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Als Akademie bezeichne ich umgangssprachlich Körperschaften, die sich ausschliesslich der "akademischen " Forschung widmen, aber auch Institutionen wie Hochschulen, die Bildung und Forschung oft im Auftrag der öffentlichen Hand organisieren. Dabei ist "Akademie" in diesem Sinn ein euphemistischer Name, der an alte Traditionen erinnern soll.
Pseudo-etymologisch stammt der Ausdruck Akademie von der Platonischen Akademie ab, die sich beim Hain des griechischen Helden Akademos in Athen befand. Vorbild für die "Académie française" und die deutschen Sprachgesellschaften des 17. Jh. wurde die 1582 gegründete Accademia della Crusca in Florenz.

Als Akademie im eigentlichen Sinn bezeichne ich die in der Renaissance wiederbelebte Idee der ursprünglichen Universitas, also einer Institution, die im Unterschied zu den Universitäten des Mittelalters weder zweckgebundene Forschung noch berufsorientierte Ausbildung leistete, sondern als Ort des wissenschaftlichen Austausches gedacht waren (eben so wie sich die Renaissancer das "klassisch-platonische" Griechenland idealisierten. Im ursprünglichen Sinn war Wissenschaften nicht von Literatur und Kunst getrennt (weshalb auch im heutigen Sprachgebrauch Akademie für kulturelle Institutionen im allgemeinen verwendet wird und die wissenschaftlichen Akademien explizit daraufhinweisen, dass sie sich mit Wissenschaft befassen).

   
"Die Schule von Athen" von Raffael

 
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