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Literatur

Die Kunst, nicht zu lernen (1997)
Einführung in Systemtheorie und Konstruktivismus
Psychopathologische Konstruktionen
Tödliche Konflikte. Zur Selbstorganisation privater und öffentlicher Kriege
Lebende Systeme (1988)
Meine Psychose, mein Fahrrad und ich (1990)
Unterschiede, die Unterschiede machen (1988/93)

     

Radikale Marktwirtschaft (1992)
Die andere Seite der Gesundheit (1995)
Zirkuläres Fragen (1999).
Gemeinsam sind wir blöd

Zur Person

     

Fritz Simon im Netz

Dr. med., Univ. Prof. Studium der Medizin und Soziologie, Ausbildung zum Psychiater und Psychoanalytiker, Arbeit als Gruppendynamiktrainer, Psychotherapeut und Psychiater in unterschiedlichen Institutionen der Universitäts- und Versorgungspsychiatrie. Von 1982–1989 leitender Oberarzt der Abteilung für psychoanalytische Grundlagenforschung und Familientherapie der Universität Heidelberg, 1987 Habilitation für Psychosomatik und Psychotherapie, Priv.-Doz. für Psychosomatik und Psychotherapie, Medizinische Fakultät der Universität Heidelberg. 1989 Mitbegründer und seither geschäftsführender Gesellschafter der Carl-Auer-Systeme GmbH, Heidelberg. 1990 Mitbegründer des Heidelberger Instituts für systemische Forschung. Seit 1994 Vizepräsident der European Family Therapy Association (EFTA). Seit 1996 Herausgeber (mit A. Retzer) der Zeitschrift Familiendynamik. Seit 1999 Professor für Führung und Organisation, Deutsche Bank Institut für Familienunternehmen, Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät der Universität Witten/Herdecke. Geschäftsführender Gesellschafter des Management Zentrums Witten GmbH. Jetziger Arbeitsschwerpunkt: Organisationsforschung und -beratung. Autor und Herausgeber von zahlreichen Fachartikeln und elf Büchern, u.a.:

Zitate

Fritz B. Simon führt in Unterschiede, die Unterschiede machen folgenden Witz an:
Was ist der Unterschied zwischen einem Nilpferd? Gibt keinen, an Land und im Wasser geht es.
Was ist der Unterschied zwischen einem Krokodil? An Land geht es, im Wasser schwimmt es.
Was ist der Unterschied zwischen einem Krokodil und einem Nilpferd? Beim Krokodil gibt es einen Unterschied, beim Nilpferd nicht.


 
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[Arbeit im Blog]

Klarheit der Kommunikation, Fritz B. Simon, Montag, 8. November, 2010

Ein weit verbreitetes Ideal ist, Begriffe klar und eindeutig zu definieren. Würde dies gelingen, so wäre das ein Desaster. Denn dann würde die menschliche Kommunikation, wenn nicht zusammenbrechen, so doch erheblich behindert. Denn sie funktioniert nur deshalb, weil Begriffe sehr unterschiedlich gebraucht werden können und tatsächlich auch gebraucht werden. Es gibt wahrscheinlich keine zwei Menschen, die zu 100% dieselben Bedeutungen mit ihnen verbinden. Und das ist auch gut so.

Denn Kommunikation dient nicht dazu, dass klare und eineindeutige Informationen von A an B übermittelt werden, sondern ihre Funktion besteht darin, das Verhalten von A und B zu koordinieren und die Bedingungen dafür zu schaffen, dass die Kommunikation – und die Beziehung der Beteiligten – fortgesetzt wird. Unklarheit hat hier den Vorteil, dass auf beiden Seiten die Freiheit der Interpretation besteht, so dass beide Seiten die Chance haben, ein Deutung zu wählen, die verhindert, dass Nicht-Verstehen zum Abbruch der Kommunikation führt. Wenn jeder versteht, was er verstehen “will” oder eben versteht, dann gibt es kein Nicht-Verstehen bzw. keinen Kommunikationsabbruch.

Da jeder alles auch anders interpretieren könnte, muss man sich faktisch einigen, was man miteinander anstellt, was man klärt, was man lieber ungeklärt läßt usw… Man hat Wahlmöglichkeiten bei der Deutung des eigenen und fremden Verhaltens (“doppelte Kontingenz”), was nicht nur die Variationsbreite der möglichen Interpretationen erweitert, sondern erst die Autopoiese der Kommunikation ermöglicht.

Genau so sieht der Mächtige die Welt, weil er weiss, dass er jederzeit festlegen kann, wie die Worte wirklich gemeint waren. Das ist der Kernpunkt der Luhmann-Theorie.