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Die Äquilibration der kognitiven Strukturen
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Die Bildung des Zeitbegriffs beim Kinde. Verlag: Klett-Cotta
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Piaget, Jean *)Neuenburg 9.8. 1896, †)Genf 16.9. 1980. J. Piaget studierte zunächst Biologie (Zoologie) und arbeitete dann wie viele seiner Zeitgenossen (etwa K. Lorenz) an einer allgemeinen biologischen Entwicklungslehre. Er entwickelte dabei eine eigene "Wissenschaft" - die von E. von Glasersfeld radikal interpretiert zum Radikalen Konstruktivismus erweitert wurde. J. Piaget selbst wollte seinen Ansatz nicht so radikal fertig denken. E. von Glasersfeld sagte zu ihm: "Dann müssen Sie einige Dinge anders formulieren!" J. Piaget antwortete: "Das kann ich der Sache nach nicht!" J. Piaget wird oft als Psychologe bezeichnet, der sich mit der Erforschung der Intelligenz und des Spracherwerbes bei Kindern beschäftigte. In seinem eigenen Selbstverständnis war er ein Epistemologe, die entwicklungspsychologisch anmutende Arbeit mit den Kindern war Methode oder Mittel. Die Epistemologie hat zu seiner Zeit wie die Systemtheorie noch kein Ausformulierung gefunden. J. Piaget verwendete den Ausdruck Epistemologie so intuitiv, wie er den Ausdruck "Konstruktion" verwendete. Der Kern seiner Lehre, die er Konstruktivismus nannte, besteht in Annahme, dass Menschen "Begriffe" (gemeint sind mentale Schema) in Analogie zu Artefakten "konstruieren". Artefakte werden durch eigentlichen Handlungen konstruiert, "Begriffe" werden durch mentale Handlunge konstruiert. Handlungen lassen sich konstruktiv aus "Operationen" aufbauen. Der konstruierende Mensch muss also ein Repertoire von Operationen entwickeln und er muss die Operationen sinnvoll in übergeordnete Operationen einbauen lernen. Diese Fähigkeit erfordern nach J. Piaget Intelligenz. Wenn der Mensch sich in diesem unterstellten Sinn entwickelt, muss das empirisch, respektive experimentell beobachtbar sein. Somit ist das Forschungsprogramm gegeben, das später als "Kinderpsychologie" Furore machte: J. Piaget unterscheidet verschiedenen Stadien, die bestimmten Konstruktionsfähigkeiten entsprechen, deren Vorhandensein sich experimentell (durch Konstruktionsaufgaben) prüfen lässt: 1. Sensomotorisches Stadium (0 bis ca. 2 Jahre)
Viele Kinderpsychologen haben fast alle Zeitangaben von J. Piaget relativiert, aber nicht den Entwicklunsprozess selbst. Ich beobachte bei J. Piaget eine implizite Unterscheidung zwischen Können und Wissen. Die Kinder in seinen Experimenten können etwas bestimmtes oder sie können es nicht, J. Piaget spricht darüber, was sie wissen oder nicht wissen. Deshalb nennt er seine Lehre "Epistemologie", was frei übersetzt "Wissens-Lehre" (epistem griechisch Wissen) heisst. Oft wird der Ausdruck mit "Erkenntnistheorie" übersetzt, was mir ziemlich abwegig erscheint. |
Assimilation, Akkommodation, Aequilibrierung, Objektpermanenz
"Psychologie ist keine Wissenschaft des Bewusstseins, es ist eine Wissenschaft des Verhaltens! Man erforscht das Verhalten, und schliesst auch die Erfassung von Bewusstsein ein, wo immer man seiner habhaft wird; aber wenn dies nicht gelingt, ist es auch kein Problem" (von Glasersfeld: Delfin 94:39).
siehe Rezeption