Zur Person
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Otto Lilienthal (1849-1896) war einer dr ersten Flieger. Er machte darüber einige markante Aeusserungen. Eine eher sozialutopische Ansicht von ihm wird von R. Keil-Slavik auseinandergenommen (kommt bald), eine bionische Vorstellung wird von R. Todesco im Buch Technische Intelligenz analysiert:
"Die Produkte der Ingenieure imitieren nicht die Natur (220). Unsere Flugzeuge imitieren im Unterschied zum schliesslich abgestürzten Ikarus keineswegs die Vögel (221). O. Lilienthal, einer der Erfinder des Flugzeuges, schrieb anfänglich irritiert durch die Metapher, die er mitbegründete: "Mit welcher Ruhe, mit welcher vollendeten Sicherheit, mit welchen überraschend einfachen Mitteln sehen wir den Vogel auf der Luft dahin- gleiten! Das sollte der Mensch mit seiner Intelligenz, mit seinen mechanischen Hilfskräften, die ihn bereits wahre Wunderwerke schaffen liessen, nicht auch fertigbringen? Und doch ist es schwierig, ausserordentlich schwierig, nur annähernd zu erreichen, was der Natur so spielend gelingt" (Lilienthal, zit: Klemm, 1983,177). Die in der nicht bewussten Metapher begründete Verwechslung ist offensichtlich. "Mit überraschend einfachen Mitteln auf der Luft dahingleiten" sehen wir natürlich nicht die Vögel, sondern die - wenn man überhaupt Vergleiche anstellen wollte - extrem primitiven Gleiter, die O. Lilienthal konstruiert hat. Auf die wirkliche Konstruktionstätigkeit bezogen, schrieb er aber bereits während der langjährigen Entwicklungsphase des Flugzeuges, also lange bevor die ersten Flugzeuge wirklich flogen: "Ob nun dieses direkte Nachbilden des natürlichen Fluges (des Vogels) ein Weg von vielen oder der einzige ist, der zum Ziel führt, das bildet heute noch eine Streitfrage. Vielen Technikern erscheint beispielsweise die Flügelbewegung der Vögel zu schwer maschinell durchführbar, und sie wollen die im Wasser so liebgewonnene Schraube auch zur Fortbewegung in der Luft nicht missen" (Lilienthal,zit: Klemm, 1983,78) (222). Sehr tiefschürfend konnte dieser Streit nicht gewesen sein, haben sich doch bislang immer die Ingenieure durchgesetzt, die die Natur nicht imitierten, sondern wie im Falle der "liebgewonnenen Schraube", die mittlerweile nur noch in der Luft Propeller heisst, ein Mittel erfunden haben, das dem gesetzten Zweck diente. Überdies gibt uns die Natur, wie man sich etwa anhand des Schiffes bewusst machen kann, für die meisten Produkte, die wir bauen, überhaupt keine Vorbilder. Schwimmen überhaupt war nie eine Motivation für Ingenieure, und wenn wir nur wie Vögel fliegen könnten, hätten wir ausser Spass nicht viel gewonnen. 220 Das Verstehen der Natur ist für Ingenieure, die an Performanz interessiert sind, ”nur insofern notwendig, als es diese erleichtern würde” (Weizenbaum,1978, 220f).
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". . .to design an aeroplane is nothing; to build an aeroplane is something; but to fly an aeroplane is EVERYTHING!"