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Technische Sprache
Die Frage nach der Technik
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Martin Heidegger (1889-1976) war ein deutscher Philosoph in der Tradition der Phänomenologie (vor allem Edmund Husserls)und einer Existenzdeutung (S. Kierkegaard), die er in einer neuen Ontologie zugleich überwinden wollte. M. Heidegger ist einer von ganz wenigen, die sich mit Technik befassten. Allerdings sprach er von einer gegeben - hingestellten - Technik und nicht davon, dass sie hergestellt ist. |
"Schutz, Schütze, schützen gehört zu schießen; wie Buck, bücken zu biegen. Schießen bedeutet schieben: einen Riegel vorschieben.Das Dach schießt über die Mauer vor. Wir sagen noch auf dem Lande: die Bäuerin schießt ein; sie schiebt den geformten Teig zum Backen in den Ofen. Der Schutz ist das Vor- und Davor-Geschobene. Er wehrt dem, daß Gefahr dem bedrohten etwas anhaben, es überhaupt angehen kann. Das Geschützte ist dem Schützenden anvertraut. Unsere ältere und reichere Sprache würde sagen: verlaubt, verlobt: geliebt. Das Ungeschützte dagegen ist nicht weiter ´lieb´." (Holzwege, Frankfurt 1977, S.259)
"Wer die Identität nicht ausdrücklich in diesem höheren Sinne begreifen und gemäß diesem Begriff Sätze denken und sagen kann, bleibt befangen in der "dialektischen Unmündigkeit" [ein Ausdruck Schellings, AL]. "Dialektisch", dialegein, meint hier: das eine im Durchganz (dia) durch
das andere in seiner wesenhaften Beziehung zum anderen verstehen und nicht einfach nur geradezu meinen. Ein dialektischer Satz ist z.B. die
Aussage: Das eine ist das andere. Für den dialektisch Unmündigen ist dieser Satz einfach falsch und unsinnig; denn für ihn ist gerade das
eine das eine und das andere das andere; das zu sagen, dafür sind doch gerade die Benennungen da. Und dennoch: Das eine i s t [kursiv] das
andere, und das andere i s t das eine. Ein eines ist nur, was es ist, eines, im Unterschied zum anderen. Dieses Unterschiedensein gegen das
andere und in dieser Hinsicht das andere selbst sein [!], gehören zum einen, und deshalb i s t das eine auch wesentlich das andere und
umgekehrt. "Ist" meint gerade nicht leere Einerleiheit, denn das eine ist gerade nicht einerlei mit dem anderen, sondern verschieden; aber in
der Verschiedenheit als Beziehung gehört es mit ihm zusammen; beide sind "identisch" im höheren, eigentlichen Sinne. Das dialektisch unmündige
Denken dagegen versteift sich darauf: Das eine, das ist das eine, und das andere ist das andere. Das dialektisch unmündige Denken denkt immer
nur in einer einzigen Hinsicht: Das eine, das ist eben das eine und nichts weiter." (Martin Heidegger, Schellings Abhandlung über das Wesen
der menschlichen Freiheit, Niemeyer 1971, S.95)
[FAZ]