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Als Sollwert bezeichne ich den Eigenwert eines Systems.

Wenn ich meine thermostatengeregelte Heizung unter den Gesichtspunkten eines konstruierenden Beobachters betrachte, werde ich die eingestellte Raumtemperatur als Eigenwert des Automaten sehen und die Signale, die vom Temperaturfühler über den Thermostaten zur Heizung fliessen, werde ich als Feedback und mithin als Teil der Funktionsweise auffassen.

Funktional gesehen wird mit dem Sollwert die Raumtemperatur gesteuert. Konstruktiv gesehen hat der Regelkreis - wenn er entsprechend eingestellt ist - einen Eigenwert von 20° C, den Sollwert sieht man als Anzeige des Eigenwertes. Wenn ich die Körpertemperatur messe, lese ich - in einem analogen Sinn - den Temperatur-Sollwert meines Körpers. Wenn ich Fieber habe, ist der "Soll"wert höher als sonst. Da ich nicht gerne Fieber habe, sage ich, dass ich den Ist-Wert messe, und dass dieser vom Sollwert abweicht. Dabei ist aber von einem andern "Sollwert" die Rede, der vom System gerade nicht angestrebt wird - oder vom Sollwert eines andern Systems: im ersten Fall ist vom Körper die Rede, der den Sollwert "Fieber" hat, im zweiten Fall ist vom Besitzer des Körpers die Rede, der das Fieber als Abweichung erlebt.


 
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