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e-mail heisst ein sogenannter Internetdienst, welcher den Internet-Domains spezielle Rechner (smtp, pop) zuordnet, die anstelle von Webfoldern individuelle oder "persönliche" Ordner enthalten, so dass Dokumente im Internet quasi an "Personen" geschickt werden können. Technologisch wird damit ein traditionelles Kommunikationsmittel "Briefe schreiben" auf einem neueren Kommunikationsmittel "vernetzte Computer" simmuliert.

Die ersten "mails" waren Maillisten, also noch nicht individualisierte Vorgänger der e-mails. E-mails haben wesentlich zur Verbreitung des Internets beigetragen, weil sie das schon bekannte, kulturell verfestigte Bedürfnis "Brief" effizient und effektiv unterstützen.

Die Technikgeschichte zeigt, dass sich Techniken, die alte Verfahren unterstüzen, besonders oft Erfolg haben. Innovation muss sich immer hinter Tradition verstecken, damit sie leichter angenommen wird. Deshalb haben Auto und Eisenbahnen lange Zeit wie Pferdkutschen ausgesehen. Umgekehrt interpretieren solche Innovationen auch die traditionellen Verfahren in einem neuen Licht (vgl. Todesco 1999).

Nachdem Computer so vernetzt waren, dass man Dateien auf andern Computer "anwählen" konnte (Leitidee der Vernetzung), war es kleiner Schritt, Dateien auf andere Computer zu schicken. So entstanden die Maillisten. Dann war es wieder ein kleiner Schritt, die Computer virtuell zu individualisieren, also den Briefkasten-PC Analogieschluss zu leisten.

e-mail sind der reine Anachronismus !!

===============================0 C:\Users\todes\AppData\Local\Microsoft\Windows Live Mail ============= Geschichte[Bearbeiten] Vor dem Aufkommen von E-Mail wurden Nachrichten als Brief oder Telegramm, später auch – als die ersten beiden digitalen Übertragungsverfahren – Fernschreiben und Teletex sowie Fax übermittelt. Ende der 1980er Jahre begann dann der Erfolgsweg der E-Mail – sie war eine der ersten Anwendungen, die die Möglichkeiten des Arpanets nutzten. Die Einführung von E-Mail wurde nicht gezielt vorangetrieben, sondern eroberte das Netzwerk wegen des Benutzerverhaltens. Das überraschte die Arpanet-Initiatoren, denn noch 1967 hatte Lawrence Roberts, der spätere Leiter von IPTO, gesagt, die Möglichkeit des Austausches von Botschaften unter den Netzwerkteilnehmern sei kein wichtiger Beweggrund, um ein Netzwerk von wissenschaftlichen Rechnern aufzubauen („not an important motivation for a network of scientific computers“). Ein Vorläufer der E-Mail war das MAIL Systemkommando in der Erweiterung Multics des CTSS Time-Sharing-Systems am Massachusetts Institute of Technology, vorgeschlagen 1964/65 von den Systementwicklern Glenda Schroeder, Louis Pouzin und Pat Crisman und implementiert 1965 von Tom Van Vleck.[7][8] Möglichkeiten Mails im Arpanet zu versenden regte J. C. R. Licklider schon 1968 an und die Idee wurde unter den Entwicklern diskutiert (RFC 196, „Mail Box Protocol“ von Richard W. Watson vom 20. Juli 1971). Nachdem Multics, in dem ein Mail-Programm zur Kommunikation der Nutzer implementiert war, im Oktober 1971 an das Arpanet angeschlossen war folgte Anfang 1972 die Implementierung eines Mail-Programms über das Arpanet durch die MAC Networking Group unter Mike Padlipsky. Ray Tomlinson[9] hat im Jahr 1971 den ersten elektronischen Brief verschickt und gilt seitdem als Erfinder der Mail. Er war bei dem Forschungsunternehmen Bolt, Beranek and Newman (BBN) an der Entwicklung des Betriebssystems TENEX beteiligt, das auf vielen im Arpanet verbundenen Rechnern zur Verfügung stand, und beschäftigte sich dabei unter anderem mit dem Programm SNDMSG für die Übermittlung von Nachrichten unter den Benutzern des Großrechners und dem Protokoll CPYNET für die Übertragung von Dateien zwischen Computern.[10] Programme wie SNDMSG gab es wie erwähnt bereits seit den frühen 1960er Jahren. Sie ermöglichten Benutzern, den Mailboxen anderer Benutzer desselben Computers Text hinzuzufügen. Eine Mailbox war seinerzeit nichts weiter als eine einzelne Datei, die nur ein Benutzer lesen konnte. Tomlinson kam 1971 auf die Idee, CPYNET so zu ändern, dass es vorhandene Dateien ergänzen konnte und es dann in SNDMSG einzuarbeiten.[10] Die erste Anwendung dieser Kombination war eine Nachricht von Tomlinson an seine Kollegen, in der er Ende 1971 mitteilte, dass man nun Nachrichten übers Netzwerk senden konnte, indem man dem Benutzernamen des Adressaten das Zeichen „@“ und den Hostname des Computers anfügte.[10] Parallel zum Internet entwickelten sich zu Beginn der 1980er Jahre in den meisten Netzwerken Systeme, mit denen sich Nachrichten übertragen ließen. Dazu gehörten unter anderem Mailbox-Systeme, X.25, Novell und BTX. Diese Systeme wurden Mitte der 1990er durch die Verbreitung des Internets stark verdrängt. Aus dem Jahr 1982 stammt das Protokoll RFC 822. RFC 822 wurde im Jahr 2001 durch RFC 2822 ersetzt, das wiederum im Jahr 2008 durch RFC 5322 ersetzt wurde. Karlsruhe feiert mit einem 35 m²[11] großen Stadtschild sein Jubiläum: 25 Jahre E-Mail (August 2009) In Deutschland wurde am 3. August 1984 um 10:14 Uhr MEZ die erste Internet-E-Mail empfangen: Michael Rotert von der Universität Karlsruhe (TH) empfing unter seiner Adresse „rotert@germany“ eine Grußbotschaft von Laura Breeden („breeden@scnet-sh.arpa“) an der US-amerikanischen Plattform CSNET aus Cambridge (Massachusetts) zur elektronischen Kommunikation von Wissenschaftlern, die einen Tag zuvor (am 2. August 1984, 12:21 Uhr)[12] abgeschickt worden war. Eine Kopie dieser E-Mail wurde als „CC“ gleichzeitig an den Leiter des Projekts, Werner Zorn mit der Adresse („zorn@germany“), geschickt.[13] „Wilkomen in CSNET! Michael, This is your official welcome to CSNET.“ – Betreff und Gruß der ersten nach Deutschland gesendeten Internet-E-Mail Heute werden E-Mails meist per SMTP verschickt. Zum Abrufen der E-Mails vom Zielserver existieren verschiedene Verfahren, etwa das POP3- oder IMAP-Protokoll oder Webmail. X.400 ist ein offener Standard, der hauptsächlich im LAN oder WAN benutzt wird. Die erste große E-Mail-Diskussionsgruppe, die im Arpanet entstand, war eine Mailingliste namens „SF-LOVERS“, in der sich eine Reihe von DARPA-Forschern an öffentlichen Diskussionen über Science-Fiction beteiligte (Rheingold, 1994). SF-LOVERS tauchte in den späten 1970er Jahren im Arpanet auf. Zunächst wurde versucht, dagegen einzuschreiten, weil derartige Aktivitäten selbst bei liberalster Auslegung mit Forschung wenig zu tun hatten. Für einige Monate wurde die Liste deshalb gesperrt. Schließlich wurden die Verantwortlichen der DARPA aber mit dem Argument überzeugt, dass SF-LOVERS ein wichtiges Pilotprojekt zur Erforschung der Verwaltung und des Betriebs großer Mailinglisten war (Hauben, 1993). Die Systemingenieure mussten das System wiederholt umbauen, damit es das explosionsartig ansteigende Nachrichtenaufkommen bewältigen konnte. Im Jahr 2014 wurden in Deutschland rund 506,2 Milliarden E-Mails versendet.[14] Im Jahr 2015 waren weltweit schätzungsweise 4,353 Milliarden E-Mail-Konten von 2,586 Milliarden Nutzern in Gebrauch.[15] 81 % der Deutschen versendeten und empfingen im Jahr 2015 E-Mails.[14] ================= E-Mail versus Social Media und Wikis[Bearbeiten] Die Einfachheit ihrer Benutzung führte dazu, dass E-Mail zu einem weltweiten Standard in der elektronischen Kommunikation wurde. In der Unternehmenskommunikation wird allerdings inzwischen nicht nur die Informationsüberflutung durch die Flut der E-Mails als Problem wahrgenommen.[20] Die Tatsache, dass der Absender keine Kontrolle darüber hat, inwieweit seine E-Mail bearbeitet ist oder dass zu viele Mitarbeiter unnötig oder andere am Geschäftsvorgang Beteiligten unter Umständen gar nicht in Kenntnis gesetzt sind, begrenzt den Nutzen von E-Mail im betrieblichen Umfeld. Analysten gehen davon aus, dass in Zukunft der Kommunikationsanteil, welcher über Social Community Plattformen (mit Aufgabenlisten, Bearbeitungsstatus und Abonnementfunktionen) und Wikis anstelle von E-Mail oder Instant Messaging abgewickelt wird, dort ansteigen wird, wo Transparenz, Strukturierung und Vernetzung von Projektwissen von Bedeutung sind.[21] Moderne Netzwerke in wissensintensiven Unternehmen organisieren sich eher horizontal. E-Mails fördern aber in der Tendenz hierarchische Strukturen.[22] ================
 
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