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Ropohl, Günther: Eine Systemtheorie der Technik. Hanser, München 1979

Ueber soziologische Systemtheorie:
„Es hat den Anschein als verdanke Habermas seine Kenntnisse der kybernetischen Systemtheorie fast durchweg den eigenwilligen Umdeutungen Luhmanns, und es soll uns nicht weiter stören, wenn zwei Blinde über Farbe streiten“ (1979: 85). Er wirft Luhmann „hermeneutische Kreativität in der Umdeutung und Vernebelung von Begriffen“, vor und weiter den „fahrlässigen Umgang mit Begriffen“, als auch „schillernde Verbalmagie mit philosophischer Tiefe“ zu verwechseln (1979: 83). „Dass Luhmann von dieser präzisen mathematisch-kybernetischen Systemtheorie, die er zu radikalisieren vorgibt, herzlich wenig versteht, dokumentiert er überdies mit einem Stufenschema“ (1979: 83 f.). Er beschuldigt Habermas und Luhmann den „metaphysischen Spekulationen“ und dass solch „systemtheoretischer Dilettantismus“ auf „ärgerliche Weise erheblich die Reputation der seriösen Systemtheorie in der wissenschaftlichen Öffentlichkeit“ belaste (1979: 49).

Stichworte-Zusammenfassung:
führt einen mathematischen Systembegriff ein, der sich an der Alltagssprache orientiert und deshalb zu umfassend ist
Zeigt den Missbrauch von System in der Soziologie (Parsons/Luhmann)
S. 53: Systembegriff vom Mathematiker S.C.Kleene übernommen
S. 54 Im Systembegriff werden häufig Kybernetik und die Pseudo-Teil-Ganzes-Diskussion vermischt. she auch 50 Bertalanffy, 81, 93f
S.70 diskret/kontinuierlich versus analog/digital (halbherzig richtig)
S. 86 Sprechen über System: Ding statt System (das ist gut, ich hätte das zitieren müssen!! Unterscheidung: Abbstrakte und konkrete Systeme (das ist schlecht, ich hätte das zitieren müssen!!
S. 77 vorbereiten eingeführt
S. 112 Materie, Energie und Information zB. als System-Output (Obwohl Ropohl sieht, was Information eigentlich in Wirklichkeit ist (112), auch S.143 ganz deutlichMensch-Maschine reagiert auf Information (113 unten)S.168/9Schallwellen sind Information (R. spricht manchmal korrekt)
S.112 Def: Materie : = Masse / Energie : = Arbeit / Information: = ...
S.114 Ein System hat ein Ziel/ZweckS.122 Mittel: Gegenstand - Handlung (wichtig bei Sprache als Kommunikations-Mittel zit. Lit.: Myrdal, G. : Zweck-Mittel-RelationS.132fS.168 Maschinen (Sachsysteme) haben bei R. kein Ziel und kein internes Modell. Das ist eine schwierige Redeweise, R. kennt die Computer noch zuwenig Wichtig: Ziel ungleich ZweckSachsysteme haben teleologische ZweckeS.198 Korrekte Redeweise Struktur eines SystemsS.135 Daten / Befehle (beide seien Information!) S.139 Kap.3.1. Hier steht die Geschichte auf dem Kopf: das System scheint als vorgängige Theorie statt als Abstraktion
S.141 Die Sätze über die Weltgesellschaft entsprechen meinem Diss-Konzept: Systemtheoretische Gegenstandsbestimmung der Soziologie
S.148 Ausgangspunkt der Diss: Wozu ist von einem kulturellen System die Rede? Weil die Systemtheorie unsystematisch (unverstanden) auf Menschen-Gesellschaft projiziert wird (auch bei Ropohl): zB: Nationale Gesellschaft, weil das konstituierende Element fehlt<(Nationale Gesellschaften sollen sich als Handlungssysteme häufig mörderisch verhalten!!)
S.141 Gesellschaft als System: Schwierigkeiten der Abgrenzung, weil Ropohl Arbeit nicht kostitutiv siehtS.144 Es scheint mir, man sollte in einer Argumentation nur Subsysteme einführen, nicht umgekehrt höhere System, wie es Ropohl tut: Mensch-Familie-Gesellschaft
S.157: Diskussion von up-down-Sicht (Segregation)
S.148 Def: Herrschaft (Macht): Chance, dass ein Systemziel auf ein Subsystem übertragen werden kann
S.150 Ropohls Kritik an Wirtschaft als Makrosystem (bei mir ist Wirtschaft nur Zweck des Systems)
S.155 ist vom semantischen Gehalt der Information die Rede! S.157 Arbeitsteilung und Gesellschaft: (R. nimmt Lohnarbeit von A.Smith) Interessante Geschichte zu meiner These: Dürkheim kritisierte Spencers Konzept, wonach Gesellschaft Zusammenarbeit heisst: auch Compt: Co-operation<(Lit: Kiss, G.: Einf. in die Soziologie, 1972S.169 Statisch - dynamisch R. braucht die Begriffe nicht abbildungsbezogen, sondern Referent bezogen, so das ein Motor dynamisch ist. S.169 Wiesso gibt die Maschine keine Befehle aus?
S.181 Wichtig: Schema in meine Vorlesung übernehmen
S.184/5 Produktion - Konsumption Kaffeemühle-Beispiel (R. unterscheidet nicht zwischen Produktion und Arbeit)
S.193/4 Gegenstandsbedeutung !!S.196 Mensch-Maschinen - System / Handlungs - Hier ist wichtig, dass die Maschine nicht Kommunikationspartner oder handelnde Instanz wird, nur der Mensch handelt! (ich weiss noch nicht, ob R. das durchhält, es gibt früher im Text (S. ??) einige kritische Anmerkungen.
S.197 Def.: Technik := Arbeit sparen (von Ortega y Gasset)
S.198 Rechenmaschinen ersetzen Intelligenzleistungen (sic!) (falsche Hirn-Metapher) S.198 Def. (negativ): Automatisieren := der Mensch wird unnötig
S.202 Metapher: Lichtschranke und Auge als visuelle Systeme (partielle und vollständige Technisierung) Brille ersetzt das Auge nicht (nur partiell), aber die Lichtschranke schon (vollständig) (Fehler: das System Lichtschranke ist nicht richtig abgegrenzt, den sie ersetzt nicht das Auge.
S.206 Musik-Informations-Metapher: die Gitarre hat gespeicherte Töne (akustische Signale) Beherrschbarkeits-Theorem
S.216 Def.: Wissem := reproduzierbare Gedächtnisinhalte (würde zu meiner Def passen) R. geht weiter und führt seine unklare Information ein
S.220 Technik wirkt wie Moral, zB TV standardisiert Informationsgewohnheiten Ist Technik nicht immer schon Moral S.223 Lit: Illich, I.: Selbstbegrenzung, Reinbeck b.H. 1975
S.225 Arbeitsteilung: Aufhebung ist zu radikal formuliert: Aufhebung der Trennung Produktion/Konstruktion ist nicht nötig gegen Entfremdung
S.225/6 Ziel des Systems: Bedürfnis, Zweck, Grundwert Person, Institution, Gesellschaft
S. 229 Rationalprinzip: zB Schreiber, die auf Textverarbeitung verzichten S.235 Erfinder von Artefakten lassen sich benennen, im Unterschied zu Normen (bei Programmiersprache??)
S.241/2 Eigentum / Besitz
S.242 LohnarbeitS.245 M. Webers Regenschirmbeispiel: Weber meint, das gleichzeitige öffnen sei nicht gesellschaftlich - Rop. sagt, der Schirm (Gegenstandsbedeutung ==> S.194) sei gesellschaftlich.S.251(248) Bedürfnis-Primat-Perversion-Diskussion
S.252 Konstitution der Gesellschaft: Herstellung/Verwendung der Sachen von verschiedenen Menschen (Akteuren)S.255 Mesch-Maschinen-Ersetzung !! (wie bei mir) S.256 Typische nichtadäquate Redeweise: Bestimmte Sachsysteme (Chips) können nur von/durch (statt mittels!) Sachsysteme hervorgebracht werden, weil Menschen (zB so kleine) Teile gar nicht herstellen können.
S.260 über Taylor (wie ich!) Nebeneffekt: elementare BeschreibungS.262 Informationswesen : Sachsysteme verlangen neue Informationsflüsse/-wege
S. 263 Lohnarbeit - Entfremdung S.264 (auch 249) Gegen Walden III (oder eher für ??) Welche Arbeitsformen sind möglich
S.265 Gesellschaft: staatlich organisierte Industrie (Rop. hat eine Systemebene zuviel, resp. das Mesosystem als Produzent (Aktiengesellschaft ist das tiefste relevante System in unserer Gesellschaft.S.289 Alle Erfindungen sind schon früher gemacht (herbeigewünscht) worden (gegen K. Hübner (div. Bücher)
S.290 Handwerker können nicht sagen, was sie tun (Können versus Wissen) S.291Verfahrens- und Produkte-Erfindung (entspricht meiner Unterscheidung, was vom Ing. abgebildet wird, wobei die dritte Stufe fehlt!) S.307 Dampfmaschine wurde erst brauchbar, als man sie mechanisch genügend gut herstellen konnte (statt: mit Watt genügend gut steuern konnte!)
 
 
Kritik (im ropohl.br2):
Seite 90ff für ich unter dem Titel der abstrakte Automat einen Systembegriff ein, der Ihrer Definition nicht widerspricht, aber viel enger ist und vor allem völlig anders hergeleitet wird.
Seite 133ff führe ich unter dem Titel Information einen Informationsbegriff ein, der Ihrer und der Wienerschen Definition (und natürlich auch dem alltäglichen Gebrauch des Wortes) völlig widerspricht. Dieser Begriff ist die Königsfigur meiner Argumentation!
Seite 217ff führe ich unter dem Titel Intelligent Automaten einen Intelligenzbegriff ein, der Ihnen ebenfalls nicht auf Anhieb gefallen dürfte.
 
  Kritik (im ropohl.br2):
Ich finde Turings Verwendung des Ausdrucks Maschine im Unterschied zu Ihnen (S. 171, 1991) überaus glücklich, weil er damit zeigte, was Mathematiker mit Algorithmus wirklich meinen (mein Buch, S. 83f).
Sie schreiben Systeme sind Modelle (S. 91, 1979). In meiner engeren Notation sind Modelle Artefakte, Systeme aber abstrakte, formale Projektionen, die im Modellbau als Anweisungen dienen (S. 206ff).

Anmerkungen von ..

Materialien