Erziehung        zurück ]      [ Stichworte ]      [ Literatur ]      [ Die Hyper-Bibliothek ]      [ Systemtheorie ]              [ Meine Bücher ]

Differenztheoretisch sehe ich Erziehung durch die Differenz zwischen Erziehung und Sozialisation, indem auf der Unterscheidungsseite der Erziehung die Sozialisation wiedereintritt, weil Erziehung die Sozialisation überlagert.

In einer spezifischen Differenz bezeichne ich als Sozialisation, was Menschen in einer Sozietät ohne Erziehung - also ohnehin oder naturwüchsig - passiert, und als Erziehung die manipulative Einflussnahme auf die Sozialisation.

Diese Differenz verdoppelt sich beim Lernen, das sowieso passiert, und dem Lehren, worin ich einen ausgeprägten Spezialfall der Erziehung sehe.

Erziehung sehe ich als Explikation, in welcher das, was Eltern noch implizieren, in einer öffentlichen Bildung ausgeführt wird, wodurch es auf die Eltern zurückprojiziert wird. Dabei geht es im primitivsten Fall um Konditionierung und entwickelteren Fall zu einer didaktisch angeleiteten Belehrung bis hin zur Aufhebung des Lehrens zugunsten einer Ermöglichung des Lernens (K. Holzkamp).

Institutionell kann man die Erziehung als Zertifizierung sehen, in welcher durch Abschlüsse belohnt wird (P. Fuchs). Die Abschlüsse belegen bestandene Prüfungen.


Hinweis:
Ich verwende die Differenz Kultur / Zivilisation in einer Analogie zur Differenz Sozialisation /Erziehung, worin Kultur ohnehin entsteht, während Zivilisation durchgesetzt wird.


 

Pink Floyd:
"We don't need no education
We dont need no thought control
No dark sarcasm in the classroom
Teachers leave them kids alone
Hey! Teachers! Leave them kids alone!
All in all it's just another brick in the wall.
All in all you're just another brick in the wall.
...
"Wrong, Do it again!"
"If you don't eat yer meat, you can't have any pudding. How can you
have any pudding if you don't eat yer meat?"
"You! Yes, you behind the bikesheds, stand still laddy!"

 


"Kant geht von dem Paradoxon aus, dass der Mensch erst zum Menschen werde durch Erziehung (vgl. Kant, 1803). Dabei sind, nach dessen Auffassung, Mittel von physischer und psychischer Gewalt, die das Kind unterdrücken und verletzen, legitim, wenn dies zum Ziel der Mündigkeit führen soll_kann (vgl. Kant, 1803). Rousseau schreibt in einem Text, den dixs Studierxs als Pflichtlektüre zur Vorlesung zur Verfügung gestellt bekamen, was mit einem Kind geschehen soll, das seine Mutter nicht achtet: " [...] dann sollte man dies Ungeheuer, das des Lichtes nicht würdig ist, vernichten" (Rousseau, 1762). Zudem ist Rousseau in "Emile" der Ansicht, dass ein Kind, das mehrmals Scheiben eingeschlagen hat "in ein dunkles Zimmer ohne Fenster" (Rousseau, 1762) einzuschließen ist" (https://akuniwatch.wordpress.com/2014/01/31/februar-2014/).

Literatur:
P. Fuchs: Hybride Erziehung

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