MMK 2019 AG2 Bericht: Unterschied zwischen den Versionen

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(Pressemitteilung zuhanden das IATs)
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Ich werde zunächst ein paar Aspekte unserer Kybernetik-Diskussion erläutern und nachher auf unsere pädagogischen Perspektiven eingehen:
 
Ich werde zunächst ein paar Aspekte unserer Kybernetik-Diskussion erläutern und nachher auf unsere pädagogischen Perspektiven eingehen:
  
Kybernetik
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<b>Kybernetik</b>
  
Daran .... woran .. erkenne ich, dass wir mit Kybernetik vor allem eine Art Modellieren "gemeint" haben. In der Diskussion war oft von Regelkreisschemata die Rede, oder differenzierter von Schemta und von Regelkreisen. Ein grosses Problem hatten wir mit der Unterscheidung Modell und Modellabbildung. Gunter beharrte - bis hin in seine Vorstellung unserer AG-Resultate - darauf, dass Kybernetik ein Darstellungsschema sei, dass er überdies leicht durch andere Darstellungen ersetzen könne. In der Präsentation der Resultate bewirkte das Aussagen wie, Kybernetik sei eine Sprache. Diesbezüglich sind unsere Ansichten meilenweit auseinandergegangen. Für mich ist Kybernetik Technik, also etwas völlig anderes als Sprache oder Schemata.
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Anhand unserer pädagogischen Überlegungen erkannte ich (quasi rückwirkend), dass wir mit Kybernetik vor allem eine Art Modellieren "gemeint" haben. In der Diskussion war oft von Regelkreisschemata die Rede, oder differenzierter von Schemta und von Regelkreisen. Ein grosses Problem hatten wir mit der Unterscheidung Modell und Modellabbildung. Gunter beharrte - bis hin in seine Vorstellung unserer AG-Resultate - darauf, dass Kybernetik ein Darstellungsschema sei, dass er überdies leicht durch andere Darstellungen ersetzen könne. In der Präsentation der Resultate bewirkte das Aussagen wie, Kybernetik sei eine Sprache. Diesbezüglich sind unsere Ansichten aber meilenweit auseinandergegangen. Für mich ist Kybernetik Technik, also etwas völlig anderes als Sprache oder Schemata.
  
Hintergrund solcher Diskussionen sind, dass in der Technik generell, aber in der Informatik ganz speziell jenseits begrifflicher Kategorien gesprochen wird, weil ja immer ein Referenzobjekt, also ein konkrete Maschine entscheidet, was wie zu verstehen ist. Auch bekannte Kybernetiker bezeichnen die Kybernetik - geschwätzig - als Wissenschaft, ohne zu sagen, was sie damit als Wissenschaft bezeichnen.
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Hintergrund solcher Interpretationsvariationen ist wohl, dass in der Technik generell, aber in der Informatik ganz speziell jenseits begrifflicher Kategorien gesprochen wird, weil ja immer ein Referenzobjekt, also ein konkrete Maschine entscheidet, was wie zu verstehen ist. Auch bekannte Kybernetiker bezeichnen die Kybernetik - geschwätzig - als Wissenschaft, ohne zu sagen, was sie damit als Wissenschaft bezeichnen. Sie würden wohl in diesem begriffslosen Sinn auch Technik als Wissenschaft von irgendetwas bezeichnen.
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Es wäre wie wenn man Techn-ik als Wissenschaft von xy bezeichnen würde ...
 

Version vom 21. November 2019, 10:16 Uhr

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Berichte und Ergebnisse der AG2

Pressemitteilung zuhanden das IATs

Kybernetik als eine Möglichkeit, Systeme zu beschreiben

Obwohl in den 50er und 60er Jahren Kybernetik in der wissenschaftlichen (politischen) Diskussion eine große Rolle spielte, scheint diese Form des Zugangs zur Systembeschreibung komplett verschwunden zu sein. Die AG hat interessiert, welche Vorteile der Versuch hat, für verschiedene Disziplinen und Lebenszusammenhänge eine Art der gemeinsamen Sprachmöglichkeit zu finden und welche Gelegenheiten bestehen, kybernetische Ansätze aus der Beschränkung auf rein technische Betrachtungsweisen herauszulösen.

Aus unserer Sicht sind technisch-produktionsorientierte Anteile der Kybernetik in die Informatik und die eher theorieorientierten Anteile in philosophische Ansätze wie den Konstruktivismus gewandert. Möglicherweise könnte kybernetisches Denken als grundlegende Kulturtechnik in pädagogischer Form in den Schulen verschiedene Fächer unterstützen bzw. sogar ersetzen. Ein Vorteil dieses Ansatzes wäre, dass analog zum Lesen- und Schreiben-Lernen eine Weise gefunden würde, nicht nur mit und über Systeme zu lernen, sondern auch solche zu konstruieren.

Die Problematik, sich solchen Zugangsweisen zu widmen, scheint u. a. darin zu liegen, dass Personen sich selten mit der Modellierung der sie betreffenden Systeme beschäftigen wollen. Denn die Arbeit, die dadurch geleistet wird, macht sich weder direkt bemerkbar, noch können bei der Re-Konstruktion tatsächlich bestehender oder geplanter Systeme organisatorische oder inhaltliche Mängel versteckt werden.

Erfahrungsberichte der Teilnehmenden

Rolf Todesco

Zuerst: die MMK-Erfahrung schlechthin. Wenn ich mich mit ein paar Menschen zu einem Dialog zusammensetze, erkenne ich wie verschieden wir sprechen. Ich will dafür keine Erklärungen suchen sondern beobachten, wie wir damit umgehen. Unser Thema schien mir - wie meistens - recht zufällig und bereits die Moderationspapiere zeigten sehr verschiedenen Perspektiven, die durch die Positionspapiere nochmals sehr erweitert wurden. Von einem gemeinsamen Thema konnten wir also nicht ausgehen, obwohl die AG einen Titel hatte. Das erlebe ich an jeder MMK genau so.

Dann: Eine gemeinsame begriffliche Bestimmung zur Kybernetik war uns nicht möglichgesprochenalle Versuche scheiterten an Verhaftungen in vermeintlichen Anwendungen. Wir haben ziemlich lange über die thermostatengeregelte Heizung gesprochen, aber daraus folgte jeweils nichts für Gegenstände, die uns mehr interesierten: Lernmaschine, Scrub-Verfahren, Softwareorganisation, Theorie des Erklärens.

Schliesslich: Was wir mit Pädagogik bezeichnen, haben wir stillschweigend vorausgesetzt,und einfach über Schulkinder und Schule gesprochen, wobei uns bewusst war, wie wenig wir darüber wissen. Ein vorläufiges Resultat sehe ich darin, dass wir - wenigstens vordergründig gemeinsam - mein(t)en, dass das Modellieren als Kulturtätigkeit in der Schule nicht nur nicht gepflegt, sondern sogar verdrängt wird.

Ich werde zunächst ein paar Aspekte unserer Kybernetik-Diskussion erläutern und nachher auf unsere pädagogischen Perspektiven eingehen:

Kybernetik

Anhand unserer pädagogischen Überlegungen erkannte ich (quasi rückwirkend), dass wir mit Kybernetik vor allem eine Art Modellieren "gemeint" haben. In der Diskussion war oft von Regelkreisschemata die Rede, oder differenzierter von Schemta und von Regelkreisen. Ein grosses Problem hatten wir mit der Unterscheidung Modell und Modellabbildung. Gunter beharrte - bis hin in seine Vorstellung unserer AG-Resultate - darauf, dass Kybernetik ein Darstellungsschema sei, dass er überdies leicht durch andere Darstellungen ersetzen könne. In der Präsentation der Resultate bewirkte das Aussagen wie, Kybernetik sei eine Sprache. Diesbezüglich sind unsere Ansichten aber meilenweit auseinandergegangen. Für mich ist Kybernetik Technik, also etwas völlig anderes als Sprache oder Schemata.

Hintergrund solcher Interpretationsvariationen ist wohl, dass in der Technik generell, aber in der Informatik ganz speziell jenseits begrifflicher Kategorien gesprochen wird, weil ja immer ein Referenzobjekt, also ein konkrete Maschine entscheidet, was wie zu verstehen ist. Auch bekannte Kybernetiker bezeichnen die Kybernetik - geschwätzig - als Wissenschaft, ohne zu sagen, was sie damit als Wissenschaft bezeichnen. Sie würden wohl in diesem begriffslosen Sinn auch Technik als Wissenschaft von irgendetwas bezeichnen.