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Erkennung bezeichnet einen kognitiven Prozess der Abstraktion, bei dem eine Wahrnehmung einem Begriff oder Konzept zugeordnet wird. Im älteren Sprachgebrauch wird Erkennung (bzw. erkennen) auch im Sinne von Anerkennung oder Erkenntnis verwendet.
In der Psychologie und Neurologie bezeichnet Erkennung den Vorgang, mit dem Lebewesen (insbesondere Menschen) aus einer Sinneswahrnehmung (sensorischen Reizen) ein Modell ihrer Umwelt erzeugen, meist durch einen Vergleich mit einem vorher erlernten Muster. Dieses Leistungsvermögen wird auch als die gnostische Bedeutung der Sinnesorgane bezeichnet.[1]
Analog wird der Begriff in der Informatik und Robotik verwendet, um zu beschreiben, wie ein Computerprogramm durch Analyse von Sensordaten diese einem abstrakten Konzept zuordnet.
Siehe auch: Erkenntnistheorie Gesichtserkennung Mustererkennung Spracherkennung Wiedererkennung

Als Erkennen bezeichne ich, ...wie er in der Bibel verwendet wird, wo etwa steht "Adam erkannte Eva, seine Frau; sie wurde schwanger und gebar Kain. Da sagte sie: Ich habe einen Mann vom Herrn erworben. 2 Sie gebar ein zweites Mal, nämlich Abel, seinen Bruder. Abel wurde Schafhirt und Kain Ackerbauer" (Das Buch Genesis, Kapitel 4 Kain und Abel). Erkennen steht dabei für eine Fiktion des Machens. Adam hat Abel natürlich nicht gemacht, Abel ist wie jedes Lebewesen eine autopoietische Maschine, die sich selbstorganisiert. Erkennen steht also für eine spezifische Für-wahrnehmung, in welcher das Wahrgenommen als vom Wahrnehmenden Gemachtes (Konstruiertes) erscheint und als solches an-erkann wird. I. Newton sagte: "Hypothesis non fingo". Hypotheses werden erkannt.

Den Ausdruck "Erkennen" wird im Alltag - also jenseits der Erkenntnistheorie - intuitiv in unserem Sinn verwendet. Ich erkenne, was ich als solches anerkenne. Ein Mann kann wie Adam seine Vaterschaft für ein beliebiges Kind an-erkennen.


 

Literatur:

"Jedes Tun ist Erkennen, und jedes Erkennen ist Tun" und "Alles Gesagte ist von jemandem gesagt" sind "die Kernaphorismen des Buches" (Maturana, Baum der Erkenntnis:32)


 
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