Eine Sonderform des künstlichen Menschen stellt der Cyborg (Cybernetic Organism = kybernetischer Organismus) dar, eine Mischform aus menschlichen und künstlichen Organismen. Der Ausdruck Cyborg stammt von den Naturwissenschaftlern M. Clynes und N. Kline. Sie schlugen vor, für Raumfahrtprojekte künstliche Menschen zu züchten, sie mit hochspezialisierten künstlichen Sinnesorganen zu versehen und ihre Organe wie Herz etc. durch stärker belastbare, künstliche Teile zu ersetzen. Der Cyborg der Science Fiction hat oft einen künstlichen Körper (»Vollprothese«) und nur noch ein menschliches Gehirn. Herbert W. Franke, ein deutscher Physiker und SF-Autor hat ernsthaft vorgeschlagen, für solche Weltraum-Cyborgs das Gehirn eines menschlichen Embryos zu verwenden, da es sich lebensfremden Bedingungen problemlos anpassen könne. Seeßlen-Klinger meinten dazu, daß solche Beispiele eine lustvolle Unterwerfung unter eine Technologie und Wissenschaft illustrieren, »die nicht einmal mehr den Aschein einer humanen Zielsetzung braucht.« (nach [SEEß 77.1], S. 113f.)
Quelle: http://www.kantel.de/robot/folio030.html
Der große französische Arzt Ambroise Paré (1510 - 1590) ging [...] noch einen Schritt weiter. Als ein Vordenker der modernen Prothetik »machte er sich darüber Gedanken, wie man die menschliche Hand durch eine mechanische Vorrichtung ersetzen konnte, die nach denselben Mechanismen und Hebelgesetzen arbeitete«, wie sin in verschiedenen Abhandlungen über Maschinen beschrieben wurden. Die aufgeschnittene Hand aus den Dix livres de chirurgie (Paris 1564) zeigt eine den menschlichen Muskeln entsprechende mechanische Vorrichtung; die Möglichkeiten, die dieses Modell eröffnet, sind wahrhaft atemberaubend. (verschieben!)