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Phänomen

Als Phänomen bezeichne ich in Handlungszusammenhängen wahrgenommene Re-Präsentationen, für deren Ursachen ich als Beobachter eine Erklärung suche. Quasi-etymologisch steckt im Ausdruck Phänomen, dass es um eine Erscheinung von etwas anderem geht, und mithin, dass man gerne wüsste, was so erscheint.

Etwa 100 Jahre nach Christi Geburt konnte man in Alexandria (oder in einem Buch) einen Tempel wahrnehmen, dessen Türe sich wie von Geisterhand geführt öffnete, wenn der Priester die Götter beschwörte und das Feuer vor dem Tempel anzündete. Die meisten Alexandrier hatten kein Problem damit. Einige aber fragten sich, wie das möglich ist; sie suchten nach einer Erklärung und machten damit die sich öffnende Türe zum Phänomen. Jedes Phänomen ist die Folge einer erklärungssuchenden Handlung.

Einige suchten eine Erklärung dafür, dass sich die Tempeltüren öffneten, andere suchten eine Erklärung dafür, dass sie wahrnehmen konnten, dass sich die Tempeltüren öffneten. Die einen nennt man gemeinhin Ingenieure, die andern Philosophen. Und jene, die für beide Fragen dieselbe Erklärung suchen, nennt man heutzutage epistemologische Kognitivisten.