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"Finanzkrise" ist ein Schlagwort der politischen Oekonomie, die Begriffe wie Finanzen oder Geld sehr eigenwillig verwendet.


Rolf Todesco - Aktuell lässt sich die griechische Nation als kapitalistische Wirtschaft beschreiben/begreifen. Wenn man das tut, merkt man sofort: Es gibt sie nicht DIE Griechen, sondern es gibt griechische Kapitalisten die ziemlich andere Interessen haben als die griechischen Proletarier. Aber vielleicht kann man ja die griechische Nation auch ganz anders begreifen, so dass man ernsthaft von DEN Griechen sprechen kann. Ich weiss nur nicht, wie Ihr das macht. Rolf Todesco - Ein Verbot von Leerverkäufen ist nicht möglich, man kann nur den Ausdruck verbieten, aber nicht die Sache selbst. Der Markt entscheidet, was gekauft wird (und was nicht). Rolf Todesco - +Richard Weintraub das ist die Lehre der aktuellen politischen Oekonomie. Sie passt den Kapitalisten bestens. Sie ist nicht richtig oder falsch, sondern vom Standpunkt abhängig. Sie focusiert aber darauf, den Standpunkt oder die Beobachterperspektive draussen zu lassen, also so zu tun, wie wenn wir alle im gleichen Boot sitzen müssten. Rolf Todesco - +Richard Weintraub ein substantieller Verbesserungsvorschlag, den ich durch die konstruktivistische Literatur bekommen habe, bestand darin zu erkennen, dass es DAS System nicht gibt, sondern dass es nur beobachtergemachte Beschreibungen davon gibt. Es gehört ja gerade zur politischen Oekonomie, die Wirklichkeit objektiv zu beschreiben, statt sich mit dem je eigenen Standpunkt zu befassen. Wer bitte weiss weshalb, wie ES wirklich ist? Wie wirklich ist die Wirklichkeit? Rolf Todesco - ah und noch zur Sache: Schulden und Schuld sind nicht ganz zufällig leicht zu verwechseln, es sind theologische Konzepte, wenn nicht mal gerade von Schulden die Rede ist, die man mit Geld tilgen kann (was hier aber sehr selten der Fall ist (ausser wenn einer von seinen privaten Famileienverhältnisse spricht ;-) Rolf Todesco - +Sebastian Rau diese Formulierung liebe ich sehr: "ich kenen jetzt gerade keine anderen Standpunkt ..." Sie öffnet das Verhältnis zum Standpunkt ;-) 11:48 - Bearbeiten +1 Rolf Todesco - +Chräcker Heller Wann endlich muss ich nicht mehr DIE Griechen lesen, weil es ja soviel griechische Kapitalisten gibt, denen das Spiel so gut gefällt, weil sie so viel davon profitieren, dass sie um kein Geld der Welt gerettet werden möchten. (Allein das Onnasis-Erbe würde alle Probleme dieses kleinen Wirtschaftraumes wegräumen) 11:51 - Bearbeiten Rolf Todesco - +Richard Weintraub Die Geldschöpfungstheorie ist- perspektivisch !! - der nackte Unsinn. In welcher Perspektive? Ich unterscheide zwischen Geld und Schulden. Wer Schulden macht schöpft gar nichts, sondern macht Schulden. Wer Geld macht, verhält sich währungskonform. Das heisst ich muss die Währung als Verfassung verstehen und verstehen, wie sie interpretiert wird. Ich muss also verstehen, wer etwas davon hat zu sagen, dass Geld Schulden seien und dass deshalb Schulden Geld sei. Rolf Todesco - +Richard Weintraub Perspektivisch ist die Verwendung der Begriffe: Wenn dieses spezielle Verhältnis mit demselben Begriff gedacht wird wie ein ganz anderes Verhältnis wo ich etwa beim Warentausch auf dem Markt meinen Tauschbeitrag nicht begleiche und deshalb Schulden mache. In einer Perspektive sind diese beiden Verhältnisse gleich und im einer anderen Perspektive werden sie unterschieden. Das bezeichne ich als Perspektive Und zur Sache: Selbst wenn man Deiner Formulierung folgt, was man ja perspektivisch durchaus tun kann, folgt daraus gerade keine Geldschöpfung im Sinne des Fiates. Es wäre eine ganz gewöhnliche "Schuld" und würde keinerlei Komplikationen verursachen, weil sie im Unterschied zum SchuldenFiat einer natürlichen Begrenzung unterliegt. Sorry, das ist natürlich nicht so, aber ich sehe es so ;-) Rolf Todesco - +Chräcker Heller ach das habe ich doch schon getan, aber dann fängt die eigentliche Geschichte an: man muss die Teufel von den nicht-Teufeln unterscheiden und kommt wohl zum YinYang des eigenen Lebens. Ich bespielsweise habe mein bisschen Geld auf der Bank und ich habe auch (nicht nur ein bisschen) Schulden bei der Bank (allerdings solche, die ch mit Geld bereinigen könnte - wenn ichs denn hätte :-( Rolf Todesco - ich sehe, was ich sehe, ich sehe nicht, was ich nicht sehe. Ich sehe aber, dass andere Menschen anderes sehen und kann mir so bewusst machen, was ich nicht sehen kann. Und vor allem, dass ich offensichtlich nicht sehen kann, wie es IST. Ich sehe es so (oder ich verwende die Wörter so): Die Nationalbank und die Bank tauschen nichts, während ich auf dem Markt tausche. Die gewöhnliche Schuld entsteht auf dem Markt und ist dort natürlich begrenzt. Das FiatMoney (das mit Geld gar nichts zu tun hat) beruht darauf, dass Banken als Gläubiger auftreten, ohne dass sie Geld haben. Sogenannte Leerkäufe auch wenn dieser Ausdruck in der politischen Oekonomie nicht verwendet wird. Stefan Münz - +Rolf Todesco Also ich verstehe dich so: wenn unsereins sich etwas anschaffen will und dafür einen Kredit bei einer Bank nimmt, hat er/sie anschließend Schulden bei der Bank, die er zurückzahlen muss (mal ganz losgelöst von der Zins- und Zinseszins-Thematik). Das ist ein für alle nachvollziehbarer Vorgang. Das gleiche Wort, also "Schulden", wird jedoch auch für den Vorgang verwendet, wenn Geld überhaupt erst mal in Umlauf gebracht wird. Und da widerspricht er aber unserer gängigen Vorstellung von "Schulden". Denn was per "fiat" in die Welt kommt, ist Schöpfung und nichts, was zurückgezahlt werden muss. Diese beiden Vorgänge möchtest du auseinanderhalten und nicht das gleiche Wort dafür benutzen. Woraus sich dann aber auch eine andere Sichtweise ergibt als die gängige und derzeit gesetzlich verankerte. Interessanterweise, so wurde ja in letzter Zeit oft bemerkt, ist es aber auch bei einfachen Geschäftsbankkrediten so, dass die Bank bei der Kreditvergabe nicht etwa etwas vegibt, was sie hat (genauer: nur zu mindestens 2% haben muss), sondern auch sie wendet das "fiat"-Prinzip an. Weshalb es ja schon Fälle gab, in denen radikale Gruppen dazu aufriefen, Kredite einfach nicht mehr zurückzuzahlen, weil die Bank einem nichts von sich abgegeben hat, sondern einfach nur etwas "definiert" hat. Insofern ist die Unterscheidung von normalen Kleineleuteschulden und den Schulden der Erstabnehmerbanken den Zentralbanken gebenüber vielleicht doch nicht haltbar. Stattdessen könnte aber gefragt werden, welche Alternativen es gibt, um Geld, also den den Schmierstoff der Wirtschaft, aus dem Nichts zu erschaffen. Oder ob man Wirtschaft auch anders in Gang bringt. Rolf Todesco - hmmm ... +Stefan Münz der Anfang in Deinem Text passt mir ganz genau: ich machen einen Unterschied, den man machen KANN, den aber andere (die ich dann als Klassenfeinde bezeichne) NICHT machen, was man eben auch KANN. Deshalb sage ich konstruktivistisch, dass es nicht SO oder SO IST, sondern dass ich Unterscheidungen mache oder nicht mache. (So schreibe ich ja meine ganze Systemtheorie ;--). Dann aber fällst Du quasi hinter die Unterscheidung zurück, indem Du schreibst, dass die Nationalbank Geld schöpfe. Das tut sie und kann sie in meiner Perspektive NICHT. Der Fiatmoneyprozess läuft ausschliesslich bei den (Geschäfts)Banken, die Nationalbank ist keine Bank. Nur die Banken geben Kredite ohne das Geld zu haben, das sie geben. Das kann die Nationalbank gerade nicht, weil sie das Geld, das sie gibt macht. Du siehst ICH mache da einen Unterschied, den man machen KANN aber nicht machen MUSS. Diejenigen, die die Nationalbank für eine Bank halten, also nicht unterscheiden, haben eine bestimmte Perspektive, die man eben haben kann. Genau diese Perspektive bezeichne ich als politische Ökonomie, was K. Marx so vorgeschlagen hat im Untertitel zum Kapital. Ich brauche keine Alternative zum Geld der Nationalbank. Das ist für mich eine ganz praktische Sache, ich kann nicht im Entferntesten sehen, wieso sich daraus Probleme ergeben könnten.
 
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