Ästhetik        zurück ]      [ Stichworte ]      [ Literatur ]      [ Die Hyper-Bibliothek ]      [ Systemtheorie ]

In der metaphysischen Tradition der Philosophie der griechischen Sklavenhalter (Plato) unterscheide ich nachvollziehbar, schön und gut und nenne die drei entsprechenden Lehren Logik, Aesthetik und Ethik.

Im Alltag begegnet mir sehr oft, dass der Ausdruck "ästhetisch" so verwendet wird, dass ich ihn quasi synonym zu "schön" oder zu "künstlerisch wertvoll" auffassen muss. Ich selbst verwende den Ausdruck "Aesthetik" für die Lehre vom Schönen. Ich kann irgend etwas schön finden - und ich kann mich fragen, wann oder unter welchen Bedingungen ich irgend etwas schön finde. Eine Aesthetik, wie ich sie verstehe, erläutert, was für Schönheitsideale mir vorkommen, worauf sie gründen und welche Konsequenzen sie haben. Mit dem Ausdruck "ästhetisch" verweise ich nicht auf etwas Schönes, sondern auf einen Handlungszusammenhang, in welchem vom Schönen die Rede ist oder im Hinblick auf Schönheit gehandelt wird. Demnach sagt es mir buchstäblich nichts über einen Gegenstand, wenn ich höre, dass er sehr oder gar nicht aesthetisch sei. Es sagt mir aber, dass dieser Gegenstand unter dem Gesichtspunkt seiner Schönheit betrachtet wird. Aesthetik sagt in diesem Sinne etwas über den Beobachter, nicht etwas über den beobachteten Gegenstand.

Sozusagen "logisch" finde ich, dass ich mit den Ausdrücken "logisch" und "ethisch" eine parallele Erfahrung mache, wie mit dem Ausdruck "aesthetisch", da sie in meinem Gebrauch auch auf Lehren verweisen. Unter Ethik verstehe ich die Lehre des Moralischen, deshalb macht es für mich buchstäblich keinen Sinn, wenn ich höre, dass jemand ethisch oder gar nicht ethisch handelt. Ethik ist für mich eine Lehre, nicht etwas Gutes. Im Alltag höre ich aber sehr oft, dass der Ausdruck "ethisch" quasi synonym zu "gut" verwendet wird. Wenn man - wie dies Diktatoren im Sinne einer Tautologie immer tun - davon ausgeht, dass es nur eine Moral gibt, dann kann man "gut" und "moralisch" gleichsetzen - und eine Ethik braucht es dann gar nicht, weil die Ethik verschiedene Moralvorstellungen vergleicht. Und wenn man - wie dies Museums-Direktoren im Sinne einer Tautologie immer tun - davon ausgeht, dass klar ist, was schön ist, dann braucht es keine Aesthetik, weil die Aesthetik verschiedene Schöheitsvorstellungen vergleicht. Unter dem Gesichtspunkt der Herrschenden, die bestimmen, was schön und gut ist, kann man "ethisch" mit "gut" gleichsetzen und "ästhetisch" mit "schön". Ich herrsche aber nicht.


 

Warenästhetik, Ökologische Naturästhetik
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