Eisenbahnwagen
(Design-Entwicklung)
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Konrad Lorenz hat in einem ganz abwegigen Zusammenhang ein anschauliches Beispiel gegeben: Die ersten Wagons der Eisenbahnen sahen aus wie Kutschen. Im Laufe der Zeit wurden sie umgestaltet zu dem, was wir heute als Bahnwagon empfinden (etwa pro Wagen mehrere Abteils mit gemeinsamen Wagon-Eingang, während die ersten Eisenbahnwagen noch pro Abteil einen Eingang hatten). Dabei kann man sich fragen, ob die neuen Wagen neu designt oder erfunden wurden (Lorenz, K. Die Rückseite des Spiegels:292).


Lange Zeit blieb Eulenspiegel in Köln in der Herberge. Einmal begab es sich, daß man das Essen so spät zum Feuer brachte, daß es später Mittag wurde, ehe die Kost fertig war. Eulenspiegel verdroß es sehr, daß er so lange fasten sollte. Der Wirt sah es ihm wohl an, daß es ihn verdroß, und er sprach zu ihm: wer nicht warten könne, bis die Kost zubereitet sei, der möge essen, was er habe. Eulenspiegel ging in eine Ecke und aß eine trockene Semmel auf. Dann setzte er sich an den Herd und beträufelte den Braten, bis er gar war. Als es zwölf schlug, wurde der Tisch gedeckt, und das Essen wurde gebracht. Der Wirt setzte sich zu den Gästen, aber Eulenspiegel blieb in der Küche am Herd. Der Wirt sprach: »Wie, Eulenspiegel, willst du nicht mit am Tisch sitzen?« »Nein«, sagte er, »ich mag nichts mehr essen, ich bin durch den Geruch des Bratens satt geworden.« Der Wirt schwieg und aß mit den Gästen, die nach dem Essen ihre Zeche bezahlten. Der eine ging fort, der andere blieb, und Eulenspiegel saß bei dem Feuer. Da kam der Wirt mit dem Zahlbrett, war zornig und sprach zu Eulenspiegel, er möge zwei kölnische Weißpfennige für das Mahl darauflegen. Eulenspiegel sagte: »Herr Wirt, seid Ihr ein solcher Mann, daß Ihr Geld von einem nehmt, der Eure Speise nicht gegessen hat?« Der Wirt sprach feindlich, er müsse das Geld geben. Habe Eulenspiegel auch nichts gegessen, so sei er doch von dem Geruch satt geworden. Er habe bei dem Braten gesessen, das sei soviel, als habe er an der Tafel gesessen und habe gegessen. Das müsse er ihm für eine Mahlzeit anrechnen. Da zog Eulenspiegel einen kölnischen Weißpfennig hervor, warf ihn auf die Bank und sprach: »Herr Wirt, hört Ihr diesen Klang?« Der Wirt sagte: »Diesen Klang höre ich wohl.« Eulenspiegel nahm schnell wieder den Pfennig auf, steckte ihn in seinen Säckel und sprach: »Soviel Euch der Klang des Pfennigs hilft, soviel hilft mir der Geruch des Bratens in meinem Bauch.« Der Wirt wurde unwirsch, denn er wollte den Weißpfennig haben, aber Eulenspiegel wollte ihm den nicht geben und das Gericht entscheiden lassen. Der Wirt gab es auf und wollte nicht vor das Gericht. Er befürchtete, daß Eulenspiegel es ihm so heimzahlen würde wie mit dem Klapptisch, ließ ihn im guten fortgehen und schenkte ihm die Zeche. Eulenspiegel zog von dannen, wanderte fort vom Rhein und zog wieder in das Land Sachsen.
Wolfgang Schivelbuschs "Geschichte der Eisenbahnreise": "Diese ursprüngliche Anwendung von Maschinerie im Verkehrswesen und in der Landwirtschaft muß man sich vor Augen halten, will man das amerikanische Verhältnis zu Maschinerie, Mechanisierung, Industrialisierung verstehen. Werden in Europa Mechanisierung und Industrialisierung weithin als zerstörerisch erlebt, weil sie eine hoch entwickelte handwerkliche Kultur sowie eine ebenso hoch entwickelte Reisekultur ersetzen, so ist das Gegenteil in den USA der Fall. Hier gibt es zu Beginn des 19. Jahrhunderts, als die Dampfkraft eingeführt wird, weder eine entwickelte handwerkliche Kultur noch eine Kultur des Reisens. Die Situation ist gekennzeichnet durch ungeheure und praktisch wertlose Naturressourcen auf der einen Seite, sowie einen chronischen Mangel an Arbeitskräften auf der anderen. Jede Form der Mechanisierung wird daher, weil niemand durch sie arbeitslos wird, als schöpferisch erfahren. Die Mechanisierung des Verkehrswesens wird nicht wie in Europa als Zerstörung einer traditionellen Kulturlandschaft erlebt, sondern als Gewinnung einer Zivilisationslandschaft aus der bis dahin wertlosen, weil unzugänglichen Wildnis. Weil das Transportwesen nicht lediglich bestehenden Verkehr verwandelt, sondern neue Gebiete dem Verkehr erschließt, erscheint es in einem für europäische Verhältnisse unvorstellbarem Maße produktiv." (S. 85, dort noch mehr dazu)