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Epoché (Zurückhaltung) bezeichnet in der Philosophie der antiken Skepsis eine Enthaltung im Urteil, die sich aus der Einsicht in die Ungewissheit allen Wissens herleitet. Heidegger hat diese Enthaltung auch als Hinhalten, als noch nicht urteilen, betont.

Bei E. Husserl kennzeichnet "epoché" ein Methode der phänomenologischen Reduktion, die auf diesem noch nicht urteilen beruht, durch welche man zu Erkenntnissen über das Wesen des betrachteten Gegenstandes gelangen soll.

In gewisserweise gilt das etwa für die Bestimmung historischer Epochen: Die Renaissance ist als Epoche das Resultat einer (oderer mehrerer) Epoché: Während J. Michelet die Vielfalt der Ereignisse auf die neue Technologie reduzierte, sah J. Burckhardt auch sehr reduziert vor allem das Wiederaufleben der "klassischen " Kunst. Man kann die Epoché lesen als "Anfangspunkt" einer neuen Kategorisierung, die das Wesen hervorhebt.


Die Ab- oder Hin-halte-Taktik (bzw das Zögern und der Aufschub) ist ein Verhalten oder eine Haltung, die von Heidegger gern als Übersetzung des griechischen Wortes epoché (Enthaltung vom Urteil) verwendet wird. Das hat eine gewisse Verwandtschaft zu dem von Ihnen favorisierten "Skepsis"-Begriff (sképthesthai = schauen, spähen, das Skopische, was im französischen re-garder und garder heisst=betrachten, beobachten, anschauen, moralisch achten, aber auch: bewahren und schützen). Dogmatisch verkürzt würde ich sagen: Das (immer) skeptische Beobachten achtet (würdigt geglaubt, akkreditiert zu werden) schützt, bewahrt bereits und führt von sich aus in die paradoxe pseudo-eskamotalogische Schutz-Paradoxie (nimmt Etwas als Etwas in die Wahr-Haft, hält es für wahrhaft und verwechselt es), noch bevor der verbeamtete Schutzmann ums Eck kommt, vor dem Ede auf der Hut sein muss. (A. Luthardt in der Liste, 17.1.08).