Als Double-bind bezeichne ich in Anlehnung an G. Bateson Situationen, in welchen ich sich widersprechende Anforderungen nicht sinnvoll - sondern allenfalls mit Uebersprungshandlungen - ausweichen kann.
Ein Beispiel von Watzlawick war: Eine Mutter schenkt ihrem Sohn zwei Hemden. Eines davon zieht der Sohn an. Die Mutter: Was und das andere gefällt dir nicht?
Diese Möglichkeit wird im Roman als catch-22 bezeichnet. Sie bietet keine reale Fluchtmöglichkeit, denn von den Vorgesetzten wird nie ein Untergebener als geisteskrank eingestuft. Wenn man sich selber als geisteskrank meldet, dann greift catch-22.: Wer sich selber als geisteskrank meldet, um entlassen zu weren, der kann unmöglich geisteskrank sein, denn es ist nur höchst vernünftig, wenn einer mit allen Mitteln aus diesem Irrsinn des Krieges entkommen will.
Die notwendigen Ingredienzien einer double-bind-Situation, wie wir sie sehen, sind:
1. Zwei oder mehr Personen [...]
2. Wiederholte Erfahrung [...]
3. Ein primäres negatives Gebot. [...]
4. Ein sekundäres Gebot, das mit dem ersten auf einer abstrakten Ebene in Konflikt steht und wie das erste durch Strafen oder Signale verstärkt wird, die das Überleben bedrohen. [...]
5. Ein tertiäres Gebot, das dem Opfer verbietet, den Schauplatz zu fliehen. [...]
6 .Schliesslich ist die gesamte Menge von Ingredienzien nicht länger erforderlich, wenn das Opfer erst gelernt hat, sein Universum in double bind-Mustern wahrzunehmen. ( Ökologie des Geistes:276)