Evolutionstheorien heissen die Theorien, die eine Entwicklung beschreiben, in welcher Nachfahren "entwickelter" sind als ihre Vorfahren. Verschiedene Evolutionstheorien unterscheiden sich dadurch, dass sie "entwickelter" verschieden interpretieren, und dadurch, dass sie die Ursachen der Entwicklung verschieden sehen.
Die als "Evolutionstheorie" bekannte Evolutionstheorie, ist jene von A. Wallace, die C. Darwin unter seinem Namen publizierte und bekannt machte. Der eigentliche Gehalt dieser Theorie ist ein Selektionsmechanismus, nach welchem Mutationen vererbt und falls sie "fit" sind, ausgelesen werden.
Die Selektionstheorie ist ein Gegenkonzept zur Vererbung erworbener Eigenschaften, die mit den Namen Lamarck, (Krötenkusser von A. Köstler) und (dem sowjetischen Getreidezüchter N.N.) verbunden sind.
Die darvinsche Evolutionstheorie ist eine der 3 Kränkungen: Kopernikus (Weltzentrum), Darwin (einzigartiges Wesen), Freud (Bewusstsein). Die 3 Krankheit bilden den Glaubesstamm der Wissenschaft, obwohl sie nicht zur Wissenschaft, sondern zur Meta-Wissenschaft gehören. Sie sind Resultate der Verobjektivierung. Man kann Wissenschaft über ihrer Methode definieren (a la Popper: wiederholbare Experimente zu falsifizierbren Hypothesen), dann kriegt man aber die 3 Kränkungen nie hin. Oder man kann Wissenschaft als Menge der Resultate definieren, die wissenschaftlich nicht widerlegbar sind. Dann ist die Wissenschaft ein schlichter Glauben (das ist die These von Spencer).
Die Evolutionstheorie hat eine starke und eine schwache Variante:
entweder man versteht "Anpassung" als aktive Leistung von Organismen oder Arten oder als triviale Aussage darüber, dass die Lebewesen, die noch leben, (offensichtlich) angepasst sind. Im ersten Falle macht man Sozialdarwinismus, im zweiten Fall benutzt man ein Erklärungsprinzip (nach G. Bateson ist die Evolutionstheorie eine kybernetische Theorie, weil sie nicht kausal (feed forward) argumentiert, sondern mit dem Eliminieren von Unpassendem (Feed back). E. von Glasersfeld übernimmt diese Argumentation in seiner Einführung in den radikalen Konstruktivismus. E. von Glasersfeld schreibt, Darwin hätte ein Missverständnis angelegt mit "the fittest", weil die Evolution kein Unterschiede zwischen fit und fitter mache, sondern am Leben lasse (fit) oder ausmerze (nicht fit).
Bateson meint: Unser Denken und die Wirklichkeit folgen demselben Pattern, welches als evolutiv verstanden werden kann.
N. Luhmann verwendet die Triade "Variation, Selektion, Stabilisierung" als Evolution.
R. Stichweh bringt weitergehende Theorie, die bei N. Luhmann systematisch fehlt: siehe unter Stichweh
Lexirom: Evolutionstheorie
Deszendenztheorie (Abstammungslehre, Evolutionstheorie): Theorie der Biologie über die Herkunft der zahlreiche unterschiedliche Pflanzen- und Tierarten, nach der die heute existierenden Formen im Verlauf der erdgeschichtlichen Entwicklung aus einfacher organisierten Vorfahren entstanden sind. Nach der Deszendenztheorie vollzog sich in langen Zeiträumen ein Artenwandel, wobei Mutation, Rekombination, die natürl. Auslese und die Isolation als wichtigste Evolutionsfaktoren wirksam waren. Die Deszendenztheorie vereinigte erstmals Botanik und Zoologie zur Biologie und erklärt auch die Menschwerdung. Wissenschaftlich untermauert wurde die Deszendenztheorie. von C.R. Darwin.
Vgl. Keil-Slawik, 1990 (2), 156.
Kreationismus
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