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Ich mache drei Differenzen: organisiert sein, Arbeitsteilung und System

1) Differenztheoretisch sehe ich Organisation durch die Differenz zwischen eine Organisation zu sein (zB Vereine, Unternehmen) und eine Organisation zu haben (nach Regeln zu funktionieren), die im "organisiert sein" aufgehoben ist, worin eine Organisation (Sein) eine Organisation hat (Haben). Eine konventionelle Gewerkschaft ist eine Organisation, ihre Mitglieder sind organisiert, sie haben verschiedene Funktionen und Aufgaben innerhalb der Organisation.

2) Differenztheoretisch sehe ich Organisation durch die Differenz zwischen Organisation und innerbetrieblicher Arbeitsteilung. Jede Arbeitsteilung muss durch eine Organisation aufgehoben werden. Organisation macht nur Sinn, wo Arbeit betrieblich geteilt wurde.
Hier knüpft die Wortverwendung an, wenn ich sage dass ich meinen Haushalt gut organisiert habe und damit meine, dass ich die Tätigkeit des Haushaltens sinnvoll und effizient in Einzeltätigkeiten aufgetrennt habe.
Die Gesamtarbeit wird in Teilarbeiten aufgetrennt, die dann zur Gesamtarbeit organisiert werden.

3) Differenztheoretisch sehe ich Organisation durch die Differenz zwischen Organisation und System. Organisation ist funktionaler und alltagsnäher (theorielos) gedacht, fungiert aber gleich wie System als Ganzes innerhalb einer Umwelt.
Quasietymologisch dient der Organismus als Metapherspender für eine spezifische Intrumentalisierung von Menschen als Organe (Werkzeuge) zur Erreichung von wirtschaftlichen Zielen (Organisation heisst "der Zusammenschluß von Menschen zur Durchsetzung bestimmter Ziele" Meyers Lexikon).

Als Organisation bezeichne ich die Hypotstasierung einer Beobachtung, durch die eine Kooperation von funktionalen Teilen eines Ganzen (als Ganzheit abgegrentzes) beschrieben wird.
- Das Ganze bezeichne ich in der Perspektive der organisierten Teile als Organisation (Das Ganze IST eine Organisation)
- Die spezifische (An)Ordnung der Teile bezeichne ich in der Perspektive des Ganzen als Organisation (Das Ganze HAT eine Organisation).

Als Ganzes (Wahl der Systemgrenze) Da ich mir hinreichend abstrakt eine Arbeitsteilung zwischen Robotern, als mechanischen Teilen vorstellen kann, kann ich alles, was quasi "arbeitet", also ein Ziel verfolgt, als Organisation betrachten.

Die Struktur einer Organisation beschreibe ich durch ein Organigramm, in welchem ich funktionale Einheiten definiere. Den Einheiten wird eine Aufgabe (Funktion) zugeordnet, im expliziten Fall als Pflichtenheft, oft werden auch Rollen beschrieben.
Die Operation der Organisation wird oft als Ablauf bezeichnet, aber normalerweise (wenn nicht systemtheoretische Aspekte einfliessen) nicht beschrieben, sie wird im Aufbau impliziert.

Beispiel: Eine Maschinenfabrik
Die Organisation einer Maschinenfrabrik stelle ich mittels eines Organigrammes dar. Die Maschinenfabrik hat dann beispielsweise verschiedene Abteilungen wie Planung, Einkauf, Produktioin, Verkauf usw. Die einzelnen Abeteilungen kann ich weiter unterteilen und allenfalls in komplementären Strukturen verbinden.

Die Teile und die Struktur einer Organisation können sich verändern, ohne den Zweck der Organisation zu verändern. Deshalb kann ich die Organisation im Hinblick auf deren Zweck optimieren.

im Beispiel:
Die Arbeiter des Unternehmens können durch andere Arbeiter oder durch Roboter ersetzt werden und die Art der Kooperation kann sich verändern, obwohl das Unternehmen immer noch Maschinen produziert.
Als Unternehmen produziert die Organisation Gewinn, das heisst, sie kann in dieser Hinsicht auch ihr Produkt wechseln und die Organisation weitesgehend beibehalten.

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Autopoietische Organisation / Selbstorganisation:

Dadurch, dass sich die Mitglieder organisieren, entsteht die Organisation. Diesen Prozess bezeichne ich als Selbstorganisation oder Autopoiese.

Verwaltungen sind oft "schlecht organisiert". In dieser Sichtweise wird die Organisation der Organisation kritisiert, nomalerweise denke ich dabei an eine fremdbestimmte, allopoietische "Organisation", in welcher sich die Teile nicht organisieren, sondern etwa durch Stellenbeschreib und Dienstreglement "organisiert" werden.


Hinweise:
- Maturana (1985:139) "Organisation" bezeichnet die Relationen zwischen den Bestandteilen eines Systems, die dieses System als Einheit definieren.
- Soziale Organisationen können auch ihren Zweck verändern, deshalb ist der Begriff doppeldeutig (vgl dazu Maturana 1985:140

Anmerkung zur Selbstorganisation
Der tierische Körper organisiert seine Reproduktion durch die Aufrechterhaltung einer dissipativen Struktur, in welcher fortlaufend neue Körperzellen alte ersetzten.

Synonym: sozio-technisches System