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Die Metapher: Als "elektronisches" oder "logisches" Gatter bezeichne ich eine "Strom-Türe", die unter bestimmten Umständen offen und unter anderen Umständen geschlossen ist. Durch ein offenes Gatter fliesst Strom zum nächsten Gatter, das wieder offen oder geschlossen ist. Gatter bilden die Bausteine des Prozessors.

Als Gatter bezeichne ich eine Schaltung, die dazu dient, Signalflüsse durch die Schaltalgebra logisch beschreibbar zu machen. Die Gatter fungieren als logische Funktionen (UND, ODER, NICHT).

Das nebenan abgebildete Gatter realisiert eine ODER-Verknüfpnung: Wenn auf A ODER auf B ein Stromfliesst, wird die Schaltung geschlossen, so dass auf Y ein Strom fliesst.

Die schematische Darstellung zeigt, dass in Y dabei weder der Strom von A noch von B fliesst, sondern Strom aus einer eigenen Quelle. A und B sind sekundäre Energien, also Signale, die den primären Strom Y steuern.

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Jedes Gatter lässt sich durch NOR-Gatter äquvalent darstellen.


Zur Geschichte ...

Die Gatter-Logik ist ein Binärsystem, wie es zuerst von G. Leibniz beschrieben wurde (1705), wobei er auch erläuterte, wie unter Verwendung dieses Systems die Prinzipien der Arithmetik und Logik kombiniert werden können.
C. Babbage's Analytical Engine gilt als erste Anwendung von mechanischen Gattern.
1891 patentierte A. Strowger eine "Einheit, die einen Logikgatter-Schalterstromkreis enthält" , ab 1898 ersetzte N. Tesla Relais durch Elektronenröhren. L. De Forest machte 1907 aus Elektronenröhre UND-Gatter.
Der L. Wittgenstein führte 1921 im Theorem 5.101 seiner Abhandlung Tractatus Logico-Philosophicus die erste Wahrheitstabelle ein.
C. Shannon führte 1937 die Booleschen Algebra zur Beschreibung von Stromkreisschaltungen ein.

... und zur Geschicht dieser Geschichte

Die "Logik" erscheint in dieser Geschichte als Philosophie und Mathematik, die lange vor den Stromkreisschaltungen entwickelt wurde. So erscheint die Schaltung als Anwendung einer Philosophie - und nicht die Philosophie als Beschreibung einer technischen Konstruktion.

Hintergrund ist eine naive historische Auffassung anstelle einer logisch-genetischen Entwicklung, in welcher die philosophische Algebra als formale Beschreibung der Werkzeugentwicklung erscheint.


 
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