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Deutender Beobachter

Als deutender Beobachter nehme ich nicht Pixelmuster, Gestalten, Figuren, Artefakte oder Systeme wahr, die ich deuten müsste, sondern "Deutungen", also bedeutungsvolle Gegenstände, die ich mit Eigennamen bezeichnen kann. Ich nehme also nicht eine Menge Ziegelsteine oder eine Konstruktion aus Metallträgern, sondern beispielsweise ein Haus, eine Brücke oder den Eifelturn wahr.

Als deutender Beobachter nehme ich den konsensuellen Bereich von Beobachtern wahr, also die Funktionen der Gegenstände, die mir als deren Sinn oder Bedeutung erscheinen. Ich nehme beispielsweise eine Heizung wahr, ich spreche aber im Normalfall nicht über die Heizung, weil - im Sinne eines Konsens - jeder ohnehin schon weiss, was zu sagen wäre, nämlich dass sie die Temperatur mehr oder weniger konstant beim Bedürfnis des Heizenden hält. Als deutender Beobachter spreche ich eigentlich nur über Verhältnisse, in welcher die Heizung vorkommt, etwa über den Preis oder über Vorteile einer bestimmten Heizung.

Ueber eine Heizung spreche ich als deutender Beobachter explizit, wenn ich (noch) nicht weiss, was eine Heizung ist, oder wenn sie nicht funktioniert. Im ersten Fall kann sein, dass ich das Wort "Heizung" nicht verstehe, oder die Sache nicht kenne, in beiden Subfällen gewinne ich potentiell neue Bedeutungen.
Im zweiten Fall weiss ich, was eine Heizung ist, und welche Funktion sie erfüllen sollte. Dann interessiert mich die Funktionsweise. Ich kann ich meine Beobachter-Perspektive wechseln und die Heizung als konstruierender Beobachter betrachten - oder einen Servicemann rufen, der die konstruktive Persperspektive berufswegen hat.