Luhmann, Niklas: Die Moral der Gesellschaft, hrsg. v. Horster, D., Frankfurt a.M. 2008, S.58)
Kartoniert SFr. 27.50, Bestell-Nr. 7955928, ISBN 3-518-28903-9, 281 g. 517 S. 2. A.
"Supertheorien sind nicht einfach 'Weltanschauungen' oder Ideologien. Sie beruhen auf der Ausdifferenzierung eines besonderen Kommunikationssystems für Wissenschaft innerhalb der Gesellschaft und beziehen sich funktional auf Strukturprobleme dieses Systems. Sie sind dadurch historisch abhängig von vorgängigen Prozessen gesellschaftlicher Differenzierung, die eine Ausdifferenzierung von Wissenschaft erst ermöglichen. Supertheorien gibt es erst in der neueren Zeit; vielleicht können wir sagen: erst nach Kant, der zum ersten Mal die Notwendigkeit sah, als Reaktion auf sich ausdifferenzierende Wissenschaft erkenntnistheoretische und moralische Fragen (und beide im Zusammenhang miteinander) neu zu formulieren." (
„Unterscheidungen sind asymmetrisch gebaut. Zumindest im Moment ihres Gebrauchs (und nur im Gebrauch sind sie gegeben) bezeichnet man die eine und deshalb nicht die andere Seite.“ (Zeichen als Form, S. 57)