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Die Um-Welt als Erklärung

Systemtheoretisch begreife ich meine Umwelt als System, also als Mechanismus, mit welchem ich meine Umwelt-Blackbox fülle.

Das "Umwelt-System" konstruiere ich so, wie die Naturwissenschaft die Natur beschreibt. In dieser "Natur-Maschine" gibt es Massen, die durch Kraftfelder ausbalanciert sind, die ich Sterne und Planeten nenne. Einen der Planeten nenne ich Erde. Einen der Sterne nenne ich Sonne. Von der Sonne fliesst Energie zur Erde, die ich Licht und Wärme nenne. Auf der Erde, die ein relativ grosser Gegenstand ist, gibt es viele kleinere Gegenstände. Alle Gegenstände auf der Erde "brechen" das Licht, das heisst, sie dienen wie als Reflektoren, die ein Lichtmuster erzeugen. Einige Gegenstände, die ich Lampen nenne, produzieren selbst Licht, so wie es die Sonne tut. Die Umwelt ist in diesem Sinne ein Lichtwellenmuster, das durch Gegenstände strukturiert wird. Dieses Muster repräsentiert meine Retina, die selbst ein Gegenstand ist, der "Licht"wellen strukturiert (Anmerkung 1).

Die Umwelt-Maschine, die ich so konstruiere, folgt den Konstruktionsprinzipien, die ich bei jeder Maschine verwende. Sie ist einfach etwas gross. Durch die Grösse der Maschine treten einige Qualitäten zu tage, die ich in kleinen Maschinen nicht organisieren kann. Die Massen, die sich schwebend in Balance halten, brauchen eine gewisse Grösse und einen gewissen Impuls, den ich Urknall nenne. Ich kann aber weitere Massen, etwa Sateliten in dieses Balanceverhältnis einfügen. Ich stelle mir diese Umwelt-Maschine entweder ohne herstellendes Subjekt vor und spreche von Selbstorgansation oder Autopoiese, oder ich stelle mir Gott vor, der diese Maschine und die Selbstorganisation als Herstellung beinhaltet.

Die Umwelt-Maschine beinhaltet ganz viele Teilmaschinen wie Bäume, Mähdrescher, Computer und Menschen, die ihrerseits weiter Maschinen herstellen, mit welchen ich lokale Phänomene erkläre. Aber alles, was zum Umwelt-System gehört, erzeugt eine gemeinsame energetische Oberfläche, die ich als Systemgrenze der Umwelt bezeichne und die mit meiner Beobachtersystemgrenze zusammenfällt.

Die Grenze des Beobachtersystems definiere ich durch meine Wahrnehmung. Alles, was ich wahrnehme, sind Eigenzustände. Bestimmte Eigenzustände rekonstruiere ich als Zustände von Sensoren, weil ich sie als Quellen innerhalbs des Beobachtersystems betrachte. Ich wähle damit in einem energetischen Kreislauf einen Anfang, um das Beobachtersystem, welches ich mit "ich" bezeichne, zu isolieren. Diese Grenze ist meine primäre Unterscheidung. Mein Körper fungiert als biologischer Roboter als Werkzeug meiner Wahrnehmung, er ist als Teil der Umwelt des Beobachtersystems. Und natürlich gehört auch mein Nervensystem zur meiner Konstruktion, die meine Wahrnehmung erklärt (Anmerkung 2).


Anweisungen:

Mache Dir bewusst, wie die Umwelt in Deinen Kopf oder in Dein Bewusstsein kommt.

    


 

Beispiel:
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Metakommunikation

Ich begreif "Umwelt als Erklärung" als das, was im Konstruktivismus gemeint wird, wenn davon die Rede ist, dass die Welt "konstruiert" ist. Expliziter sage ich damit, nicht die Welt ist konstuiert, sondern ich konstruiere eine Erklärung für meine Wahrnehmung, die ich als Umwelt bezeichne. èber die Welt spreche ich nie, ich wüsste nicht wie. Ich spreche über mich, indem ich meine Umwelt beschreibe.

In diesem Sinne sage ich auch, dass ich und meine Umwelt eine - nicht trennbare - Einheit bilden. Ohne mich gibt es meine Um-mich-herum-Welt nicht, und ohne meine Umwelt kann ich mich nicht wahrnehmen und nicht über mich sprechen.


 
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