Zur Geschichte von Radio und Telefon        zurück ]      [ Stichworte ]      [ Literatur ]      [ Die Hyper-Bibliothek ]      [ Systemtheorie ]     

Neue Zwecke für die neuen Werkzeuge müssen sich erst entwickeln. Beim Telefon waren es nachgewiesenermassen die Hausfrauen der Manager, die das Chatten entdeckten und zeigten, was das Telefon eigentlich ist - den die Erfinder wollten damit zuhause Symphoniekonzerte hören. Und dass ich heute alles mittels eines Computers schreibe, den ich nur ganz selten zum Rechnen benutze, hat sehr viel damit zu tun, dass viele Programmier merkten, dass man auf den Programmeditoren auch Liebesbriefe schreiben kann. Als sogenannte Textverarbeitungssysteme wurden diese Editoren erst verkauft, nachdem sie bereits tausendfach als solche benutzt wurden.

Der deutsche Physiker Phillip Reis führte 1861 das erste funktionsfähige Gerät zur Ton-Übertragung auf elektrischem Weg vor und prägte auch den Begriff „Telephon“. Der Apparat eignete sich vor allem zur Übertragung von Musik. Sprache ließ sich ebenfalls wiedergeben, blieb aber noch schwer verständlich. „Das Pferd frisst keinen Gurkensalat“ Der Legende nach begann der Siegeszug des Telefons mit Sätzen ohne Sinn. Bei einer Demonstration seiner Erfindung ließ sich Reis Textpassagen eines Buches über das Telefon vorlesen und wiederholte diese vor seinem Publikum. Ein skeptischer Beobachter argwöhnte jedoch, dass Reis das Buch möglicherweise auswendig gelernt
Um einen Schwindel auszuschließen, ließ er es sich nicht nehmen, die Sätze „Die Sonne ist von Kupfer“ oder „Das Pferd frisst keinen Gurkensalat“ selbst in das Telefon zu sprechen. Reis verstand zwar nicht genau, was das Pferd frisst, und dachte, die Sonne sei aus Zucker, aber das Publikum war dennoch überzeugt.

http://de.wikipedia.org/wiki/Theatrophon