Tautologie        zurück ]      [ Index ]      [ Literatur-Index ]      [ Die Hyper-Bibliothek ]     

Als Tautologie bezeichne ich die vollständige Redundanz. eine Folgerung, die in der Prämisse enthalten ist (Wenn P, dann P).

Beispiel:
Mathematische Sätze sind tautologisch zu den Axiomen, aus welchen sie abgeleitet werden.

Im Alltag werden Formulierungen als tautologisch bezeichntet, wenn sie einen Sachverhalt doppelt ausdrücken.

Beispiel:
Weisser Schimmel, tote Leiche, usw.
Junggesellen sind nicht verheiratete Männer

Umgangssprachliche Formulierungen extrem selten tautologisch, sie sind meistens nur redundant. Schimmel sagte eben mehr aus als weiss.

In der philosophischen Literatur werden sehr oft "implizite" Tautologien als Tautologien bezeichnet.

Beispiel:
"Es regnet oder es regnet nicht". Dieser Satz ist ein Beispiel von L. Wittgenstein. Er hat nicht die Struktur "wenn P, dann P", aber natürlich ist leicht erkennbar, dass er in gewisser Hinsicht zu dieser Struktur äquivalent ist: er ist logisch so richtig, wie jede Tautologie.

J. Searle zeigt anhand dieses Satzes, dass Tautologien im Sprechakt sinnvoll sein können. Natürlich sind so weit gefasste Tautologien auch formal sinnvoll, etwa als Gleichungen: (2 + 2 = 4), wo auf beiden Seiten das Gleiche steht.In diesem weit gefassten Sinn sind auch Begriffe und ihre Definitionen Tautologien: eine Maschine ist das gleiche wie ein angetriebenes Werkzeug (wenn man diese Definition akzeptiert.


Duden-Lexirom:
1. einen Sachverhalt doppelt wiedergebende Fügung (z.B. schwarzer Rappe, alter Greis). 2. = Pleonasmus (1); vgl.
Redundanz (2 b). 3. (auf Grund formallogischer Gründe) wahre Aussage (Logik).

Tautologie und totale Redundanz: z.B. das Syntagma "ganz-total"
Pleonasmus: teilweise Redundanz: weisser Schimmel