Die Physik besteht aus einer formalsprachlichen Terminologie und einer umgangssprachlichen Erläuterung zu dieser Terminologie. Der formale Teil besteht im wesentlichen aus Formeln, mit welchen physikalische Gesetzmässigkeiten beschrieben werden. Die umganssprachlichen Erläuterungen geben Deutungen zu den in den Formeln verwendeten Symbole, indem Methoden beschrieben werden (siehe Arbeit und Energie).
Konvention: Physik ist eine Naturwissenschaft. Sie beschreibt Methoden des Messens und reflektiert Theorien und mithin Voraussetzungen, die hinter diesen Methoden stehen. Man unterscheidet historisch folgende Theoriekonzepte Mechanik, Elektrodynamik, Thermodynamik, Relativitätstheorie, Quantenphysik, die gemeinhin als relativierende Ueberlagerungen in Form von je allgemeineren Ansätzen verstanden werden.
In einer mehr kognitiven Perspektive unterscheide ich Naturlehren (und Metaphysik(en)) (Aristoteles), experimentell-hypotetische Physik (G. Galilei), systematisch-mathematische Physik (I. Newton) und esoterische Physik (A. Einstein).
Aristoteles war noch an einer philosophischen Gesamtschau interessiert, er unterschied aber die Physik als speziellen Erkenntnisbereich, der sich mit "Gesetzen" der Natur (oder eher Wissensbeständen über die materielle Natur) befasst: Seine Naturphilosophie befasst sich mit den Arten und Prinzipien der Veränderung und mit Substanz.
G. Galilei erfand die Physik als Wissenschaft, indem er das Experimentieren mit Hypothesen erfunden hat, etwa in der Fiktion des freien Falls. Er war der erste, der bewusst fiktive, ideale Gesetze erfand. Das Experiment als Ueberprüfung der Erfahrung kannte schon Aristoteles.
I. Newton mathematisierte das physikalische Denken. In seiner Philosophiae Naturalis Principia Mathematica, in welcher er mit seinem Gravitationsgesetz die universelle Gravitation und die Bewegungsgesetze beschrieb, geht es weniger um die Mechanik, die er als physikalisches Objekt begründetet, als um die Perspektive auf diese Mechanik, die generell mathematisiert und nur noch formale Aspekte beschreibt. So wird etwa nicht zwischen Energie und Arbeit unterschieden, weil das physikalisch nicht interessant ist, was sich unter anderem in derselben SI-Einheit zeigt.
A. Einstein relativierte mit seiner Relativitätstheorie die mechanischen Auffassungen vollends. Während die Physik davor noch anhand von Mechanismen illustriert werden konnte, wurde sie durch auf dieser Stufe zur Esoterik im engeren Sinne des Wortes. Die Relativitätstheorie und die Quantenmechanik sind Kalküle, die logische Inkonsistenzen der mechanischen Auffassung behandeln.
Als mechanische Physik bezeichne ich eine spezifische Verallgemeinerung der Technologie, die durch G. Galilei und I. Newton inszeniert wurde. Als die Technologie der Renaissance produktiv als Beschreibung von Werkzeugen und Maschinen erkannt wurde, entwickelte sich eine Physik, die die Grundlagen dieser Techniken untersuchte, sich also mit der Mechanik von Mechanismen befasste, also Kraft und Arbeit untersuchte.
Diese mechanische Physik entstand unter zwei historischen Bedingungen. Zum einem wurde in der Renaissance die Technik wie in der Antike, wo sie herkam, verspielt: Es wurden oft Spielzeuge und Uhren statt Maschinen konstruiert. Die Uhr gilt heute noch als mechanische Technik schlechthin. Zum andern war die Physik Teil einer Philosophie, die sich mit Substanz und nicht mit Technik befasste. Erst die Renaissance brachte Philosophen hervor, die Mathematik und Logik auf Mechanismen bezogen und ein technisches Flair entwickelten: beispielsweise B. Pascal und G. Leibniz ...
[]H. von Foerster über Verstehen in der Physik
Eine Darstellung der Physik
kommt noch ;-)