Vorwort
Dieses Buch lässt sich der Sache nach schwer in bestehende Genres einordnen; es ist in gewisser Hinsicht ein technisches Buch, in welchem technische Produkte, im wesentlichen Automaten, beschrieben werden. Es ist aber kein technisches Buch im engeren Sinne, weil diese Produkte nicht so dargestellt werden, dass man sie aufgrund der Beschreibung produzieren, reparieren oder wenigstens bedienen könnte. Die Automaten erscheinen hier nur als Träger einer bestimmten gesellschaftlichen Intention, deren Verwirklichung arbeitsteilig den Ingenieuren zugewiesen ist. In diesem Buch geht es um die Bedeutung der Produkte der Ingenieure.
Da die Ingenieure ihre Produkte tätig bestimmen, werden im Buch auch spezifische Tätigkeiten der Ingenieure, etwa das Programmieren, beschrieben. Allein auch dies geschieht nicht so, dass man diese Tätigkeiten aufgrund der Beschreibung auch nur teilweise erlernen könnte. Das Buch dient also auch nicht der technischen Ausbildung, es enthält kein Verfahren, durch welches die Ingenieure in ihrem Fach effizienter würden.
Das Buch dient dem Gespräch zwischen Ingenieuren und Nicht-Ingenieuren. Weil Ingenieure ihre Produkte konstruktiv unmittelbar, also relativ unabhängig davon verstehen, mit welcher Sprache sie über ihre Produkte sprechen, bringt die hier vorgeschlagene Sprache für Ingenieure - solange sie unter sich sind - kaum nennenswerte Vorteile. Wie nicht nur blindwütige Computer-Hacker zeigen, können Ingenieure bestimmte, ihnen gesellschaftlich zugewiesene Produktionsfunktionen - arbeitsteilig, also wenn andere den "Rest" denken - hervorragend erfüllen, auch wenn sie über ihre Technik nur in anthropomorphisierenden Metaphern sprechen können. Wer aber die Produkte der Ingenieure nicht ohne anthropomorphisierende Metaphern beschreiben kann, versteht sie nicht, auch wenn er noch so "intelligente" Computer baut. Er versteht insbesondere das gesellschaftliche Umfeld der Technik, das seine Metaphern begründet, und mithin die gesellschaftliche Funktion der Technik nicht.
Wer kein Ingenieur ist - und das sind wir anfänglich alle nicht - und
deshalb die technische Welt fast nur sprachlich vermittelt bekommt, ist auf begrifflich adäquate Beschreibungen dieser Welt angewiesen. Unvorstellbare und undurchschaubare Maschinen erzeugen die Ohnmacht der Vernunft, die sich beim einen als Technikfeindlichkeit zeigt, und den andern dazu verführt, die wichtigsten Entscheidungen dem virtuellen Verstand einer Maschine zu überlassen. Auch Technikideologien rächen sich.
Soweit in diesem Buch eine Terminologie vorgeschlagen wird, die ohne die "Anthropomorphisierungen" auskommt, die sich in der herkömmlichen Sprache über die Technik manifestieren, handelt es sich um ein ideologiekritisches Buch. In erster Linie werden aber in diesem Buch Produkte und Tätigkeiten der Ingenieure in einer Sprache beschrieben, die deren Begreifen in einem nicht nur technischen Sinne fördert.
Ich habe das Buch mit einem praktischen Anliegen geschrieben. Ich unterrichte seit einigen Jahren an der ETH Zürich Soziologie für Ingenieurstudenten der Abteilungen Elektrotechnik und Informatik. Meine Lehrveranstaltungen sind Bestandteil des für die Studenten obligatorischen Unterrichtszyklus "Mensch Technik Umwelt". Dieser Zyklus besteht aus mehreren im weiteren Sinne sozialwissenschaftlichen Veranstaltungen, die die Ingenieurstudenten befähigen sollen, das gesellschaftliche Umfeld der Technik besser zu begreifen. Das interdisziplinäre Gespräch über die Technik leidet dabei meiner Erfahrung nach zunächst hauptsächlich darunter, dass die Studenten der Ingenieurwissenschaften ihre eigene Disziplin nicht so begreifen, dass sie sich mit Nichtingenieuren darüber verständigen können. Sie sind bezüglich der eigenen Disziplin - auch wenn sie ihre Muttersprache sehr gut beherrschen - sprachlos. Sie lernen ihre Welt mit Formeln abzubilden, ohne in ihrer Muttersprache ausdrücken zu können, was sie dabei tun. Zwar sprechen die Ingenieure, und mithin auch die Studenten, auch mittels der Muttersprache über ihre Produkte und deren Funktionen, dann aber sprechen sie so, als ob sie keine Ingenieure mit entsprechend entwickeltem technischen Verständnis, sondern ganz normale, das heisst technisch nicht spezifisch gebildete Menschen wären. Die hier thematisierte Sprachlosigkeit der Ingenieurstudenten, die meistens älter wird als deren Studentendasein, beruht darauf, dass Ingenieure unter sich nur mathematisch exakt, und unter uns nur eine metaphorische Laiensprache sprechen.
In diesem Buch wird vordergründig eine Terminologie vorgeschlagen, in welcher "Anthropomorphisierungen" vermieden werden. Es geht dabei keineswegs darum, wie schon häufig vorgeschlagen wurde, Ausdrücke, die bereits nicht-technisch besetzt sind, in der technischen Sprache zu vermeiden. Homonyme, also Ausdrücke, die wie etwa "Bank" für verschiedene Dinge stehen, sind zwar kommunikativ unpraktisch, sie verhindern aber keineswegs, dass wir uns verstehen, wenn sie als solche erkannt werden. Die vorgeschlagene Terminologie betrifft nicht die Ausdrücke, sondern die Explikation dessen, was wir mit den Ausdrüken jeweils eigentlich bezeichnen. Damit verbunden sind einige nicht nur für Ingenieure spektakuläre Zumutungen, die auf einer Umkehrung von Sende- und Empfängergebiet von Metaphern wie "Information" und "Intelligenz" beruhen.
Die Terminologie wird in Form einer Entwicklungsgeschichte der Automaten, respektive der diesbezüglich spezifischen Tätigkeit der Ingenieure dargestellt. Den äusseren Rahmen dieser Darstellung bildet eine Interpretation des durch die Arbeits-Humanisierer berühmt-berüchtig gewordenen Taylorismus, nach welcher F.Taylor (1856-1915) in seiner Zergliederung der menschlichen Arbeit die Automaten "antizipierte", die C.Babbage (1791-1871) damals bereits beschrieben hatte. Unter den rückblickend verwendeten begrifflichen Kategorien der Informatik erhalten die Texte von C.Babbage und F.Taylor einen aufschlussreich neuen Sinn. Allerdings liest sich das Buch, da es eine Terminologie begründet, stellenweise eher wie ein Nachschlagewerk als wie eine Geschichte. Im Sinne des Buches wäre es, die Geschichte als solche zu lesen und die terminologisch gemeinten Begriffe - vielleicht in einer zweiten Phase - anhand der eigenen Begriffe zu kritisieren. Um es explizit zu sagen, ich schlage ein Leseverfahren vor, das ich "aktives Lesen" nenne, in welchem sich der Leser die wesentlichen Begriffe unabhängig vom vorliegenden Text selbst ausformuliert und die Formulierungen des Textes anhand der eigenen Definitionen kritisiert. Da ich mit vielen Vorschlägen Neuland betrete, wäre es verwunderlich, wenn nicht das meiste durch bessere Formulierungen ersetzt werden könnte.
Prolog: Der Ingenieur
Es war einmal ...
... ein ausserordentlich begabter Ingenieur, der sich jederzeit nach bestem Wissen und Gewissen einsetzte. Wir wollen diesen Mann Taylor nennen. Zu Beginn des amerikanisch-spanischen Krieges (1898) arbeitete er im amerikanischen Stahlwerk Bethlehem SteelCo. Zu dieser Zeit lagen dort
einige 80’000t Roheisen in kleinen Haufen auf einem offenen Platz, der an das Werk grenzte, aufgestapelt. Die Preise für Roheisen waren so gefallen, dass es nicht mit Nutzen abgesetzt werden konnte und deshalb eingelagert werden musste. Mit Ausbruch des Krieges stiegen die Preise wieder, und das gewaltige Eisenlager wurde verkauft.
Es musste verladen werden. Dazu wurde
ein Eisenbahngleis unmittelbar die Roheisenstapel entlang auf das Feld hinaus gebaut. Dicke Planken wurden an die Wagen angelegt, jeder Arbeiter nahm jeweils von dem Roheisenhaufen einen Barren im Gewicht von ungefähr 40kg, ging damit das Brett hinauf und warf ihn hinten im Wagen nieder.
Unser Taylor, der als Ingenieur selbst nicht Hand anlegen musste, war mit der durchschnittlichen Tagesleistung der Arbeiter unzufrieden und analysierte deshalb deren Arbeit. Er charakterisierte sie wie folgt:
Diese Arbeit ist vielleicht die roheste und einfachste Form von Arbeit, die man überhaupt von einem Arbeiter verlangt. Die Hände sind das einzige Werkzeug, das zur Anwendung kommt. Ein Roheisenverlader bückt sich, nimmt einen Eisenbarren von ungefähr 40kg auf, trägt ihn ein paar Schritte weit und wirft ihn dann auf den Boden oder stappelt ihn auf einen Haufen. Diese Arbeit ist gewiss einfach und elementar. Einen intelligenten Gorilla könnte man so abrichten, dass er ein mindestens ebenso tüchtiger und praktischer Verlader würde als irgendein Mensch.
Unser Taylor stellte fest, dass jeder einzelne Arbeiter durchschnittlich ungefähr 12t pro Tag verlud; zu seiner Überraschung fand er aber bei eingehender Untersuchung, dass ein erstklassiger Roheisenverlader nicht 12t, sondern 47 bis 48t pro Tag verladen sollte. Dieses Pensum erschien selbst ihm so ausserordentlich gross, dass er sich verpflichtet fühlte, seine Berechnungen wiederholt zu kontrollieren, bevor er sich der Sache vollkommen sicher war. Einmal jedoch davon überzeugt, dass 48t eine angemessene Tagesleistung für einen erstklassigen Roheisenverlader bedeuteten, stand ihm klar vor Augen, was er als Arbeitsleiter nach bestem Wissen und Gewissen zu tun hatte. Er musste darauf sehen, dass jeder Mann pro Tag 48t verlud, anstatt der 12t wie bisher. Er wollte überdies, dass die Leute beim Verladen von täglich 48t freudiger und zufriedener wären als bei den 12t von früher.
Taylor nahm sich vor, die Arbeiter einzeln mit ihrer wirklichen Leistungsfähigkeit bekannt zu machen. Er suchte deshalb zu Beginn den rechten Mann um anzufangen. Taylor fand diesen Mann, indem er bei allen Arbeitern eingehende Untersuchungen bezüglich ihres Charakters, ihrer Gewohnheiten und ihres Ehrgeizes anstellte.
Lassen wir Taylor seine Geschichte selbst zu Ende erzählen:
Unserer Beobachtung nach, legte unser Mann, ein untersetzter Pennsylvanier deutscher Abstammung, ein sogenannter ,Pennsylvania Dutchman‘, nach Feierabend seinen ungefähr halbstündigen Heimweg ebenso frisch zurück wie morgens seinen Weg zur Arbeit. Bei einem Lohn von Doll.1.15 pro Tag war es ihm gelungen, ein kleines Stück Grund und Boden zu erwerben. Morgens bevor er zur Arbeit ging und abends nach seiner Heimkehr arbeitete er daran, die Mauern für sein Wohnhäuschen darauf aufzubauen. Er galt für ausserordentlich sparsam. Man sagte ihm nach, er messe dem Dollar eine Bedeutung bei, als ob er so gross wie ein Wagenrad wäre.
Diesen Mann wollen wir Schmidt nennen.
Unsere Aufgabe bestand nunmehr darin, Schmidt dazu zu bringen, 48t Roheisen pro Tag zu verladen, seine Lebensfreude jedoch nicht zu stören, ihn im Gegenteil froh und glücklich darüber zu machen. Dies geschah in folgender Weise. Schmidt wurde unter den andern Eisenverladern herausgerufen und etwa folgende Unterhaltung mit ihm geführt:
,Schmidt, sind Sie eine erste Kraft?‘
,Well, - ich verstehe Sie nicht.‘
[ ....]
1. Die Tätigkeit der Ingenieure
Vordergründig zeigt F.Taylors Geschichte zwei mögliche Methoden, wie die Arbeit von Schmidt, das Eisenverladen, verrichtet werden kann. Die eine Methode wird direkt beschrieben, während die Beschreibung der anderen Methode in einem Dialog zwischen Taylor und Schmidt aufgehoben ist. F.Taylors Text verweist im einen Fall direkt auf die Arbeit der Eisenverlader und im andern Fall auf ein Gespräch zwischen Taylor und Schmidt, in welchem Schmidts Arbeit in Form von Anweisungen beschrieben wird. Beim Lesen der Geschichte läuft man Gefahr zu übersehen, dass in beiden Fällen nur Schmidt Hand anlegt, während Taylor die Tätigkeit lediglich beschreibt. Da ist zunächst die direkt beschriebene, unstrukturierte und entsprechend ineffizientere Methode:
Die Hände sind das einzige Werkzeug, das zur Anwendung kommt. Ein Roheisenverlader bückt sich, nimmt einen Eisenbarren von ungefähr 40kg auf, trägt ihn ein paar Schritte weit und wirft ihn dann auf den Boden oder stapelt ihn auf einen Haufen. Diese Arbeit ist gewiss einfach und elementar. Einen intelligenten Gorilla könnte man so abrichten, dass er ein mindestens ebenso tüchtiger und praktischer Verlader würde als irgendein Mensch.
und dann die in Form von Anweisungen, indirekt beschriebene Methode:
,Wenn Sie nun eine erste Kraft sind, dann werden Sie morgen genau das tun, was dieser Mann zu Ihnen sagt, und zwar von morgens bis abends. Wenn er sagt, Sie sollen einen Roheisenbarren aufheben und damit weitergehen, dann heben Sie ihn auf und gehen damit weiter! Wenn er sagt, Sie sollen sich niedersetzen und ausruhen, dann setzen Sie sich hin!‘
Schmidt begann zu arbeiten, und in regelmässigen Abständen wurde ihm von dem Mann, der bei ihm als Lehrer stand, gesagt: ,Jetzt heben Sie einen Barren auf und gehen Sie damit! Jetzt setzen Sie sich hin und ruhen sich aus! etc.‘ Er arbeitete, wenn ihm befohlen wurde zu arbeiten, und ruhte sich aus, wenn ihm befohlen wurde, sich auszuruhen, und um halb sechs Uhr nachmittags hatte er 48t auf den Wagen verladen.
Das Eisen wurde auch ohne Taylors Anweisungen verladen und es hätte
auch weiterhin ohne Taylors Anweisungen verladen werden können. Taylor hat überdies kein Stück des Eisens verladen, obwohl - oder vielleicht gerade weil - er mit seiner Methode 4 x schneller als Schmidt gewesen wäre.
Man mag einwenden, Schmidt habe zunächst offensichtlich sehr ineffizient gearbeitet und sei dann dank Taylor viel effizienter geworden. Taylor habe also keineswegs nur eine Beschreibung von Schmidts neuer Methode geliefert, sondern diese Methode erfunden. Gleichwohl wird man (hin)zugeben müssen, dass ausschliesslich Schmidt die Methode anwandte und Taylor sie eben nur beschrieben hat.
Wir könnten - nicht ganz unberechtigt - annehmen, dass Taylor ursprünglich selbst ein handanlegender Arbeiter war. Schon als Arbeiter machte er sich manchmal Gedanken über seine Arbeit. Er interessierte sich dafür, in seiner Arbeit effizienter zu werden. Eines Tages nun, als unser Taylor, statt zu arbeiten, gerade wieder einmal über seine Arbeit nachdachte, merkte er (in)genialerweise, dass sich das Nachdenken über die Arbeit lohnen könnte. Er begann also seine Arbeitskollegen zu beobachten und stellte fest, dass jeder einzelne Arbeiter durchschnittlich ungefähr 12t pro Tag verlud; zu seiner Überraschung fand er aber bei seinen eingehenden Untersuchungen, dass ein erstklassiger Roheisenverlader nicht 12 t, sondern 47 bis 48t pro Tag verladen sollte ... Einmal jedoch davon überzeugt, dass 48t eine angemessene Tagesleistung für einen erstklassigen Roheisenverlader bedeuteten, stand ihm klar vor Augen, was er zu tun hatte: Er eilte heim, entledigte sich seiner Arbeitskleider und kehrte wenig später - mit Diplom - in seinem besten Anzug zurück. Als Arbeitsleiter wollte er nach bestem Wissen und Gewissen darauf sehen, dass jeder Mann pro Tag 48t verlud, anstatt der 12t wie bisher. Er wollte überdies - was wir jetzt besser verstehen -, dass die Leute - die ja davor seine Kollegen waren - beim Verladen von täglich 48t freudiger und zufriedener wären als bei den 12t von früher.
Umgekehrt könnten wir aber - nicht weniger plausibel - auch annehmen, Schmidt selber hätte seine Arbeit analysiert und entdeckt, dass er nach dem Prinzip des bestimmten Pensums viel mehr leisten könnte. Er hätte seine Entdeckung nicht aufgeschrieben - wozu auch? -, sondern einfach angewendet. Taylor schliesslich hätte lediglich das Verfahren aufgeschrieben, nach welchem Schmidt intuitiv und nur halbbewusst ar-
beitete (1). Subjektiv mag - im Sinne eines Ehren-Patents - bedeutsam sein, wer entdeckte, dass regelmässige und regelmässig unterbrochene Arbeit am ertragreichsten ist. Objektiv bedeutsam ist das explizite, ausgesprochene und aufgeschriebene Wissen, wie eine Arbeit effizient erledigt wird (2).
1.1. Taylor als post-konventioneller Ingenieur
Die Geschichte von F.Taylor zeigt nur vordergründig beispielhaft, was und wie Schmidt arbeitet. F.Taylors eigentliches Anliegen ist zu zeigen, dass jede Arbeit verstanden sein will. Was für die einfache Arbeit von Schmidt gilt, gilt noch mehr für die Arbeit von ihm selbst, also für die Arbeit des Ingenieurs.
Psychologisierend könnte man sagen, Taylor plane, erfinde, organisiere, konzipiere, analysiere, usw. Der sichtbare, empirisch zugängliche Teil der Tätigkeit von Taylor besteht darin, dass er Schmidt Anweisungen gibt.
1. N. Wirth schreibt über grundlegende Texte von E. Dijkstra und C. Hoare, zwei Taylors der Informatik, die erkannt haben, dass Programmieren "wissenschaftlicher Behandlung und Darlegung zugänglich ist" und damit ein "Revolution" in der Programmierung bahnten: "Beide Artikel argumentieren überzeugend, dass viele Programmierfehler vermieden werden können, wenn man den Programmierern die Methoden und Techniken, die sie bisher intuitiv und oft unbewusst verwendeten, zur Kenntnis bringt" (Wirth, 1983, S. 7).
2 C. Thomsen kommentiert einen 20-jährigen Rechtsstreit über die Urheberschaft der sogenannten Computer-Chips, bei welchem nicht nur die Ehre auf dem Spiel stand: "Ob nun Gilbert Hyatt oder Ted Hoff das Erstgeburtsrecht besitzt: Die kommerziel erfolgreiche Verwertung dieser Idee präsentierte Intel 1970 mit seinem Mikroprozessor. Tatsächlich konnte dieser eine Chip (..) wie ein eigenständiger Computer funktionieren" (Thomsen, 1991, S. 21), was eben den pratischen Nutzen der Computer erheblich vergrösserte.
A. Speiser erläutert das Motiv der Erfinder-Ehre anhand eines 10-jährigen Patentstreites zwischen N. Noyce von Fairchild Semiconductor und J. Kilby von Texas Instruments um die Erfindung der intergierten Schaltung, der schliesslich zugunsten des ersteren entschieden wurde: Für IC's geben wir weltweit pro Jahr mehr als 50 Milliarden Franken aus (Speiser, S. 67, 1992).
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