Gottfried Wilhelm Leibniz        zurück ]      [ Stichworte ]      [ Literatur ]      [ Die Hyper-Bibliothek ]      [ Systemtheorie ]              [ Meine Bücher ]

Literatur:

1686: Metaphysische Abhandlung (Originaltitel: Discours de métaphysique)
1704: Neue Abhandlungen über den menschlichen Verstand (Originaltitel: Nouveaux Essais sur L'entendement humain)
1707–1711: Scriptores rerum Brunsvicensium, 3 Bde. (Quellensammlung zur welfischen und niedersächsischen Geschichte)
1710: Theodizee (Originaltitel: Essais de théodicée)
1714: Monadologie (Originaltitel: Principes de la Nature et de la Grace fondés en Raison – Monadologie)
Thomas de Padova: „Leibniz, Newton und die Erfindung der Zeit“. Piper Verlag, München 2013. 339 S.
Eine Zusammenstellung von Originaltexten (hs-augsburg.de)
Vorstellung der Binärzahlen

Zur Person


Bildquelle: Wikipedia

Gottfried Wilhelm Leibniz (1646-1716) war ein Universalgelehrter, der sich (auch) für Technik des Rechnens interessierte. Er konstruierte Rechen- und andere Maschinen. Bereits 1672 konstruierte er eine Rechenmaschine, die multiplizieren, dividieren und die Quadratwurzel ziehen konnte.

G. Leibniz befasste sich intensiv mit Logik und propagierte erstmals eine symbolische Logik in Kalkülform. Seine Logikkalkül-Skizzen veröffentlichte er allerdings nicht; erst sehr verspätet (1840, 1890, 1903) wurden sie publiziert. Seinen Hauptkalkül entwickelte er in den Generales Inquisitiones von 1686. Er entwarf dort die erste Gleichungslogik und leitete in ihr fast zwei Jahrhunderte vor der Boole-Schule die Gesetze der booleschen Verbandsordnung ab. Innerhalb dieses Kalküls formulierte er die traditionelle Begriffslogik bzw. Syllogistik auf gleichungslogischer Grundlage. Er erfand die Mengendiagramme lange vor Leonhard Euler und John Venn und stellte mit ihnen die Syllogistik dar.

Man sagt, G. Leibniz habe das Dualsystem "erfunden". Er hat es in einem skurilen Schreiben an seinen Fürsten dargestellt (ich kenne keine anderen Texte dazu). Er zeigte auch nicht, dass es mechanisch genutzt werden könnte, seine Rechenmaschine war "dezimal".
Er sprach aber von "Binärzahlen", was als Indiz gesehen werden kann, dass er ein Kalkül vor Augen hatte.

"What I love best about the calculus is that it frees us from working with out imagination." (Leibniz, 1692).
"Alles ist also im Menschen, wie überall, im voraus sicher und bestimmt, und die menschliche Seele ist somit eine Art geistiger Automat." - Theodizee Erster Teil, Pt. 52

G. Leibniz hat - unabhängig von I. Newton - die Infinitesimalrechnung erfunden (Leibniz: "Über die Analysis des Unendlichen" und Newton: "Abhandlung über die Quadratur der Kurven". Die beiden stritten erbitttert um die Ehre.

G. Leibniz hat die Unterscheidung Idealismus eingeführt

Technik ...

G. Leibniz machte Erfindungen zur Nutzung des Windes bei der Grubenentwässerung im Oberharzer Bergbau.
Seine Rechenmaschine war ein historischer Meilenstein im Bau von mechanischen Rechenmaschinen. Das von ihm erfundene Staffelwalzenprinzip, mit dem Multiplikationen auf mechanische Weise realisiert werden konnten, hielt sich über 200 Jahre als unverzichtbare Basistechnik. Die feinmechanischen Probleme, die es beim Bau einer solchen Maschine zu überwinden galt, waren jedoch so immens, dass berechtigte Zweifel daran bestehen, ob zu Leibnizens Lebzeiten jemals eine fehlerfrei arbeitende Maschine realisiert werden konnte. Eine fehlerfrei arbeitende Replik nach Leibnizens Konstruktionsplan konnte erst 1990 durch Nikolaus Joachim Lehmann (Dresden) realisiert werden (http://www.uni-jena.de/data/unijena_/faculties/minet/casio/index.html).

... und Technologie

Er entdeckte, dass sich Rechenprozesse viel einfacher mit einer dualen Zahlencodierung durchführen lassen, und dass sich mittels des binären Zahlencodes die Prinzipien der Arithmetik mit den Prinzipien der Logik verknüpfen lassen. (De progressione Dyadica, 1679; oder Explication de l'Arithmetique Binaire, 1703). Die hier erforschten Prinzipien wurden erst 230 Jahre später in der Konstruktion von Rechenmaschinen eingesetzt.

... es sei „ausgezeichneter Menschen unwürdig, gleich Sklaven Stunden zu verlieren mit Berechnungen“


Bildquelle: Wikipedia

[http://www.rechenhilfsmittel.de/vierspez.htm]
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