Als Experiment bezeichne ich eine Beobachtung unter kontrollierten Bedingungen.
Experimente:
Galilei als Erfinder der Wissenschaft (Hypothesen, nicht Experimente) (von Glasersfeld, Ernst: Über Grenzen des Begreifens)
"Jedes Experiment ist ein Programm, in dem erwartete Daten definiert werden und eine Vorschrift angegeben wird, die im Idealfall in einer bestimmten Zeit ein Ergebnis liefert. Der Erfolg der Naturwissenschaften basiert letztendlich darauf, eine Methode entwickelt zu haben, mit deren Hilfe es möglich ist, Konstruktionen zu entwickeln, die die Übereinstimmung der theoretischen Hypothesen mit den experimentellen Antworten aufzeigen" (Keil-Slawik, 1985, 74).
"Studenten der Physik begreifen die physikalischen Lehrsätze, indem sie lernen, die Konstruktionsvorschriften (quasi die Bedienungsanleitung für die Naturerkenntnis) experimentell umzusetzen. Sie lernen nicht nur die Ergebnisse der Forschung durch die Wiederholung des Experimentes kennen, sondern auch durch die Vielzahl von Experimenten, die sie im Laufe ihres Studiums durchführen, die Methode, nach der neue Experimente entwickelt werden. Thomas Kuhn bezeichnet Experimente als Paradigma, als gemeinsame Beispiele anhand derer stillschweigendes Wissen erworben wird, das alle Mitglieder einer wissenschaftlichen Gemeinschaft verbindet" (ebd.). R. Keil verweist dabei auf Kuhn, 1978, 198ff.
Duden schreibt: Der Begriff „Experiment“ kommt ursprünglich aus dem Lateinischen – zu expiri – was so viel bedeutet wie versuchen, erproben. Im Allgemeinen wird das Experiment als ein wissenschaftlicher Versuch, ein Wagnis dargestellt. Experimente haben sehr viel mit Beobachtungen zu tun. Dabei wird ein Objekt beobachtet mit der Erwartung, dass sich an diesem Objekt Veränderungen ereignen werden. Diese Veränderungen beabsichtigt man aufzufassen sowie festzuhalten. In der Wissenschaft verwendet man bei solchen Beobachtungen physikalisch-technische Hilfsmittel wie z.B. Mess- und Registrierinstrumente.
"Wird ein Ereignis speziell zum Zweck seiner Beobachtung hervorgerufen, so handelt es sich um ein Experiment“. Bei solchen Experimenten sollten bestimmte Faktoren, die man für die Beobachtung braucht, konstant gehalten werden – man soll beispielsweise immer eine gleiche Zeit lang beobachten. Auf diese Weise können verschiedene Personen ein Experiment durchführen und überprüfen, ob sie zum gleichen Ergebnis gelangen. Dies spielt insofern eine Rolle, falls man gewisse Ergebnisse überprüfen möchte.
Unterschied Experiment in der Antike und heute
Bereits in der Antike führte man Experimente durch. Damals war man nur an den natürlichen Abläufen in der Natur oder in der Welt interessiert und versuchte diese möglichst ungestört zu beobachten. Man griff sozusagen gar nicht in die Natur ein sondern beobachtete lediglich, was passiert. Dies stellt einen bedeutenden Unterschied zu heutigen Experimenten dar. Heutzutage greift man bewusst in die Natur ein, um versucht somit neue Erfahrungswerte zu sammeln. Es wird heute deshalb als "Frage an die Natur" (I. Kant) oder als "Verhör der Natur" (C.F. von Weizsacker) dargestellt.