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ErklärungErklärungen sind Beschreibungen von Operationen, die ich zur Erzeugung derjenigen Phänomene verwenden kann, die ich erklären will. Man kann sowohl das Phänomen, dass sich die Tempeltüre wie von Geisterhand geführt öffnet, als auch das Phänomen, dass ich es wahrnehmen kann, sehr verschieden erklären. Eine Erklärung für das erstgenannte Phänomen ist, dass Geisterhände im Spiel sind. Eine andere Erklärung ist, dass der Priester die Zuschauer hypnotisiert, so dass sie sich einbilden, die Türen öffnen sich. Eine von vielen möglichen Erklärungen ist die konstruktive Erklärung von Heron von Alexandria, der naturgemäss von den Göttern mehr geliebt wurde als von den Tempelhütern. |
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Anmerkungen: |
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Phänomen werden wahrgenommen, Erklärungen werden "konstruiert". In der 2. Ordnung des Radikalen Konstruktivismus ist natürlich jedes Phänomen eine Erklärung eines Eigenzustandes des Beobachters: der wirklich vorhandene "Tempel mit sich öffnenden Türen" ist eine Erklärung für eine entsprechende Wahrnehmung. Der Tempel erklärt aber ein anderes Phänomen als der Mechanismus, der die Türe öffnet. Der Mechanismus erklärt ein Phänomen innerhalb eines Phänomens. In Silvio Ceccato's Operationalismus werden die Operationen des Beobachters beschrieben, der einen bestimmten Gegenstand wahrnimmt. Dabei spielt die Unterscheidung zwischen Phänomen und Erklärung keine Rolle, weil jeder Gegenstand - also der Tempel und der Mechanismus - auf denselben "Wahrnehmungs"-Operationen beruht. Bei Silvio Ceccato kommt der Ausdruck "Konstruktion" nicht vor, Ernst von Glasersfeld hat den Ausdruck von Piaget übernommen. Im konzeptionellen Rahmen von Silvio Ceccatos Operationalismus macht der Ausdruck "Konstruktion" so wenig Sinn wie bei Piaget - er wäre mit "(Hirn)gespinst" wohl interpretiert. In der Konstruktiven Systemtheorie ist mit Konstruktion ein Mechanismus gemeint.