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Wahrheit ist ein heit-Wort, das von wahr abgeleitet ist.
In Der Dialog im Dialog gibt es ein Kapitel (7) zur Wahrheit: Man kann sich überlegen oder noch besser erinnern, in welchen Situationen das Wort Wahrheit (oder wahr) ausgesprochen wird. Meiner Erfahrung nach sind es - von Logikdiskursen abgesehen, wo das Wort eine andere Bedeutung hat - ausschliesslich Streit- und Herrschaftssituationen.

Mit der adverbiale Bestimmung "wahr" bezeichne ich zwei verschiedenen Differenzen:


 


Ganz andere - "homonyme" - Auffassungen:

[ im Interview über G. Gotthard - über Proposition, Rejection und Wittgenstein: daß eine Proposition p und ihre Verneinung über dasselbe sprechen - Nieder mit dem König und mit der Wahrheit ]

mit Wirklichkeitsbezug:
Aristoteles: "Wahr ist, von etwas, was ist, zu sagen es sei, und von etwas, was nicht ist, zu sagen es sei nicht."

Mit logischem Bezug:
Eine analytische Wahrheit enthält die Eigenschaft im Gegenstand. Beispiel: "Alle Junggesellen sind unverheiratet." Das Substantiv "Jungeselle" bedeutet bereits "unverheiratet".
Demgegenüber sind synthetische Wahrheiten solche, bei denen der Eigenschaftsbegriff nicht in der Gegenstandsbezeichnung enthalten ist, wie beispielsweise im Satz: "Alle Junggesellen sind glücklich."
Als notwendige Wahrheiten bezeichnet man Aussagen, deren Verneinung zu einem logischen Widerspruch führen würde: "Alle Kreise sind rund." Wäre der Gegenstand nicht rund, wäre er kein Kreis.
Außerdem gibt es kontingente (zufällige) Wahrheiten, deren Verneinung nicht zu einem logischen Widerspruch führt. Beispiel: "Die Anzahl der Planeten ist gleich neun."

[ Transitional Justice: Wahrheitskommissionen ]
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