Pädagogik heisst die Disziplin, die sich - normativ und/oder empirisch, respektive präskriptiv oder deskriptiv - mit Lehrplänen und Unterrichtsmethoden befasst.
In der ursprünglichen Bedeutung des Wortes "Pädagoge" sind diese wesentlichen Prinzipien noch deutlich erkennbar. Das dem Fremdwort zugrunde liegende griechische Substantiv paid-agogos, bedeutet wörtlich "Kinder-Führer". Das Wort bezeichnete einen Sklaven, der die Kinder aus dem Hause der Eltern zu den Lehrern und von dort wieder nach Hause zurück geleitete, also jemanden, der den Weg zur Lehre überwachte oder die Kinder allenfalls zum "Erzieher" gezogen hat. Im Sinne eines "Betreuers" gelangte das Wort über das lateinische paedagogus im 15. Jahrhundert als Fremdwort ins Deutsche, wo es zuerst speziell für Privatlehrer verwendet wurde, die eigentliche Angestellte (der Eltern) ihrer Schüler waren. In diesen Verhältnissen war noch offensichtlich, dass die Pädagogen als Untergeordnete dafür verantwortlich waren, dass die Schüler sich lernend entwickeln konnten.
Ausführlicher in: Todesco, R.: Pädgagogik und Jenseits von Pädgagogik und Didaktik.
Manchmal wird die Didaktik als Teilgebiet der Pädagogik aufgefasst, dann werden sinnigerweise auch die Bestimmungen der Didaktik der Pädagogik zugerechnet.
Eine konstruktivistische Pädagogik fokusiert das Lernen, nicht den zu lernenden Gegenstand. Sie ist lernorientiert, nicht sachorientiert. Anhand eines einfachen Beispiels erläutert Ernst von Glasersfeld:
Ein Schüler sagt, das 2+ 3 = 6 ist. Jetzt ist nicht die Frage, ob das richtig oder falsch ist, sondern, was der Schüler macht, um zu diesem Resultat zu kommen.
Pädagogik und Didaktik sind Strategien, um Schüler zum Lernen zu veranlassen. Vergl. Jenseits einer konstruktivistischen Pädgagogik.
LexiRom (Duden/Meyer) schreibt:
Pädagogik: Wissenschaft von der Erziehung und Ausbildung.
- Die normative Pädagogik geht von einem außerhalb ihrer selbst begründeten ethischen, religiösen oder konventionellen Normensystem (Wertgefüge) aus, erarbeitet auch selber Normen und Werte.
- Die geisteswissenschaftliche oder hermeneutische Pädagogik sucht die aktuelle, geschichtlich gewordene Erziehungspraxis in Sinn, Struktur und Bedingtheit zu verstehen, um die pädagogische Zielsetzungen weiterzuentwickeln, wobei tradierte Werte (Normen) wie Freiheit und Selbstbestimmung im Mittelpunkt stehen.
- Die erfahrungswissenschaftliche oder empirische Pädagogik (auch Erziehungswissenschaft) will mit Hilfe eines differenzierten Instrumentariums (Beobachtungen, Interviews, statistischen Erhebungen, Experimente, Tests) die Erziehungswirklichkeit beschreiben und erklären sowie hieraus Prognosen über pädagogische Phänomene formulieren.
- Gegenstand der Schul-Pädagogik sind allgemeine Didaktik und Methodik (heute auch Unterrichtsforschung genannt),
Gymnasial-Pädagogik, Recht, Verwaltungsform und Organisationsstruktur der Schule sowie deren Stellung in der Gesellschaft.
- Berufs-, Wirtschafts- und Arbeits-Pädagogik befassen sich mit den Bedingungen der Arbeits- und Wirtschaftswelt, um die Entwicklung des Berufswesens einschätzen und für die Gestaltung von Arbeitsplatz und Ausbildung Empfehlungen geben zu können.
- Die Sozial-Pädagogik befaßt sich mit den Schwierigkeiten, die sich für zahlreichen Menschen aus der Unübersichtlichkeit des modernen Lebens ergeben und forscht nach der richtigen Weise der Beratung und Hilfestellung.
- Die Früh-Pädagogik beschäftigt sich mit den Bedürfnissen des Kindes im Vorschulalter, insbesondere mit Fragen der Fremdbetreuung (Tagesmutter), der Adoption und sonstigen familienpolitischen Maßnahmen.
- Gegenstand der Erwachsenen-Pädagogik ist eine empirisch fundierte Theorie des Lehrens und Lernens in der 2. Bildungsphase.
- Die Sonder-Pädagogik ist die Theorie und Praxis der Erziehung und Unterrichtung von behinderten Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen.
Statt zu erläutern, was Pädagogik ist, werden beliebige Unterabteilungen aufgelistet. Dass sich die empirische Pädagogik empirsch verhält und dass sich die Arbeitspädagogik mit der Arbeit befasst ist nicht sehr erhellend.
Die Gegenstandsbestimmung der Pädagogik fehlt, dafür wird eine Gegenstandsbestimmung für Schul-Pädagogik geliefert, die so abstrakt ist, dass sie wohl für jede Pädagogik gelten könnte - wenn sie plausibel wäre. Sie wiederspieglt aber nur das Curriculum eines durchschnittlichen Pädagogik-Studiums, also einen Verschnitt von vielen Einzelwissenschaften wie Didaktik, Recht und Soziologie.
Selbstreferentiell bestimmt die Pädagogik natürlich auch den Lehrplan der Pädagogik.