Kamera obscura        zurück ]      [ Stichworte ]      [ Die Hyper-Bibliothek ]      [ Systemtheorie ]         [ Meine Bücher ]

Als Kamera obscura (obscura für dunkel) oder auch Lochkamera bezeichne ich eine dunkle Kammer, in welche durch ein kleines Loch Licht einfallen kann. Auf der dem Loch gegenüberliegenden Seite entsteht ein spiegelverkehrtes und auf dem Kopf stehendes Abbild.

Die Kamera obscura beruht auf einem physikalischen Phänomen, nach welchem das Licht, das durch ein kleines Loch in einen ansonsten lichtdichten Hohlkörper fällt, eine - spiegelverkehrte - Projektion des Aussenraumes erzeugt. Es wissen die Götter, warum das so ist, aber auf demselben Prinzip beruht auch der Spiegel, der mich mir zeigt und natürlich mein Sehen überhaupt. Lichtstrahlen (falls es so was gibt) transportieren Bilder von Gegegenständen, bei welchen sie vorbeigekommen sind.

Die Kamera obscura wurde schon von Aristoteles in "Problemata physica" beschrieben und ist seit R. Bacon im 13. Jhd. ein exemplarisches Instrument jeder Anschaung. Im 18. Jahrhundert wurde sie als Gerät zum Skizzien genutzt. Mit einem Blatt Papier auf der Glasscheibe konnte das betrachtete Objekt direkt kopiert werden.
Es handelt sich sozusagen um die Keimform der Kamera, bei welcher der Fotograf das flüchtige Bild festhalten muss.
Während die Philosophen - etwa Descartes noch viel Aufhebens für des Verstehen von Bewusstsein machten, hatte K. Marx die Metapher in der "Ideoelogie" mit "auf die Füsse stellen" bereits als solche abgehandelt. Die Metapher bekam aber einen völlig neuen Sinn, als anstelle der schwarzen Rückwand eine zunächst eine lichtempfindliche Platte und dann ein neuronales Netzwerk in der KI als Retina trat, ein neue Bedeutung bekam, die S. Ceccato vorweggenommen hatte:
Die Frage ist, wie auf einer Fläche von Lichtpunkten Gegenstände erkannt werden. Wichtige Beiträge kamen von der Gestaltpsychologie, etwa von F. Heider, und vor allem von der Epistemologie von J. Piaget.

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Bildquelle: Wikipedia

Die Kamera obscura steht exemplarisch dafür, wie sich Vorstellungen anhand der Technik entwickeln, insbesondere auch die Vorstellung der Vorstellung als Abbild in einem Schädel als Kamera - bis auf den heutigen Tag. S. Ceccato meinte in seinem Werk Il Punto die Wahrnehmung brauche eine Aufmerksamkeit und ein Gedächtnis. Mittlerweile hat sich die Fragestellung etwas verändert, weil in der KI auch für diese beiden Sachen bereits allerlei Technik entwickelt wurde.


 
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