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Als Fadengitter bezeichne ich - in Bezug auf Perspektiven - ein Gitter, das als Schnittfläche zwischen dem Maler und seinem Malsujet gespannt wird, als Hilfsmittel, damit er sein Bildsujet besser abzeichnen und auf eine zweidimensionale Fläche übertragen kann.

L. Alberti definierte es in seinem zweiten Buch des Traktats „Della Pittura“ (1435/1436), als ein Perspektivbehelf zur naturgetreuen Darstellung auf einer Zeichenebene mit Hilfe eines Rasters, das proportionale Abschätzungen erlaubt, die dann auf das Blatt gezogen werden. Diese Abbildungsweise sieht die Übertragung von streckenrichtigen Figurenumrissen in ein parallelprojiziertes Abbild vor und ist vor allem für die Wiedergabe auf kleineren Bildträgern empfehlenswert (siehe auch Guckkasten in der WP)

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Raum in deutlicher Zentralperspektive, mit einer Vorrichtung
zum perspektivischen Zeichnen einer Landschaft. Diese wurde vom 16. bis
zum 18. Jahrhundert zum perspektivisch richtigen Abbilden verwendet.
Unbekannter Autor, 1710
Bilderquelle: Wikipedia

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Bilderquelle: Wikipedia
Eine Illustration dieser Vorrichtung fertigte A. Dürer später (1525) als Holzschnitt über die Vermessung einer Liegenden an und verbreitete so die Kenntnis darüber in Malerkreisen.


 
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