Anordnung        zurück ]      [ Stichworte ]      [ Die Hyper-Bibliothek ]      [ Systemtheorie ]         [ Meine Bücher ]
 
bild

Homonym: Ordnung verwende ich homonym in Klassifikationen wie der biologischen Taxonomie von C. Linné, wo Ordnung zwischen Klasse und Familie verwendet wird.

Jede Ordnung beruht auf einer Anordnung von Elementen.

========================= Hier geht es darum, dass ich Ordnung als Anordnung von Elementen betrachte. Dazu brauche ich eben Elemente und eine Hinsicht/Perspektive wie etwa Symmetrie oder Reihenfolge Mein Ausgangspunkt ist (Technische Intelligenz, ) ;;;;;;;;;; Der Ausdruck "Struktur" steht also für die geordnete Inhomogenität einer Menge von Teilentitäten, wobei Inhomogenität das Vorhandensein mehrerer und verschiedener Elemente bezeichnet (75). "Verschiedene Elemente" ist eine laxe Formulierung dafür, dass, wenn die Struktur nur ein Elementtyp enthält, quasi Nichtelemente andere Stellen der Anordnung besetzen. "Individuation" bezeichnet hier die Unterscheid- und Erkennbarkeit einer bestimmten Entität unter anderen Entitäten. Struktur ist eine "inhaltsleere" Eigenschaft, die es möglich macht, Entitäten jenseits von Inhalten quasi durch Form zu charakterisieren. Mit inhaltsleeren Begriffen kann man sich auf beliebige inhaltlich gebundene Dinge beziehen. So erscheint beispielsweise eine Ansammlung von Maschinenteilen wie Schrauben, Gehäuseteile, Dichtungen, Kolben und Stösselstangen - abstrakt - als eine abzählbare Menge von Entitäten. Natürlich gehört zu jeder In/Homogenität eine bestimmte Auflösungsfeinheit. Als Maschinenteile ist die Menge homogen, wenn man die einzelnen Teile unterscheidet, ist sie inhomogen. Die Ganzheitlichkeit oder Individuation einer Entität entspricht dann dem Grad ihrer quantifizierbaren strukturellen Ordnung, nicht mehr ihrem inhaltlichen Gebrauchswert oder Sinn. Für einen bestimmten, relativ unsensiblen Roboter, der beim Bau seiner Nachfolgegeneration Schrauben bestimmter Grösse benötigt, müssen diese so sortiert sein, dass er am selben Ort im- 75 Diese Parameterformulierung zur Struktur stammt von N.Bischof (Bischof,1982, 1f). Sie wird, worauf N.Bischof verweist, von H.Haken, beispielsweise in Erfolgsgeheimnisse der Natur (Haken,1981) impliziert. 94 mer dieselbe Schraubengrösse findet. Wären die Schrauben nicht oder nach einem anderen Kriterium als der Grösse sortiert, erschienen sie dem Roboter als Unordnung. Un-Ordnung bei den Schrauben zeigt sich dem Roboter darin, dass es zufällig ist, ob er jeweils eine richtige oder eine ungeeignete Schraube zieht. Ordnung ist die Negation dieser Zufälligkeit, wo Ordnung ist, zieht auch der relativ einfältige Roboter immer die richtige Schraube. Schliesslich kann das jeweilige Gesamt der geordneten Teile auch, von den einzelnen Teilen aus, als Organisation betrachtet werden. Alle gleich grossen Schrauben sind organisiert, wenn sie unter ihresgleichen in derselben Schachtel sind. Was vom jeweiligen Gesamt, also von der Schachtel her gesehen Ordnung ist, ist für die Teile ihre Organisation. Ordnung ist innen-, Organisation ist aussen-orientiert. Wir sagen umgangssprachlich, erstere hat Sinn, letztere hat Zweck. Die Ordnung einer Organisation ist sinnvoll, wenn die Organisation ihrem Zweck adaptiert ist. Wenn die Schrauben beispielsweise ihrer Grösse nach sortiert sind, ist ihre Organisation an ein bestimmtes Auflösungsvermögen des Roboters adaptiert. Ein Roboter, der ,merkt‘, ob er eine richtige Schraube ergreift oder nicht, ist an eine relative Desorganisation der Schraubenansammlung adaptiert. Abstrakt lässt sich strukturelle Ordnung als Wahrscheinlichkeit eines bestimmten Variablenwertes bei einer Messoperation, die Qualität und Auflösung festlegt, respektive als das Mass der Wahrscheinlichkeit, mit welcher die Anordnung der Elemente relativ zu anderen Elementen voraussagbar ist, interpretieren. Die Voraussagbarkeit beruht bei dieser Abstraktion auf zwei Ordnungsprinzipien, die durch unseren Roboter veranschaulicht werden. Wir unterscheiden Harmonie oder inneres Gleichgewicht und Organisation oder Adaption, je nach dem, ob die Vorhersage bezüglich der Qualität eines Elementes auf der Anordnung von Elementen innerhalb oder ausserhalb der Struktur beruht: 95 bild In einer Sache ist in diesem abstrakten Sinn um so mehr Ordnung, je sicherer sich die Art und die Anordnung der Teile vorhersagen lassen. Deshalb erscheinen beispielsweise symmetrische Figuren als relative Ordnungen. Hohe Ordnung entspricht betreffs des Informationsgehalts hoher Redundanz, sie lässt sich mit einer Formel quantifizieren (76). ;;;;;;;;;; H.Haken beispielsweise, der selbst sagt, dass "ein Vorgang (...) in vielen Fällen erst dann von Wissenschaftlern völlig verstanden ist, wenn dieser Vorgang sich auch durch Worte der Umgangssprache ohne jede Formel wiedergeben lässt" (Haken,1988,11), unterstellt wenig später zwei sehr verschiedene Dinge einer abstrakten "Unordnung": Einmal eine Menge von Gasmolekülen und einmal ein Kinderzimmer. Auch für ein Kinderzimmer sagt er: "Es gibt also genau einen Zustand der Ordnung" (Haken,1988,26). Was für die als numeriert gedachten Moleküle verständlich ist, ist für das Kinderzimmer, das der Anschaulichkeit dienen soll, ziemlich unsinnig. Die formale Ordnung der Gasmoleküle lässt sich beispielsweise durch Symmetriekriterien oder durch die Abzählungsvorschrift von L.Boltzmann reproduzierbar messen, die "Ordnung" im Kinderzimmer ist dagegen lediglich die der entscheidenden Person bekannte Anordnung verschiedener Dinge. Genau das übersieht nämlich, neben H.Haken, auch die von ihm beschriebene Putzfrau, die einem mehr oder weniger zerstreuten Professor den Schreibtisch, der sich in einer scheinbar grossen Unordnung befindet, aufräumt. Natürlich hätte der Professor, der auf dem von der Putzfrau "aufgeräumten" Tisch seine Unterlagen nicht mehr findet, in seiner vormaligen Unordnung - von seiner Zerstreutheit abgesehen - deren Lage genau voraussehen können. Aber eben nur er (85). ;;;;;;;;;;;;;;;;;;;;; ======================

Als Anordnung bezeichne ich ... etwas in eine bestimmte Reihenfolge oder Verteilung bringen, ... einen Auftrag, Befehl erteilen ...

siehe Bilder als Artefakte: formen und anordnen


 
[wp]