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Jelinek, Elfriede: Die Liebhaberinnen. - Rowohlt: Reinbek bei Hamburg, 1975

"jeder sieht: das ist eine komplette familie. der mann sieht: jetzt habe ich noch ein weiteres geschöpf außer meiner frau, das ich verprügeln und anplärren kann, kinderfleisch ist weich, hat aber nur eine kleine fläche. die frau sieht: ich habe schon etwas geleistet das soll mir ein ansporn sein, weiter etwas zu leisten. das kindchen selbst: die hauptperson, die lebendige rechtfertigung für alle nutzlos vergeudete zeit, für eine zeit, die vor lauter nutzlosen tätigkeiten aus den nähten platzt, tätigkeiten, die nie für einen selber, immer nur für andre ausgeführt werden, mit dem finsteren hintergedanken, daß sie letzten endes wieder als strahlendes mutterlicht zumindest in der sonntagspredigt auf einen zurückfallen, was nie geschieht, weil die tätigkeiten zwar auf einen zurückfallen, aber nicht als ein heiligenschein, sondern als zentnergewicht, das einen letzten endes zu brei schlägt." (S.144)