Kepler, Johannes        zurück ]      [ Index ]      [ Literatur-Index ]      [ Die Hyper-Bibliothek ]      bsp;  

Literatur

Rudolfinische Tafeln

Zur Person

    

Johannes Kepler (1571-1630) war ein deutscher Astronom. Ab 1601 war er T. Brahes Nachfolger als Astronom am Hof von Rudolf in Prag. 1605 erkannte er, dass die Marsbahn eine Ellipse ist und verfaßte den ›Abriß der kopernikanischen Astronomie‹ (1618-22), 1627 veröffentlichte er die Rudolphinschen Tafeln.
Er entwickelte ferner die Theorie der Linsen und des Fernrohrs (mit zwei Konvexlinsen).


Keplersche Gesetze

Die von J. Kepler hergeleiteten (näherungsweise gültigen) Gesetze der Planetenbewegung: 1. Die Planeten bewegen sich auf Ellipsen (Kepler-Ellipsen), in deren einem Brennpunkt die Sonne steht. 2. Die von der Sonne zu einem Planeten gezogene Verbindungslinie (Fahrstrahl) überstreicht in gleichen Zeiten gleiche Flächen (Flächensatz). 3.Die Quadrate der Umlaufszeiten der Planeten verhalten sich wie die dritten Potenzen der großen Halbachsen ihrer Bahnellipsen.

1543 N. Kopernikus veröffentlicht seine Planetentheorie
1609 G. Galilei >De revolutionibus orbium coelestium libri VI< (Sechs Bücher über die Kreisbewegungen der Weltkörper) erscheint
1588 T. Brahe veröffentlicht seine Planetentheorie
1609 G. Galilei richtet zum ersten Mal ein Fernrohr gegen den Himmel und entdeckt u. a. die Mondgebirge, vier Jupitermonde und die Sonnenflecken
1609 J. Kepler veröffentlicht seine Planetengesetze

I. Newton vereinte die Keplersche Gesetze mit den Gesetzen von G. Galilei


    

J. Kepler war auch Ingenieur, er hat eine Zahnradpumpe erfunden.

Zitate

Div

Seine Entdeckung der drei Planetengesetze machte aus dem mittelalterlichen Weltbild, in dem körperlose Wesen die Planeten einschließlich Sonne in stetiger Bewegung hielten, ein dynamisches System, in dem die Sonne durch Fernwirkung die Planeten aktiv beeinflusst. Er selbst allerdings nannte sie nie „Gesetze“; sie waren in seinen Augen vielmehr Ausdruck der Weltharmonie, die der Schöpfer seinem Werk mitgegeben hatte. Aus seiner Sicht war es auch göttliche Vorsehung, die den Theologiestudenten zum Studium der Gestirne führte. Die natürliche Welt war ihm ein Spiegel, in dem die göttlichen Ideen sichtbar werden konnten, der gottgeschaffene menschliche Geist dazu da, sie zu erkennen und zu preisen.

Kepler ging von dem Gedanken ab, das kopernikanische System sei lediglich ein (hypothetisches) Modell zur einfacheren Berechnung der Planetenpositionen. Das heliozentrische Weltbild als eine physikalische Tatsache zu sehen stieß nicht nur bei der katholischen Kirche, sondern auch bei Keplers protestantischen Vorgesetzten auf erbitterten Widerstand. Denn auf beiden Seiten galten die Lehren von Aristoteles und Ptolemäus als unantastbar.