Metaphysik        zurück ]      [ Index ]      [ Literatur-Index ]      [ Die Hyper-Bibliothek ]     

Meta-Physik ist eine Bezeichnung, die seit dem 18. Jahrhundert für die Bücher von Aristoteles verwendet wird, die nicht als naturwissenschaftlich gelten, sondern sich mit Fragen jenseits der Wissenschaft (Physik) beschäftigten. Die Metaphysik von Aristoteles umfasst das Programm der klassischen Philosophie, die - im eklatanten Unterschied zu den Naturwissenschaften - auch nie wesentlich weiter gekommen ist als Aristoteles.

Die Metaphysik enthält die drei Teile Logik, Aesthetik und Ethik, die sich quasi erkenntnistheoretisch mit nachvollziehbar, schön und gut beschäftigen.

In der Naturwissenschaft (Physik) sind metaphysische Fragen ausgegrenzt, im Konstruktivismus sind sie aufgehoben, weil jede Aussage - also insbesondere auch naturwissenschaftliche Aussagen - als Aussage eines Beobachter beobachtet wird. Als Beobachter kann ich Fragen als entscheidbar oder als nicht-entscheidbar auffassen. Die Metaphysik sagt, wie wir nicht entscheidbare Fragen am besten beantworten. Im Dialog untersuchen die Teilnehmenden, wie sie nicht entscheidbare Fragen beantworten.

Anmerkung:
Das seit dem Idealismus herrschende Ideal von Wissenschaft hat einen raffinierten Umgang mit der dort wieder eingeführten Unterscheidung zwischen Physik (Naturwissenschaft) und Metaphysik. Im Idealismus zählen beide Gebiete zur Wissenschaft, obwohl es in der Naturwissenschaft keine Selbstbezüglichkeit gibt, weil ihr Gegenstand wehrloses Objekt ist, während es in der Metaphysik nur Selbstbezüglichkeit gibt, weil dort der Beobachter immer über sich und vermeintlich seinesgleichen spricht.
Logik (und Mathematik) gehört zur Metaphysik, was sich Mathematikern wie Gödel und Russel darin zeigt, dass die Selbstbezüglichkeit nicht ohne Gewalt auszuräumen ist. Ich zähle Logik zur Metaphysik, weil ich in der naturwissenschaftlich gesehenen Natur keine Logik, oder keine andere Logik, als die eigene sehen kann. In den Wissenschaften, die sich mit der Natur befassen, wird schiesslich nur gerechnet, keine Logik betrieben.


 

Lexi-Rom schreibt:
"' Metaphysik': Begriff, der in der Philosophiegeschichte alle systematischen Entwürfe bezeichnet, die sich auf die Erkenntnis der letzten bzw. ersten Gründe (Philosophia prima) konzentrieren. Die Metaphysik beansprucht eine alle anderen Disziplinen (z.B. Logik, Erkenntnistheorie, Ästhetik) umfassende Universalität. So gesehen gilt die Metaphysik als Synonym für Philosophie. Für Aristoteles, der in 14 Büchern (später unter dem Titel ›Metaphysik.‹ heraugegeben) erstmals den Versuch gemacht hat, die Philosophie auf allgemeingültigen Prinzipien zu begründen, ist Metaphysik der Anfang aller Philosophie. In diesem Sinne wird auch im Mittelalter die Metaphysik als ›Königin der Wissenschaft‹ bezeichnet.
Metaphysisch sind alle Erkenntnisse, die sich auf das beziehen, was jede mögliche Erfahrung überschreitet, bei Kant z.B. so viel wie transzendental. Im deutschen Idealismus fand die Metaphysik ihre vorerst letzten großen Denker."