit krank?&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
•	Zum Ende hin wäre sicherlich wünschenswert zusammenzutragen, was gegen die gesundheitlichen Risiken qualifizierter Kopfarbeit praktisch wirksam getan werden kann. Dabei wären die möglichen verschiedenen Handlungsebenen – individuelle Bewältigungskompetenz, soziale Beziehungen, Projektorganisation und -management – zu betrachten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
''Quellennachweise:''&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
''Brödner, P., 2008:'' Wissen als Management-Fetisch, FifF-Kommunikation 1/2008, 29-33&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
''Brödner, P., 2009:'' Sustainability in Knowledge-Based Companies, in: Docherty, P.; Kira, M. &amp;amp; Shani, A.B. (eds.): Creating Sustainable Work Systems, London New York: Routledge, 53-69&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
''Dostal, W., 1995:'' Die Informatisierung der Arbeitswelt: Multimedia, offene Arbeitsformen und Telearbeit,  Mitt. der Arbeitsmarkt- und Berufsforschung 4/1995, 527-543&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
''Drucker, P.F., 1993:'' Post-Capitalist Society, New York: Harper Collins&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
''Gerlmaier, A., 2006:'' Nachhaltige Arbeitsgestaltung in der Wissensökonomie, in: Lehndorff, S. (Hg.): Das Politische in der Arbeitspolitik, Berlin: edition sigma, 71-98&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
''Karasek, R., 1998:'' Demand/Control Model: A Social, Emotional, and Psychological Approach to Stress Risk and Active Behavior Development, in: Stellman J.M. (ed.): Encyclopaedia of Occupational Health and Safety, &lt;br /&gt;
4. Edition, Geneva: ILO, 34.6-34.14&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
''Karasek, R. &amp;amp; Theorell, T., 1990:'' Healthy Work. Stress, Productivity, and the Reconstruction of Working Life, New York: Basic Books&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
''Maslach, C. &amp;amp; Leiter, M.P., 1997:'' The Truth about Burnout. How Organizations Cause Personal Stress and What to Do about It, San Francisco: Jossey-Bass&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
''Moldaschl, M. (ed.), 2005:'' Immaterielle Ressourcen. Nachhaltigkeit von Unternehmensführung und Arbeit I, München: Hampp&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
''Reich, R.B., 1993:'' Die neue Weltwirtschaft. Das Ende der nationalen Ökonomie, Frankfurt/M: Ullstein&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>HD</name></author>
		
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.hyperkommunikation.ch/wiki/2009/index.php?title=Moderatorenpapier&amp;diff=329</id>
		<title>Moderatorenpapier</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.hyperkommunikation.ch/wiki/2009/index.php?title=Moderatorenpapier&amp;diff=329"/>
		<updated>2009-05-24T14:15:40Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;HD: /* Psychische Belastungen im Umgang mit IT (Burnout) */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;== Psychische Belastungen im Umgang mit IT (Burnout) ==&lt;br /&gt;
'''Ein Moderatorenpapier von Peter Brödner und Dietmar Hennig'''&lt;br /&gt;
&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
Vorläufiger Stand: 19. Mai 2009&lt;br /&gt;
&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(1) Psychische Erkrankungen – das sind insbesondere Schlafstörungen, psychosomatische Störungen, Depressionen oder dauerhafte Erschöpfungszustände (Burnout) – infolge arbeitsbedingter Belastungen mehren sich in besorgniserregendem Maße. Beispielsweise ergibt sich aus Daten des Verbands deutscher Rentenversicherer, dass arbeitsbedingte psychische Erkrankungen in den letzten beiden Dekaden des vorigen Jahrhunderts die Herz-Kreislauf-Erkrankungen als häufigste Ursachen von Frühverrentung abgelöst haben: Im Jahre 1999 machten sie bei Männern 19%, bei Frauen sogar 32% aller Fälle aus. Auch nach dem BKK-Bericht 2007 nehmen psychische Erkrankungen rasch zu (um 17% von 2001 bis 2006) und machen im Jahre 2006 bereits 9% aller Krankentage aus. Und nach dem neuesten DAK-Gesundheitsreport haben psychische Erkrankungen im Jahr 2008 einen Anteil von 10,6 % am gesamten Gesamtkrankenstand und stehen damit an vierter Stelle der wichtigsten Krankheitsarten. Ihr Anteil am Gesamtkrankenstand ist im Vergleich zum Vorjahr um rund 4 % gestiegen (2007: 10,2 %). Auch der Gebrauch von Psycho- und Neuro- Pharmaka zur Steigerung der Leistungsfähigkeit am Arbeitsplatz (sog. Gehirn-Doping) nimmt Befragungen zufolge deutlich zu. Diese wenigen Daten mögen genügen, um die rasch wachsende Bedeutung arbeitsbedingter psychischer Erkrankungen zu belegen.&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
Offenbar behandelt das Management seine Kopfarbeiter doch nicht mit der eigentlich gebotenen Sorgfalt, konträr zu seinem beständigen Mantra, dass „Humankapital seine wichtigste Ressource“ sei. Zu fragen ist nun zunächst nach den Gründen für diese doch ziemlich dramatische Entwicklung.&amp;lt;BR&amp;gt;&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
(2) Die Arbeitswelt unterlag in den letzten fünf Dekaden erheblichen qualitativen und quantitativen Veränderungen. Insbesondere haben Kopfarbeit und informationsverarbeitende Tätigkeiten eine enorme Ausdehnung erfahren. Reich (1993) schätzt den Anteil der Kopfarbeiter („knowledge worker“ (Drucker 1993) bzw. „symbol analysts“ (Reich 1993)) an der Gesamtzahl der Beschäftigten in den USA auf mindestens 20% Ende der achtziger Jahre. Der Anteil der Beschäftigten mit „überwiegend informationsverarbeitenden Tätigkeiten“ wird in Deutschland zu Beginn der neunziger Jahre sogar auf 50% beziffert (Dostal 1995). Seitdem haben diese Anteile tendenziell weiter zugenommen. Sie sind – neben vielen anderen Indikatoren – äußerer Ausdruck des Übergangs von der Industrie- zur Wissensgesellschaft („knowledge-based economy“). &amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
Kopfarbeit tritt systematisch mit der technischen Entwicklung, vor allem aber mit Arbeitsteilung und Kooperation in Erscheinung, die es erforderlich machen, dass Arbeitsprozesse und ihre Komponenten im einzelnen analysiert, genau verstanden und zu einem sinnvollen Ganzen gefügt, um sie im Detail planen, gestalten und koordinieren zu können. Kopfarbeit ist daher Analyse, Modellierung, Planung, Leitung und Kontrolle anderer Arbeit; ihrer Funktion entsprechend ist sie gesellschaftliche Natur. Um sich in großem Stile zu entfalten, ist sie auf fortwährende Begriffsbildung, die Explikation von Können und Erfahrung als Wissen, weiter auf Semiotisierung, den Gebrauch von Zeichen zur Kodifizierung des Wissens, und schließlich auf die Aneignung kodifizierten Wissens als erweitertes Können für Anwendung und Gebrauch voraus. Dabei wachsen Können und Wissen wie ein Baum, durch Differenzierung und Verzweigung.&amp;lt;BR&amp;gt; Kopfarbeit lässt sich so durch vier wesentliche Aufgaben kennzeichnen: &amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
• für Problemlösungen benötigtes, aber meist zerstreutes Wissen aufzufinden,&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
• die Anwendbarkeit von Wissen auf praktische Probleme zu prüfen,&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
• unterschiedliche relevante Wissensbereiche miteinander zu vermitteln,&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
• Wissen für die Anwendung zu rekontextualisieren. &amp;lt;BR&amp;gt;&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
Für Kopfarbeit benötigte besondere Fähigkeiten sind dementsprechend Abstrahieren, Modellieren, Systemdenken, Experimentieren und Explorieren, Kooperation und Kommunikation, allesamt dem inkorporierten, damit personengebundenen Können zuzurechnende, kreative Fähigkeiten (Brödner 2008).&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
Diese Kennzeichen von Kopfarbeit haben weit reichende Konsequenzen im Hinblick auf Arbeitsanforderungen: Erstens wird in einer wissensbasierten Wirtschaft Innovation – also die erfolgreiche Einführung und Verwertung neuer Produkte, neuer Prozesse oder neuer institutioneller Arrangements – zur vorherrschenden Form des Wettbewerbs; Wettbewerb funktioniert als „Entdeckungsverfahren“. Infolgedessen müssen Unternehmen ebenso wie Kopfarbeiter stets neue Situationen und mit ihnen Überraschungen und Unsicherheiten zu bewältigen imstande sein. Zweitens erfordert dies fortlaufend problemlösende Tätigkeiten, die auf inkorporiertem Können und persönlicher Expertise beruhen (diese aber auch zu weiterer Entwicklung anregen). Folglich bilden problemlösende Handlungskompetenz und Könnerschaft die wichtigsten, für den Wettbewerb unverzichtbaren Ressourcen, die es fortlaufend zu entwickeln gilt. Infolge wachsender Spezialisierung erfordern innovative und problemlösende Tätigkeiten drittens die Zusammenführung verschiedener Wissensdomänen, mithin die Zusammenarbeit von Experten aus unterschiedlichen Feldern; daher auch die rasch wachsende Bedeutung von Projektarbeit in multifunktionalen Teams. Viertens sind Ergebnis und Verlauf von Projekten – weil Kopfarbeit grundsätzlich von Unsicherheit und Überraschung geprägt ist – stets kontextabhängig und unvorhersehbar und können mithin weder im voraus geplant noch im einzelnen vorgeschrieben und überwacht werden. In diesem Sinne ist Kopfarbeit „entgrenzt“ hinsichtlich Verlauf, Ergebnis und Aufwand und erfordert neue Formen sog. „indirekter“ oder „Kontext-Steuerung“.&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der entgrenzte Charakter von Kopfarbeit ist auch die eigentliche Ursache ihrer Intensität, ihrer oft ausufernden Arbeitszeiten und ihrer hohen psychischen Belastungen: Arbeit wird, nicht zuletzt auch aufgrund von IT-Systemen und Internet als neuen Arbeitsmitteln und Medien der Kooperation, zunehmend ortsungebunden und zeitflexibel ausgeübt in Gestalt problemlösender Projektarbeit voller Unsicherheiten. So wie sich der Zugang zu Informationen vergrößert und Wahlmöglichkeiten sich ständig erweitern, unterliegen Beschäftigte zugleich auch wachsenden Anforderungen wie dem Umgang mit Unsicherheit, Wettbewerb und Termindruck. Damit hängt die berufliche Leistungsfähigkeit in der modernen Arbeitswelt nicht mehr nur von den körperlichen, sondern sehr entscheidend auch von den kognitiven und psychischen Ressourcen ab. Wichtige Ressourcen sind etwa schnelle Auffassungsgabe, gutes Erinnerungsvermögen, lebhafte Kreativität und fokussierte Aufmerksamkeit neben Ausdauer und Stressresistenz. Dabei werden nicht nur neue konkrete Anforderungen, sondern auch implizite Normen und Wunschbilder wirksam: Schlauer, schneller, effektiver zu sein als andere.&amp;lt;BR&amp;gt; &lt;br /&gt;
Mit ihren zumeist komplexen und herausfordernden Arbeitsaufgaben sowie ihren großen Handlungs- und Entscheidungsspielräumen galt Kopfarbeit lange als privilegiert. Gleichwohl zeigt sie oft hohe psychische Belastungen und erweist sich gesundheitlich als wenig nachhaltig. Das stellt auch die Arbeitswissenschaft vor neue Herausforderungen, denen nun nachzugehen ist.&amp;lt;BR&amp;gt;&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
(3) Das in der Stressforschung lange weithin akzeptierte sog. ''„Demand-Control-Modell“'' (Karasek 1998; Karasek &amp;amp; Theorell 1990) betont die wichtige Funktion, die dem Grad der Autonomie im Arbeitsprozess für das Wohlergehen und die Persönlichkeitsentwicklung zukommt. Diesem Modell zufolge wird der Zusammenhang von psychischen Belastungen und Stressreaktionen im wesentlichen von zwei Faktoren beeinflusst: von Arbeitsanforderungen wie Komplexität der Aufgabe oder Zeitdruck einerseits und vom Ausmaß, zu dem der Arbeitsprozess tatsächlich durch die Arbeitsperson gesteuert werden kann, andererseits. Dabei hat die Autonomie in erster Linie moderierenden Charakter: Hohe Anforderungen mögen weniger Stress hervorrufen, wenn die Arbeitsperson den Prozess, d.h. Arbeitsmittel, -methoden und Vorgehen zur Bewältigung der Aufgabe, zu wählen bzw. zu beeinflussen in der Lage ist. So können auch hohe Anforderungen in Verbindung mit hinreichender Autonomie zu Wohlbefinden und persönlicher Entwicklung führen, indem sie Lernprozesse ermöglichen.&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
Diese Modellvorstellung einer Balance von Anforderungen und Steuerungsautonomie wurde von Maslach &amp;amp; Leiter (1997) weiter entwickelt, indem sie annehmen, dass Stress durch eine Reihe von ''Ungleichgewichten'' oder ''Fehlanpassungen'' zwischen Arbeitsanforderungen und im Prozess verfügbaren Ressourcen verursacht wird, die, wenn sie längere Zeit fortbestehen, zu physischer und emotionaler Erschöpfung und reservierter Indifferenz führen. Dabei nehmen sie vor allem Ungleichgewichte hinsichtlich des Verhältnisses von Anforderungen und Ressourcen, Mangel an Autonomie, unzureichender Anerkennung, unfairer Behandlung, Verlust an sozialer Unterstützung oder Konflikten zwischen individuellen und organisationalen Werten in den Blick. So betrachten sie nicht nur die Bedürfnisse und Ressourcen der Arbeitspersonen, sondern beziehen auch Bedingungen der Arbeitsumgebung mit ein.&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
Diese erweiterten Modellvorstellungen, so plausibel sie erscheinen, leiden indes daran, dass sie die relationale Natur von Ressourcen noch nicht ausreichend in Betracht ziehen. Ob etwas in einer Arbeitssituation als Ressource genutzt werden kann oder nicht, hängt stets von den besonderen Gegebenheiten und Kontextbedingungen der Arbeitssituation ab und kann nicht ''per se'' und unabhängig als Ressource bestimmt werden. So wird etwa Autonomie nur dann zu einer wirksamen Ressource, wenn aufgabenangemessene Arbeitsmittel und -methoden tatsächlich zur Verfügung stehen (was, wie gleich zu sehen ist, oft nicht der Fall ist). Insbesondere die Analyse, Gestaltung und Bewertung von Kopfarbeit erfordern, da diese wie gezeigt ihrer Natur nach in hohem Maße prozess- und kontextabhängig ist, die relationale Betrachtung von Anforderungen und Ressourcen. Dies leistet das Konzept der widersprüchlichen Arbeitsanforderungen (Moldaschl 2005), demzufolge psychische Belastungen und Stressreaktionen durch spezifische Widersprüche oder Ungleichgewichte zwischen gegebenen Arbeitsanforderungen, tatsächlich verfügbaren Ressourcen und etablierten Routinen hervorgerufen werden. In dieser relationalen Perspektive werden Ressourcen als wirksame Mittel betrachtet, die von Arbeitspersonen tatsächlich aktiviert und genutzt werden können, um ihre Aufgabe zu bewältigen. Ressourcen können dabei nur im Gebrauch bestimmt werden: Ob etwas als Ressource genutzt werden kann, hängt also von den jeweils besonderen Kontextbedingungen ab, unter denen die Arbeit ausgeführt wird. &amp;lt;BR&amp;gt;&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
(4) Mittels des Konzepts der widersprüchlichen Arbeitsanforderungen wurden vom Institut Arbeit und Technik psychische Belastungen der Projektarbeit in einer Reihe von Projekten der IT-Entwicklung und -Beratung untersucht. In dieser Untersuchung, deren Ergebnisse hier kurz resümiert werden, konnten so fünf Typen von Widersprüchen oder Ungleichgewichten identifiziert werden (die nachstehend jeweils mit Beispielen unterlegt sind; vgl. Gerlmaier 2006):&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Abbildung0001.jpg]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Abb. 1: Modell widersprüchlicher Arbeitsanforderungen&amp;lt;BR&amp;gt; &amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
1. Widersprüche zwischen Aufgaben und Ausführungsbedingungen &amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
''Kooperationsdilemma:'' Ein Mitarbeiter soll mit Kollegen aus einem anderen Projekt zur Abstimmung einer Schnittstelle kooperieren. Er hat jedoch zeitlich, räumlich oder technisch nur unzureichende Kommunikationschancen.&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
''Ausstattungsdilemma:'' Ein Programmierer soll ein Programmmodul erstellen, ihm werden jedoch nicht die notwendigen Hard- oder Softwareteile bereitgestellt.&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
''Schnittstellendilemma:'' Ein Entwickler muss zum Testen seiner Software auf organisationsexterne Ressourcen (Server, Daten) zugreifen. Er hat bei Störungen aber keinen direkten Einfluss auf deren Beseitigung.&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
2. Widersprüche zwischen Aufgaben und Aneignungsbedingungen (Lernbehinderungen)&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
''Informationsdilemma:'' Ein Mitarbeiter soll sich in ein neues Arbeitsfeld einarbeiten. Ihm werden jedoch keine entsprechenden Dokumente oder Informationen zur Verfügung gestellt oder sind erst garnicht vorhanden.&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
''Kompetenzdilemma:'' Laut einer Kundenspezifikation soll ein Programmierer die Entwicklung eines Moduls mit einer neuen Programmiersprache durchführen. Aufgrund der Zielsetzungen im Projekt stehen ihm der notwendige Raum und  die erforderliche Zeit zur Einarbeitung jedoch nicht zur Verfügung.&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
''Erfahrbarkeitsdilemma:'' Durch die Kapselung technischer Einrichtungen oder aufgrund von räumlicher Distanz sind einem Arbeitenden wesentliche Teile sinnlicher Rückmeldung verschlossen. Hierdurch wird der Aufbau von Erfahrungen bzw. die Bildung angemessener Repräsentationen erschwert. &amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
3. Widersprüche zwischen Aufgabenzielen&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
''Auslastungsdilemma:'' Zur Aufgabe eines Programmierers gehören verschiedene Funktionen, z. B. Aufnahme der Kundenanforderungen, Programmierung und Kommunikation über die Leistungsfähigkeit und Einsetzbarkeit des Produktes. Da er mit der Erfüllung einer Funktion voll ausgelastet ist, kann er andere Funktionen nicht erfüllen.&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
''Mengen-/Qualitätsdilemma:'' Ein Entwickler soll das Null-Fehler-Prinzip verfolgen, weil Integrationstests aus Termin- oder Kostengründen stark reduziert wurden. Der Termindruck bei der Erstellung des Moduls ermöglicht es ihm jedoch nicht, eine ausreichende Reife seines Moduls sicherzustellen.&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
''Grenzstellendilemma:'' Ein Mitarbeiter soll die Wünsche des Kunden erfüllen, dessen Anforderungen dürfen aber weder Mehrkosten noch Mehraufwand verursachen oder wurden bei der Projektplanung nicht entsprechned berücksichtigt.&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
4. Widersprüche zwischen Aufgabenzielen und subjektbezogene Zielen/Normen&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
''Gruppennormdilemma:'' Ein Mitarbeiter hat hinsichtlich der Qualität seiner Arbeit hohe Ansprüche. Im Team wird von ihm erwartet, seine Qualitätsstandards zu senken und seine Aufgabe termingerecht zu erledigen. Andernfalls erhält das Team keine Sondergratifikation für die Zielerreichung.&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
5. Widersprüche zwischen Aufgabenzielen und subjektbezogenem sozialem Kontext&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
''Extrarollendilemma:'' Ein Mitarbeiter muss kurzfristig Überstunden machen, um einen wichtigen Auftrag termingerecht erledigen zu können. Er hat aber gleichzeitig die familiäre Aufgabe, seinen Sohn rechtzeitig vom Kindergarten abzuholen.&amp;lt;BR&amp;gt;Als Folge derartiger Widersprüche und Ungleichgewichte in der praktizierten Projektarbeit haben sich, wie die nachstehende Grafik (Abb. 2) ausweist, bei den untersuchten Teammitgliedern im Vergleich zu Beschäftigten aus einer repräsentativen Stichprobe mit sonst üblichen Arbeitsverhältnissen deutlich höhere Stressreaktionen ergeben (Brödner 2009).&amp;lt;BR&amp;gt;&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
Zusätzlich besteht, wie die Autoren aus eigener Projekterfahrung wissen, ein ''Prioritätendilemma'': Es basiert auf dem Auslastungsdilemma. Vom Mitarbeiter wird erwartet, dass er die Priorisierung seiner Aufgaben selbstständig vornimmt und damit den Zielen des Gesamtprojekts gerecht wird. Egal wie er die Aufgaben priorisiert, er kann sie nicht alle rechtzeitig fertigstellen.&lt;br /&gt;
Er kann aber die Tragweite seiner Priorisierung nicht erkennen, da er (im Zeitalter von hochgradiger Arbeitsteilung) den Kontext der Auswirkungen seiner Entscheidungen nicht überschaut. &amp;lt;BR&amp;gt;&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Abbildung0002.jpg]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;BR&amp;gt; &lt;br /&gt;
Abb. 2: Stressreaktionen bei Beschäftigten in IT-Projekten im Vergleich zum Beschäftigten-Durchschnitt&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
(5) Aus Untersuchungen wie dieser kann eine Reihe von Schlussfolgerungen zur praktischen Verbesserung der Lage der Kopfarbeiter in IT-Projekten gewonnen werden. Zunächst ist festzuhalten, dass es infolge der entgrenzten Natur dieser Art Arbeit kaum möglich ist, einzelne Stressfaktoren ein- für allemal zu reduzieren; vielmehr muss man sich anstelle von Strukturverbesserungen um eine Prozessgestaltung und ein Projektmanagement mit Regeln bemühen, unter denen mit Methoden reflexiver Arbeitsgestaltung fortlaufend für die kontextabhängige dynamische Balance von Anforderungen und Ressourcen, mithin für die Aufrechterhaltung von Gesundheit und Leistung zugleich, gesorgt wird. Wirksame Maßnahmen dafür müssen auf zwei Ebenen ansetzen: bei der Aushandlung der äußeren Bedingungen der Projektdurchführung einerseits und bei den individuellen Bewältigungsstrategien und -fähigkeiten andererseits. Während letzteres etwa durch regelmäßiges Coaching angegangen werden kann, erfordert ersteres tief greifende Veränderungen im Projektmanagement in Richtung auf ein partizipativ und zyklisch-evolutionär angelegtes Projektdesign, das wiederkehrende Reflexionsschleifen zur realistischen Einschätzung von Anforderungen, Ressourcen, Belastungen und Risiken vorsieht. Insbesondere gilt es dabei die häufigen ressourcenzehrenden ad-hoc-Reaktionen auf Kundenwünsche zu unterbinden (ohne sie zu ignorieren), angemessene Prioritäten zu setzen und eine bessere Fortschrittskontrolle zu etablieren. Dabei können auch häufig bereits existierende Schemata kontinuierlicher Verbesserung oder von Gesundheitszirkeln genutzt werden. Darüber hinaus gilt es die häufig anzutreffende Praxis, dass Teammitglieder an mehreren Projekten oder Aufgaben zugleich arbeiten, möglichst zu vermeiden, da aus ihr besonders hohe Belastungen erwachsen. Schließlich sind regelmäßig hinreichende Erholungszeiten für hoch belastete Teammitglieder vorzusehen (viele Beobachtungen aus dem Projektverlauf deuten darauf hin: spätestens nach 8 Wochen).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anregungen zum Vorgehen in der Arbeitsgruppe:&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
•	Zu Beginn der Arbeit in der Gruppe mag es hilfreich sein, zunächst einmal eigene Erlebnisse und Erfahrungen mit hoch belasteter Kopfarbeit (in und außerhalb von Projekten) zu sammeln und nach Gemeinsamkeiten, Unterschieden oder Widersprüchen zu suchen.&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
•	Ein besonderes Merkmal qualifizierter Kopfarbeit scheint ja zu sein, dass sie selbst oft (trotz aller Belastung) positiv als Herausforderung erlebt wird. So mag das Selbstverständnis selber noch die gesundheitlichen Risiken der Kopfarbeit zu verschärfen. Warum macht die so geliebte Arbeit krank?&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
•	Zum Ende hin wäre sicherlich wünschenswert zusammenzutragen, was gegen die gesundheitlichen Risiken qualifizierter Kopfarbeit praktisch wirksam getan werden kann. Dabei wären die möglichen verschiedenen Handlungsebenen – individuelle Bewältigungskompetenz, soziale Beziehungen, Projektorganisation und -management – zu betrachten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
''Quellennachweise:''&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
''Brödner, P., 2008:'' Wissen als Management-Fetisch, FifF-Kommunikation 1/2008, 29-33&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
''Brödner, P., 2009:'' Sustainability in Knowledge-Based Companies, in: Docherty, P.; Kira, M. &amp;amp; Shani, A.B. (eds.): Creating Sustainable Work Systems, London New York: Routledge, 53-69&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
''Dostal, W., 1995:'' Die Informatisierung der Arbeitswelt: Multimedia, offene Arbeitsformen und Telearbeit,  Mitt. der Arbeitsmarkt- und Berufsforschung 4/1995, 527-543&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
''Drucker, P.F., 1993:'' Post-Capitalist Society, New York: Harper Collins&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
''Gerlmaier, A., 2006:'' Nachhaltige Arbeitsgestaltung in der Wissensökonomie, in: Lehndorff, S. (Hg.): Das Politische in der Arbeitspolitik, Berlin: edition sigma, 71-98&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
''Karasek, R., 1998:'' Demand/Control Model: A Social, Emotional, and Psychological Approach to Stress Risk and Active Behavior Development, in: Stellman J.M. (ed.): Encyclopaedia of Occupational Health and Safety, &lt;br /&gt;
4. Edition, Geneva: ILO, 34.6-34.14&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
''Karasek, R. &amp;amp; Theorell, T., 1990:'' Healthy Work. Stress, Productivity, and the Reconstruction of Working Life, New York: Basic Books&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
''Maslach, C. &amp;amp; Leiter, M.P., 1997:'' The Truth about Burnout. How Organizations Cause Personal Stress and What to Do about It, San Francisco: Jossey-Bass&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
''Moldaschl, M. (ed.), 2005:'' Immaterielle Ressourcen. Nachhaltigkeit von Unternehmensführung und Arbeit I, München: Hampp&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
''Reich, R.B., 1993:'' Die neue Weltwirtschaft. Das Ende der nationalen Ökonomie, Frankfurt/M: Ullstein&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>HD</name></author>
		
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.hyperkommunikation.ch/wiki/2009/index.php?title=Moderatorenpapier&amp;diff=328</id>
		<title>Moderatorenpapier</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://www.hyperkommunikation.ch/wiki/2009/index.php?title=Moderatorenpapier&amp;diff=328"/>
		<updated>2009-05-19T09:42:12Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;HD: /* Psychische Belastungen im Umgang mit IT (Burnout) */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;== Psychische Belastungen im Umgang mit IT (Burnout) ==&lt;br /&gt;
'''Ein Moderatorenpapier von Peter Brödner und Dietmar Hennig'''&lt;br /&gt;
&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
Vorläufiger Stand: 19. Mai 2009&lt;br /&gt;
&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(1) Psychische Erkrankungen – das sind insbesondere Schlafstörungen, psychosomatische Störungen, Depressionen oder dauerhafte Erschöpfungszustände (Burnout) – infolge arbeitsbedingter Belastungen mehren sich in besorgniserregendem Maße. Beispielsweise ergibt sich aus Daten des Verbands deutscher Rentenversicherer, dass arbeitsbedingte psychische Erkrankungen in den letzten beiden Dekaden des vorigen Jahrhunderts die Herz-Kreislauf-Erkrankungen als häufigste Ursachen von Frühverrentung abgelöst haben: Im Jahre 1999 machten sie bei Männern 19%, bei Frauen sogar 32% aller Fälle aus. Auch nach dem BKK-Bericht 2007 nehmen psychische Erkrankungen rasch zu (um 17% von 2001 bis 2006) und machen im Jahre 2006 bereits 9% aller Krankentage aus. Und nach dem neuesten DAK-Gesundheitsreport haben psychische Erkrankungen im Jahr 2008 einen Anteil von 10,6 % am gesamten Gesamtkrankenstand und stehen damit an vierter Stelle der wichtigsten Krankheitsarten. Ihr Anteil am Gesamtkrankenstand ist im Vergleich zum Vorjahr um rund 4 % gestiegen (2007: 10,2 %). Auch der Gebrauch von Psycho- und Neuro- Pharmaka zur Steigerung der Leistungsfähigkeit am Arbeitsplatz (sog. Gehirn-Doping) nimmt Befragungen zufolge deutlich zu. Diese wenigen Daten mögen genügen, um die rasch wachsende Bedeutung arbeitsbedingter psychischer Erkrankungen zu belegen.&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
Offenbar behandelt das Management seine Kopfarbeiter doch nicht mit der eigentlich gebotenen Sorgfalt, konträr zu seinem beständigen Mantra, dass „Humankapital seine wichtigste Ressource“ sei. Zu fragen ist nun zunächst nach den Gründen für diese doch ziemlich dramatische Entwicklung.&amp;lt;BR&amp;gt;&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
(2) Die Arbeitswelt unterlag in den letzten fünf Dekaden erheblichen qualitativen und quantitativen Veränderungen. Insbesondere haben Kopfarbeit und informationsverarbeitende Tätigkeiten eine enorme Ausdehnung erfahren. Reich (1993) schätzt den Anteil der Kopfarbeiter („knowledge worker“ (Drucker 1993) bzw. „symbol analysts“ (Reich 1993)) an der Gesamtzahl der Beschäftigten in den USA auf mindestens 20% Ende der achtziger Jahre. Der Anteil der Beschäftigten mit „überwiegend informationsverarbeitenden Tätigkeiten“ wird in Deutschland zu Beginn der neunziger Jahre sogar auf 50% beziffert (Dostal 1995). Seitdem haben diese Anteile tendenziell weiter zugenommen. Sie sind – neben vielen anderen Indikatoren – äußerer Ausdruck des Übergangs von der Industrie- zur Wissensgesellschaft („knowledge-based economy“). &amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
Kopfarbeit tritt systematisch mit der technischen Entwicklung, vor allem aber mit Arbeitsteilung und Kooperation in Erscheinung, die es erforderlich machen, dass Arbeitsprozesse und ihre Komponenten im einzelnen analysiert, genau verstanden und zu einem sinnvollen Ganzen gefügt, um sie im Detail planen, gestalten und koordinieren zu können. Kopfarbeit ist daher Analyse, Modellierung, Planung, Leitung und Kontrolle anderer Arbeit; ihrer Funktion entsprechend ist sie gesellschaftliche Natur. Um sich in großem Stile zu entfalten, ist sie auf fortwährende Begriffsbildung, die Explikation von Können und Erfahrung als Wissen, weiter auf Semiotisierung, den Gebrauch von Zeichen zur Kodifizierung des Wissens, und schließlich auf die Aneignung kodifizierten Wissens als erweitertes Können für Anwendung und Gebrauch voraus. Dabei wachsen Können und Wissen wie ein Baum, durch Differenzierung und Verzweigung.&amp;lt;BR&amp;gt; Kopfarbeit lässt sich so durch vier wesentliche Aufgaben kennzeichnen: &amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
• für Problemlösungen benötigtes, aber meist zerstreutes Wissen aufzufinden,&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
• die Anwendbarkeit von Wissen auf praktische Probleme zu prüfen,&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
• unterschiedliche relevante Wissensbereiche miteinander zu vermitteln,&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
• Wissen für die Anwendung zu rekontextualisieren. &amp;lt;BR&amp;gt;&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
Für Kopfarbeit benötigte besondere Fähigkeiten sind dementsprechend Abstrahieren, Modellieren, Systemdenken, Experimentieren und Explorieren, Kooperation und Kommunikation, allesamt dem inkorporierten, damit personengebundenen Können zuzurechnende, kreative Fähigkeiten (Brödner 2008).&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
Diese Kennzeichen von Kopfarbeit haben weit reichende Konsequenzen im Hinblick auf Arbeitsanforderungen: Erstens wird in einer wissensbasierten Wirtschaft Innovation – also die erfolgreiche Einführung und Verwertung neuer Produkte, neuer Prozesse oder neuer institutioneller Arrangements – zur vorherrschenden Form des Wettbewerbs; Wettbewerb funktioniert als „Entdeckungsverfahren“. Infolgedessen müssen Unternehmen ebenso wie Kopfarbeiter stets neue Situationen und mit ihnen Überraschungen und Unsicherheiten zu bewältigen imstande sein. Zweitens erfordert dies fortlaufend problemlösende Tätigkeiten, die auf inkorporiertem Können und persönlicher Expertise beruhen (diese aber auch zu weiterer Entwicklung anregen). Folglich bilden problemlösende Handlungskompetenz und Könnerschaft die wichtigsten, für den Wettbewerb unverzichtbaren Ressourcen, die es fortlaufend zu entwickeln gilt. Infolge wachsender Spezialisierung erfordern innovative und problemlösende Tätigkeiten drittens die Zusammenführung verschiedener Wissensdomänen, mithin die Zusammenarbeit von Experten aus unterschiedlichen Feldern; daher auch die rasch wachsende Bedeutung von Projektarbeit in multifunktionalen Teams. Viertens sind Ergebnis und Verlauf von Projekten – weil Kopfarbeit grundsätzlich von Unsicherheit und Überraschung geprägt ist – stets kontextabhängig und unvorhersehbar und können mithin weder im voraus geplant noch im einzelnen vorgeschrieben und überwacht werden. In diesem Sinne ist Kopfarbeit „entgrenzt“ hinsichtlich Verlauf, Ergebnis und Aufwand und erfordert neue Formen sog. „indirekter“ oder „Kontext-Steuerung“.&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der entgrenzte Charakter von Kopfarbeit ist auch die eigentliche Ursache ihrer Intensität, ihrer oft ausufernden Arbeitszeiten und ihrer hohen psychischen Belastungen: Arbeit wird, nicht zuletzt auch aufgrund von IT-Systemen und Internet als neuen Arbeitsmitteln und Medien der Kooperation, zunehmend ortsungebunden und zeitflexibel ausgeübt in Gestalt problemlösender Projektarbeit voller Unsicherheiten. So wie sich der Zugang zu Informationen vergrößert und Wahlmöglichkeiten sich ständig erweitern, unterliegen Beschäftigte zugleich auch wachsenden Anforderungen wie dem Umgang mit Unsicherheit, Wettbewerb und Termindruck. Damit hängt die berufliche Leistungsfähigkeit in der modernen Arbeitswelt nicht mehr nur von den körperlichen, sondern sehr entscheidend auch von den kognitiven und psychischen Ressourcen ab. Wichtige Ressourcen sind etwa schnelle Auffassungsgabe, gutes Erinnerungsvermögen, lebhafte Kreativität und fokussierte Aufmerksamkeit neben Ausdauer und Stressresistenz. Dabei werden nicht nur neue konkrete Anforderungen, sondern auch implizite Normen und Wunschbilder wirksam: Schlauer, schneller, effektiver zu sein als andere.&amp;lt;BR&amp;gt; &lt;br /&gt;
Mit ihren zumeist komplexen und herausfordernden Arbeitsaufgaben sowie ihren großen Handlungs- und Entscheidungsspielräumen galt Kopfarbeit lange als privilegiert. Gleichwohl zeigt sie oft hohe psychische Belastungen und erweist sich gesundheitlich als wenig nachhaltig. Das stellt auch die Arbeitswissenschaft vor neue Herausforderungen, denen nun nachzugehen ist.&amp;lt;BR&amp;gt;&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
(3) Das in der Stressforschung lange weithin akzeptierte sog. ''„Demand-Control-Modell“'' (Karasek 1998; Karasek &amp;amp; Theorell 1990) betont die wichtige Funktion, die dem Grad der Autonomie im Arbeitsprozess für das Wohlergehen und die Persönlichkeitsentwicklung zukommt. Diesem Modell zufolge wird der Zusammenhang von psychischen Belastungen und Stressreaktionen im wesentlichen von zwei Faktoren beeinflusst: von Arbeitsanforderungen wie Komplexität der Aufgabe oder Zeitdruck einerseits und vom Ausmaß, zu dem der Arbeitsprozess tatsächlich durch die Arbeitsperson gesteuert werden kann, andererseits. Dabei hat die Autonomie in erster Linie moderierenden Charakter: Hohe Anforderungen mögen weniger Stress hervorrufen, wenn die Arbeitsperson den Prozess, d.h. Arbeitsmittel, -methoden und Vorgehen zur Bewältigung der Aufgabe, zu wählen bzw. zu beeinflussen in der Lage ist. So können auch hohe Anforderungen in Verbindung mit hinreichender Autonomie zu Wohlbefinden und persönlicher Entwicklung führen, indem sie Lernprozesse ermöglichen.&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
Diese Modellvorstellung einer Balance von Anforderungen und Steuerungsautonomie wurde von Maslach &amp;amp; Leiter (1997) weiter entwickelt, indem sie annehmen, dass Stress durch eine Reihe von ''Ungleichgewichten'' oder ''Fehlanpassungen'' zwischen Arbeitsanforderungen und im Prozess verfügbaren Ressourcen verursacht wird, die, wenn sie längere Zeit fortbestehen, zu physischer und emotionaler Erschöpfung und reservierter Indifferenz führen. Dabei nehmen sie vor allem Ungleichgewichte hinsichtlich des Verhältnisses von Anforderungen und Ressourcen, Mangel an Autonomie, unzureichender Anerkennung, unfairer Behandlung, Verlust an sozialer Unterstützung oder Konflikten zwischen individuellen und organisationalen Werten in den Blick. So betrachten sie nicht nur die Bedürfnisse und Ressourcen der Arbeitspersonen, sondern beziehen auch Bedingungen der Arbeitsumgebung mit ein.&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
Diese erweiterten Modellvorstellungen, so plausibel sie erscheinen, leiden indes daran, dass sie die relationale Natur von Ressourcen noch nicht ausreichend in Betracht ziehen. Ob etwas in einer Arbeitssituation als Ressource genutzt werden kann oder nicht, hängt stets von den besonderen Gegebenheiten und Kontextbedingungen der Arbeitssituation ab und kann nicht ''per se'' und unabhängig als Ressource bestimmt werden. So wird etwa Autonomie nur dann zu einer wirksamen Ressource, wenn aufgabenangemessene Arbeitsmittel und -methoden tatsächlich zur Verfügung stehen (was, wie gleich zu sehen ist, oft nicht der Fall ist). Insbesondere die Analyse, Gestaltung und Bewertung von Kopfarbeit erfordern, da diese wie gezeigt ihrer Natur nach in hohem Maße prozess- und kontextabhängig ist, die relationale Betrachtung von Anforderungen und Ressourcen. Dies leistet das Konzept der widersprüchlichen Arbeitsanforderungen (Moldaschl 2005), demzufolge psychische Belastungen und Stressreaktionen durch spezifische Widersprüche oder Ungleichgewichte zwischen gegebenen Arbeitsanforderungen, tatsächlich verfügbaren Ressourcen und etablierten Routinen hervorgerufen werden. In dieser relationalen Perspektive werden Ressourcen als wirksame Mittel betrachtet, die von Arbeitspersonen tatsächlich aktiviert und genutzt werden können, um ihre Aufgabe zu bewältigen. Ressourcen können dabei nur im Gebrauch bestimmt werden: Ob etwas als Ressource genutzt werden kann, hängt also von den jeweils besonderen Kontextbedingungen ab, unter denen die Arbeit ausgeführt wird. &amp;lt;BR&amp;gt;&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
(4) Mittels des Konzepts der widersprüchlichen Arbeitsanforderungen wurden vom Institut Arbeit und Technik psychische Belastungen der Projektarbeit in einer Reihe von Projekten der IT-Entwicklung und -Beratung untersucht. In dieser Untersuchung, deren Ergebnisse hier kurz resümiert werden, konnten so fünf Typen von Widersprüchen oder Ungleichgewichten identifiziert werden (die nachstehend jeweils mit Beispielen unterlegt sind; vgl. Gerlmaier 2006):&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Abbildung0001.jpg]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Abb. 1: Modell widersprüchlicher Arbeitsanforderungen&amp;lt;BR&amp;gt; &amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
1. Widersprüche zwischen Aufgaben und Ausführungsbedingungen &amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
''Kooperationsdilemma:'' Ein Mitarbeiter soll mit Kollegen aus einem anderen Projekt zur Abstimmung einer Schnittstelle kooperieren. Er hat jedoch zeitlich, räumlich oder technisch nur unzureichende Kommunikationschancen.&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
''Ausstattungsdilemma:'' Ein Programmierer soll ein Programmmodul erstellen, ihm werden jedoch nicht die notwendigen Hard- oder Softwareteile bereitgestellt.&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
''Schnittstellendilemma:'' Ein Entwickler muss zum Testen seiner Software auf organisationsexterne Ressourcen (Server, Daten) zugreifen. Er hat bei Störungen aber keinen direkten Einfluss auf deren Beseitigung.&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
2. Widersprüche zwischen Aufgaben und Aneignungsbedingungen (Lernbehinderungen)&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
''Informationsdilemma:'' Ein Mitarbeiter soll sich in ein neues Arbeitsfeld einarbeiten. Ihm werden jedoch keine entsprechenden Dokumente oder Informationen zur Verfügung gestellt oder sind erst garnicht vorhanden.&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
''Kompetenzdilemma:'' Laut einer Kundenspezifikation soll ein Programmierer die Entwicklung eines Moduls mit einer neuen Programmiersprache durchführen. Aufgrund der Zielsetzungen im Projekt stehen ihm der notwendige Raum und  die erforderliche Zeit zur Einarbeitung jedoch nicht zur Verfügung.&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
''Erfahrbarkeitsdilemma:'' Durch die Kapselung technischer Einrichtungen oder aufgrund von räumlicher Distanz sind einem Arbeitenden wesentliche Teile sinnlicher Rückmeldung verschlossen. Hierdurch wird der Aufbau von Erfahrungen bzw. die Bildung angemessener Repräsentationen erschwert. &amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
3. Widersprüche zwischen Aufgabenzielen&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
''Auslastungsdilemma:'' Zur Aufgabe eines Programmierers gehören verschiedene Funktionen, z. B. Aufnahme der Kundenanforderungen, Programmierung und Kommunikation über die Leistungsfähigkeit und Einsetzbarkeit des Produktes. Da er mit der Erfüllung einer Funktion voll ausgelastet ist, kann er andere Funktionen nicht erfüllen.&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
''Mengen-/Qualitätsdilemma:'' Ein Entwickler soll das Null-Fehler-Prinzip verfolgen, weil Integrationstests aus Termin- oder Kostengründen stark reduziert wurden. Der Termindruck bei der Erstellung des Moduls ermöglicht es ihm jedoch nicht, eine ausreichende Reife seines Moduls sicherzustellen.&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
''Grenzstellendilemma:'' Ein Mitarbeiter soll die Wünsche des Kunden erfüllen, dessen Anforderungen dürfen aber weder Mehrkosten noch Mehraufwand verursachen oder wurden bei der Projektplanung nicht entsprechned berücksichtigt.&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
4. Widersprüche zwischen Aufgabenzielen und subjektbezogene Zielen/Normen&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
''Gruppennormdilemma:'' Ein Mitarbeiter hat hinsichtlich der Qualität seiner Arbeit hohe Ansprüche. Im Team wird von ihm erwartet, seine Qualitätsstandards zu senken und seine Aufgabe termingerecht zu erledigen. Andernfalls erhält das Team keine Sondergratifikation für die Zielerreichung.&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
5. Widersprüche zwischen Aufgabenzielen und subjektbezogenem sozialem Kontext&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
''Extrarollendilemma:'' Ein Mitarbeiter muss kurzfristig Überstunden machen, um einen wichtigen Auftrag termingerecht erledigen zu können. Er hat aber gleichzeitig die familiäre Aufgabe, seinen Sohn rechtzeitig vom Kindergarten abzuholen.&amp;lt;BR&amp;gt;Als Folge derartiger Widersprüche und Ungleichgewichte in der praktizierten Projektarbeit haben sich, wie die nachstehende Grafik (Abb. 2) ausweist, bei den untersuchten Teammitgliedern im Vergleich zu Beschäftigten aus einer repräsentativen Stichprobe mit sonst üblichen Arbeitsverhältnissen deutlich höhere Stressreaktionen ergeben (Brödner 2009).&amp;lt;BR&amp;gt;&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Abbildung0002.jpg]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;BR&amp;gt; &lt;br /&gt;
Abb. 2: Stressreaktionen bei Beschäftigten in IT-Projekten im Vergleich zum Beschäftigten-Durchschnitt&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
(5) Aus Untersuchungen wie dieser kann eine Reihe von Schlussfolgerungen zur praktischen Verbesserung der Lage der Kopfarbeiter in IT-Projekten gewonnen werden. Zunächst ist festzuhalten, dass es infolge der entgrenzten Natur dieser Art Arbeit kaum möglich ist, einzelne Stressfaktoren ein- für allemal zu reduzieren; vielmehr muss man sich anstelle von Strukturverbesserungen um eine Prozessgestaltung und ein Projektmanagement mit Regeln bemühen, unter denen mit Methoden reflexiver Arbeitsgestaltung fortlaufend für die kontextabhängige dynamische Balance von Anforderungen und Ressourcen, mithin für die Aufrechterhaltung von Gesundheit und Leistung zugleich, gesorgt wird. Wirksame Maßnahmen dafür müssen auf zwei Ebenen ansetzen: bei der Aushandlung der äußeren Bedingungen der Projektdurchführung einerseits und bei den individuellen Bewältigungsstrategien und -fähigkeiten andererseits. Während letzteres etwa durch regelmäßiges Coaching angegangen werden kann, erfordert ersteres tief greifende Veränderungen im Projektmanagement in Richtung auf ein partizipativ und zyklisch-evolutionär angelegtes Projektdesign, das wiederkehrende Reflexionsschleifen zur realistischen Einschätzung von Anforderungen, Ressourcen, Belastungen und Risiken vorsieht. Insbesondere gilt es dabei die häufigen ressourcenzehrenden ad-hoc-Reaktionen auf Kundenwünsche zu unterbinden (ohne sie zu ignorieren), angemessene Prioritäten zu setzen und eine bessere Fortschrittskontrolle zu etablieren. Dabei können auch häufig bereits existierende Schemata kontinuierlicher Verbesserung oder von Gesundheitszirkeln genutzt werden. Darüber hinaus gilt es die häufig anzutreffende Praxis, dass Teammitglieder an mehreren Projekten oder Aufgaben zugleich arbeiten, möglichst zu vermeiden, da aus ihr besonders hohe Belastungen erwachsen. Schließlich sind regelmäßig hinreichende Erholungszeiten für hoch belastete Teammitglieder vorzusehen (viele Beobachtungen aus dem Projektverlauf deuten darauf hin: spätestens nach 8 Wochen).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anregungen zum Vorgehen in der Arbeitsgruppe:&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
•	Zu Beginn der Arbeit in der Gruppe mag es hilfreich sein, zunächst einmal eigene Erlebnisse und Erfahrungen mit hoch belasteter Kopfarbeit (in und außerhalb von Projekten) zu sammeln und nach Gemeinsamkeiten, Unterschieden oder Widersprüchen zu suchen.&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
•	Ein besonderes Merkmal qualifizierter Kopfarbeit scheint ja zu sein, dass sie selbst oft (trotz aller Belastung) positiv als Herausforderung erlebt wird. So mag das Selbstverständnis selber noch die gesundheitlichen Risiken der Kopfarbeit zu verschärfen. Warum macht die so geliebte Arbeit krank?&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
•	Zum Ende hin wäre sicherlich wünschenswert zusammenzutragen, was gegen die gesundheitlichen Risiken qualifizierter Kopfarbeit praktisch wirksam getan werden kann. Dabei wären die möglichen verschiedenen Handlungsebenen – individuelle Bewältigungskompetenz, soziale Beziehungen, Projektorganisation und -management – zu betrachten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
''Quellennachweise:''&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
''Brödner, P., 2008:'' Wissen als Management-Fetisch, FifF-Kommunikation 1/2008, 29-33&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
''Brödner, P., 2009:'' Sustainability in Knowledge-Based Companies, in: Docherty, P.; Kira, M. &amp;amp; Shani, A.B. (eds.): Creating Sustainable Work Systems, London New York: Routledge, 53-69&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
''Dostal, W., 1995:'' Die Informatisierung der Arbeitswelt: Multimedia, offene Arbeitsformen und Telearbeit,  Mitt. der Arbeitsmarkt- und Berufsforschung 4/1995, 527-543&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
''Drucker, P.F., 1993:'' Post-Capitalist Society, New York: Harper Collins&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
''Gerlmaier, A., 2006:'' Nachhaltige Arbeitsgestaltung in der Wissensökonomie, in: Lehndorff, S. (Hg.): Das Politische in der Arbeitspolitik, Berlin: edition sigma, 71-98&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
''Karasek, R., 1998:'' Demand/Control Model: A Social, Emotional, and Psychological Approach to Stress Risk and Active Behavior Development, in: Stellman J.M. (ed.): Encyclopaedia of Occupational Health and Safety, &lt;br /&gt;
4. Edition, Geneva: ILO, 34.6-34.14&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
''Karasek, R. &amp;amp; Theorell, T., 1990:'' Healthy Work. Stress, Productivity, and the Reconstruction of Working Life, New York: Basic Books&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
''Maslach, C. &amp;amp; Leiter, M.P., 1997:'' The Truth about Burnout. How Organizations Cause Personal Stress and What to Do about It, San Francisco: Jossey-Bass&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
''Moldaschl, M. (ed.), 2005:'' Immaterielle Ressourcen. Nachhaltigkeit von Unternehmensführung und Arbeit I, München: Hampp&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
''Reich, R.B., 1993:'' Die neue Weltwirtschaft. Das Ende der nationalen Ökonomie, Frankfurt/M: Ullstein&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>HD</name></author>
		
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.hyperkommunikation.ch/wiki/2009/index.php?title=Moderatorenpapier&amp;diff=327</id>
		<title>Moderatorenpapier</title>
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		<updated>2009-05-19T08:49:38Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;HD: /* Psychische Belastungen im Umgang mit IT (Burnout) */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;== Psychische Belastungen im Umgang mit IT (Burnout) ==&lt;br /&gt;
'''Ein Moderatorenpapier von Peter Brödner und Dietmar Hennig'''&lt;br /&gt;
&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
Vorläufiger Stand: 10. Mai 2009&lt;br /&gt;
&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(1) Psychische Erkrankungen – das sind insbesondere Schlafstörungen, psychosomatische Störungen, Depressionen oder dauerhafte Erschöpfungszustände (Burnout) – infolge arbeitsbedingter Belastungen mehren sich in besorgniserregendem Maße. Beispielsweise ergibt sich aus Daten des Verbands deutscher Rentenversicherer, dass arbeitsbedingte psychische Erkrankungen in den letzten beiden Dekaden des vorigen Jahrhunderts die Herz-Kreislauf-Erkrankungen als häufigste Ursachen von Frühverrentung abgelöst haben: Im Jahre 1999 machten sie bei Männern 19%, bei Frauen sogar 32% aller Fälle aus. Auch nach dem BKK-Bericht 2007 nehmen psychische Erkrankungen rasch zu (um 17% von 2001 bis 2006) und machen im Jahre 2006 bereits 9% aller Krankentage aus. Und nach dem neuesten DAK-Gesundheitsreport haben psychische Erkrankungen im Jahr 2008 einen Anteil von 10,6 % am gesamten Gesamtkrankenstand und stehen damit an vierter Stelle der wichtigsten Krankheitsarten. Ihr Anteil am Gesamtkrankenstand ist im Vergleich zum Vorjahr um rund 4 % gestiegen (2007: 10,2 %). Auch der Gebrauch von Psycho- und Neuro- Pharmaka zur Steigerung der Leistungsfähigkeit am Arbeitsplatz (sog. Gehirn-Doping) nimmt Befragungen zufolge deutlich zu. Diese wenigen Daten mögen genügen, um die rasch wachsende Bedeutung arbeitsbedingter psychischer Erkrankungen zu belegen.&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
Offenbar behandelt das Management seine Kopfarbeiter doch nicht mit der eigentlich gebotenen Sorgfalt, konträr zu seinem beständigen Mantra, dass „Humankapital seine wichtigste Ressource“ sei. Zu fragen ist nun zunächst nach den Gründen für diese doch ziemlich dramatische Entwicklung.&amp;lt;BR&amp;gt;&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
(2) Die Arbeitswelt unterlag in den letzten fünf Dekaden erheblichen qualitativen und quantitativen Veränderungen. Insbesondere haben Kopfarbeit und informationsverarbeitende Tätigkeiten eine enorme Ausdehnung erfahren. Reich (1993) schätzt den Anteil der Kopfarbeiter („knowledge worker“ (Drucker 1993) bzw. „symbol analysts“ (Reich 1993)) an der Gesamtzahl der Beschäftigten in den USA auf mindestens 20% Ende der achtziger Jahre. Der Anteil der Beschäftigten mit „überwiegend informationsverarbeitenden Tätigkeiten“ wird in Deutschland zu Beginn der neunziger Jahre sogar auf 50% beziffert (Dostal 1995). Seitdem haben diese Anteile tendenziell weiter zugenommen. Sie sind – neben vielen anderen Indikatoren – äußerer Ausdruck des Übergangs von der Industrie- zur Wissensgesellschaft („knowledge-based economy“). &amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
Kopfarbeit tritt systematisch mit der technischen Entwicklung, vor allem aber mit Arbeitsteilung und Kooperation in Erscheinung, die es erforderlich machen, dass Arbeitsprozesse und ihre Komponenten im einzelnen analysiert, genau verstanden und zu einem sinnvollen Ganzen gefügt, um sie im Detail planen, gestalten und koordinieren zu können. Kopfarbeit ist daher Analyse, Modellierung, Planung, Leitung und Kontrolle anderer Arbeit; ihrer Funktion entsprechend ist sie gesellschaftliche Natur. Um sich in großem Stile zu entfalten, ist sie auf fortwährende Begriffsbildung, die Explikation von Können und Erfahrung als Wissen, weiter auf Semiotisierung, den Gebrauch von Zeichen zur Kodifizierung des Wissens, und schließlich auf die Aneignung kodifizierten Wissens als erweitertes Können für Anwendung und Gebrauch voraus. Dabei wachsen Können und Wissen wie ein Baum, durch Differenzierung und Verzweigung.&amp;lt;BR&amp;gt; Kopfarbeit lässt sich so durch vier wesentliche Aufgaben kennzeichnen: &amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
• für Problemlösungen benötigtes, aber meist zerstreutes Wissen aufzufinden,&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
• die Anwendbarkeit von Wissen auf praktische Probleme zu prüfen,&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
• unterschiedliche relevante Wissensbereiche miteinander zu vermitteln,&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
• Wissen für die Anwendung zu rekontextualisieren. &amp;lt;BR&amp;gt;&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
Für Kopfarbeit benötigte besondere Fähigkeiten sind dementsprechend Abstrahieren, Modellieren, Systemdenken, Experimentieren und Explorieren, Kooperation und Kommunikation, allesamt dem inkorporierten, damit personengebundenen Können zuzurechnende, kreative Fähigkeiten (Brödner 2008).&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
Diese Kennzeichen von Kopfarbeit haben weit reichende Konsequenzen im Hinblick auf Arbeitsanforderungen: Erstens wird in einer wissensbasierten Wirtschaft Innovation – also die erfolgreiche Einführung und Verwertung neuer Produkte, neuer Prozesse oder neuer institutioneller Arrangements – zur vorherrschenden Form des Wettbewerbs; Wettbewerb funktioniert als „Entdeckungsverfahren“. Infolgedessen müssen Unternehmen ebenso wie Kopfarbeiter stets neue Situationen und mit ihnen Überraschungen und Unsicherheiten zu bewältigen imstande sein. Zweitens erfordert dies fortlaufend problemlösende Tätigkeiten, die auf inkorporiertem Können und persönlicher Expertise beruhen (diese aber auch zu weiterer Entwicklung anregen). Folglich bilden problemlösende Handlungskompetenz und Könnerschaft die wichtigsten, für den Wettbewerb unverzichtbaren Ressourcen, die es fortlaufend zu entwickeln gilt. Infolge wachsender Spezialisierung erfordern innovative und problemlösende Tätigkeiten drittens die Zusammenführung verschiedener Wissensdomänen, mithin die Zusammenarbeit von Experten aus unterschiedlichen Feldern; daher auch die rasch wachsende Bedeutung von Projektarbeit in multifunktionalen Teams. Viertens sind Ergebnis und Verlauf von Projekten – weil Kopfarbeit grundsätzlich von Unsicherheit und Überraschung geprägt ist – stets kontextabhängig und unvorhersehbar und können mithin weder im voraus geplant noch im einzelnen vorgeschrieben und überwacht werden. In diesem Sinne ist Kopfarbeit „entgrenzt“ hinsichtlich Verlauf, Ergebnis und Aufwand und erfordert neue Formen sog. „indirekter“ oder „Kontext-Steuerung“.&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der entgrenzte Charakter von Kopfarbeit ist auch die eigentliche Ursache ihrer Intensität, ihrer oft ausufernden Arbeitszeiten und ihrer hohen psychischen Belastungen: Arbeit wird, nicht zuletzt auch aufgrund von IT-Systemen und Internet als neuen Arbeitsmitteln und Medien der Kooperation, zunehmend ortsungebunden und zeitflexibel ausgeübt in Gestalt problemlösender Projektarbeit voller Unsicherheiten. So wie sich der Zugang zu Informationen vergrößert und Wahlmöglichkeiten sich ständig erweitern, unterliegen Beschäftigte zugleich auch wachsenden Anforderungen wie dem Umgang mit Unsicherheit, Wettbewerb und Termindruck. Damit hängt die berufliche Leistungsfähigkeit in der modernen Arbeitswelt nicht mehr nur von den körperlichen, sondern sehr entscheidend auch von den kognitiven und psychischen Ressourcen ab. Wichtige Ressourcen sind etwa schnelle Auffassungsgabe, gutes Erinnerungsvermögen, lebhafte Kreativität und fokussierte Aufmerksamkeit neben Ausdauer und Stressresistenz. Dabei werden nicht nur neue konkrete Anforderungen, sondern auch implizite Normen und Wunschbilder wirksam: Schlauer, schneller, effektiver zu sein als andere.&amp;lt;BR&amp;gt; &lt;br /&gt;
Mit ihren zumeist komplexen und herausfordernden Arbeitsaufgaben sowie ihren großen Handlungs- und Entscheidungsspielräumen galt Kopfarbeit lange als privilegiert. Gleichwohl zeigt sie oft hohe psychische Belastungen und erweist sich gesundheitlich als wenig nachhaltig. Das stellt auch die Arbeitswissenschaft vor neue Herausforderungen, denen nun nachzugehen ist.&amp;lt;BR&amp;gt;&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
(3) Das in der Stressforschung lange weithin akzeptierte sog. ''„Demand-Control-Modell“'' (Karasek 1998; Karasek &amp;amp; Theorell 1990) betont die wichtige Funktion, die dem Grad der Autonomie im Arbeitsprozess für das Wohlergehen und die Persönlichkeitsentwicklung zukommt. Diesem Modell zufolge wird der Zusammenhang von psychischen Belastungen und Stressreaktionen im wesentlichen von zwei Faktoren beeinflusst: von Arbeitsanforderungen wie Komplexität der Aufgabe oder Zeitdruck einerseits und vom Ausmaß, zu dem der Arbeitsprozess tatsächlich durch die Arbeitsperson gesteuert werden kann, andererseits. Dabei hat die Autonomie in erster Linie moderierenden Charakter: Hohe Anforderungen mögen weniger Stress hervorrufen, wenn die Arbeitsperson den Prozess, d.h. Arbeitsmittel, -methoden und Vorgehen zur Bewältigung der Aufgabe, zu wählen bzw. zu beeinflussen in der Lage ist. So können auch hohe Anforderungen in Verbindung mit hinreichender Autonomie zu Wohlbefinden und persönlicher Entwicklung führen, indem sie Lernprozesse ermöglichen.&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
Diese Modellvorstellung einer Balance von Anforderungen und Steuerungsautonomie wurde von Maslach &amp;amp; Leiter (1997) weiter entwickelt, indem sie annehmen, dass Stress durch eine Reihe von ''Ungleichgewichten'' oder ''Fehlanpassungen'' zwischen Arbeitsanforderungen und im Prozess verfügbaren Ressourcen verursacht wird, die, wenn sie längere Zeit fortbestehen, zu physischer und emotionaler Erschöpfung und reservierter Indifferenz führen. Dabei nehmen sie vor allem Ungleichgewichte hinsichtlich des Verhältnisses von Anforderungen und Ressourcen, Mangel an Autonomie, unzureichender Anerkennung, unfairer Behandlung, Verlust an sozialer Unterstützung oder Konflikten zwischen individuellen und organisationalen Werten in den Blick. So betrachten sie nicht nur die Bedürfnisse und Ressourcen der Arbeitspersonen, sondern beziehen auch Bedingungen der Arbeitsumgebung mit ein.&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
Diese erweiterten Modellvorstellungen, so plausibel sie erscheinen, leiden indes daran, dass sie die relationale Natur von Ressourcen noch nicht ausreichend in Betracht ziehen. Ob etwas in einer Arbeitssituation als Ressource genutzt werden kann oder nicht, hängt stets von den besonderen Gegebenheiten und Kontextbedingungen der Arbeitssituation ab und kann nicht ''per se'' und unabhängig als Ressource bestimmt werden. So wird etwa Autonomie nur dann zu einer wirksamen Ressource, wenn aufgabenangemessene Arbeitsmittel und -methoden tatsächlich zur Verfügung stehen (was, wie gleich zu sehen ist, oft nicht der Fall ist). Insbesondere die Analyse, Gestaltung und Bewertung von Kopfarbeit erfordern, da diese wie gezeigt ihrer Natur nach in hohem Maße prozess- und kontextabhängig ist, die relationale Betrachtung von Anforderungen und Ressourcen. Dies leistet das Konzept der widersprüchlichen Arbeitsanforderungen (Moldaschl 2005), demzufolge psychische Belastungen und Stressreaktionen durch spezifische Widersprüche oder Ungleichgewichte zwischen gegebenen Arbeitsanforderungen, tatsächlich verfügbaren Ressourcen und etablierten Routinen hervorgerufen werden. In dieser relationalen Perspektive werden Ressourcen als wirksame Mittel betrachtet, die von Arbeitspersonen tatsächlich aktiviert und genutzt werden können, um ihre Aufgabe zu bewältigen. Ressourcen können dabei nur im Gebrauch bestimmt werden: Ob etwas als Ressource genutzt werden kann, hängt also von den jeweils besonderen Kontextbedingungen ab, unter denen die Arbeit ausgeführt wird. &amp;lt;BR&amp;gt;&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
(4) Mittels des Konzepts der widersprüchlichen Arbeitsanforderungen wurden vom Institut Arbeit und Technik psychische Belastungen der Projektarbeit in einer Reihe von Projekten der IT-Entwicklung und -Beratung untersucht. In dieser Untersuchung, deren Ergebnisse hier kurz resümiert werden, konnten so fünf Typen von Widersprüchen oder Ungleichgewichten identifiziert werden (die nachstehend jeweils mit Beispielen unterlegt sind; vgl. Gerlmaier 2006):&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Abbildung0001.jpg]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Abb. 1: Modell widersprüchlicher Arbeitsanforderungen&amp;lt;BR&amp;gt; &amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
1. Widersprüche zwischen Aufgaben und Ausführungsbedingungen &amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
''Kooperationsdilemma:'' Ein Mitarbeiter soll mit Kollegen aus einem anderen Projekt zur Abstimmung einer Schnittstelle kooperieren. Er hat jedoch zeitlich, räumlich oder technisch nur unzureichende Kommunikationschancen.&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
''Ausstattungsdilemma:'' Ein Programmierer soll ein Programmmodul erstellen, ihm werden jedoch nicht die notwendigen Hard- oder Softwareteile bereitgestellt.&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
''Schnittstellendilemma:'' Ein Entwickler muss zum Testen seiner Software auf organisationsexterne Ressourcen (Server, Daten) zugreifen. Er hat bei Störungen aber keinen direkten Einfluss auf deren Beseitigung.&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
2. Widersprüche zwischen Aufgaben und Aneignungsbedingungen (Lernbehinderungen)&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
''Informationsdilemma:'' Ein Mitarbeiter soll sich in ein neues Arbeitsfeld einarbeiten. Ihm werden jedoch keine entsprechenden Dokumente oder Informationen zur Verfügung gestellt oder sind erst garnicht vorhanden.&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
''Kompetenzdilemma:'' Laut einer Kundenspezifikation soll ein Programmierer die Entwicklung eines Moduls mit einer neuen Programmiersprache durchführen. Aufgrund der Zielsetzungen im Projekt stehen ihm der notwendige Raum und  die erforderliche Zeit zur Einarbeitung jedoch nicht zur Verfügung.&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
''Erfahrbarkeitsdilemma:'' Durch die Kapselung technischer Einrichtungen oder aufgrund von räumlicher Distanz sind einem Arbeitenden wesentliche Teile sinnlicher Rückmeldung verschlossen. Hierdurch wird der Aufbau von Erfahrungen bzw. die Bildung angemessener Repräsentationen erschwert. &amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
3. Widersprüche zwischen Aufgabenzielen&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
''Auslastungsdilemma:'' Zur Aufgabe eines Programmierers gehören verschiedene Funktionen, z. B. Aufnahme der Kundenanforderungen, Programmierung und Kommunikation über die Leistungsfähigkeit und Einsetzbarkeit des Produktes. Da er mit der Erfüllung einer Funktion voll ausgelastet ist, kann er andere Funktionen nicht erfüllen.&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
''Mengen-/Qualitätsdilemma:'' Ein Entwickler soll das Null-Fehler-Prinzip verfolgen, weil Integrationstests aus Termin- oder Kostengründen stark reduziert wurden. Der Termindruck bei der Erstellung des Moduls ermöglicht es ihm jedoch nicht, eine ausreichende Reife seines Moduls sicherzustellen.&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
''Grenzstellendilemma:'' Ein Mitarbeiter soll die Wünsche des Kunden erfüllen, dessen Anforderungen dürfen aber weder Mehrkosten noch Mehraufwand verursachen oder wurden bei der Projektplanung nicht entsprechned berücksichtigt.&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
4. Widersprüche zwischen Aufgabenzielen und subjektbezogene Zielen/Normen&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
''Gruppennormdilemma:'' Ein Mitarbeiter hat hinsichtlich der Qualität seiner Arbeit hohe Ansprüche. Im Team wird von ihm erwartet, seine Qualitätsstandards zu senken und seine Aufgabe termingerecht zu erledigen. Andernfalls erhält das Team keine Sondergratifikation für die Zielerreichung.&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
5. Widersprüche zwischen Aufgabenzielen und subjektbezogenem sozialem Kontext&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
''Extrarollendilemma:'' Ein Mitarbeiter muss kurzfristig Überstunden machen, um einen wichtigen Auftrag termingerecht erledigen zu können. Er hat aber gleichzeitig die familiäre Aufgabe, seinen Sohn rechtzeitig vom Kindergarten abzuholen.&amp;lt;BR&amp;gt;Als Folge derartiger Widersprüche und Ungleichgewichte in der praktizierten Projektarbeit haben sich, wie die nachstehende Grafik (Abb. 2) ausweist, bei den untersuchten Teammitgliedern im Vergleich zu Beschäftigten aus einer repräsentativen Stichprobe mit sonst üblichen Arbeitsverhältnissen deutlich höhere Stressreaktionen ergeben (Brödner 2009).&amp;lt;BR&amp;gt;&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Abbildung0002.jpg]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;BR&amp;gt; &lt;br /&gt;
Abb. 2: Stressreaktionen bei Beschäftigten in IT-Projekten im Vergleich zum Beschäftigten-Durchschnitt&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
(5) Aus Untersuchungen wie dieser kann eine Reihe von Schlussfolgerungen zur praktischen Verbesserung der Lage der Kopfarbeiter in IT-Projekten gewonnen werden. Zunächst ist festzuhalten, dass es infolge der entgrenzten Natur dieser Art Arbeit kaum möglich ist, einzelne Stressfaktoren ein- für allemal zu reduzieren; vielmehr muss man sich anstelle von Strukturverbesserungen um eine Prozessgestaltung und ein Projektmanagement mit Regeln bemühen, unter denen mit Methoden reflexiver Arbeitsgestaltung fortlaufend für die kontextabhängige dynamische Balance von Anforderungen und Ressourcen, mithin für die Aufrechterhaltung von Gesundheit und Leistung zugleich, gesorgt wird. Wirksame Maßnahmen dafür müssen auf zwei Ebenen ansetzen: bei der Aushandlung der äußeren Bedingungen der Projektdurchführung einerseits und bei den individuellen Bewältigungsstrategien und -fähigkeiten andererseits. Während letzteres etwa durch regelmäßiges Coaching angegangen werden kann, erfordert ersteres tief greifende Veränderungen im Projektmanagement in Richtung auf ein partizipativ und zyklisch-evolutionär angelegtes Projektdesign, das wiederkehrende Reflexionsschleifen zur realistischen Einschätzung von Anforderungen, Ressourcen, Belastungen und Risiken vorsieht. Insbesondere gilt es dabei die häufigen ressourcenzehrenden ad-hoc-Reaktionen auf Kundenwünsche zu unterbinden (ohne sie zu ignorieren), angemessene Prioritäten zu setzen und eine bessere Fortschrittskontrolle zu etablieren. Dabei können auch häufig bereits existierende Schemata kontinuierlicher Verbesserung oder von Gesundheitszirkeln genutzt werden. Darüber hinaus gilt es die häufig anzutreffende Praxis, dass Teammitglieder an mehreren Projekten oder Aufgaben zugleich arbeiten, möglichst zu vermeiden, da aus ihr besonders hohe Belastungen erwachsen. Schließlich sind regelmäßig hinreichende Erholungszeiten für hoch belastete Teammitglieder vorzusehen (viele Beobachtungen aus dem Projektverlauf deuten darauf hin: spätestens nach 8 Wochen).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anregungen zum Vorgehen in der Arbeitsgruppe:&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
•	Zu Beginn der Arbeit in der Gruppe mag es hilfreich sein, zunächst einmal eigene Erlebnisse und Erfahrungen mit hoch belasteter Kopfarbeit (in und außerhalb von Projekten) zu sammeln und nach Gemeinsamkeiten, Unterschieden oder Widersprüchen zu suchen.&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
•	Ein besonderes Merkmal qualifizierter Kopfarbeit scheint ja zu sein, dass sie selbst oft (trotz aller Belastung) positiv als Herausforderung erlebt wird. So mag das Selbstverständnis selber noch die gesundheitlichen Risiken der Kopfarbeit zu verschärfen. Warum macht die so geliebte Arbeit krank?&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
•	Zum Ende hin wäre sicherlich wünschenswert zusammenzutragen, was gegen die gesundheitlichen Risiken qualifizierter Kopfarbeit praktisch wirksam getan werden kann. Dabei wären die möglichen verschiedenen Handlungsebenen – individuelle Bewältigungskompetenz, soziale Beziehungen, Projektorganisation und -management – zu betrachten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
''Quellennachweise:''&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
''Brödner, P., 2008:'' Wissen als Management-Fetisch, FifF-Kommunikation 1/2008, 29-33&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
''Brödner, P., 2009:'' Sustainability in Knowledge-Based Companies, in: Docherty, P.; Kira, M. &amp;amp; Shani, A.B. (eds.): Creating Sustainable Work Systems, London New York: Routledge, 53-69&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
''Dostal, W., 1995:'' Die Informatisierung der Arbeitswelt: Multimedia, offene Arbeitsformen und Telearbeit,  Mitt. der Arbeitsmarkt- und Berufsforschung 4/1995, 527-543&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
''Drucker, P.F., 1993:'' Post-Capitalist Society, New York: Harper Collins&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
''Gerlmaier, A., 2006:'' Nachhaltige Arbeitsgestaltung in der Wissensökonomie, in: Lehndorff, S. (Hg.): Das Politische in der Arbeitspolitik, Berlin: edition sigma, 71-98&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
''Karasek, R., 1998:'' Demand/Control Model: A Social, Emotional, and Psychological Approach to Stress Risk and Active Behavior Development, in: Stellman J.M. (ed.): Encyclopaedia of Occupational Health and Safety, &lt;br /&gt;
4. Edition, Geneva: ILO, 34.6-34.14&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
''Karasek, R. &amp;amp; Theorell, T., 1990:'' Healthy Work. Stress, Productivity, and the Reconstruction of Working Life, New York: Basic Books&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
''Maslach, C. &amp;amp; Leiter, M.P., 1997:'' The Truth about Burnout. How Organizations Cause Personal Stress and What to Do about It, San Francisco: Jossey-Bass&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
''Moldaschl, M. (ed.), 2005:'' Immaterielle Ressourcen. Nachhaltigkeit von Unternehmensführung und Arbeit I, München: Hampp&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
''Reich, R.B., 1993:'' Die neue Weltwirtschaft. Das Ende der nationalen Ökonomie, Frankfurt/M: Ullstein&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>HD</name></author>
		
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		<id>https://www.hyperkommunikation.ch/wiki/2009/index.php?title=Arbeitsgruppen&amp;diff=320</id>
		<title>Arbeitsgruppen</title>
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		<updated>2009-05-13T06:39:33Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;HD: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;== Arbeitsgruppen MMK09 ==&lt;br /&gt;
[[AG1: Weisheit des Augenblicks]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
Über Echzeitabhängigkeiten von Entscheidungsprozessen&lt;br /&gt;
&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
Sabine Graeser &amp;amp; Rainer&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[AG2:Nieder mit IT]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
Rückbau von elektronischen Straßen&lt;br /&gt;
&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
Gunter Dubrau &amp;amp; Ronald&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[AG3: Die Kraft der Sprache]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
Hartmut Sörgel, Prof. Dr. Erhard Nullmeier&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[AG4: Psychische Belastungen im Umgang mit IT]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
Burn Out - Ursachen und Folgen&lt;br /&gt;
&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
Prof. Dr. Peter Brödner, Dietmar Hennig&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>HD</name></author>
		
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.hyperkommunikation.ch/wiki/2009/index.php?title=Arbeitsgruppen&amp;diff=319</id>
		<title>Arbeitsgruppen</title>
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		<updated>2009-05-13T06:38:57Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;HD: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;== Arbeitsgruppen MMK09 ==&lt;br /&gt;
[[AG1: Weisheit des Augenblicks]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
Über Echzeitabhängigkeiten von Entscheidungsprozessen&lt;br /&gt;
&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
Sabine Grasser &amp;amp; Rainer&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[AG2:Nieder mit IT]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
Rückbau von elektronischen Straßen&lt;br /&gt;
&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
Gunter Dubrau &amp;amp; Ronald&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[AG3: Die Kraft der Sprache]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
Hartmut Sörgel, Prof. Dr. Erhard Nullmeier&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[AG4: Psychische Belastungen im Umgang mit IT]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
Burn Out - Ursachen und Folgen&lt;br /&gt;
&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
Prof. Dr. Peter Brödner, Dietmar Hennig&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>HD</name></author>
		
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.hyperkommunikation.ch/wiki/2009/index.php?title=Moderatorenpapier&amp;diff=318</id>
		<title>Moderatorenpapier</title>
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		<updated>2009-05-12T18:58:16Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;HD: /* Psychische Belastungen im Umgang mit IT (Burnout) */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;== Psychische Belastungen im Umgang mit IT (Burnout) ==&lt;br /&gt;
'''Ein Moderatorenpapier von Peter Brödner und Dietmar Hennig'''&lt;br /&gt;
&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
Vorläufiger Stand: 10. Mai 2009&lt;br /&gt;
&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(1) Psychische Erkrankungen – das sind insbesondere Schlafstörungen, psychosomatische Störungen, Depressionen oder dauerhafte Erschöpfungszustände (Burnout) – infolge arbeitsbedingter Belastungen mehren sich in besorgniserregendem Maße. Beispielsweise ergibt sich aus Daten des Verbands deutscher Rentenversicherer, dass arbeitsbedingte psychische Erkrankungen in den letzten beiden Dekaden des vorigen Jahrhunderts die Herz-Kreislauf-Erkrankungen als häufigste Ursachen von Frühverrentung abgelöst haben: Im Jahre 1999 machten sie bei Männern 19%, bei Frauen sogar 32% aller Fälle aus. Auch nach dem BKK-Bericht 2007 nehmen psychische Erkrankungen rasch zu (um 17% von 2001 bis 2006) und machen im Jahre 2006 bereits 9% aller Krankentage aus. Und nach dem neuesten DAK-Gesundheitsreport haben psychische Erkrankungen im Jahr 2008 einen Anteil von 10,6 % am gesamten Gesamtkrankenstand und stehen damit an vierter Stelle der wichtigsten Krankheitsarten. Ihr Anteil am Gesamtkrankenstand ist im Vergleich zum Vorjahr um rund 4 % gestiegen (2007: 10,2 %). Auch der Gebrauch von Psycho- und Neuro- Pharmaka zur Steigerung der Leistungsfähigkeit am Arbeitsplatz (sog. Gehirn-Doping) nimmt Befragungen zufolge deutlich zu. Diese wenigen Daten mögen genügen, um die rasch wachsende Bedeutung arbeitsbedingter psychischer Erkrankungen zu belegen.&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
Offenbar behandelt das Management seine Kopfarbeiter doch nicht mit der eigentlich gebotenen Sorgfalt, konträr zu seinem beständigen Mantra, dass „Humankapital seine wichtigste Ressource“ sei. Zu fragen ist nun zunächst nach den Gründen für diese doch ziemlich dramatische Entwicklung.&amp;lt;BR&amp;gt;&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
(2) Die Arbeitswelt unterlag in den letzten fünf Dekaden erheblichen qualitativen und quantitativen Veränderungen. Insbesondere haben Kopfarbeit und informationsverarbeitende Tätigkeiten eine enorme Ausdehnung erfahren. Reich (1993) schätzt den Anteil der Kopfarbeiter („knowledge worker“ (Drucker 1993) bzw. „symbol analysts“ (Reich 1993)) an der Gesamtzahl der Beschäftigten in den USA auf mindestens 20% Ende der achtziger Jahre. Der Anteil der Beschäftigten mit „überwiegend informationsverarbeitenden Tätigkeiten“ wird in Deutschland zu Beginn der neunziger Jahre sogar auf 50% beziffert (Dostal 1995). Seitdem haben diese Anteile tendenziell weiter zugenommen. Sie sind – neben vielen anderen Indikatoren – äußerer Ausdruck des Übergangs von der Industrie- zur Wissensgesellschaft („knowledge-based economy“). &amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
Kopfarbeit tritt systematisch mit der technischen Entwicklung, vor allem aber mit Arbeitsteilung und Kooperation in Erscheinung, die es erforderlich machen, dass Arbeitsprozesse und ihre Komponenten im einzelnen analysiert, genau verstanden und zu einem sinnvollen Ganzen gefügt, um sie im Detail planen, gestalten und koordinieren zu können. Kopfarbeit ist daher Analyse, Modellierung, Planung, Leitung und Kontrolle anderer Arbeit; ihrer Funktion entsprechend ist sie gesellschaftliche Natur. Um sich in großem Stile zu entfalten, ist sie auf fortwährende Begriffsbildung, die Explikation von Können und Erfahrung als Wissen, weiter auf Semiotisierung, den Gebrauch von Zeichen zur Kodifizierung des Wissens, und schließlich auf die Aneignung kodifizierten Wissens als erweitertes Können für Anwendung und Gebrauch voraus. Dabei wachsen Können und Wissen wie ein Baum, durch Differenzierung und Verzweigung.&amp;lt;BR&amp;gt; Kopfarbeit lässt sich so durch vier wesentliche Aufgaben kennzeichnen: &amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
• für Problemlösungen benötigtes, aber meist zerstreutes Wissen aufzufinden,&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
• die Anwendbarkeit von Wissen auf praktische Probleme zu prüfen,&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
• unterschiedliche relevante Wissensbereiche miteinander zu vermitteln,&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
• Wissen für die Anwendung zu rekontextualisieren. &amp;lt;BR&amp;gt;&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
Für Kopfarbeit benötigte besondere Fähigkeiten sind dementsprechend Abstrahieren, Modellieren, Systemdenken, Experimentieren und Explorieren, Kooperation und Kommunikation, allesamt dem inkorporierten, damit personengebundenen Können zuzurechnende, kreative Fähigkeiten (Brödner 2008).&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
Diese Kennzeichen von Kopfarbeit haben weit reichende Konsequenzen im Hinblick auf Arbeitsanforderungen: Erstens wird in einer wissensbasierten Wirtschaft Innovation – also die erfolgreiche Einführung und Verwertung neuer Produkte, neuer Prozesse oder neuer institutioneller Arrangements – zur vorherrschenden Form des Wettbewerbs; Wettbewerb funktioniert als „Entdeckungsverfahren“. Infolgedessen müssen Unternehmen ebenso wie Kopfarbeiter stets neue Situationen und mit ihnen Überraschungen und Unsicherheiten zu bewältigen imstande sein. Zweitens erfordert dies fortlaufend problemlösende Tätigkeiten, die auf inkorporiertem Können und persönlicher Expertise beruhen (diese aber auch zu weiterer Entwicklung anregen). Folglich bilden problemlösende Handlungskompetenz und Könnerschaft die wichtigsten, für den Wettbewerb unverzichtbaren Ressourcen, die es fortlaufend zu entwickeln gilt. Infolge wachsender Spezialisierung erfordern innovative und problemlösende Tätigkeiten drittens die Zusammenführung verschiedener Wissensdomänen, mithin die Zusammenarbeit von Experten aus unterschiedlichen Feldern; daher auch die rasch wachsende Bedeutung von Projektarbeit in multifunktionalen Teams. Viertens sind Ergebnis und Verlauf von Projekten – weil Kopfarbeit grundsätzlich von Unsicherheit und Überraschung geprägt ist – stets kontextabhängig und unvorhersehbar und können mithin weder im voraus geplant noch im einzelnen vorgeschrieben und überwacht werden. In diesem Sinne ist Kopfarbeit „entgrenzt“ hinsichtlich Verlauf, Ergebnis und Aufwand und erfordert neue Formen sog. „indirekter“ oder „Kontext-Steuerung“.&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der entgrenzte Charakter von Kopfarbeit ist auch die eigentliche Ursache ihrer Intensität, ihrer oft ausufernden Arbeitszeiten und ihrer hohen psychischen Belastungen: Arbeit wird, nicht zuletzt auch aufgrund von IT-Systemen und Internet als neuen Arbeitsmitteln und Medien der Kooperation, zunehmend ortsungebunden und zeitflexibel ausgeübt in Gestalt problemlösender Projektarbeit voller Unsicherheiten. So wie sich der Zugang zu Informationen vergrößert und Wahlmöglichkeiten sich ständig erweitern, unterliegen Beschäftigte zugleich auch wachsenden Anforderungen wie dem Umgang mit Unsicherheit, Wettbewerb und Termindruck. Damit hängt die berufliche Leistungsfähigkeit in der modernen Arbeitswelt nicht mehr nur von den körperlichen, sondern sehr entscheidend auch von den kognitiven und psychischen Ressourcen ab. Wichtige Ressourcen sind etwa schnelle Auffassungsgabe, gutes Erinnerungsvermögen, lebhafte Kreativität und fokussierte Aufmerksamkeit neben Ausdauer und Stressresistenz. Dabei werden nicht nur neue konkrete Anforderungen, sondern auch implizite Normen und Wunschbilder wirksam: Schlauer, schneller, effektiver zu sein als andere.&amp;lt;BR&amp;gt; &lt;br /&gt;
Mit ihren zumeist komplexen und herausfordernden Arbeitsaufgaben sowie ihren großen Handlungs- und Entscheidungsspielräumen galt Kopfarbeit lange als privilegiert. Gleichwohl zeigt sie oft hohe psychische Belastungen und erweist sich gesundheitlich als wenig nachhaltig. Das stellt auch die Arbeitswissenschaft vor neue Herausforderungen, denen nun nachzugehen ist.&amp;lt;BR&amp;gt;&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
(3) Das in der Stressforschung lange weithin akzeptierte sog. ''„Demand-Control-Modell“'' (Karasek 1998; Karasek &amp;amp; Theorell 1990) betont die wichtige Funktion, die dem Grad der Autonomie im Arbeitsprozess für das Wohlergehen und die Persönlichkeitsentwicklung zukommt. Diesem Modell zufolge wird der Zusammenhang von psychischen Belastungen und Stressreaktionen im wesentlichen von zwei Faktoren beeinflusst: von Arbeitsanforderungen wie Komplexität der Aufgabe oder Zeitdruck einerseits und vom Ausmaß, zu dem der Arbeitsprozess tatsächlich durch die Arbeitsperson gesteuert werden kann, andererseits. Dabei hat die Autonomie in erster Linie moderierenden Charakter: Hohe Anforderungen mögen weniger Stress hervorrufen, wenn die Arbeitsperson den Prozess, d.h. Arbeitsmittel, -methoden und Vorgehen zur Bewältigung der Aufgabe, zu wählen bzw. zu beeinflussen in der Lage ist. So können auch hohe Anforderungen in Verbindung mit hinreichender Autonomie zu Wohlbefinden und persönlicher Entwicklung führen, indem sie Lernprozesse ermöglichen.&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
Diese Modellvorstellung einer Balance von Anforderungen und Steuerungsautonomie wurde von Maslach &amp;amp; Leiter (1997) weiter entwickelt, indem sie annehmen, dass Stress durch eine Reihe von ''Ungleichgewichten'' oder ''Fehlanpassungen'' zwischen Arbeitsanforderungen und im Prozess verfügbaren Ressourcen verursacht wird, die, wenn sie längere Zeit fortbestehen, zu physischer und emotionaler Erschöpfung und reservierter Indifferenz führen. Dabei nehmen sie vor allem Ungleichgewichte hinsichtlich des Verhältnisses von Anforderungen und Ressourcen, Mangel an Autonomie, unzureichender Anerkennung, unfairer Behandlung, Verlust an sozialer Unterstützung oder Konflikten zwischen individuellen und organisationalen Werten in den Blick. So betrachten sie nicht nur die Bedürfnisse und Ressourcen der Arbeitspersonen, sondern beziehen auch Bedingungen der Arbeitsumgebung mit ein.&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
Diese erweiterten Modellvorstellungen, so plausibel sie erscheinen, leiden indes daran, dass sie die relationale Natur von Ressourcen noch nicht ausreichend in Betracht ziehen. Ob etwas in einer Arbeitssituation als Ressource genutzt werden kann oder nicht, hängt stets von den besonderen Gegebenheiten und Kontextbedingungen der Arbeitssituation ab und kann nicht ''per se'' und unabhängig als Ressource bestimmt werden. So wird etwa Autonomie nur dann zu einer wirksamen Ressource, wenn aufgabenangemessene Arbeitsmittel und -methoden tatsächlich zur Verfügung stehen (was, wie gleich zu sehen ist, oft nicht der Fall ist). Insbesondere die Analyse, Gestaltung und Bewertung von Kopfarbeit erfordern, da diese wie gezeigt ihrer Natur nach in hohem Maße prozess- und kontextabhängig ist, die relationale Betrachtung von Anforderungen und Ressourcen. Dies leistet das Konzept der widersprüchlichen Arbeitsanforderungen (Moldaschl 2005), demzufolge psychische Belastungen und Stressreaktionen durch spezifische Widersprüche oder Ungleichgewichte zwischen gegebenen Arbeitsanforderungen, tatsächlich verfügbaren Ressourcen und etablierten Routinen hervorgerufen werden. In dieser relationalen Perspektive werden Ressourcen als wirksame Mittel betrachtet, die von Arbeitspersonen tatsächlich aktiviert und genutzt werden können, um ihre Aufgabe zu bewältigen. Ressourcen können dabei nur im Gebrauch bestimmt werden: Ob etwas als Ressource genutzt werden kann, hängt also von den jeweils besonderen Kontextbedingungen ab, unter denen die Arbeit ausgeführt wird. &amp;lt;BR&amp;gt;&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
(4) Mittels des Konzepts der widersprüchlichen Arbeitsanforderungen wurden vom Institut Arbeit und Technik psychische Belastungen der Projektarbeit in einer Reihe von Projekten der IT-Entwicklung und -Beratung untersucht. In dieser Untersuchung, deren Ergebnisse hier kurz resümiert werden, konnten so fünf Typen von Widersprüchen oder Ungleichgewichten identifiziert werden (die nachstehend jeweils mit Beispielen unterlegt sind; vgl. Gerlmaier 2006):&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Abbildung0001.jpg]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Abb. 1: Modell widersprüchlicher Arbeitsanforderungen&lt;br /&gt;
1. Widersprüche zwischen Aufgaben und Ausführungsbedingungen&lt;br /&gt;
Kooperationsdilemma: Ein Mitarbeiter soll mit Kollegen aus einem anderen Projekt zur Abstimmung einer Schnittstelle kooperieren. Er hat jedoch zeitlich, räumlich oder technisch nur unzureichende Kommunikationschancen.&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
''Ausstattungsdilemma:'' Ein Programmierer soll ein Programmmodul erstellen, ihm werden jedoch nicht die notwendigen Hard- oder Softwareteile bereitgestellt.&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
''Schnittstellendilemma:'' Ein Entwickler muss zum Testen seiner Software auf organisationsexterne Ressourcen (Server, Daten) zugreifen. Er hat bei Störungen aber keinen direkten Einfluss auf deren Beseitigung.&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
2. Widersprüche zwischen Aufgaben und Aneignungsbedingungen (Lernbehinderungen)&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
''Informationsdilemma:'' Ein Mitarbeiter soll sich in ein neues Arbeitsfeld einarbeiten. Ihm werden jedoch keine entsprechenden Dokumente oder Informationen zur Verfügung gestellt oder sind erst garnicht vorhanden.&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
''Kompetenzdilemma:'' Laut einer Kundenspezifikation soll ein Programmierer die Entwicklung eines Moduls mit einer neuen Programmiersprache durchführen. Aufgrund der Zielsetzungen im Projekt stehen ihm der notwendige Raum und  die erforderliche Zeit zur Einarbeitung jedoch nicht zur Verfügung.&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
''Erfahrbarkeitsdilemma:'' Durch die Kapselung technischer Einrichtungen oder aufgrund von räumlicher Distanz sind einem Arbeitenden wesentliche Teile sinnlicher Rückmeldung verschlossen. Hierdurch wird der Aufbau von Erfahrungen bzw. die Bildung angemessener Repräsentationen erschwert. &amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
3. Widersprüche zwischen Aufgabenzielen&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
''Auslastungsdilemma:'' Zur Aufgabe eines Programmierers gehören verschiedene Funktionen, z. B. Programmierung und Kommunikation über die Leistungsfähigkeit und Einsetzbarkeit des Produktes. Da er mit der Erfüllung einer Funktion voll ausgelastet ist, kann er eine andere Funktion nicht erfüllen.&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
''Mengen-/Qualitätsdilemma:'' Ein Entwickler soll das Null-Fehler-Prinzip verfolgen, weil Integrationstests aus Termin- oder Kostengründen stark reduziert wurden. Der Termindruck bei der Erstellung des Moduls ermöglicht es ihm jedoch nicht, eine ausreichende Reife seines Moduls sicherzustellen.&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
''Grenzstellendilemma:'' Ein Mitarbeiter soll die Wünsche des Kunden erfüllen, dessen Anforderungen dürfen aber keine Mehrkosten verursachen oder wurden bei der Terminplanung nicht berücksichtigt.&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
4. Widersprüche zwischen Aufgabenzielen und subjektbezogene Zielen/Normen&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
''Gruppennormdilemma:'' Ein Mitarbeiter hat hinsichtlich der Qualität seiner Arbeit hohe Ansprüche. Im Team wird von ihm erwartet, seine Qualitätsstandards zu senken und seine Aufgabe termingerecht zu erledigen. Andernfalls erhält das Team keine Sondergratifikation.&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
5. Widersprüche zwischen Aufgabenzielen und subjektbezogenem sozialem Kontext&lt;br /&gt;
''Extrarollendilemma:'' Ein Mitarbeiter muss kurzfristig Überstunden machen, um einen wichtigen Auftrag termingerecht erledigen zu können. Er hat aber gleichzeitig die familiäre Aufgabe, seinen Sohn rechtzeitig vom Kindergarten abzuholen.&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Abbildung0002.jpg]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;BR&amp;gt; &lt;br /&gt;
Abb. 2: Stressreaktionen bei Beschäftigten in IT-Projekten im Vergleich zum Beschäftigten-Durchschnitt&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
Als Folge derartiger Widersprüche und Ungleichgewichte in der praktizierten Projektarbeit haben sich, wie die vorstehende Grafik (Abb. 2) ausweist, bei den untersuchten Teammitgliedern im Vergleich zu Beschäftigten aus einer repräsentativen Stichprobe mit sonst üblichen Arbeitsverhältnissen deutlich höhere Stressreaktionen ergeben (Brödner 2009).&amp;lt;BR&amp;gt;&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
(5) Aus Untersuchungen wie dieser kann eine Reihe von Schlussfolgerungen zur praktischen Verbesserung der Lage der Kopfarbeiter in IT-Projekten gewonnen werden. Zunächst ist festzuhalten, dass es infolge der entgrenzten Natur dieser Art Arbeit kaum möglich ist, einzelne Stressfaktoren ein- für allemal zu reduzieren; vielmehr muss man sich anstelle von Strukturverbesserungen um eine Prozessgestaltung und ein Projektmanagement mit Regeln bemühen, unter denen mit Methoden reflexiver Arbeitsgestaltung fortlaufend für die kontextabhängige dynamische Balance von Anforderungen und Ressourcen, mithin für die Aufrechterhaltung von Gesundheit und Leistung zugleich, gesorgt wird. Wirksame Maßnahmen dafür müssen auf zwei Ebenen ansetzen: bei der Aushandlung der äußeren Bedingungen der Projektdurchführung einerseits und bei den individuellen Bewältigungsstrategien und -fähigkeiten andererseits. Während letzteres etwa durch regelmäßiges Coaching angegangen werden kann, erfordert ersteres tief greifende Veränderungen im Projektmanagement in Richtung auf ein partizipativ und zyklisch-evolutionär angelegtes Projektdesign, das wiederkehrende Reflexionsschleifen zur realistischen Einschätzung von Anforderungen, Ressourcen, Belastungen und Risiken vorsieht. Insbesondere gilt es dabei die häufigen ressourcenzehrenden ad-hoc-Reaktionen auf Kundenwünsche zu unterbinden (ohne sie zu ignorieren), angemessene Prioritäten zu setzen und eine bessere Fortschrittskontrolle zu etablieren. Dabei können auch häufig bereits existierende Schemata kontinuierlicher Verbesserung oder von Gesundheitszirkeln genutzt werden. Darüber hinaus gilt es die häufig anzutreffende Praxis, dass Teammitglieder an mehreren Projekten oder Aufgaben zugleich arbeiten, möglichst zu vermeiden, da aus ihr besonders hohe Belastungen erwachsen. Schließlich sind regelmäßig hinreichende Erholungszeiten für hoch belastete Teammitglieder vorzusehen (viele Beobachtungen aus dem Projektverlauf deuten darauf hin: spätestens nach 8 Wochen).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anregungen zum Vorgehen in der Arbeitsgruppe:&lt;br /&gt;
•	Zu Beginn der Arbeit in der Gruppe mag es hilfreich sein, zunächst einmal eigene Erlebnisse und Erfahrungen mit hoch belasteter Kopfarbeit (in und außerhalb von Projekten) zu sammeln und nach Gemeinsamkeiten, Unterschieden oder Widersprüchen zu suchen.&lt;br /&gt;
•	Ein besonderes Merkmal qualifizierter Kopfarbeit scheint ja zu sein, dass sie selbst oft (trotz aller Belastung) positiv als Herausforderung erlebt wird. So mag das Selbstverständnis selber noch die gesundheitlichen Risiken der Kopfarbeit zu verschärfen. Warum macht die so geliebte Arbeit krank?&lt;br /&gt;
•	Zum Ende hin wäre sicherlich wünschenswert zusammenzutragen, was gegen die gesundheitlichen Risiken qualifizierter Kopfarbeit praktisch wirksam getan werden kann. Dabei wären die möglichen verschiedenen Handlungsebenen – individuelle Bewältigungskompetenz, soziale Beziehungen, Projektorganisation und -management – zu betrachten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
''Quellennachweise:''&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
''Brödner, P., 2008:'' Wissen als Management-Fetisch, FifF-Kommunikation 1/2008, 29-33&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
''Brödner, P., 2009:'' Sustainability in Knowledge-Based Companies, in: Docherty, P.; Kira, M. &amp;amp; Shani, A.B. (eds.): Creating Sustainable Work Systems, London New York: Routledge, 53-69&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
''Dostal, W., 1995:'' Die Informatisierung der Arbeitswelt: Multimedia, offene Arbeitsformen und Telearbeit,  Mitt. der Arbeitsmarkt- und Berufsforschung 4/1995, 527-543&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
''Drucker, P.F., 1993:'' Post-Capitalist Society, New York: Harper Collins&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
''Gerlmaier, A., 2006:'' Nachhaltige Arbeitsgestaltung in der Wissensökonomie, in: Lehndorff, S. (Hg.): Das Politische in der Arbeitspolitik, Berlin: edition sigma, 71-98&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
''Karasek, R., 1998:'' Demand/Control Model: A Social, Emotional, and Psychological Approach to Stress Risk and Active Behavior Development, in: Stellman J.M. (ed.): Encyclopaedia of Occupational Health and Safety, &lt;br /&gt;
4. Edition, Geneva: ILO, 34.6-34.14&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
''Karasek, R. &amp;amp; Theorell, T., 1990:'' Healthy Work. Stress, Productivity, and the Reconstruction of Working Life, New York: Basic Books&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
''Maslach, C. &amp;amp; Leiter, M.P., 1997:'' The Truth about Burnout. How Organizations Cause Personal Stress and What to Do about It, San Francisco: Jossey-Bass&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
''Moldaschl, M. (ed.), 2005:'' Immaterielle Ressourcen. Nachhaltigkeit von Unternehmensführung und Arbeit I, München: Hampp&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
''Reich, R.B., 1993:'' Die neue Weltwirtschaft. Das Ende der nationalen Ökonomie, Frankfurt/M: Ullstein&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>HD</name></author>
		
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.hyperkommunikation.ch/wiki/2009/index.php?title=Moderatorenpapier&amp;diff=298</id>
		<title>Moderatorenpapier</title>
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		<updated>2009-05-10T11:18:40Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;HD: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;== Psychische Belastungen im Umgang mit IT (Burnout) ==&lt;br /&gt;
'''Ein Moderatorenpapier von Peter Brödner und Dietmar Hennig'''&lt;br /&gt;
&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
Vorläufiger Stand: 10. Mai 2009&lt;br /&gt;
&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(1) Psychische Erkrankungen – das sind insbesondere Schlafstörungen, psychosomatische Störungen, Depressionen oder dauerhafte Erschöpfungszustände (Burnout) – infolge arbeitsbedingter Belastungen mehren sich in besorgniserregendem Maße. Beispielsweise ergibt sich aus Daten des Verbands deutscher Rentenversicherer, dass arbeitsbedingte psychische Erkrankungen in den letzten beiden Dekaden des vorigen Jahrhunderts die Herz-Kreislauf-Erkrankungen als häufigste Ursachen von Frühverrentung abgelöst haben: Im Jahre 1999 machten sie bei Männern 19%, bei Frauen sogar 32% aller Fälle aus. Auch nach dem BKK-Bericht 2007 nehmen psychische Erkrankungen rasch zu (um 17% von 2001 bis 2006) und machen im Jahre 2006 bereits 9% aller Krankentage aus. Und nach dem neuesten DAK-Gesundheitsreport haben psychische Erkrankungen im Jahr 2008 einen Anteil von 10,6 % am gesamten Gesamtkrankenstand und stehen damit an vierter Stelle der wichtigsten Krankheitsarten. Ihr Anteil am Gesamtkrankenstand ist im Vergleich zum Vorjahr um rund 4 % gestiegen (2007: 10,2 %). Auch der Gebrauch von Psycho- und Neuro- Pharmaka zur Steigerung der Leistungsfähigkeit am Arbeitsplatz (sog. Gehirn-Doping) nimmt Befragungen zufolge deutlich zu. Diese wenigen Daten mögen genügen, um die rasch wachsende Bedeutung arbeitsbedingter psychischer Erkrankungen zu belegen.&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
Offenbar behandelt das Management seine Kopfarbeiter doch nicht mit der eigentlich gebotenen Sorgfalt, konträr zu seinem beständigen Mantra, dass „Humankapital seine wichtigste Ressource“ sei. Zu fragen ist nun zunächst nach den Gründen für diese doch ziemlich dramatische Entwicklung.&amp;lt;BR&amp;gt;&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
(2) Die Arbeitswelt unterlag in den letzten fünf Dekaden erheblichen qualitativen und quantitativen Veränderungen. Insbesondere haben Kopfarbeit und informationsverarbeitende Tätigkeiten eine enorme Ausdehnung erfahren. Reich (1993) schätzt den Anteil der Kopfarbeiter („knowledge worker“ (Drucker 1993) bzw. „symbol analysts“ (Reich 1993)) an der Gesamtzahl der Beschäftigten in den USA auf mindestens 20% Ende der achtziger Jahre. Der Anteil der Beschäftigten mit „überwiegend informationsverarbeitenden Tätigkeiten“ wird in Deutschland zu Beginn der neunziger Jahre sogar auf 50% beziffert (Dostal 1995). Seitdem haben diese Anteile tendenziell weiter zugenommen. Sie sind – neben vielen anderen Indikatoren – äußerer Ausdruck des Übergangs von der Industrie- zur Wissensgesellschaft („knowledge-based economy“). &amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
Kopfarbeit tritt systematisch mit der technischen Entwicklung, vor allem aber mit Arbeitsteilung und Kooperation in Erscheinung, die es erforderlich machen, dass Arbeitsprozesse und ihre Komponenten im einzelnen analysiert, genau verstanden und zu einem sinnvollen Ganzen gefügt, um sie im Detail planen, gestalten und koordinieren zu können. Kopfarbeit ist daher Analyse, Modellierung, Planung, Leitung und Kontrolle anderer Arbeit; ihrer Funktion entsprechend ist sie gesellschaftliche Natur. Um sich in großem Stile zu entfalten, ist sie auf fortwährende Begriffsbildung, die Explikation von Können und Erfahrung als Wissen, weiter auf Semiotisierung, den Gebrauch von Zeichen zur Kodifizierung des Wissens, und schließlich auf die Aneignung kodifizierten Wissens als erweitertes Können für Anwendung und Gebrauch voraus. Dabei wachsen Können und Wissen wie ein Baum, durch Differenzierung und Verzweigung.&amp;lt;BR&amp;gt; Kopfarbeit lässt sich so durch vier wesentliche Aufgaben kennzeichnen: &amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
• für Problemlösungen benötigtes, aber meist zerstreutes Wissen aufzufinden,&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
• die Anwendbarkeit von Wissen auf praktische Probleme zu prüfen,&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
• unterschiedliche relevante Wissensbereiche miteinander zu vermitteln,&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
• Wissen für die Anwendung zu rekontextualisieren. &amp;lt;BR&amp;gt;&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
Für Kopfarbeit benötigte besondere Fähigkeiten sind dementsprechend Abstrahieren, Modellieren, Systemdenken, Experimentieren und Explorieren, Kooperation und Kommunikation, allesamt dem inkorporierten, damit personengebundenen Können zuzurechnende, kreative Fähigkeiten (Brödner 2008).&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
Diese Kennzeichen von Kopfarbeit haben weit reichende Konsequenzen im Hinblick auf Arbeitsanforderungen: Erstens wird in einer wissensbasierten Wirtschaft Innovation – also die erfolgreiche Einführung und Verwertung neuer Produkte, neuer Prozesse oder neuer institutioneller Arrangements – zur vorherrschenden Form des Wettbewerbs; Wettbewerb funktioniert als „Entdeckungsverfahren“. Infolgedessen müssen Unternehmen ebenso wie Kopfarbeiter stets neue Situationen und mit ihnen Überraschungen und Unsicherheiten zu bewältigen imstande sein. Zweitens erfordert dies fortlaufend problemlösende Tätigkeiten, die auf inkorporiertem Können und persönlicher Expertise beruhen (diese aber auch zu weiterer Entwicklung anregen). Folglich bilden problemlösende Handlungskompetenz und Könnerschaft die wichtigsten, für den Wettbewerb unverzichtbaren Ressourcen, die es fortlaufend zu entwickeln gilt. Infolge wachsender Spezialisierung erfordern innovative und problemlösende Tätigkeiten drittens die Zusammenführung verschiedener Wissensdomänen, mithin die Zusammenarbeit von Experten aus unterschiedlichen Feldern; daher auch die rasch wachsende Bedeutung von Projektarbeit in multifunktionalen Teams. Viertens sind Ergebnis und Verlauf von Projekten – weil Kopfarbeit grundsätzlich von Unsicherheit und Überraschung geprägt ist – stets kontextabhängig und unvorhersehbar und können mithin weder im voraus geplant noch im einzelnen vorgeschrieben und überwacht werden. In diesem Sinne ist Kopfarbeit „entgrenzt“ hinsichtlich Verlauf, Ergebnis und Aufwand und erfordert neue Formen sog. „indirekter“ oder „Kontext-Steuerung“.&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der entgrenzte Charakter von Kopfarbeit ist auch die eigentliche Ursache ihrer Intensität, ihrer oft ausufernden Arbeitszeiten und ihrer hohen psychischen Belastungen: Arbeit wird, nicht zuletzt auch aufgrund von IT-Systemen und Internet als neuen Arbeitsmitteln und Medien der Kooperation, zunehmend ortsungebunden und zeitflexibel ausgeübt in Gestalt problemlösender Projektarbeit voller Unsicherheiten. So wie sich der Zugang zu Informationen vergrößert und Wahlmöglichkeiten sich ständig erweitern, unterliegen Beschäftigte zugleich auch wachsenden Anforderungen wie dem Umgang mit Unsicherheit, Wettbewerb und Termindruck. Damit hängt die berufliche Leistungsfähigkeit in der modernen Arbeitswelt nicht mehr nur von den körperlichen, sondern sehr entscheidend auch von den kognitiven und psychischen Ressourcen ab. Wichtige Ressourcen sind etwa schnelle Auffassungsgabe, gutes Erinnerungsvermögen, lebhafte Kreativität und fokussierte Aufmerksamkeit neben Ausdauer und Stressresistenz. Dabei werden nicht nur neue konkrete Anforderungen, sondern auch implizite Normen und Wunschbilder wirksam: Schlauer, schneller, effektiver zu sein als andere.&amp;lt;BR&amp;gt; &lt;br /&gt;
Mit ihren zumeist komplexen und herausfordernden Arbeitsaufgaben sowie ihren großen Handlungs- und Entscheidungsspielräumen galt Kopfarbeit lange als privilegiert. Gleichwohl zeigt sie oft hohe psychische Belastungen und erweist sich gesundheitlich als wenig nachhaltig. Das stellt auch die Arbeitswissenschaft vor neue Herausforderungen, denen nun nachzugehen ist.&amp;lt;BR&amp;gt;&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
(3) Das in der Stressforschung lange weithin akzeptierte sog. ''„Demand-Control-Modell“'' (Karasek 1998; Karasek &amp;amp; Theorell 1990) betont die wichtige Funktion, die dem Grad der Autonomie im Arbeitsprozess für das Wohlergehen und die Persönlichkeitsentwicklung zukommt. Diesem Modell zufolge wird der Zusammenhang von psychischen Belastungen und Stressreaktionen im wesentlichen von zwei Faktoren beeinflusst: von Arbeitsanforderungen wie Komplexität der Aufgabe oder Zeitdruck einerseits und vom Ausmaß, zu dem der Arbeitsprozess tatsächlich durch die Arbeitsperson gesteuert werden kann, andererseits. Dabei die Autonomie in erster Linie moderierenden Charakter: Hohe Anforderungen mögen weniger Stress hervorrufen, wenn die Arbeitsperson den Prozess, d.h. Arbeitsmittel, -methoden und Vorgehen zur Bewältigung der Aufgabe, zu wählen bzw. zu beeinflussen in der Lage ist. So können auch hohe Anforderungen in Verbindung mit hinreichender Autonomie zu Wohlbefinden und persönlicher Entwicklung führen, indem sie Lernprozesse ermöglichen.&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
Diese Modellvorstellung einer Balance von Anforderungen und Steuerungsautonomie wurde von Maslach &amp;amp; Leiter (1997) weiter entwickelt, indem sie annehmen, dass Stress durch eine Reihe von ''Ungleichgewichten'' oder ''Fehlanpassungen'' zwischen Arbeitsanforderungen und im Prozess verfügbaren Ressourcen verursacht wird, die, wenn sie längere Zeit fortbestehen, zu physischer und emotionaler Erschöpfung und reservierter Indifferenz führen. Dabei nehmen sie vor allem Ungleichgewichte hinsichtlich des Verhältnisses von Anforderungen und Ressourcen, Mangel an Autonomie, unzureichender Anerkennung, unfairer Behandlung, Verlust an sozialer Unterstützung oder Konflikten zwischen individuellen und organisationalen Werten in den Blick. So betrachten sie nicht nur die Bedürfnisse und Ressourcen der Arbeitspersonen, sondern beziehen auch Bedingungen der Arbeitsumgebung mit ein.&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
Diese erweiterten Modellvorstellungen, so plausibel sie erscheinen, leiden indes daran, dass sie die relationale Natur von Ressourcen noch nicht ausreichend in Betracht ziehen. Ob etwas in einer Arbeitssituation als Ressource genutzt werden kann oder nicht, hängt stets von den besonderen Gegebenheiten und Kontextbedingungen der Arbeitssituation ab und kann nicht ''per se'' und unabhängig als Ressource bestimmt werden. So wird etwa Autonomie nur dann zu einer wirksamen Ressource, wenn aufgabenangemessene Arbeitsmittel und -methoden tatsächlich zur Verfügung stehen (was, wie gleich zu sehen ist, oft nicht der Fall ist). Insbesondere die Analyse, Gestaltung und Bewertung von Kopfarbeit erfordern, da diese wie gezeigt ihrer Natur nach in hohem Maße prozess- und kontextabhängig ist, die relationale Betrachtung von Anforderungen und Ressourcen. Dies leistet das Konzept der widersprüchlichen Arbeitsanforderungen (Moldaschl 2005), demzufolge psychische Belastungen und Stressreaktionen durch spezifische Widersprüche oder Ungleichgewichte zwischen gegebenen Arbeitsanforderungen, tatsächlich verfügbaren Ressourcen und etablierten Routinen hervorgerufen werden. In dieser relationalen Perspektive werden Ressourcen als wirksame Mittel betrachtet, die von Arbeitspersonen tatsächlich aktiviert und genutzt werden können, um ihre Aufgabe zu bewältigen. Ressourcen können dabei nur im Gebrauch bestimmt werden: Ob etwas als Ressource genutzt werden kann, hängt also von den jeweils besonderen Kontextbedingungen ab, unter denen die Arbeit ausgeführt wird. &amp;lt;BR&amp;gt;&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
(4) Mittels des Konzepts der widersprüchlichen Arbeitsanforderungen wurden vom Institut Arbeit und Technik psychische Belastungen der Projektarbeit in einer Reihe von Projekten der IT-Entwicklung und -Beratung untersucht. In dieser Untersuchung, deren Ergebnisse hier kurz resümiert werden, konnten so fünf Typen von Widersprüchen oder Ungleichgewichten identifiziert werden (die nachstehend jeweils mit Beispielen unterlegt sind; vgl. Gerlmaier 2006):&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:Abbildung1.jpg|Abbildung1]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Abb. 1: Modell widersprüchlicher Arbeitsanforderungen&lt;br /&gt;
1. Widersprüche zwischen Aufgaben und Ausführungsbedingungen&lt;br /&gt;
Kooperationsdilemma: Ein Mitarbeiter soll mit Kollegen aus einem anderen Projekt zur Abstimmung einer Schnittstelle kooperieren. Er hat jedoch zeitlich, räumlich oder technisch nur unzureichende Kommunikationschancen.&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
''Ausstattungsdilemma:'' Ein Programmierer soll ein Programmmodul erstellen, ihm werden jedoch nicht die notwendigen Hard- oder Softwareteile bereitgestellt.&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
''Schnittstellendilemma:'' Ein Entwickler muss zum Testen seiner Software auf organisationsexterne Ressourcen (Server, Daten) zugreifen. Er hat bei Störungen aber keinen direkten Einfluss auf deren Beseitigung.&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
2. Widersprüche zwischen Aufgaben und Aneignungsbedingungen (Lernbehinderungen)&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
''Informationsdilemma:'' Ein Mitarbeiter soll sich in ein neues Arbeitsfeld einarbeiten. Ihm werden jedoch keine entsprechenden Dokumente oder Informationen zur Verfügung gestellt oder sind erst garnicht vorhanden.&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
''Kompetenzdilemma:'' Laut einer Kundenspezifikation soll ein Programmierer die Entwicklung eines Moduls mit einer neuen Programmiersprache durchführen. Aufgrund der Zielsetzungen im Projekt stehen ihm der notwendige Raum und  die erforderliche Zeit zur Einarbeitung jedoch nicht zur Verfügung.&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
''Erfahrbarkeitsdilemma:'' Durch die Kapselung technischer Einrichtungen oder aufgrund von räumlicher Distanz sind einem Arbeitenden wesentliche Teile sinnlicher Rückmeldung verschlossen. Hierdurch wird der Aufbau von Erfahrungen bzw. die Bildung angemessener Repräsentationen erschwert. &amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
3. Widersprüche zwischen Aufgabenzielen&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
''Auslastungsdilemma:'' Zur Aufgabe eines Programmierers gehören verschiedene Funktionen, z. B. Programmierung und Kommunikation über die Leistungsfähigkeit und Einsetzbarkeit des Produktes. Da er mit der Erfüllung einer Funktion voll ausgelastet ist, kann er eine andere Funktion nicht erfüllen.&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
''Mengen-/Qualitätsdilemma:'' Ein Entwickler soll das Null-Fehler-Prinzip verfolgen, weil Integrationstests aus Termin- oder Kostengründen stark reduziert wurden. Der Termindruck bei der Erstellung des Moduls ermöglicht es ihm jedoch nicht, eine ausreichende Reife seines Moduls sicherzustellen.&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
''Grenzstellendilemma:'' Ein Mitarbeiter soll die Wünsche des Kunden erfüllen, dessen Anforderungen dürfen aber keine Mehrkosten verursachen oder wurden bei der Terminplanung nicht berücksichtigt.&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
4. Widersprüche zwischen Aufgabenzielen und subjektbezogene Zielen/Normen&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
''Gruppennormdilemma:'' Ein Mitarbeiter hat hinsichtlich der Qualität seiner Arbeit hohe Ansprüche. Im Team wird von ihm erwartet, seine Qualitätsstandards zu senken und seine Aufgabe termingerecht zu erledigen. Andernfalls erhält das Team keine Sondergratifikation.&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
5. Widersprüche zwischen Aufgabenzielen und subjektbezogenem sozialem Kontext&lt;br /&gt;
''Extrarollendilemma:'' Ein Mitarbeiter muss kurzfristig Überstunden machen, um einen wichtigen Auftrag termingerecht erledigen zu können. Er hat aber gleichzeitig die familiäre Aufgabe, seinen Sohn rechtzeitig vom Kindergarten abzuholen.&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:Abbildung2.jpg|Abbildung2]]&amp;lt;BR&amp;gt; &lt;br /&gt;
Abb. 2: Stressreaktionen bei Beschäftigten in IT-Projekten im Vergleich zum Beschäftigten-Durchschnitt&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
Als Folge derartiger Widersprüche und Ungleichgewichte in der praktizierten Projektarbeit haben sich, wie die vorstehende Grafik (Abb. 2) ausweist, bei den untersuchten Teammitgliedern im Vergleich zu Beschäftigten aus einer repräsentativen Stichprobe mit sonst üblichen Arbeitsverhältnissen deutlich höhere Stressreaktionen ergeben (Brödner 2009).&amp;lt;BR&amp;gt;&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
(5) Aus Untersuchungen wie dieser kann eine Reihe von Schlussfolgerungen zur praktischen Verbesserung der Lage der Kopfarbeiter in IT-Projekten gewonnen werden. Zunächst ist festzuhalten, dass es infolge der entgrenzten Natur dieser Art Arbeit kaum möglich ist, einzelne Stressfaktoren ein- für allemal zu reduzieren; vielmehr muss man sich anstelle von Strukturverbesserungen um eine Prozessgestaltung und ein Projektmanagement mit Regeln bemühen, unter denen mit Methoden reflexiver Arbeitsgestaltung fortlaufend für die kontextabhängige dynamische Balance von Anforderungen und Ressourcen, mithin für die Aufrechterhaltung von Gesundheit und Leistung zugleich, gesorgt wird. Wirksame Maßnahmen dafür müssen auf zwei Ebenen ansetzen: bei der Aushandlung der äußeren Bedingungen der Projektdurchführung einerseits und bei den individuellen Bewältigungsstrategien und -fähigkeiten andererseits. Während letzteres etwa durch regelmäßiges Coaching angegangen werden kann, erfordert ersteres tief greifende Veränderungen im Projektmanagement in Richtung auf ein partizipativ und zyklisch-evolutionär angelegtes Projektdesign, das wiederkehrende Reflexionsschleifen zur realistischen Einschätzung von Anforderungen, Ressourcen, Belastungen und Risiken vorsieht. Insbesondere gilt es dabei die häufigen ressourcenzehrenden ad-hoc-Reaktionen auf Kundenwünsche zu unterbinden (ohne sie zu ignorieren), angemessene Prioritäten zu setzen und eine bessere Fortschrittskontrolle zu etablieren. Dabei können auch häufig bereits existierende Schemata kontinuierlicher Verbesserung oder von Gesundheitszirkeln genutzt werden. Darüber hinaus gilt es die häufig anzutreffende Praxis, dass Teammitglieder an mehreren Projekten oder Aufgaben zugleich arbeiten, möglichst zu vermeiden, da aus ihr besonders hohe Belastungen erwachsen. Schließlich sind regelmäßig hinreichende Erholungszeiten für hoch belastete Teammitglieder vorzusehen (viele Beobachtungen aus dem Projektverlauf deuten darauf hin: spätestens nach 8 Wochen).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anregungen zum Vorgehen in der Arbeitsgruppe:&lt;br /&gt;
•	Zu Beginn der Arbeit in der Gruppe mag es hilfreich sein, zunächst einmal eigene Erlebnisse und Erfahrungen mit hoch belasteter Kopfarbeit (in und außerhalb von Projekten) zu sammeln und nach Gemeinsamkeiten, Unterschieden oder Widersprüchen zu suchen.&lt;br /&gt;
•	Ein besonderes Merkmal qualifizierter Kopfarbeit scheint ja zu sein, dass sie selbst oft (trotz aller Belastung) positiv als Herausforderung erlebt wird. So mag das Selbstverständnis selber noch die gesundheitlichen Risiken der Kopfarbeit zu verschärfen. Warum macht die so geliebte Arbeit krank?&lt;br /&gt;
•	Zum Ende hin wäre sicherlich wünschenswert zusammenzutragen, was gegen die gesundheitlichen Risiken qualifizierter Kopfarbeit praktisch wirksam getan werden kann. Dabei wären die möglichen verschiedenen Handlungsebenen – individuelle Bewältigungskompetenz, soziale Beziehungen, Projektorganisation und -management – zu betrachten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
''Quellennachweise:''&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
''Brödner, P., 2008:'' Wissen als Management-Fetisch, FifF-Kommunikation 1/2008, 29-33&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
''Brödner, P., 2009:'' Sustainability in Knowledge-Based Companies, in: Docherty, P.; Kira, M. &amp;amp; Shani, A.B. (eds.): Creating Sustainable Work Systems, London New York: Routledge, 53-69&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
''Dostal, W., 1995:'' Die Informatisierung der Arbeitswelt: Multimedia, offene Arbeitsformen und Telearbeit,  Mitt. der Arbeitsmarkt- und Berufsforschung 4/1995, 527-543&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
''Drucker, P.F., 1993:'' Post-Capitalist Society, New York: Harper Collins&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
''Gerlmaier, A., 2006:'' Nachhaltige Arbeitsgestaltung in der Wissensökonomie, in: Lehndorff, S. (Hg.): Das Politische in der Arbeitspolitik, Berlin: edition sigma, 71-98&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
''Karasek, R., 1998:'' Demand/Control Model: A Social, Emotional, and Psychological Approach to Stress Risk and Active Behavior Development, in: Stellman J.M. (ed.): Encyclopaedia of Occupational Health and Safety, &lt;br /&gt;
4. Edition, Geneva: ILO, 34.6-34.14&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
''Karasek, R. &amp;amp; Theorell, T., 1990:'' Healthy Work. Stress, Productivity, and the Reconstruction of Working Life, New York: Basic Books&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
''Maslach, C. &amp;amp; Leiter, M.P., 1997:'' The Truth about Burnout. How Organizations Cause Personal Stress and What to Do about It, San Francisco: Jossey-Bass&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
''Moldaschl, M. (ed.), 2005:'' Immaterielle Ressourcen. Nachhaltigkeit von Unternehmensführung und Arbeit I, München: Hampp&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
''Reich, R.B., 1993:'' Die neue Weltwirtschaft. Das Ende der nationalen Ökonomie, Frankfurt/M: Ullstein&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>HD</name></author>
		
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		<id>https://www.hyperkommunikation.ch/wiki/2009/index.php?title=AG4:_Psychische_Belastungen_im_Umgang_mit_IT&amp;diff=297</id>
		<title>AG4: Psychische Belastungen im Umgang mit IT</title>
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		<updated>2009-05-10T11:08:46Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;HD: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;'''Burn Out - Ursachen und Folgen'''&lt;br /&gt;
&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
Arbeitsbedingte psychische Belastungen und Erkrankungen nehmen epidemisch zu, vor allem bei qualifizierter Kopfarbeit, die lange als privilegiert angesehen wurde. Darunter fällt insbesondere auch die Arbeit in multifunktionalen IT-Entwicklungs- und -Beratungsteams, die eingehend auf ihre Belastungen untersucht wurden. Die Hauptursache für diesen Befund ist in der entgrenzten Natur und damit in den unausweichlichen Unsicherheiten und Überraschungen von Kopfarbeit zu suchen. Das macht eine angemessene Planung und Ressourcenbereitstellung im vorhinein unmöglich und führt meist zu ständiger Überforderung der Kopfarbeiter (oft noch verstärkt durch eigene Motivation). Aus Untersuchungen in IT-Entwicklungs- und -Beratungsprojekten auf der Basis des Konzepts der widersprüchlichen Arbeitsanforderungen – das im Arbeitsprozess Widersprüche und Ungleichgewichte zwischen gestellten Anforderungen, tatsächlich verfügbaren Ressourcen und eingespielten Routinen in den Blick nimmt – können Hinweise zur praktischen Verbesserung von Projektmanagement einerseits und individueller Bewältigungskompetenz andererseits gewonnen werden.&lt;br /&gt;
&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
Gestützt auf derartige Erkenntnisse, aber auch eigene Erlebnisse und Erfahrungen, soll in der Arbeitsgruppe den Fragen nachgegangen werden, was genau in der eigentlich doch positiv als herausfordernd empfundenen Arbeit die großen gesundheitlichen Risiken hervorruft und was sich dagegen tun lässt. &lt;br /&gt;
&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
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Vertieft wird dies im [[Moderatorenpapier]] &lt;br /&gt;
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'''Anregungen zum Vorgehen in der Arbeitsgruppe:'''&lt;br /&gt;
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•	Zu Beginn der Arbeit in der Gruppe mag es hilfreich sein, zunächst einmal eigene Erlebnisse und Erfahrungen mit hoch belasteter Kopfarbeit (in und außerhalb von Projekten) zu sammeln und nach Gemeinsamkeiten, Unterschieden oder Widersprüchen zu suchen.&lt;br /&gt;
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•	Ein besonderes Merkmal qualifizierter Kopfarbeit scheint ja zu sein, dass sie selbst oft (trotz aller Belastung) positiv als Herausforderung erlebt wird. So mag das Selbstverständnis selber noch die gesundheitlichen Risiken der Kopfarbeit zu verschärfen. Warum macht die so geliebte Arbeit krank?&lt;br /&gt;
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•	Zum Ende hin wäre sicherlich wünschenswert zusammenzutragen, was gegen die gesundheitlichen Risiken qualifizierter Kopfarbeit praktisch wirksam getan werden kann. Dabei wären die möglichen verschiedenen Handlungsebenen – individuelle Bewältigungskompetenz, soziale Beziehungen, Projektorganisation und -management – zu betrachten.&lt;/div&gt;</summary>
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&lt;div&gt;== Arbeitsgruppen MMK09 ==&lt;br /&gt;
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Gunter Dubrau &amp;amp; Ronald&lt;br /&gt;
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Hartmut Sörgel, Prof. Dr. Erhard Nullmeier&lt;br /&gt;
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[[AG4: Psychische Belastungen im Umgang mit IT]]&lt;br /&gt;
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Burn Out - Ursachen und Folgen&lt;br /&gt;
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Prof. Dr. Peter Brödner, Dietmar Hennig&lt;/div&gt;</summary>
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Arbeitsbedingte psychische Belastungen und Erkrankungen nehmen epidemisch zu, vor allem bei qualifizierter Kopfarbeit, die lange als privilegiert angesehen wurde. Darunter fällt insbesondere auch die Arbeit in multifunktionalen IT-Entwicklungs- und -Beratungsteams, die eingehend auf ihre Belastungen untersucht wurden. Die Hauptursache für diesen Befund ist in der entgrenzten Natur und damit in den unausweichlichen Unsicherheiten und Überraschungen von Kopfarbeit zu suchen. Das macht eine angemessene Planung und Ressourcenbereitstellung im vorhinein unmöglich und führt meist zu ständiger Überforderung der Kopfarbeiter (oft noch verstärkt durch eigene Motivation). Aus Untersuchungen in IT-Entwicklungs- und -Beratungsprojekten auf der Basis des Konzepts der widersprüchlichen Arbeitsanforderungen – das im Arbeitsprozess Widersprüche und Ungleichgewichte zwischen gestellten Anforderungen, tatsächlich verfügbaren Ressourcen und eingespielten Routinen in den Blick nimmt – können Hinweise zur praktischen Verbesserung von Projektmanagement einerseits und individueller Bewältigungskompetenz andererseits gewonnen werden.&lt;br /&gt;
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•	Ein besonderes Merkmal qualifizierter Kopfarbeit scheint ja zu sein, dass sie selbst oft (trotz aller Belastung) positiv als Herausforderung erlebt wird. So mag das Selbstverständnis selber noch die gesundheitlichen Risiken der Kopfarbeit zu verschärfen. Warum macht die so geliebte Arbeit krank?&lt;br /&gt;
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&lt;hr /&gt;
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&lt;br /&gt;
[[AG4: Psychische Belastungen im Umgang mit IT]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
Burn Out - Ursachen und Folgen&lt;br /&gt;
&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
Prof. Dr. Peter Brödner, Dietmar Hennig&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>HD</name></author>
		
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.hyperkommunikation.ch/wiki/2009/index.php?title=Moderatorenpapier&amp;diff=290</id>
		<title>Moderatorenpapier</title>
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		<updated>2009-05-10T10:42:47Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;HD: /* Psychische Belastungen im Umgang mit IT (Burnout) */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;== Psychische Belastungen im Umgang mit IT (Burnout) ==&lt;br /&gt;
'''Ein Moderatorenpapier von Peter Brödner und Dietmar Hennig'''&lt;br /&gt;
&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(1) Psychische Erkrankungen – das sind insbesondere Schlafstörungen, psychosomatische Störungen, Depressionen oder dauerhafte Erschöpfungszustände (Burnout) – infolge arbeitsbedingter Belastungen mehren sich in besorgniserregendem Maße. Beispielsweise ergibt sich aus Daten des Verbands deutscher Rentenversicherer, dass arbeitsbedingte psychische Erkrankungen in den letzten beiden Dekaden des vorigen Jahrhunderts die Herz-Kreislauf-Erkrankungen als häufigste Ursachen von Frühverrentung abgelöst haben: Im Jahre 1999 machten sie bei Männern 19%, bei Frauen sogar 32% aller Fälle aus. Auch nach dem BKK-Bericht 2007 nehmen psychische Erkrankungen rasch zu (um 17% von 2001 bis 2006) und machen im Jahre 2006 bereits 9% aller Krankentage aus. Und nach dem neuesten DAK-Gesundheitsreport haben psychische Erkrankungen im Jahr 2008 einen Anteil von 10,6 % am gesamten Gesamtkrankenstand und stehen damit an vierter Stelle der wichtigsten Krankheitsarten. Ihr Anteil am Gesamtkrankenstand ist im Vergleich zum Vorjahr um rund 4 % gestiegen (2007: 10,2 %). Auch der Gebrauch von Psycho- und Neuro- Pharmaka zur Steigerung der Leistungsfähigkeit am Arbeitsplatz (sog. Gehirn-Doping) nimmt Befragungen zufolge deutlich zu. Diese wenigen Daten mögen genügen, um die rasch wachsende Bedeutung arbeitsbedingter psychischer Erkrankungen zu belegen.&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
Offenbar behandelt das Management seine Kopfarbeiter doch nicht mit der eigentlich gebotenen Sorgfalt, konträr zu seinem beständigen Mantra, dass „Humankapital seine wichtigste Ressource“ sei. Zu fragen ist nun zunächst nach den Gründen für diese doch ziemlich dramatische Entwicklung.&amp;lt;BR&amp;gt;&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
(2) Die Arbeitswelt unterlag in den letzten fünf Dekaden erheblichen qualitativen und quantitativen Veränderungen. Insbesondere haben Kopfarbeit und informationsverarbeitende Tätigkeiten eine enorme Ausdehnung erfahren. Reich (1993) schätzt den Anteil der Kopfarbeiter („knowledge worker“ (Drucker 1993) bzw. „symbol analysts“ (Reich 1993)) an der Gesamtzahl der Beschäftigten in den USA auf mindestens 20% Ende der achtziger Jahre. Der Anteil der Beschäftigten mit „überwiegend informationsverarbeitenden Tätigkeiten“ wird in Deutschland zu Beginn der neunziger Jahre sogar auf 50% beziffert (Dostal 1995). Seitdem haben diese Anteile tendenziell weiter zugenommen. Sie sind – neben vielen anderen Indikatoren – äußerer Ausdruck des Übergangs von der Industrie- zur Wissensgesellschaft („knowledge-based economy“). &amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
Kopfarbeit tritt systematisch mit der technischen Entwicklung, vor allem aber mit Arbeitsteilung und Kooperation in Erscheinung, die es erforderlich machen, dass Arbeitsprozesse und ihre Komponenten im einzelnen analysiert, genau verstanden und zu einem sinnvollen Ganzen gefügt, um sie im Detail planen, gestalten und koordinieren zu können. Kopfarbeit ist daher Analyse, Modellierung, Planung, Leitung und Kontrolle anderer Arbeit; ihrer Funktion entsprechend ist sie gesellschaftliche Natur. Um sich in großem Stile zu entfalten, ist sie auf fortwährende Begriffsbildung, die Explikation von Können und Erfahrung als Wissen, weiter auf Semiotisierung, den Gebrauch von Zeichen zur Kodifizierung des Wissens, und schließlich auf die Aneignung kodifizierten Wissens als erweitertes Können für Anwendung und Gebrauch voraus. Dabei wachsen Können und Wissen wie ein Baum, durch Differenzierung und Verzweigung.&amp;lt;BR&amp;gt; Kopfarbeit lässt sich so durch vier wesentliche Aufgaben kennzeichnen: &amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
• für Problemlösungen benötigtes, aber meist zerstreutes Wissen aufzufinden,&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
• die Anwendbarkeit von Wissen auf praktische Probleme zu prüfen,&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
• unterschiedliche relevante Wissensbereiche miteinander zu vermitteln,&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
• Wissen für die Anwendung zu rekontextualisieren. &amp;lt;BR&amp;gt;&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
Für Kopfarbeit benötigte besondere Fähigkeiten sind dementsprechend Abstrahieren, Modellieren, Systemdenken, Experimentieren und Explorieren, Kooperation und Kommunikation, allesamt dem inkorporierten, damit personengebundenen Können zuzurechnende, kreative Fähigkeiten (Brödner 2008).&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
Diese Kennzeichen von Kopfarbeit haben weit reichende Konsequenzen im Hinblick auf Arbeitsanforderungen: Erstens wird in einer wissensbasierten Wirtschaft Innovation – also die erfolgreiche Einführung und Verwertung neuer Produkte, neuer Prozesse oder neuer institutioneller Arrangements – zur vorherrschenden Form des Wettbewerbs; Wettbewerb funktioniert als „Entdeckungsverfahren“. Infolgedessen müssen Unternehmen ebenso wie Kopfarbeiter stets neue Situationen und mit ihnen Überraschungen und Unsicherheiten zu bewältigen imstande sein. Zweitens erfordert dies fortlaufend problemlösende Tätigkeiten, die auf inkorporiertem Können und persönlicher Expertise beruhen (diese aber auch zu weiterer Entwicklung anregen). Folglich bilden problemlösende Handlungskompetenz und Könnerschaft die wichtigsten, für den Wettbewerb unverzichtbaren Ressourcen, die es fortlaufend zu entwickeln gilt. Infolge wachsender Spezialisierung erfordern innovative und problemlösende Tätigkeiten drittens die Zusammenführung verschiedener Wissensdomänen, mithin die Zusammenarbeit von Experten aus unterschiedlichen Feldern; daher auch die rasch wachsende Bedeutung von Projektarbeit in multifunktionalen Teams. Viertens sind Ergebnis und Verlauf von Projekten – weil Kopfarbeit grundsätzlich von Unsicherheit und Überraschung geprägt ist – stets kontextabhängig und unvorhersehbar und können mithin weder im voraus geplant noch im einzelnen vorgeschrieben und überwacht werden. In diesem Sinne ist Kopfarbeit „entgrenzt“ hinsichtlich Verlauf, Ergebnis und Aufwand und erfordert neue Formen sog. „indirekter“ oder „Kontext-Steuerung“.&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der entgrenzte Charakter von Kopfarbeit ist auch die eigentliche Ursache ihrer Intensität, ihrer oft ausufernden Arbeitszeiten und ihrer hohen psychischen Belastungen: Arbeit wird, nicht zuletzt auch aufgrund von IT-Systemen und Internet als neuen Arbeitsmitteln und Medien der Kooperation, zunehmend ortsungebunden und zeitflexibel ausgeübt in Gestalt problemlösender Projektarbeit voller Unsicherheiten. So wie sich der Zugang zu Informationen vergrößert und Wahlmöglichkeiten sich ständig erweitern, unterliegen Beschäftigte zugleich auch wachsenden Anforderungen wie dem Umgang mit Unsicherheit, Wettbewerb und Termindruck. Damit hängt die berufliche Leistungsfähigkeit in der modernen Arbeitswelt nicht mehr nur von den körperlichen, sondern sehr entscheidend auch von den kognitiven und psychischen Ressourcen ab. Wichtige Ressourcen sind etwa schnelle Auffassungsgabe, gutes Erinnerungsvermögen, lebhafte Kreativität und fokussierte Aufmerksamkeit neben Ausdauer und Stressresistenz. Dabei werden nicht nur neue konkrete Anforderungen, sondern auch implizite Normen und Wunschbilder wirksam: Schlauer, schneller, effektiver zu sein als andere.&amp;lt;BR&amp;gt; &lt;br /&gt;
Mit ihren zumeist komplexen und herausfordernden Arbeitsaufgaben sowie ihren großen Handlungs- und Entscheidungsspielräumen galt Kopfarbeit lange als privilegiert. Gleichwohl zeigt sie oft hohe psychische Belastungen und erweist sich gesundheitlich als wenig nachhaltig. Das stellt auch die Arbeitswissenschaft vor neue Herausforderungen, denen nun nachzugehen ist.&amp;lt;BR&amp;gt;&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
(3) Das in der Stressforschung lange weithin akzeptierte sog. ''„Demand-Control-Modell“'' (Karasek 1998; Karasek &amp;amp; Theorell 1990) betont die wichtige Funktion, die dem Grad der Autonomie im Arbeitsprozess für das Wohlergehen und die Persönlichkeitsentwicklung zukommt. Diesem Modell zufolge wird der Zusammenhang von psychischen Belastungen und Stressreaktionen im wesentlichen von zwei Faktoren beeinflusst: von Arbeitsanforderungen wie Komplexität der Aufgabe oder Zeitdruck einerseits und vom Ausmaß, zu dem der Arbeitsprozess tatsächlich durch die Arbeitsperson gesteuert werden kann, andererseits. Dabei die Autonomie in erster Linie moderierenden Charakter: Hohe Anforderungen mögen weniger Stress hervorrufen, wenn die Arbeitsperson den Prozess, d.h. Arbeitsmittel, -methoden und Vorgehen zur Bewältigung der Aufgabe, zu wählen bzw. zu beeinflussen in der Lage ist. So können auch hohe Anforderungen in Verbindung mit hinreichender Autonomie zu Wohlbefinden und persönlicher Entwicklung führen, indem sie Lernprozesse ermöglichen.&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
Diese Modellvorstellung einer Balance von Anforderungen und Steuerungsautonomie wurde von Maslach &amp;amp; Leiter (1997) weiter entwickelt, indem sie annehmen, dass Stress durch eine Reihe von ''Ungleichgewichten'' oder ''Fehlanpassungen'' zwischen Arbeitsanforderungen und im Prozess verfügbaren Ressourcen verursacht wird, die, wenn sie längere Zeit fortbestehen, zu physischer und emotionaler Erschöpfung und reservierter Indifferenz führen. Dabei nehmen sie vor allem Ungleichgewichte hinsichtlich des Verhältnisses von Anforderungen und Ressourcen, Mangel an Autonomie, unzureichender Anerkennung, unfairer Behandlung, Verlust an sozialer Unterstützung oder Konflikten zwischen individuellen und organisationalen Werten in den Blick. So betrachten sie nicht nur die Bedürfnisse und Ressourcen der Arbeitspersonen, sondern beziehen auch Bedingungen der Arbeitsumgebung mit ein.&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
Diese erweiterten Modellvorstellungen, so plausibel sie erscheinen, leiden indes daran, dass sie die relationale Natur von Ressourcen noch nicht ausreichend in Betracht ziehen. Ob etwas in einer Arbeitssituation als Ressource genutzt werden kann oder nicht, hängt stets von den besonderen Gegebenheiten und Kontextbedingungen der Arbeitssituation ab und kann nicht ''per se'' und unabhängig als Ressource bestimmt werden. So wird etwa Autonomie nur dann zu einer wirksamen Ressource, wenn aufgabenangemessene Arbeitsmittel und -methoden tatsächlich zur Verfügung stehen (was, wie gleich zu sehen ist, oft nicht der Fall ist). Insbesondere die Analyse, Gestaltung und Bewertung von Kopfarbeit erfordern, da diese wie gezeigt ihrer Natur nach in hohem Maße prozess- und kontextabhängig ist, die relationale Betrachtung von Anforderungen und Ressourcen. Dies leistet das Konzept der widersprüchlichen Arbeitsanforderungen (Moldaschl 2005), demzufolge psychische Belastungen und Stressreaktionen durch spezifische Widersprüche oder Ungleichgewichte zwischen gegebenen Arbeitsanforderungen, tatsächlich verfügbaren Ressourcen und etablierten Routinen hervorgerufen werden. In dieser relationalen Perspektive werden Ressourcen als wirksame Mittel betrachtet, die von Arbeitspersonen tatsächlich aktiviert und genutzt werden können, um ihre Aufgabe zu bewältigen. Ressourcen können dabei nur im Gebrauch bestimmt werden: Ob etwas als Ressource genutzt werden kann, hängt also von den jeweils besonderen Kontextbedingungen ab, unter denen die Arbeit ausgeführt wird. &amp;lt;BR&amp;gt;&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
(4) Mittels des Konzepts der widersprüchlichen Arbeitsanforderungen wurden vom Institut Arbeit und Technik psychische Belastungen der Projektarbeit in einer Reihe von Projekten der IT-Entwicklung und -Beratung untersucht. In dieser Untersuchung, deren Ergebnisse hier kurz resümiert werden, konnten so fünf Typen von Widersprüchen oder Ungleichgewichten identifiziert werden (die nachstehend jeweils mit Beispielen unterlegt sind; vgl. Gerlmaier 2006):&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:Abbildung1.jpg|Abbildung1]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Abb. 1: Modell widersprüchlicher Arbeitsanforderungen&lt;br /&gt;
1. Widersprüche zwischen Aufgaben und Ausführungsbedingungen&lt;br /&gt;
Kooperationsdilemma: Ein Mitarbeiter soll mit Kollegen aus einem anderen Projekt zur Abstimmung einer Schnittstelle kooperieren. Er hat jedoch zeitlich, räumlich oder technisch nur unzureichende Kommunikationschancen.&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
''Ausstattungsdilemma:'' Ein Programmierer soll ein Programmmodul erstellen, ihm werden jedoch nicht die notwendigen Hard- oder Softwareteile bereitgestellt.&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
''Schnittstellendilemma:'' Ein Entwickler muss zum Testen seiner Software auf organisationsexterne Ressourcen (Server, Daten) zugreifen. Er hat bei Störungen aber keinen direkten Einfluss auf deren Beseitigung.&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
2. Widersprüche zwischen Aufgaben und Aneignungsbedingungen (Lernbehinderungen)&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
''Informationsdilemma:'' Ein Mitarbeiter soll sich in ein neues Arbeitsfeld einarbeiten. Ihm werden jedoch keine entsprechenden Dokumente oder Informationen zur Verfügung gestellt oder sind erst garnicht vorhanden.&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
''Kompetenzdilemma:'' Laut einer Kundenspezifikation soll ein Programmierer die Entwicklung eines Moduls mit einer neuen Programmiersprache durchführen. Aufgrund der Zielsetzungen im Projekt stehen ihm der notwendige Raum und  die erforderliche Zeit zur Einarbeitung jedoch nicht zur Verfügung.&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
''Erfahrbarkeitsdilemma:'' Durch die Kapselung technischer Einrichtungen oder aufgrund von räumlicher Distanz sind einem Arbeitenden wesentliche Teile sinnlicher Rückmeldung verschlossen. Hierdurch wird der Aufbau von Erfahrungen bzw. die Bildung angemessener Repräsentationen erschwert. &amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
3. Widersprüche zwischen Aufgabenzielen&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
''Auslastungsdilemma:'' Zur Aufgabe eines Programmierers gehören verschiedene Funktionen, z. B. Programmierung und Kommunikation über die Leistungsfähigkeit und Einsetzbarkeit des Produktes. Da er mit der Erfüllung einer Funktion voll ausgelastet ist, kann er eine andere Funktion nicht erfüllen.&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
''Mengen-/Qualitätsdilemma:'' Ein Entwickler soll das Null-Fehler-Prinzip verfolgen, weil Integrationstests aus Termin- oder Kostengründen stark reduziert wurden. Der Termindruck bei der Erstellung des Moduls ermöglicht es ihm jedoch nicht, eine ausreichende Reife seines Moduls sicherzustellen.&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
''Grenzstellendilemma:'' Ein Mitarbeiter soll die Wünsche des Kunden erfüllen, dessen Anforderungen dürfen aber keine Mehrkosten verursachen.&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
4. Widersprüche zwischen Aufgabenzielen und subjektbezogene Zielen/Normen&lt;br /&gt;
Gruppennormdilemma: Ein Mitarbeiter hat hinsichtlich der Qualität seiner Arbeit hohe Ansprüche. Im Team wird von ihm erwartet, seine Qualitätsstandards zu senken und seine Aufgabe termingerecht zu erledigen. Andernfalls erhält das Team keine Sondergratifikation.&lt;br /&gt;
5. Widersprüche zwischen Aufgabenzielen und subjektbezogenem sozialem Kontext&lt;br /&gt;
Extrarollendilemma: Ein Mitarbeiter muss kurzfristig Überstunden machen, um einen wichtigen Auftrag termingerecht erledigen zu können. Er hat aber gleichzeitig die familiäre Aufgabe, seinen Sohn rechtzeitig vom Kindergarten abzuholen.&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:Abbildung2.jpg|Abbildung2]]&amp;lt;BR&amp;gt; &lt;br /&gt;
Abb. 2: Stressreaktionen bei Beschäftigten in IT-Projekten im Vergleich zum Beschäftigten-Durchschnitt&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
Als Folge derartiger Widersprüche und Ungleichgewichte in der praktizierten Projektarbeit haben sich, wie die vorstehende Grafik (Abb. 2) ausweist, bei den untersuchten Teammitgliedern im Vergleich zu Beschäftigten aus einer repräsentativen Stichprobe mit sonst üblichen Arbeitsverhältnissen deutlich höhere Stressreaktionen ergeben (Brödner 2009).&lt;br /&gt;
(5) Aus Untersuchungen wie dieser kann eine Reihe von Schlussfolgerungen zur praktischen Verbesserung der Lage der Kopfarbeiter in IT-Projekten gewonnen werden. Zunächst ist festzuhalten, dass es infolge der entgrenzten Natur dieser Art Arbeit kaum möglich ist, einzelne Stressfaktoren ein- für allemal zu reduzieren; vielmehr muss man sich anstelle von Strukturverbesserungen um eine Prozessgestaltung und ein Projektmanagement mit Regeln bemühen, unter denen mit Methoden reflexiver Arbeitsgestaltung fortlaufend für die kontextabhängige dynamische Balance von Anforderungen und Ressourcen, mithin für die Aufrechterhaltung von Gesundheit und Leistung zugleich, gesorgt wird. Wirksame Maßnahmen dafür müssen auf zwei Ebenen ansetzen: bei der Aushandlung der äußeren Bedingungen der Projektdurchführung einerseits und bei den individuellen Bewältigungsstrategien und -fähigkeiten andererseits. Während letzteres etwa durch regelmäßiges Coaching angegangen werden kann, erfordert ersteres tief greifende Veränderungen im Projektmanagement in Richtung auf ein partizipativ und zyklisch-evolutionär angelegtes Projektdesign, das wiederkehrende Reflexionsschleifen zur realistischen Einschätzung von Anforderungen, Ressourcen, Belastungen und Risiken vorsieht. Insbesondere gilt es dabei die häufigen ressourcenzehrenden ad-hoc-Reaktionen auf Kundenwünsche zu unterbinden (ohne sie zu ignorieren), angemessene Prioritäten zu setzen und eine bessere Fortschrittskontrolle zu etablieren. Dabei können auch häufig bereits existierende Schemata kontinuierlicher Verbesserung oder von Gesundheitszirkeln genutzt werden. Darüber hinaus gilt es die häufig anzutreffende Praxis, dass Teammitglieder an mehreren Projekten zugleich arbeiten, möglichst zu vermeiden, da aus ihr besonders hohe Belastungen erwachsen. Schließlich sind regelmäßig hinreichende Erholungszeiten für hoch belastete Teammitglieder vorzusehen (viele Beobachtungen aus dem Projektverlauf deuten darauf hin: spätestens nach 8 Wochen).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anregungen zum Vorgehen in der Arbeitsgruppe:&lt;br /&gt;
•	Zu Beginn der Arbeit in der Gruppe mag es hilfreich sein, zunächst einmal eigene Erlebnisse und Erfahrungen mit hoch belasteter Kopfarbeit (in und außerhalb von Projekten) zu sammeln und nach Gemeinsamkeiten, Unterschieden oder Widersprüchen zu suchen.&lt;br /&gt;
•	Ein besonderes Merkmal qualifizierter Kopfarbeit scheint ja zu sein, dass sie selbst oft (trotz aller Belastung) positiv als Herausforderung erlebt wird. So mag das Selbstverständnis selber noch die gesundheitlichen Risiken der Kopfarbeit zu verschärfen. Warum macht die so geliebte Arbeit krank?&lt;br /&gt;
•	Zum Ende hin wäre sicherlich wünschenswert zusammenzutragen, was gegen die gesundheitlichen Risiken qualifizierter Kopfarbeit praktisch wirksam getan werden kann. Dabei wären die möglichen verschiedenen Handlungsebenen – individuelle Bewältigungskompetenz, soziale Beziehungen, Projektorganisation und -management – zu betrachten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Quellennachweise:&lt;br /&gt;
Brödner, P., 2008: Wissen als Management-Fetisch, FifF-Kommunikation 1/2008, 29-33&lt;br /&gt;
Brödner, P., 2009: Sustainability in Knowledge-Based Companies, in: Docherty, P.; Kira, M. &amp;amp; Shani, A.B. (eds.): Creating Sustainable Work Systems, London New York: Routledge, 53-69&lt;br /&gt;
Dostal, W., 1995: Die Informatisierung der Arbeitswelt: Multimedia, offene Arbeitsformen und Telearbeit,  Mitt. der Arbeitsmarkt- und Berufsforschung 4/1995, 527-543&lt;br /&gt;
Drucker, P.F., 1993: Post-Capitalist Society, New York: Harper Collins&lt;br /&gt;
Gerlmaier, A., 2006: Nachhaltige Arbeitsgestaltung in der Wissensökonomie, in: Lehndorff, S. (Hg.): Das Politische in der Arbeitspolitik, Berlin: edition sigma, 71-98&lt;br /&gt;
Karasek, R., 1998: Demand/Control Model: A Social, Emotional, and Psychological Approach to Stress Risk and Active Behavior Development, in: Stellman J.M. (ed.): Encyclopaedia of Occupational Health and Safety, &lt;br /&gt;
4. Edition, Geneva: ILO, 34.6-34.14&lt;br /&gt;
Karasek, R. &amp;amp; Theorell, T., 1990: Healthy Work. Stress, Productivity, and the Reconstruction of Working Life, New York: Basic Books&lt;br /&gt;
Maslach, C. &amp;amp; Leiter, M.P., 1997: The Truth about Burnout. How Organizations Cause Personal Stress and What to Do about It, San Francisco: Jossey-Bass&lt;br /&gt;
Moldaschl, M. (ed.), 2005: Immaterielle Ressourcen. Nachhaltigkeit von Unternehmensführung und Arbeit I, München: Hampp&lt;br /&gt;
Reich, R.B., 1993: Die neue Weltwirtschaft. Das Ende der nationalen Ökonomie, Frankfurt/M: Ullstein&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>HD</name></author>
		
	</entry>
	<entry>
		<id>https://www.hyperkommunikation.ch/wiki/2009/index.php?title=Moderatorenpapier&amp;diff=289</id>
		<title>Moderatorenpapier</title>
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		<updated>2009-05-10T10:28:29Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;HD: /* Psychische Belastungen im Umgang mit IT (Burnout) */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;== Psychische Belastungen im Umgang mit IT (Burnout) ==&lt;br /&gt;
'''Ein Moderatorenpapier von Peter Brödner und Dietmar Hennig'''&lt;br /&gt;
&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(1) Psychische Erkrankungen – das sind insbesondere Schlafstörungen, psychosomatische Störungen, Depressionen oder dauerhafte Erschöpfungszustände (Burnout) – infolge arbeitsbedingter Belastungen mehren sich in besorgniserregendem Maße. Beispielsweise ergibt sich aus Daten des Verbands deutscher Rentenversicherer, dass arbeitsbedingte psychische Erkrankungen in den letzten beiden Dekaden des vorigen Jahrhunderts die Herz-Kreislauf-Erkrankungen als häufigste Ursachen von Frühverrentung abgelöst haben: Im Jahre 1999 machten sie bei Männern 19%, bei Frauen sogar 32% aller Fälle aus. Auch nach dem BKK-Bericht 2007 nehmen psychische Erkrankungen rasch zu (um 17% von 2001 bis 2006) und machen im Jahre 2006 bereits 9% aller Krankentage aus. Und nach dem neuesten DAK-Gesundheitsreport haben psychische Erkrankungen im Jahr 2008 einen Anteil von 10,6 % am gesamten Gesamtkrankenstand und stehen damit an vierter Stelle der wichtigsten Krankheitsarten. Ihr Anteil am Gesamtkrankenstand ist im Vergleich zum Vorjahr um rund 4 % gestiegen (2007: 10,2 %). Auch der Gebrauch von Psycho- und Neuro- Pharmaka zur Steigerung der Leistungsfähigkeit am Arbeitsplatz (sog. Gehirn-Doping) nimmt Befragungen zufolge deutlich zu. Diese wenigen Daten mögen genügen, um die rasch wachsende Bedeutung arbeitsbedingter psychischer Erkrankungen zu belegen.&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
Offenbar behandelt das Management seine Kopfarbeiter doch nicht mit der eigentlich gebotenen Sorgfalt, konträr zu seinem beständigen Mantra, dass „Humankapital seine wichtigste Ressource“ sei. Zu fragen ist nun zunächst nach den Gründen für diese doch ziemlich dramatische Entwicklung.&amp;lt;BR&amp;gt;&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
(2) Die Arbeitswelt unterlag in den letzten fünf Dekaden erheblichen qualitativen und quantitativen Veränderungen. Insbesondere haben Kopfarbeit und informationsverarbeitende Tätigkeiten eine enorme Ausdehnung erfahren. Reich (1993) schätzt den Anteil der Kopfarbeiter („knowledge worker“ (Drucker 1993) bzw. „symbol analysts“ (Reich 1993)) an der Gesamtzahl der Beschäftigten in den USA auf mindestens 20% Ende der achtziger Jahre. Der Anteil der Beschäftigten mit „überwiegend informationsverarbeitenden Tätigkeiten“ wird in Deutschland zu Beginn der neunziger Jahre sogar auf 50% beziffert (Dostal 1995). Seitdem haben diese Anteile tendenziell weiter zugenommen. Sie sind – neben vielen anderen Indikatoren – äußerer Ausdruck des Übergangs von der Industrie- zur Wissensgesellschaft („knowledge-based economy“). &amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
Kopfarbeit tritt systematisch mit der technischen Entwicklung, vor allem aber mit Arbeitsteilung und Kooperation in Erscheinung, die es erforderlich machen, dass Arbeitsprozesse und ihre Komponenten im einzelnen analysiert, genau verstanden und zu einem sinnvollen Ganzen gefügt, um sie im Detail planen, gestalten und koordinieren zu können. Kopfarbeit ist daher Analyse, Modellierung, Planung, Leitung und Kontrolle anderer Arbeit; ihrer Funktion entsprechend ist sie gesellschaftliche Natur. Um sich in großem Stile zu entfalten, ist sie auf fortwährende Begriffsbildung, die Explikation von Können und Erfahrung als Wissen, weiter auf Semiotisierung, den Gebrauch von Zeichen zur Kodifizierung des Wissens, und schließlich auf die Aneignung kodifizierten Wissens als erweitertes Können für Anwendung und Gebrauch voraus. Dabei wachsen Können und Wissen wie ein Baum, durch Differenzierung und Verzweigung.&amp;lt;BR&amp;gt; Kopfarbeit lässt sich so durch vier wesentliche Aufgaben kennzeichnen: &amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
• für Problemlösungen benötigtes, aber meist zerstreutes Wissen aufzufinden,&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
• die Anwendbarkeit von Wissen auf praktische Probleme zu prüfen,&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
• unterschiedliche relevante Wissensbereiche miteinander zu vermitteln,&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
• Wissen für die Anwendung zu rekontextualisieren. &amp;lt;BR&amp;gt;&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
Für Kopfarbeit benötigte besondere Fähigkeiten sind dementsprechend Abstrahieren, Modellieren, Systemdenken, Experimentieren und Explorieren, Kooperation und Kommunikation, allesamt dem inkorporierten, damit personengebundenen Können zuzurechnende, kreative Fähigkeiten (Brödner 2008).&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
Diese Kennzeichen von Kopfarbeit haben weit reichende Konsequenzen im Hinblick auf Arbeitsanforderungen: Erstens wird in einer wissensbasierten Wirtschaft Innovation – also die erfolgreiche Einführung und Verwertung neuer Produkte, neuer Prozesse oder neuer institutioneller Arrangements – zur vorherrschenden Form des Wettbewerbs; Wettbewerb funktioniert als „Entdeckungsverfahren“. Infolgedessen müssen Unternehmen ebenso wie Kopfarbeiter stets neue Situationen und mit ihnen Überraschungen und Unsicherheiten zu bewältigen imstande sein. Zweitens erfordert dies fortlaufend problemlösende Tätigkeiten, die auf inkorporiertem Können und persönlicher Expertise beruhen (diese aber auch zu weiterer Entwicklung anregen). Folglich bilden problemlösende Handlungskompetenz und Könnerschaft die wichtigsten, für den Wettbewerb unverzichtbaren Ressourcen, die es fortlaufend zu entwickeln gilt. Infolge wachsender Spezialisierung erfordern innovative und problemlösende Tätigkeiten drittens die Zusammenführung verschiedener Wissensdomänen, mithin die Zusammenarbeit von Experten aus unterschiedlichen Feldern; daher auch die rasch wachsende Bedeutung von Projektarbeit in multifunktionalen Teams. Viertens sind Ergebnis und Verlauf von Projekten – weil Kopfarbeit grundsätzlich von Unsicherheit und Überraschung geprägt ist – stets kontextabhängig und unvorhersehbar und können mithin weder im voraus geplant noch im einzelnen vorgeschrieben und überwacht werden. In diesem Sinne ist Kopfarbeit „entgrenzt“ hinsichtlich Verlauf, Ergebnis und Aufwand und erfordert neue Formen sog. „indirekter“ oder „Kontext-Steuerung“.&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der entgrenzte Charakter von Kopfarbeit ist auch die eigentliche Ursache ihrer Intensität, ihrer oft ausufernden Arbeitszeiten und ihrer hohen psychischen Belastungen: Arbeit wird, nicht zuletzt auch aufgrund von IT-Systemen und Internet als neuen Arbeitsmitteln und Medien der Kooperation, zunehmend ortsungebunden und zeitflexibel ausgeübt in Gestalt problemlösender Projektarbeit voller Unsicherheiten. So wie sich der Zugang zu Informationen vergrößert und Wahlmöglichkeiten sich ständig erweitern, unterliegen Beschäftigte zugleich auch wachsenden Anforderungen wie dem Umgang mit Unsicherheit, Wettbewerb und Termindruck. Damit hängt die berufliche Leistungsfähigkeit in der modernen Arbeitswelt nicht mehr nur von den körperlichen, sondern sehr entscheidend auch von den kognitiven und psychischen Ressourcen ab. Wichtige Ressourcen sind etwa schnelle Auffassungsgabe, gutes Erinnerungsvermögen, lebhafte Kreativität und fokussierte Aufmerksamkeit neben Ausdauer und Stressresistenz. Dabei werden nicht nur neue konkrete Anforderungen, sondern auch implizite Normen und Wunschbilder wirksam: Schlauer, schneller, effektiver zu sein als andere.&amp;lt;BR&amp;gt; &lt;br /&gt;
Mit ihren zumeist komplexen und herausfordernden Arbeitsaufgaben sowie ihren großen Handlungs- und Entscheidungsspielräumen galt Kopfarbeit lange als privilegiert. Gleichwohl zeigt sie oft hohe psychische Belastungen und erweist sich gesundheitlich als wenig nachhaltig. Das stellt auch die Arbeitswissenschaft vor neue Herausforderungen, denen nun nachzugehen ist.&amp;lt;BR&amp;gt;&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
(3) Das in der Stressforschung lange weithin akzeptierte sog. ''„Demand-Control-Modell“'' (Karasek 1998; Karasek &amp;amp; Theorell 1990) betont die wichtige Funktion, die dem Grad der Autonomie im Arbeitsprozess für das Wohlergehen und die Persönlichkeitsentwicklung zukommt. Diesem Modell zufolge wird der Zusammenhang von psychischen Belastungen und Stressreaktionen im wesentlichen von zwei Faktoren beeinflusst: von Arbeitsanforderungen wie Komplexität der Aufgabe oder Zeitdruck einerseits und vom Ausmaß, zu dem der Arbeitsprozess tatsächlich durch die Arbeitsperson gesteuert werden kann, andererseits. Dabei die Autonomie in erster Linie moderierenden Charakter: Hohe Anforderungen mögen weniger Stress hervorrufen, wenn die Arbeitsperson den Prozess, d.h. Arbeitsmittel, -methoden und Vorgehen zur Bewältigung der Aufgabe, zu wählen bzw. zu beeinflussen in der Lage ist. So können auch hohe Anforderungen in Verbindung mit hinreichender Autonomie zu Wohlbefinden und persönlicher Entwicklung führen, indem sie Lernprozesse ermöglichen.&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
Diese Modellvorstellung einer Balance von Anforderungen und Steuerungsautonomie wurde von Maslach &amp;amp; Leiter (1997) weiter entwickelt, indem sie annehmen, dass Stress durch eine Reihe von ''Ungleichgewichten'' oder ''Fehlanpassungen'' zwischen Arbeitsanforderungen und im Prozess verfügbaren Ressourcen verursacht wird, die, wenn sie längere Zeit fortbestehen, zu physischer und emotionaler Erschöpfung und reservierter Indifferenz führen. Dabei nehmen sie vor allem Ungleichgewichte hinsichtlich des Verhältnisses von Anforderungen und Ressourcen, Mangel an Autonomie, unzureichender Anerkennung, unfairer Behandlung, Verlust an sozialer Unterstützung oder Konflikten zwischen individuellen und organisationalen Werten in den Blick. So betrachten sie nicht nur die Bedürfnisse und Ressourcen der Arbeitspersonen, sondern beziehen auch Bedingungen der Arbeitsumgebung mit ein.&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
Diese erweiterten Modellvorstellungen, so plausibel sie erscheinen, leiden indes daran, dass sie die relationale Natur von Ressourcen noch nicht ausreichend in Betracht ziehen. Ob etwas in einer Arbeitssituation als Ressource genutzt werden kann oder nicht, hängt stets von den besonderen Gegebenheiten und Kontextbedingungen der Arbeitssituation ab und kann nicht ''per se'' und unabhängig als Ressource bestimmt werden. So wird etwa Autonomie nur dann zu einer wirksamen Ressource, wenn aufgabenangemessene Arbeitsmittel und -methoden tatsächlich zur Verfügung stehen (was, wie gleich zu sehen ist, oft nicht der Fall ist). Insbesondere die Analyse, Gestaltung und Bewertung von Kopfarbeit erfordern, da diese wie gezeigt ihrer Natur nach in hohem Maße prozess- und kontextabhängig ist, die relationale Betrachtung von Anforderungen und Ressourcen. Dies leistet das Konzept der widersprüchlichen Arbeitsanforderungen (Moldaschl 2005), demzufolge psychische Belastungen und Stressreaktionen durch spezifische Widersprüche oder Ungleichgewichte zwischen gegebenen Arbeitsanforderungen, tatsächlich verfügbaren Ressourcen und etablierten Routinen hervorgerufen werden. In dieser relationalen Perspektive werden Ressourcen als wirksame Mittel betrachtet, die von Arbeitspersonen tatsächlich aktiviert und genutzt werden können, um ihre Aufgabe zu bewältigen. Ressourcen können dabei nur im Gebrauch bestimmt werden: Ob etwas als Ressource genutzt werden kann, hängt also von den jeweils besonderen Kontextbedingungen ab, unter denen die Arbeit ausgeführt wird. &amp;lt;BR&amp;gt;&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
(4) Mittels des Konzepts der widersprüchlichen Arbeitsanforderungen wurden vom Institut Arbeit und Technik psychische Belastungen der Projektarbeit in einer Reihe von Projekten der IT-Entwicklung und -Beratung untersucht. In dieser Untersuchung, deren Ergebnisse hier kurz resümiert werden, konnten so fünf Typen von Widersprüchen oder Ungleichgewichten identifiziert werden (die nachstehend jeweils mit Beispielen unterlegt sind; vgl. Gerlmaier 2006):&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:Abbildung1.jpg|Abbildung1]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Abb. 1: Modell widersprüchlicher Arbeitsanforderungen&lt;br /&gt;
1. Widersprüche zwischen Aufgaben und Ausführungsbedingungen&lt;br /&gt;
Kooperationsdilemma: Ein Mitarbeiter soll mit Kollegen aus einem anderen Projekt zur Abstimmung einer Schnittstelle kooperieren. Er hat jedoch zeitlich, räumlich oder technisch nur unzureichende Kommunikationschancen.&lt;br /&gt;
Ausstattungsdilemma: Ein Programmierer soll ein Programmmodul erstellen, ihm werden jedoch nicht die notwendigen Hard- oder Softwareteile bereitgestellt.&lt;br /&gt;
Schnittstellendilemma: Ein Entwickler muss zum Testen seiner Software auf organisationsexterne Ressourcen (Server, Daten) zugreifen. Er hat bei Störungen aber keinen Einfluss auf deren Beseitigung.&lt;br /&gt;
2. Widersprüche zwischen Aufgaben und Aneignungsbedingungen (Lernbehinderun-gen)&lt;br /&gt;
Informationsdilemma: Ein Mitarbeiter soll sich in ein neues Arbeitsfeld einarbeiten. Ihm werden jedoch keine entsprechenden Dokumente oder Informationen zur Verfügung gestellt.&lt;br /&gt;
Kompetenzdilemma: Laut einer Kundenspezifikation soll ein Programmierer die Entwicklung eines Moduls mit einer neuen Programmiersprache durchführen. Aufgrund von Zeitdruck im Projekt wird ihm eine entsprechende Schulung jedoch verwehrt.&lt;br /&gt;
Erfahrbarkeitsdilemma: Durch die Kapselung technischer Einrichtungen oder aufgrund von räumlicher Distanz sind einem Arbeitenden wesentliche Teile sinnlicher Rückmeldung verschlossen. Hierdurch wird der Aufbau von Erfahrungen bzw. die Bildung angemessener Repräsentationen erschwert. &lt;br /&gt;
3. Widersprüche zwischen Aufgabenzielen&lt;br /&gt;
Auslastungsdilemma: Zur Aufgabe eines Programmierers gehören verschiedene Funktionen, z. B. Programmierung und Vermarktung des Produktes. Da er mit der Erfüllung einer Funktion voll ausgelastet ist, kann er eine andere Funktion nicht erfüllen.&lt;br /&gt;
Mengen-/Qualitätsdilemma: Ein Entwickler soll das Null-Fehler-Prinzip verfolgen, weil Integrationstests aus Kostengründen abgeschafft wurden. Der Termindruck bei der Erstellung des Moduls ermöglicht es ihm jedoch nicht, ausreichende Tests durchzuführen.&lt;br /&gt;
Grenzstellendilemma: Ein Mitarbeiter soll die Wünsche des Kunden erfüllen, dessen Anforderungen dürfen aber keine Mehrkosten verursachen.&lt;br /&gt;
4. Widersprüche zwischen Aufgabenzielen und subjektbezogene Zielen/Normen&lt;br /&gt;
Gruppennormdilemma: Ein Mitarbeiter hat hinsichtlich der Qualität seiner Arbeit hohe Ansprüche. Im Team wird von ihm erwartet, seine Qualitätsstandards zu senken und seine Aufgabe termingerecht zu erledigen. Andernfalls erhält das Team keine Sondergratifikation.&lt;br /&gt;
5. Widersprüche zwischen Aufgabenzielen und subjektbezogenem sozialem Kontext&lt;br /&gt;
Extrarollendilemma: Ein Mitarbeiter muss kurzfristig Überstunden machen, um einen wichtigen Auftrag termingerecht erledigen zu können. Er hat aber gleichzeitig die familiäre Aufgabe, seinen Sohn rechtzeitig vom Kindergarten abzuholen.&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:Abbildung2.jpg|Abbildung2]]&amp;lt;BR&amp;gt; &lt;br /&gt;
Abb. 2: Stressreaktionen bei Beschäftigten in IT-Projekten im Vergleich zum Beschäftigten-Durchschnitt&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
Als Folge derartiger Widersprüche und Ungleichgewichte in der praktizierten Projektarbeit haben sich, wie die vorstehende Grafik (Abb. 2) ausweist, bei den untersuchten Teammitgliedern im Vergleich zu Beschäftigten aus einer repräsentativen Stichprobe mit sonst üblichen Arbeitsverhältnissen deutlich höhere Stressreaktionen ergeben (Brödner 2009).&lt;br /&gt;
(5) Aus Untersuchungen wie dieser kann eine Reihe von Schlussfolgerungen zur praktischen Verbesserung der Lage der Kopfarbeiter in IT-Projekten gewonnen werden. Zunächst ist festzuhalten, dass es infolge der entgrenzten Natur dieser Art Arbeit kaum möglich ist, einzelne Stressfaktoren ein- für allemal zu reduzieren; vielmehr muss man sich anstelle von Strukturverbesserungen um eine Prozessgestaltung und ein Projektmanagement mit Regeln bemühen, unter denen mit Methoden reflexiver Arbeitsgestaltung fortlaufend für die kontextabhängige dynamische Balance von Anforderungen und Ressourcen, mithin für die Aufrechterhaltung von Gesundheit und Leistung zugleich, gesorgt wird. Wirksame Maßnahmen dafür müssen auf zwei Ebenen ansetzen: bei der Aushandlung der äußeren Bedingungen der Projektdurchführung einerseits und bei den individuellen Bewältigungsstrategien und -fähigkeiten andererseits. Während letzteres etwa durch regelmäßiges Coaching angegangen werden kann, erfordert ersteres tief greifende Veränderungen im Projektmanagement in Richtung auf ein partizipativ und zyklisch-evolutionär angelegtes Projektdesign, das wiederkehrende Reflexionsschleifen zur realistischen Einschätzung von Anforderungen, Ressourcen, Belastungen und Risiken vorsieht. Insbesondere gilt es dabei die häufigen ressourcenzehrenden ad-hoc-Reaktionen auf Kundenwünsche zu unterbinden (ohne sie zu ignorieren), angemessene Prioritäten zu setzen und eine bessere Fortschrittskontrolle zu etablieren. Dabei können auch häufig bereits existierende Schemata kontinuierlicher Verbesserung oder von Gesundheitszirkeln genutzt werden. Darüber hinaus gilt es die häufig anzutreffende Praxis, dass Teammitglieder an mehreren Projekten zugleich arbeiten, möglichst zu vermeiden, da aus ihr besonders hohe Belastungen erwachsen. Schließlich sind regelmäßig hinreichende Erholungszeiten für hoch belastete Teammitglieder vorzusehen (viele Beobachtungen aus dem Projektverlauf deuten darauf hin: spätestens nach 8 Wochen).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anregungen zum Vorgehen in der Arbeitsgruppe:&lt;br /&gt;
•	Zu Beginn der Arbeit in der Gruppe mag es hilfreich sein, zunächst einmal eigene Erlebnisse und Erfahrungen mit hoch belasteter Kopfarbeit (in und außerhalb von Projekten) zu sammeln und nach Gemeinsamkeiten, Unterschieden oder Widersprüchen zu suchen.&lt;br /&gt;
•	Ein besonderes Merkmal qualifizierter Kopfarbeit scheint ja zu sein, dass sie selbst oft (trotz aller Belastung) positiv als Herausforderung erlebt wird. So mag das Selbstverständnis selber noch die gesundheitlichen Risiken der Kopfarbeit zu verschärfen. Warum macht die so geliebte Arbeit krank?&lt;br /&gt;
•	Zum Ende hin wäre sicherlich wünschenswert zusammenzutragen, was gegen die gesundheitlichen Risiken qualifizierter Kopfarbeit praktisch wirksam getan werden kann. Dabei wären die möglichen verschiedenen Handlungsebenen – individuelle Bewältigungskompetenz, soziale Beziehungen, Projektorganisation und -management – zu betrachten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Quellennachweise:&lt;br /&gt;
Brödner, P., 2008: Wissen als Management-Fetisch, FifF-Kommunikation 1/2008, 29-33&lt;br /&gt;
Brödner, P., 2009: Sustainability in Knowledge-Based Companies, in: Docherty, P.; Kira, M. &amp;amp; Shani, A.B. (eds.): Creating Sustainable Work Systems, London New York: Routledge, 53-69&lt;br /&gt;
Dostal, W., 1995: Die Informatisierung der Arbeitswelt: Multimedia, offene Arbeitsformen und Telearbeit,  Mitt. der Arbeitsmarkt- und Berufsforschung 4/1995, 527-543&lt;br /&gt;
Drucker, P.F., 1993: Post-Capitalist Society, New York: Harper Collins&lt;br /&gt;
Gerlmaier, A., 2006: Nachhaltige Arbeitsgestaltung in der Wissensökonomie, in: Lehndorff, S. (Hg.): Das Politische in der Arbeitspolitik, Berlin: edition sigma, 71-98&lt;br /&gt;
Karasek, R., 1998: Demand/Control Model: A Social, Emotional, and Psychological Approach to Stress Risk and Active Behavior Development, in: Stellman J.M. (ed.): Encyclopaedia of Occupational Health and Safety, &lt;br /&gt;
4. Edition, Geneva: ILO, 34.6-34.14&lt;br /&gt;
Karasek, R. &amp;amp; Theorell, T., 1990: Healthy Work. Stress, Productivity, and the Reconstruction of Working Life, New York: Basic Books&lt;br /&gt;
Maslach, C. &amp;amp; Leiter, M.P., 1997: The Truth about Burnout. How Organizations Cause Personal Stress and What to Do about It, San Francisco: Jossey-Bass&lt;br /&gt;
Moldaschl, M. (ed.), 2005: Immaterielle Ressourcen. Nachhaltigkeit von Unternehmensführung und Arbeit I, München: Hampp&lt;br /&gt;
Reich, R.B., 1993: Die neue Weltwirtschaft. Das Ende der nationalen Ökonomie, Frankfurt/M: Ullstein&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>HD</name></author>
		
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		<updated>2009-05-10T10:26:53Z</updated>

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&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&lt;/div&gt;</summary>
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&lt;hr /&gt;
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		<author><name>HD</name></author>
		
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		<title>Moderatorenpapier</title>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;HD: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;== Psychische Belastungen im Umgang mit IT (Burnout) ==&lt;br /&gt;
'''Ein Moderatorenpapier von Peter Brödner und Dietmar Hennig'''&lt;br /&gt;
&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(1) Psychische Erkrankungen – das sind insbesondere Schlafstörungen, psychosomatische Störungen, Depressionen oder dauerhafte Erschöpfungszustände (Burnout) – infolge arbeitsbedingter Belastungen mehren sich in besorgniserregendem Maße. Beispielsweise ergibt sich aus Daten des Verbands deutscher Rentenversicherer, dass arbeitsbedingte psychische Erkrankungen in den letzten beiden Dekaden des vorigen Jahrhunderts die Herz-Kreislauf-Erkrankungen als häufigste Ursachen von Frühverrentung abgelöst haben: Im Jahre 1999 machten sie bei Männern 19%, bei Frauen sogar 32% aller Fälle aus. Auch nach dem BKK-Bericht 2007 nehmen psychische Erkrankungen rasch zu (um 17% von 2001 bis 2006) und machen im Jahre 2006 bereits 9% aller Krankentage aus. Und nach dem neuesten DAK-Gesundheitsreport haben psychische Erkrankungen im Jahr 2008 einen Anteil von 10,6 % am gesamten Gesamtkrankenstand und stehen damit an vierter Stelle der wichtigsten Krankheitsarten. Ihr Anteil am Gesamtkrankenstand ist im Vergleich zum Vorjahr um rund 4 % gestiegen (2007: 10,2 %). Auch der Gebrauch von Psycho- und Neuro- Pharmaka zur Steigerung der Leistungsfähigkeit am Arbeitsplatz (sog. Gehirn-Doping) nimmt Befragungen zufolge deutlich zu. Diese wenigen Daten mögen genügen, um die rasch wachsende Bedeutung arbeitsbedingter psychischer Erkrankungen zu belegen.&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
Offenbar behandelt das Management seine Kopfarbeiter doch nicht mit der eigentlich gebotenen Sorgfalt, konträr zu seinem beständigen Mantra, dass „Humankapital seine wichtigste Ressource“ sei. Zu fragen ist nun zunächst nach den Gründen für diese doch ziemlich dramatische Entwicklung.&amp;lt;BR&amp;gt;&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
(2) Die Arbeitswelt unterlag in den letzten fünf Dekaden erheblichen qualitativen und quantitativen Veränderungen. Insbesondere haben Kopfarbeit und informationsverarbeitende Tätigkeiten eine enorme Ausdehnung erfahren. Reich (1993) schätzt den Anteil der Kopfarbeiter („knowledge worker“ (Drucker 1993) bzw. „symbol analysts“ (Reich 1993)) an der Gesamtzahl der Beschäftigten in den USA auf mindestens 20% Ende der achtziger Jahre. Der Anteil der Beschäftigten mit „überwiegend informationsverarbeitenden Tätigkeiten“ wird in Deutschland zu Beginn der neunziger Jahre sogar auf 50% beziffert (Dostal 1995). Seitdem haben diese Anteile tendenziell weiter zugenommen. Sie sind – neben vielen anderen Indikatoren – äußerer Ausdruck des Übergangs von der Industrie- zur Wissensgesellschaft („knowledge-based economy“). &amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
Kopfarbeit tritt systematisch mit der technischen Entwicklung, vor allem aber mit Arbeitsteilung und Kooperation in Erscheinung, die es erforderlich machen, dass Arbeitsprozesse und ihre Komponenten im einzelnen analysiert, genau verstanden und zu einem sinnvollen Ganzen gefügt, um sie im Detail planen, gestalten und koordinieren zu können. Kopfarbeit ist daher Analyse, Modellierung, Planung, Leitung und Kontrolle anderer Arbeit; ihrer Funktion entsprechend ist sie gesellschaftliche Natur. Um sich in großem Stile zu entfalten, ist sie auf fortwährende Begriffsbildung, die Explikation von Können und Erfahrung als Wissen, weiter auf Semiotisierung, den Gebrauch von Zeichen zur Kodifizierung des Wissens, und schließlich auf die Aneignung kodifizierten Wissens als erweitertes Können für Anwendung und Gebrauch voraus. Dabei wachsen Können und Wissen wie ein Baum, durch Differenzierung und Verzweigung.&amp;lt;BR&amp;gt; Kopfarbeit lässt sich so durch vier wesentliche Aufgaben kennzeichnen: &amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
• für Problemlösungen benötigtes, aber meist zerstreutes Wissen aufzufinden,&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
• die Anwendbarkeit von Wissen auf praktische Probleme zu prüfen,&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
• unterschiedliche relevante Wissensbereiche miteinander zu vermitteln,&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
• Wissen für die Anwendung zu rekontextualisieren. &amp;lt;BR&amp;gt;&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
Für Kopfarbeit benötigte besondere Fähigkeiten sind dementsprechend Abstrahieren, Modellieren, Systemdenken, Experimentieren und Explorieren, Kooperation und Kommunikation, allesamt dem inkorporierten, damit personengebundenen Können zuzurechnende, kreative Fähigkeiten (Brödner 2008).&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
Diese Kennzeichen von Kopfarbeit haben weit reichende Konsequenzen im Hinblick auf Arbeitsanforderungen: Erstens wird in einer wissensbasierten Wirtschaft Innovation – also die erfolgreiche Einführung und Verwertung neuer Produkte, neuer Prozesse oder neuer institutioneller Arrangements – zur vorherrschenden Form des Wettbewerbs; Wettbewerb funktioniert als „Entdeckungsverfahren“. Infolgedessen müssen Unternehmen ebenso wie Kopfarbeiter stets neue Situationen und mit ihnen Überraschungen und Unsicherheiten zu bewältigen imstande sein. Zweitens erfordert dies fortlaufend problemlösende Tätigkeiten, die auf inkorporiertem Können und persönlicher Expertise beruhen (diese aber auch zu weiterer Entwicklung anregen). Folglich bilden problemlösende Handlungskompetenz und Könnerschaft die wichtigsten, für den Wettbewerb unverzichtbaren Ressourcen, die es fortlaufend zu entwickeln gilt. Infolge wachsender Spezialisierung erfordern innovative und problemlösende Tätigkeiten drittens die Zusammenführung verschiedener Wissensdomänen, mithin die Zusammenarbeit von Experten aus unterschiedlichen Feldern; daher auch die rasch wachsende Bedeutung von Projektarbeit in multifunktionalen Teams. Viertens sind Ergebnis und Verlauf von Projekten – weil Kopfarbeit grundsätzlich von Unsicherheit und Überraschung geprägt ist – stets kontextabhängig und unvorhersehbar und können mithin weder im voraus geplant noch im einzelnen vorgeschrieben und überwacht werden. In diesem Sinne ist Kopfarbeit „entgrenzt“ hinsichtlich Verlauf, Ergebnis und Aufwand und erfordert neue Formen sog. „indirekter“ oder „Kontext-Steuerung“.&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der entgrenzte Charakter von Kopfarbeit ist auch die eigentliche Ursache ihrer Intensität, ihrer oft ausufernden Arbeitszeiten und ihrer hohen psychischen Belastungen: Arbeit wird, nicht zuletzt auch aufgrund von IT-Systemen und Internet als neuen Arbeitsmitteln und Medien der Kooperation, zunehmend ortsungebunden und zeitflexibel ausgeübt in Gestalt problemlösender Projektarbeit voller Unsicherheiten. So wie sich der Zugang zu Informationen vergrößert und Wahlmöglichkeiten sich ständig erweitern, unterliegen Beschäftigte zugleich auch wachsenden Anforderungen wie dem Umgang mit Unsicherheit, Wettbewerb und Termindruck. Damit hängt die berufliche Leistungsfähigkeit in der modernen Arbeitswelt nicht mehr nur von den körperlichen, sondern sehr entscheidend auch von den kognitiven und psychischen Ressourcen ab. Wichtige Ressourcen sind etwa schnelle Auffassungsgabe, gutes Erinnerungsvermögen, lebhafte Kreativität und fokussierte Aufmerksamkeit neben Ausdauer und Stressresistenz. Dabei werden nicht nur neue konkrete Anforderungen, sondern auch implizite Normen und Wunschbilder wirksam: Schlauer, schneller, effektiver zu sein als andere.&amp;lt;BR&amp;gt; &lt;br /&gt;
Mit ihren zumeist komplexen und herausfordernden Arbeitsaufgaben sowie ihren großen Handlungs- und Entscheidungsspielräumen galt Kopfarbeit lange als privilegiert. Gleichwohl zeigt sie oft hohe psychische Belastungen und erweist sich gesundheitlich als wenig nachhaltig. Das stellt auch die Arbeitswissenschaft vor neue Herausforderungen, denen nun nachzugehen ist.&amp;lt;BR&amp;gt;&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
(3) Das in der Stressforschung lange weithin akzeptierte sog. ''„Demand-Control-Modell“'' (Karasek 1998; Karasek &amp;amp; Theorell 1990) betont die wichtige Funktion, die dem Grad der Autonomie im Arbeitsprozess für das Wohlergehen und die Persönlichkeitsentwicklung zukommt. Diesem Modell zufolge wird der Zusammenhang von psychischen Belastungen und Stressreaktionen im wesentlichen von zwei Faktoren beeinflusst: von Arbeitsanforderungen wie Komplexität der Aufgabe oder Zeitdruck einerseits und vom Ausmaß, zu dem der Arbeitsprozess tatsächlich durch die Arbeitsperson gesteuert werden kann, andererseits. Dabei die Autonomie in erster Linie moderierenden Charakter: Hohe Anforderungen mögen weniger Stress hervorrufen, wenn die Arbeitsperson den Prozess, d.h. Arbeitsmittel, -methoden und Vorgehen zur Bewältigung der Aufgabe, zu wählen bzw. zu beeinflussen in der Lage ist. So können auch hohe Anforderungen in Verbindung mit hinreichender Autonomie zu Wohlbefinden und persönlicher Entwicklung führen, indem sie Lernprozesse ermöglichen.&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
Diese Modellvorstellung einer Balance von Anforderungen und Steuerungsautonomie wurde von Maslach &amp;amp; Leiter (1997) weiter entwickelt, indem sie annehmen, dass Stress durch eine Reihe von ''Ungleichgewichten'' oder ''Fehlanpassungen'' zwischen Arbeitsanforderungen und im Prozess verfügbaren Ressourcen verursacht wird, die, wenn sie längere Zeit fortbestehen, zu physischer und emotionaler Erschöpfung und reservierter Indifferenz führen. Dabei nehmen sie vor allem Ungleichgewichte hinsichtlich des Verhältnisses von Anforderungen und Ressourcen, Mangel an Autonomie, unzureichender Anerkennung, unfairer Behandlung, Verlust an sozialer Unterstützung oder Konflikten zwischen individuellen und organisationalen Werten in den Blick. So betrachten sie nicht nur die Bedürfnisse und Ressourcen der Arbeitspersonen, sondern beziehen auch Bedingungen der Arbeitsumgebung mit ein.&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
Diese erweiterten Modellvorstellungen, so plausibel sie erscheinen, leiden indes daran, dass sie die relationale Natur von Ressourcen noch nicht ausreichend in Betracht ziehen. Ob etwas in einer Arbeitssituation als Ressource genutzt werden kann oder nicht, hängt stets von den besonderen Gegebenheiten und Kontextbedingungen der Arbeitssituation ab und kann nicht ''per se'' und unabhängig als Ressource bestimmt werden. So wird etwa Autonomie nur dann zu einer wirksamen Ressource, wenn aufgabenangemessene Arbeitsmittel und -methoden tatsächlich zur Verfügung stehen (was, wie gleich zu sehen ist, oft nicht der Fall ist). Insbesondere die Analyse, Gestaltung und Bewertung von Kopfarbeit erfordern, da diese wie gezeigt ihrer Natur nach in hohem Maße prozess- und kontextabhängig ist, die relationale Betrachtung von Anforderungen und Ressourcen. Dies leistet das Konzept der widersprüchlichen Arbeitsanforderungen (Moldaschl 2005), demzufolge psychische Belastungen und Stressreaktionen durch spezifische Widersprüche oder Ungleichgewichte zwischen gegebenen Arbeitsanforderungen, tatsächlich verfügbaren Ressourcen und etablierten Routinen hervorgerufen werden. In dieser relationalen Perspektive werden Ressourcen als wirksame Mittel betrachtet, die von Arbeitspersonen tatsächlich aktiviert und genutzt werden können, um ihre Aufgabe zu bewältigen. Ressourcen können dabei nur im Gebrauch bestimmt werden: Ob etwas als Ressource genutzt werden kann, hängt also von den jeweils besonderen Kontextbedingungen ab, unter denen die Arbeit ausgeführt wird. &amp;lt;BR&amp;gt;&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
(4) Mittels des Konzepts der widersprüchlichen Arbeitsanforderungen wurden vom Institut Arbeit und Technik psychische Belastungen der Projektarbeit in einer Reihe von Projekten der IT-Entwicklung und -Beratung untersucht. In dieser Untersuchung, deren Ergebnisse hier kurz resümiert werden, konnten so fünf Typen von Widersprüchen oder Ungleichgewichten identifiziert werden (die nachstehend jeweils mit Beispielen unterlegt sind; vgl. Gerlmaier 2006):&amp;lt;BR&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:Abbildung1.jpg|Abbildung1]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Abb. 1: Modell widersprüchlicher Arbeitsanforderungen&lt;br /&gt;
1. Widersprüche zwischen Aufgaben und Ausführungsbedingungen&lt;br /&gt;
Kooperationsdilemma: Ein Mitarbeiter soll mit Kollegen aus einem anderen Projekt zur Abstimmung einer Schnittstelle kooperieren. Er hat jedoch zeitlich, räumlich oder technisch nur unzureichende Kommunikationschancen.&lt;br /&gt;
Ausstattungsdilemma: Ein Programmierer soll ein Programmmodul erstellen, ihm werden jedoch nicht die notwendigen Hard- oder Softwareteile bereitgestellt.&lt;br /&gt;
Schnittstellendilemma: Ein Entwickler muss zum Testen seiner Software auf organisationsexterne Ressourcen (Server, Daten) zugreifen. Er hat bei Störungen aber keinen Einfluss auf deren Beseitigung.&lt;br /&gt;
2. Widersprüche zwischen Aufgaben und Aneignungsbedingungen (Lernbehinderun-gen)&lt;br /&gt;
Informationsdilemma: Ein Mitarbeiter soll sich in ein neues Arbeitsfeld einarbeiten. Ihm werden jedoch keine entsprechenden Dokumente oder Informationen zur Verfügung gestellt.&lt;br /&gt;
Kompetenzdilemma: Laut einer Kundenspezifikation soll ein Programmierer die Entwicklung eines Moduls mit einer neuen Programmiersprache durchführen. Aufgrund von Zeitdruck im Projekt wird ihm eine entsprechende Schulung jedoch verwehrt.&lt;br /&gt;
Erfahrbarkeitsdilemma: Durch die Kapselung technischer Einrichtungen oder aufgrund von räumlicher Distanz sind einem Arbeitenden wesentliche Teile sinnlicher Rückmeldung verschlossen. Hierdurch wird der Aufbau von Erfahrungen bzw. die Bildung angemessener Repräsentationen erschwert. &lt;br /&gt;
3. Widersprüche zwischen Aufgabenzielen&lt;br /&gt;
Auslastungsdilemma: Zur Aufgabe eines Programmierers gehören verschiedene Funktionen, z. B. Programmierung und Vermarktung des Produktes. Da er mit der Erfüllung einer Funktion voll ausgelastet ist, kann er eine andere Funktion nicht erfüllen.&lt;br /&gt;
Mengen-/Qualitätsdilemma: Ein Entwickler soll das Null-Fehler-Prinzip verfolgen, weil Integrationstests aus Kostengründen abgeschafft wurden. Der Termindruck bei der Erstellung des Moduls ermöglicht es ihm jedoch nicht, ausreichende Tests durchzuführen.&lt;br /&gt;
Grenzstellendilemma: Ein Mitarbeiter soll die Wünsche des Kunden erfüllen, dessen Anforderungen dürfen aber keine Mehrkosten verursachen.&lt;br /&gt;
4. Widersprüche zwischen Aufgabenzielen und subjektbezogene Zielen/Normen&lt;br /&gt;
Gruppennormdilemma: Ein Mitarbeiter hat hinsichtlich der Qualität seiner Arbeit hohe Ansprüche. Im Team wird von ihm erwartet, seine Qualitätsstandards zu senken und seine Aufgabe termingerecht zu erledigen. Andernfalls erhält das Team keine Sondergratifikation.&lt;br /&gt;
5. Widersprüche zwischen Aufgabenzielen und subjektbezogenem sozialem Kontext&lt;br /&gt;
Extrarollendilemma: Ein Mitarbeiter muss kurzfristig Überstunden machen, um einen wichtigen Auftrag termingerecht erledigen zu können. Er hat aber gleichzeitig die familiäre Aufgabe, seinen Sohn rechtzeitig vom Kindergarten abzuholen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Abb. 2: Stressreaktionen bei Beschäftigten in IT-Projekten im Vergleich zum Beschäftigten-Durchschnitt&lt;br /&gt;
Als Folge derartiger Widersprüche und Ungleichgewichte in der praktizierten Projektarbeit haben sich, wie die vorstehende Grafik (Abb. 2) ausweist, bei den untersuchten Teammitgliedern im Vergleich zu Beschäftigten aus einer repräsentativen Stichprobe mit sonst üblichen Arbeitsverhältnissen deutlich höhere Stressreaktionen ergeben (Brödner 2009).&lt;br /&gt;
(5) Aus Untersuchungen wie dieser kann eine Reihe von Schlussfolgerungen zur praktischen Verbesserung der Lage der Kopfarbeiter in IT-Projekten gewonnen werden. Zunächst ist festzuhalten, dass es infolge der entgrenzten Natur dieser Art Arbeit kaum möglich ist, einzelne Stressfaktoren ein- für allemal zu reduzieren; vielmehr muss man sich anstelle von Strukturverbesserungen um eine Prozessgestaltung und ein Projektmanagement mit Regeln bemühen, unter denen mit Methoden reflexiver Arbeitsgestaltung fortlaufend für die kontextabhängige dynamische Balance von Anforderungen und Ressourcen, mithin für die Aufrechterhaltung von Gesundheit und Leistung zugleich, gesorgt wird. Wirksame Maßnahmen dafür müssen auf zwei Ebenen ansetzen: bei der Aushandlung der äußeren Bedingungen der Projektdurchführung einerseits und bei den individuellen Bewältigungsstrategien und -fähigkeiten andererseits. Während letzteres etwa durch regelmäßiges Coaching angegangen werden kann, erfordert ersteres tief greifende Veränderungen im Projektmanagement in Richtung auf ein partizipativ und zyklisch-evolutionär angelegtes Projektdesign, das wiederkehrende Reflexionsschleifen zur realistischen Einschätzung von Anforderungen, Ressourcen, Belastungen und Risiken vorsieht. Insbesondere gilt es dabei die häufigen ressourcenzehrenden ad-hoc-Reaktionen auf Kundenwünsche zu unterbinden (ohne sie zu ignorieren), angemessene Prioritäten zu setzen und eine bessere Fortschrittskontrolle zu etablieren. Dabei können auch häufig bereits existierende Schemata kontinuierlicher Verbesserung oder von Gesundheitszirkeln genutzt werden. Darüber hinaus gilt es die häufig anzutreffende Praxis, dass Teammitglieder an mehreren Projekten zugleich arbeiten, möglichst zu vermeiden, da aus ihr besonders hohe Belastungen erwachsen. Schließlich sind regelmäßig hinreichende Erholungszeiten für hoch belastete Teammitglieder vorzusehen (viele Beobachtungen aus dem Projektverlauf deuten darauf hin: spätestens nach 8 Wochen).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anregungen zum Vorgehen in der Arbeitsgruppe:&lt;br /&gt;
•	Zu Beginn der Arbeit in der Gruppe mag es hilfreich sein, zunächst einmal eigene Erlebnisse und Erfahrungen mit hoch belasteter Kopfarbeit (in und außerhalb von Projekten) zu sammeln und nach Gemeinsamkeiten, Unterschieden oder Widersprüchen zu suchen.&lt;br /&gt;
•	Ein besonderes Merkmal qualifizierter Kopfarbeit scheint ja zu sein, dass sie selbst oft (trotz aller Belastung) positiv als Herausforderung erlebt wird. So mag das Selbstverständnis selber noch die gesundheitlichen Risiken der Kopfarbeit zu verschärfen. Warum macht die so geliebte Arbeit krank?&lt;br /&gt;
•	Zum Ende hin wäre sicherlich wünschenswert zusammenzutragen, was gegen die gesundheitlichen Risiken qualifizierter Kopfarbeit praktisch wirksam getan werden kann. Dabei wären die möglichen verschiedenen Handlungsebenen – individuelle Bewältigungskompetenz, soziale Beziehungen, Projektorganisation und -management – zu betrachten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Quellennachweise:&lt;br /&gt;
Brödner, P., 2008: Wissen als Management-Fetisch, FifF-Kommunikation 1/2008, 29-33&lt;br /&gt;
Brödner, P., 2009: Sustainability in Knowledge-Based Companies, in: Docherty, P.; Kira, M. &amp;amp; Shani, A.B. (eds.): Creating Sustainable Work Systems, London New York: Routledge, 53-69&lt;br /&gt;
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		<author><name>HD</name></author>
		
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