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Re-Präsentationen

Wenn ich einen Gegenstand wahrnehme, habe ich weder den Gegenstand selbst, noch die an ihm gebrochenen Lichtwellen in meinen "Kopf". Meine Wahrnehmung ist immer eine Wahrnehmung meines eigenen Zustandes, also meiner Sinne und meiner Vorstellungen. Sinneswirklich sind Re-Präsentationen, die ich mittels der Sinne erlebe und deren Erleben ich durch Manipulation der Sinneswelt aufheben kann. Das, was ich etwa als wirkliches Bild erlebe, kann ich sehen und anfassen. Ich kann es von meinen Augen wegziehen, dann habe ich es immer noch in den Händen, aber sehe es nicht mehr. Die Entwicklung dieser Abhängigkeiten hat Piaget als Aufbau der Objektkonstanz untersucht. Mental sind Re-Präsentationen, die ich jenseits der Sinne, also in der Vorstellung erlebe.

Re-Präsentationen sind Bestandteil meiner Erfahrung als Beobachter. Sie sind keine Abbildungen (irgendeiner Wirklichkeit), sondern Eigenwerte der Wahrnehmung, die mir sinneswirklich oder mental präsent sind.

Die sinneswirklichen Gegenstände repräsentieren meine Vorstellungen, wie meine Vorstellungen die Gegenstände repräsentieren: ich nehme das eine als re-präsente Form des andern. Kant hat in seiner Kopernikanischen Wende vorgeschlagen, dass sich die Objekte nach den Vorstellungen richten. In meinem Verständnis des Radikalen Konstruktivismus schlage ich vor, von verschiedenen Re-Präsentation zu sprechen, die ich in Uebereinstimmung zu halten versuche.


 
 
 
 
 

Die Farblehre von W. Goethe unterscheidet sich von jener von Leibniz dadurch, dass sie sich mit den Farben im Kopf beschäftigt, nicht mit Dingen ausserhalb des Kopfes.