Autopoietisches System        zurück ]      [ Stichworte ]      [ Die Hyper-Bibliothek ]      [ Systemtheorie ]         [ Meine Bücher ]
 
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Das autopoietische Systeme wurde von H. Maturana erfunden und zunächst - ganz im Sinne der Kybernetik - als autopoietische Maschine bezeichnet. H. Maturana verwendete den Ausdruck für Lebewesen in einem biologischen Verständnis. Seine Biologie betrifft Lebewesen, nicht die Autopoies, die ein Theorie ist. Allein das hat zu vielen Missverständnissen geführt.
N. Luhmann hat die Autopiesis übernommen, aber nicht auf Lebewesen, sondern auf die Funktionssysteme von T. Parson angewendet, das heisst, er hat die Funktionssysteme durch eine neue Threorie betrachtet und so von autopoietischen Funktionssystemen gesprochen, was die Missverständnisse noch grösser macht.

Als autopoietische Systeme bezeichne ich Systeme, die die Funktionsweise von Wesen repräsentieren, die nicht hergestellt sind, also nicht von einem Hersteller bewusst intendiert sind (also keine Gegenstandsbedeutung haben). Das ist typischerweise bei Lebewesen der Fall, trifft aber in bestimmter Hinsicht auch für Organisationen, wie etwa eine Bibliothek zu.

Erläuterung:
Von autopoietischen Systemen spreche ich, wenn ich den Systemen keine Funktion, keinen Zweck zurechnen will. Ein Baum hat keinen Zweck. Ich kann ihn aber trotzdem wie allopoitische Systeme unter dem Gesichtspunkt einer Funktionsweise beobachten. Indem ich von einem Baum spreche, habe ich ein "baumiges" Wesen bestimmt.

Autopoietische Systeme haben keine Bestandteile, sondern Organe. Die Organe sind keine Teil, die zu einem Ganzen zusammengesetzt werden.


 
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